Antifeminismus & Demokratiefeindlichkeit

Geschlechterforscher*innen und geschlechterpolitische Akteur*innen sehen sich und ihre Arbeit zunehmenden Anfeindungen und Angriffen ausgesetzt. Dieser Antifeminismus an Hochschulen äußert sich durch Beleidigungen, Herabsetzungen, Anfeindungen bis hin zu körperlichen Bedrohungen und Vandalismus. Damit sollen einzelne Personen oder ein gesamtes Handlungsfeld diskreditiert werden.
Antifeminismus an Hochschulen verschränkt und überlappt sich mit rassistischen, antisemitischen und queer-feindlichen Angriffen sowie anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Er weist ähnliche Muster auf wie Bedrohungen, denen zum Beispiel Klimaforscher*innen ausgesetzt sind.
Antifeminismus ist ein Angriff auf die Grundrechte und gefährdet damit die Demokratie, Antifeminismus an Hochschulen gefährdet außerdem die Wissenschaftsfreiheit. Denn für eine qualitätsvolle Forschung und Lehre sind Geschlechtergerechtigkeit und eine diskriminierungskritische Diversitätshaltung in allen hochschulischen Handlungsfeldern unabdingbar.
Deshalb engagieren wir uns gegen rechtspopulistisch bis rechtsextreme antifeministische Haltungen und Taten an der Uni und darüber hinaus. Wir sind aktiv in universitären und bundesweiten Netzwerken wie der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (BuKoF).

Wenn Sie Informations- und Beratungsbedarf zum Thema haben, wenden Sie sich gern an uns. Wenn Sie sich fragen, wie Sie eine bestimmte Situation einschätzen und bewerten sollen, wenn Sie Ihre Handlungsmöglichkeiten klären wollen, wenn Sie sich dazu in der Uni vernetzen möchten oder eine Veranstaltung zum Thema planen, sind Sie bei uns herzlich willkommen!

Weiterführende Informationen zu Antifeminismus finden Sie auf der Webseite "Antifeminismus und Hate Speech" der BuKoF.

 


Jahresbericht 2025 der Meldestelle Antifeminismus wurde veröffentlicht

Trauriges Rekordhoch: Die Meldestelle Antifeminismus registrierte im Jahr 2025 insgesamt 640 antifeministische Vorfälle. Das sind 82 Fälle mehr als im Vorjahr.

Trotz eines erheblichen Dunkelfelds stellt die Meldestelle Antifeminismus eine Verschärfung antifeministischer Angriffsdynamiken fest. Insbesondere Angriffe mit misogynen Motiven sowie geschlechtsspezifische Gewalt nehmen zu.

Auffällig ist vor allem der Anstieg von Angriffen im digitalen Raum. Etwa ein Drittel der dokumentierten Vorfälle findet dort statt. Hinzu kommen neue Formen der Gewalt durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Wie drastisch sich diese Entwicklung auswirkt, zeigt unter anderem der Fall eines über einen Messenger-Dienst organisierten Vergewaltigungsnetzwerks. In entsprechenden Gruppen wurden Anleitungen zur Vergewaltigung, Informationen zur Sedierung von Frauen sowie Fotos und Videos der Taten verbreitet.

Die Zahlen der Angriffe auf feministische Strukturen erreichen ebenfalls neue Höchststände. Frauenverbände und Fachverbände im Feld geschlechtsspezifischer Gewalt oder engagierte Einzelpersonen sind dabei besonders gefährdet Dokumentiert wurden unter anderem Bedrohungen, sexualisierte Übergriffe, Sachbeschädigungen und Brandstiftungen und Veröffentlichungen geschützter Adressen von Frauenhäusern. 

Enorm zugenommen haben auch koordinierte Angriffe auf Gleichstellungsarbeit. Besonders der Arbeitsalltag von kommunalen Gleichstellungsbeauftragten ist inzwischen stark von Angriffen geprägt.

Mit Blick auf die Zahlen für das Jahr 2025 erklärt Dr. Atlanta Ina Beyer, Projektkoordination beim Trägerverein Lola für Demokratie e.V.:

„Frauenpolitisches Engagement und der Schutz vor Gewalt sollen delegitimiert und zurückgedrängt werden. Der Blick auf die Zusammenhänge ist wichtig. Antifeministische Narrative bilden den ideologischen Rahmen, innerhalb dessen verschiedenste Akteur*innen – u.a. Gleichstellungsbeauftragte, Beratungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen oder Politiker*innen – als Feindbilder markiert und eingeschüchtert werden. In der Gesamtheit antifeministischer Angriffe wird deutlich, dass geschlechtsspezifische Gewalt nicht nur Angriffsthema und –mittel ist, sondern auch gezielt normalisiert wird.“

