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Yara Marei Behrens

YMBehrens

Zurzeit bin ich beruflich tätig als...

Junior-Beraterin in einem Projekt der GIZ in Afghanistan.

Ich habe 2015/16 mit IES ein Auslandssemester an einer französisch-sprachigen Universität im Libanon gemacht. Diese Zeit hat mich stark beruflich und akademisch geprägt, denn ich habe das globale Ausmaß von Kriegen und Krisen wie der in Syrien verstanden und damals eine Ehrenamtsorganisation mit Freundinnen in Beirut auf die Beine gestellt. Dieses Engagement und mein Pflichtpraktikum, das ich bei der Friedrich-Ebert-Stiftung Libanon absolvierte, haben mich an die Arbeit der internationalen Entwicklungshilfeorganisationen herangeführt und somit entschieden zu meiner Berufswahl beigetragen.

Inhalte/Kompetenzen aus meinem IES-Studium, die ich im Beruf anwende...

Inhaltlich hat mich das IES-Studium empirisches Arbeiten gelehrt, heute arbeite ich regelmäßig mit Monitoring- und Evalutierungsinstrumenten, die auch ihre Anlehnung in der Sozialforschung haben. Außerdem muss ich analytisch und argumentativ gut schreiben, bzw. präsentieren, während des Studiums habe ich sehr viel präsentiert und wissenschaftliche Texte verfasst. In meinem aktuellen Beruf muss ich zwar keinen Forschungsstand erarbeiten, aber ich lese Texte und fasse diese regelmäßig zusammen. Inhaltlich habe ich bei IES viel über postkoloniale Zusammenhänge gelernt und meine Bachelorarbeit damals über die Unterdrückung von nicht-westlichen Akademiker*innen im Wissenschaftsdiskurs zum Arabischen Frühling geschrieben. Diese kritische Perspektive ist für mich immer noch leitend in meiner täglichen Auseinandersetzung mit Afghanistan.

Wenn ich an mein IES-Studium zurückdenke, ...

... dann erinnere ich mich vor allem an eine Exkursion nach Belgorod, welche wir im September 2014 nach der Annexion der Krim in die (für russische Verhältnisse „Provinzstadt“) machten. Damals haben wir unsere ukrainischen und russischen Kommilitoninnen in einem Workshop über Frieden und Konflikt der Ukraine zu der Rolle Russlands in dem Konflikt befragt. Die Stimmung war aufgeheizt und es ist mir ein total aufregendes Gespräch in Erinnerung geblieben. Während meiner Zeit als IES-Studentin konnten wir selbstständig viele Exkursionen organisieren, der Studiengang verfügt über sehr gute Kontakte, um diese Exkursionen fachlich auszugestalten. Ich erinnere mich aber sicherlich am meisten an die tolle Zeit, die ich mit meinen Kommilitonen und Kommilitoninnen hatte. Ein sehr gut vernetzter, kleiner Studiengang ist das Beste was einem passieren kann im Studium, besonders im Bachelor. Alle Professor*innen und Dozent*innen kannten uns beim Namen und waren auch in schwierigen Phasen immer mit Rat und Tat zur Seite.