Nikotin

Zigarretten im Aschenbecher

Nikotin

Neben Alkohol ist Nikotin die in Deutschland am weitesten verbreitete Suchtsubstanz, die durch Zigaretten, Zigarillos, Zigarren, Pfeifen und E-Zigaretten/ Vapes zu sich genommen wird. Das Abhängigkeitspotenzial von Nikotin ist extrem hoch. Neben Nikotin enthält Tabakrauch über 9.500 weitere Stoffe, von denen ein Großteil gesundheitsschädlich ist – darunter Blei, Cadmium, Benzol, Formaldehyd, Aluminium und Kohlenmonoxid. Mindestens 90 davon sind nachweislich oder möglicherweise krebserregend. 

Rauchen ist extrem gesundheitsschädlich. Es erhöht den Blutdruck, führt zu einer schlechteren Durchblutung und wirkt sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System aus, so dass das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Rauchen beschleunigt die vorzeitige (Haut-) Alterung, schädigt die Atemwege und kann zu irreversiblen Lungenschäden führen. 

Nach den Daten der Global Burden of Disease (GBD) Studie ist Tabakrauchen in Deutschland der Risikofaktor, der über die letzten Jahre stabil mit der größten Zahl an Sterbefällen assoziiert ist. Nach Berechnungen des Deutschen Krebsforschungszentrums waren im Jahr 2023 in Deutschland rund 131.000 Todesfälle auf das Rauchen zurückzuführen.

Anhand der Daten des Epidemiologischen Suchtsurveys 2024 kann davon ausgegangen werden, dass bei 4,3 Millionen der Gesamtbevölkerung eine Abhängigkeit von konventionellen Tabakprodukten besteht. 

Neben der klassischen Zigarette haben sich in den letzten Jahren alternative Konsumformen etabliert, die Nikotin teilweise ohne Tabakverbrennung liefern: E-Zigaretten/ Vapes, Tabakerhitzer oder Nikotinbeutel. 

Gerade bei Jugendlichen sind die farbig designten Vapes beliebt, da sie in vielen verschiedenen fruchtigen Geschmacksrichtungen wie Watermelon oder Blueberry verfügbar sind. Es gibt sie mit oder ohne Zusatz von Nikotin.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Zigarettenrauchen wird hier ein Liquid verdampft. Obwohl sie nach derzeitigem Kenntnisstand im Vergleich zum Rauch von Tabakzigaretten deutlich geringere Mengen krebserzeugender und anderer gesundheitsschädlicher Stoffe enthalten, sind sie nicht unbedenklich, denn beim Erhitzen der Liquids können ebenfalls krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd und Acetaldehyd sowie zelltoxisches Acrolein entstehen. 

Ein weiteres Problem, das mit dem Konsum von E-Zigaretten einhergeht, ist die richtige Entsorgung. E-Zigaretten funktionieren über Einweg-Akkus, die im Elektroschrott bzw. als Sondermüll zu entsorgen sind. Eine Entsorgung über den Haus-/Restmüll belastet dir Umwelt erheblich mit zahlreichen Schadstoffen und kann zu Explosionen der Lithium-Ionen Akkus im Müllwagen oder der Müllverbrennungsanlage führen. Eine nicht sachgerechte Entsorgung verhindert außerdem, dass wertvolle Rohstoffe nicht wiederverwertet werden können.

Aktualisiert von: A. Freter