FGRES wissenschaftlicher Mitarbeiter Cosme Polese Borges hat kürzlich einen Artikel mit dem Titel „Beyond payback time: Understanding residential preferences for distributed solar PV in southern Brazil” in Renewable Energy veröffentlicht. Der Artikel, der gemeinsam von brasilianischen (Bundesuniversität von Santa Catarina) und nordamerikanischen (Michigan State University) Forschern verfasst wurde, verwendet ein discretes Choice Experiment und zeigt, dass nicht-finanzielle Faktoren wie Installationsgarantien, technische Unterstützung und Zugang zu dezentralen Energienetzen ebenso Einfluss auf die Einführung von Photovoltaikanlagen in Wohngebäuden haben wie die einfache Kostendeckung. Die Ergebnisse sind besonders relevant für sich schnell entwickelnde Länder, in denen Infrastrukturdefizite bestehen und sich die regulatorischen Rahmenbedingungen oft langsamer entwickeln als die technologische Verbreitung. In solchen Kontexten können dezentrale PV-Anlagen die Energiewende sinnvoll unterstützen, wenn sie in robuste Governance-Regelungen, Dienstleistungsangebote und institutionelle Unterstützungsstrukturen eingebettet sind. Die Studie steht im Einklang mit der Forschungsperspektive des FGRES, dass Energiesysteme umfassendere soziotechnische Systeme sind, in denen Endnutzer eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Einführungsdynamik, der Systemresilienz und der langfristigen Nachhaltigkeitsergebnisse spielen.


