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Kollektivistischen Entwertungen in der Schule systematisch begegnen - Praxisprojekt im Anschluss an eine Studie für pro aktiv gegen rechts

Laufzeit: 1. September 2011 bis 31. Dezember 2012

Im Rahmen des Projektss wird ein Curriculum für eine Lehrerweiterbildung entwickelt und exemplarisch erprobt. Die Weiterbildung verfolgt das Ziel, Schulen dabei zu unterstützen, ihre pädagogische Grundausrichtung und Praxis dahingehend zu verbessern, dass soziokulturelle Vielfalt an Positionen und Identitäten zu einem zentralen Ausgangspunkt für soziale und politische Lernprozesse macht. Dies soll u. a. der Immunisierung gegen menschenfeindliche Ideologieangebote dienen.

 

Ziele

Das Interventionsprojekt „Kollektivistischen Entwertungen in der Schule systematisch begegnen“ ist eine Reaktion auf die Schuluntersuchung „Kollektivistische Entwertungen in der Schule“, welche die Akademie für Arbeit und Politik (jetzt Zentrum) mit Mitteln des Beratungsnetzwerkes pro aktiv gegen rechts im Jahr 2009/2010 durchgeführt hat. Die Untersuchung hatte zum Ziel, Erkenntnisse über die Virulenz, den Stellenwert und die genauen Ausdrucksformen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Sozialraum Schule zu gewinnen. Die Befunde dienen als Grundlage für die Entwicklung und Implementierung von Maßnahmen, mit denen effektiv, frühzeitig und nachhaltig rechtsextremen und menschenfeindlichen Einstellungen und Ideologieangeboten begegnet werden kann.

 

Methoden

Mit einem qualitativen methodischen Ansatz, der verschiedene Statusgruppen erreichte und zudem die schulischen Rahmenbedingungen in den Blick nahm, wurde an zehn Sek I-Schulen im Land Bremen Erhebungen durchgeführt. Auf der Basis von Standortberichten implizierte das Projekt auch die Rückkopplung der Ergebnisse in die Partnerschulen.

In Reaktion auf die Ergebnisse wird exemplarisch mit einer Schule an offenkundigen Defiziten in der Kompetenzerschließung der Schüler_innen zur Selbstbehauptung gegen menschenfeindliche Ideologieangebote gearbeitet werden. Im kreativen Umgang mit kulturellen Überschneidungssituationen soll sich jene interkulturelle Kompetenz herausbilden, die kulturelle Differenz als Entwicklungsvoraussetzung für das Individuum und die demokratische Gesellschaft begreift. Auf diese Weise soll nicht nur in instrumenteller Weise dem Mobbing vorgebeugt, sondern weit darüber hinausgehend wertebasiert gegen menschenfeindliche und rechtsextremistische Deutungsangebote immunisiert werden.

Das Beratungsnetzwerk pro aktiv gegen rechts Bremen und Bremerhaven hat der Akademie für Arbeit und Politik (jetzt Zentrum) Mittel zur Verfügung gestellt, um insgesamt vier Module für eine Lehrkräftefortbildung mit dem oben angeführten Ziel zu entwickeln und exemplarisch zu erproben. Das Vorhaben teilt sich in zwei in sich geschlossene, jedoch aufeinander aufbauende Projektphasen in den Kalenderjahren 2011 (Phase 1 mit Sensibilisierung und Modul 1) und 2012 (Phase 2 mit Modulen 2 bis 4).

Kooperiert wird dabei mit der Schulleitung und den Jahrgangsteams 6 und 7 der Paula Modersohn Schule in Bremerhaven. Die Qualifizierung soll die Schule in die Lage versetzen ihre bisherige Ausrichtung bezogen auf soziales Lernen und den Umgang mit Heterogenität kritisch zu reflektieren und zu ergänzen.

Alle Module setzen an der bestehenden Praxis an. Neben den Reflexionsphasen werden gemeinsam Anregungen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung entwickelt. Die entwickelten Module werden in einem Curriculum zusammengefasst und veröffentlicht.

 

Die Module

Modul 1: Mobbing als Ausdruck fehlender interkultureller Kompetenz erkennen und begegnen.
Modul 2: Personalentwicklung: Stärkung von Lehrer/innenkompetenzen. 
Respekt und Anerkennung als Grundlage für werteorientierte Diskurse und Umgang mit Tabu-Themen.
Modul 3: Schulentwicklung. 
Kontroversität als Ringen um eine gerechtere und demokratische Gesellschaft in die Schulentwicklung integrieren.
Modul 4: Unterrichtsentwicklung/Transfer.
Kontroverse Diskursanlässe schaffen und gestalten.

 

Kontakt

Dr. Frank Meng
Telefon (Büro): +49 (0) 421 - 218 56 708
E-Mail: frank.meng(at)uni-bremen.de

 

Finanzierung

Mobiles Beratungsnetzwerk pro aktiv gegen rechts Bremen