Aufgrund der Datenlage fordert Palo Quirion eine Gesamtstrategie im Umgang mit Antifeminismus in Politik und Zivilgesellschaft: „Der Gesamtheit der Gewalt auf Gleichstellungs- und Selbstbestimmungsrechte lässt sich nur dann wirksam begegnen, wenn die zerstörerischen Auswirkungen von Antifeminismus auf demokratische Strukturen und Prinzipien endlich ernstgenommen werden.“ 

Für mehr Informationen empfiehlt es sich, das Lagebild, die Kurzzusammenfassung oder die Pressemitteilung zu lesen. Hier finden Sie auch zusätzlich die Website.


Handreichung zum Umgang mit rechten Anfeindungen gegen die Wissenschaft

Seit ungefähr zehn Jahren macht sich die extreme Rechte verstärkt mobil gegen die Wissenschaft, um Debatten nach rechts zu verschieben und ihre Ideen außerhalb von politischen Institutionen zu verbreiten. Unteranderem werden Forschende und Lehrende ins Visier genommen, die Geschlechterverhältnisse, Rassismus, fortwirkende koloniale Vergangneheit und Rechtsextremismus selbst thematisieren. Auch scheinen Themen wie der menschengemachte Klimawandel oder die prüfungsoffene Wahrheitssuche ein Dorn im Auge zu sein.

Die Angriffe auf Hochschulen richten sich nicht nur gegen einzelne Personen, sondern zielen vor allem auf die Idee einer offenen, kritischen und demokratischen Wissenschaft selbst.

GERDEA und das Bundesverband Mobile Beratung möchten mit dem Policy Paper eine praxisorientierte Hilfestellung anbieten. Sei es für Personen, die erstmals mit rechten Angriffen konfrontiert sind, aufgrund ihrer Forschungsergebnisse wiederholt betroffen waren oder Personen, die sich für die Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Antifeminismus und anderen Ungleichwertigkeitsvorstellungen einsetzen wollen. 

Wenn Sie mehr erfahren wollen, gelangen Sie hier zum Dokument.


Neue Meldestelle für das Risiko- und Bedrohungsmanagement

Die Universitätsleitung hat eine neue Meldeadresse eingeführt, um ein besseres Bild der Sicherheitslage zu schaffen und ein Zeichen gegen Risiken und Bedrohungen zu setzen. 

Im Fokus der Meldestelle stehen beispielsweise Vandalismus, diskriminierende Schmierereien, sowie bedrohliche Verhaltensweisen und Anfeindungen.  

In erster Linie ist die Adresse eine Melde- und Vermittlungsstelle. Die Meldungen werden dokumentiert und ggf. an Stellen in- und außerhalb der Universität weitergeleitet. Besonders hilfreich ist das Melden von Fällen, um bei Wiederholungen und Häufungen entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten.

 

Die Meldeadresse lautet: riskprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

 

WICHTIG: Die Meldestelle ist KEINE Notfallzentrale! Bei akuten Bedrohungen wenden Sie sich bitte an die Polizei unter 110 und/oder den Notruf unter 112!


Infografik zu antifeministischen Vorfällen 2025 in Deutschland. Es wurden 640 Vorfälle in die Statistik aufgenommen.

Antifeminismus melden

Damit Antifeminismus sichtbar wird, muss er gemeldet werden (können).

Hier setzt die Meldestelle Antifeminismus an.

Unsicher, was Antifeminismus ist oder warum es wichtig ist, dass er gemeldet wird? Sie können auf der Website der bpb mehr über den wichtigen Beitrag erfahren, die zivilgesellschaftliche Meldestellen in unserer Demokratie leisten, und die Arbeit der Meldestelle Antifeminismus besser kennenlernen.

Interesse an noch mehr Wissen zur Meldestelle Antifeminismus? Dann besuchen Sie gerne die Website der Meldestelle und laden sich dort den Jahresbericht herunter.

Podcast Empfehlung

Für den Podcast "Hinhören & Handeln", der "Fachstelle Bildungsallianzen gegen rechte Ideologien", spricht Hanna Eitel mit der Leiterin des Referats Chancengleichheit/ Antidiskriminierung sowie der Arbeitsstelle Chancengleichheit Anneliese Niehoff, wie Hochschulen sich gegen antifeministische Politik wappnen können.  

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In sechs Folgen blickt der Podcast „Taking the Red Pill – Einstiegsdroge Antifeminismus“ genauer auf das Phänomen: Was ist Antifeminismus und warum ist er so anschlussfähig?

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