Religionspädagogik

Draufansicht. zwei Kinderhände deuten auf einen Kompass, mit dem man Mekka bestimmen kann
Schüler:innen einer Bremer Grundschule suchen mit einem Gebetskompass die Richtung von Mekka

Profil

Der Religionsunterricht in Bremen unterscheidet sich grundlegend von dem Unterricht in anderen Bundesländern: In Bremen gibt es einen gemeinsamen Religionsunterricht für alle Schüler*innen. Er findet hier nicht nach Bekenntnissen getrennt statt und ist interreligiös. Die Religionspädagogik ist für die fachdidaktische Ausbildung der Lehramtsstudierenden verantwortlich. Sie stellt die überkonfessionelle und interreligiöse Ausrichtung des Religionsunterrichts in Forschung und Lehre ins Zentrum.

Ringvorlesung "Religion und Bildung" Sommersemester 2021

Nachlese

Im Sommersemester 2021 hat der Arbeitsbereich „Religionspädagogik“ die digitale Ringvorlesung „Religion und Bildung“ veranstaltet. Sie fand immer montags am Abend statt und verzeichnete eine rege Beteiligung über die Ländergrenzen hinweg. Das digitale Format eröffnete die Möglichkeit zur Vernetzung von Fachdidaktiken verschiedener Religionsunterrichte, Lehrender, Studierender sowie von Lehrkräften. Die Begegnungen auf Augenhöhe zeigten sich v.a. in den ausführlichen Diskussionen nach den Vorträgen sowie in abschließenden Auswertungen mit den Vortragenden in einer intimeren Breakout-Session.

Die drei grundlegenden Ideen der Ringvorlesung waren:

1.) Im Zentrum standen fachdidaktische Problemstellungen, die v.a. für den überkonfessionellen Religionsunterricht, wie es ihn in Bremen gibt, von Belang sind

2.) die Ringvorlesung wurde von Nachwuchswissenschaftler*innen getragen

3.) die Veranstaltung fand digital statt und bot so die Gelegenheit, über die jeweils eigenen Tellerränder hinauszuschauen.

Hier finden Sie das Programm.

Eine Gruppe von Kleinkindern mit bunten Jacken und Rucksäcken.

Universität trifft Schule

Wir wollen universitäre Religionspädagogik und schulische Praxis vernetzen und aufeinander beziehen. Im halbjährlichen Rhythmus laden wir interessierte Lehrkräfte und Studierende daher herzlich zu verschiedenen Vorträgen ein, die den gegenseitigen Austausch und die gemeinsame Diskussion thematisch einleiten. Hierbei stehen Projekte im Mittelpunkt, die theoretische Erkenntnisse und ihre praktische Umsetzung verknüpfen, wobei ein wesentlicher Schwerpunkt auf Unterrichtsmaterialien für den Bremer Religionsunterricht liegt.

Team

Dr. Eva-Maria Kenngott (Leiterin des Arbeitsbereichs)
Susann Budde (Schwerpunkt: Gymnasium/Oberschule)
Hanna Jacob (Doktorandin)

Junge Frauen am Laptop.

Hinweise zum Lehramtsstudium

Hier erklären wir Ihnen genauer, was Sie zu beachten haben, wenn Sie sich für ein Lehramtsstudium der Religionspädagogik in Bremen entscheiden.

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Workshops & Fortbildung

Konfliktstoff Religion in Schule und Unterricht

2024

Referentinnen: Eva Kenngott und Gritt Klinkhammer

Fachtags Religion „Tod – Trauer – Jenseits“ vom Landesinstitut für Schule

2023

Eva Kenngott: Wandel der Bestattungskultur 

Der „Trauerraum Bremen“ ermöglicht unterschiedliche Formen religiöser oder säkularer Bestattungen und stellt sich auch Schulklassen zum Gespräch und zur Auseinandersetzung mit Trauer und Tod zur Verfügung. Der Workshop bot eine fachliche Einordnung von Bestattungskulturen sowie eine sich daran anschließende Debatte mit Referenten vom Trauerraum.

Christoph Denker: Gedankenexperiment um Leben und Tod

Im Workshop wurde exemplarisch ein Gedankenexperiment um Leben und Tod erprobt und diskutiert. Ergänzend wurde das Arbeiten mit Lernlandkarten und Lernstandserhebungen betrachtet, um mit Jugendlichen über den Tod und das „Danach“ zu sprechen.

Hanna Jacob: „Der Tod ist ein großes Geheimnis“ - Jenseitsvorstellungen am Beispiel des Kinderbuches Abschied von Opa Elefant

Anhand des Bilderbuches Abschied von Opa Elefant wurden aus fachdidaktischer Sicht Vorstellungen davon, was der Tod für Kinder im Grundschulalter bedeutet, thematisiert und Material für den Unterricht vorgestellt und diskutiert.

 

Adventskerze auf Tannenzweigen
pixabay

„Weihnachten einmal anders! Historische Dekonstruktionen eines zentralen christlichen Fests“

2022?

Yan Suarsana, Christoph Denker, Hanna Jacob: In der breiteren Öffentlichkeit gilt Weihnachten als das zentrale christliche Fest des Jahres und wird gleichzeitig als traditioneller und „uralter“ Ort familiärer Gemeinschaft und innerer Besinnlichkeit verstanden. Im Gegensatz dazu zeigt die historische Forschung, dass der heutige Charakter des Weihnachtsfestes im Wesentlichen moderner Natur ist und eng mit dessen Entstehungskontext im 19. Jahrhundert verflochten ist. In der Fortbildung wurden die geschichtlichen Entstehungsbedingungen zentraler Elemente des heutigen Weihnachtsfestes (Familienfest, Weihnachtsbaum, Geburtsgeschichten etc.) nachgezeichnet und der Frage nachgegangen, wie die Historisierung als sicher geglaubter Tatsachen auch im Hinblick auf übergreifende Kompetenzen der Schüler:innen fruchtbar gemacht werden kann.

Publikationen

Konfessionell - interreligiös - religionskundlich (2015)

Konfessionell - interreligiös - religionskundlich

Unterrichtsmodelle in der Diskussion

Eva-Maria Kenngott / Rudolf Englert / Thorsten Knauth (Hrsg.)

Vor dem Hintergrund religiöser Pluralisierung sind deutschland- und europaweit unterschiedliche Formen und Modelle von Religionsunterricht entstanden. In Deutschland wurden einerseits beim konfessionellen Religionsunterricht Konzepte entwickelt, die sich durch Öffnung und konfessionelle Kooperation auszeichnen. Andererseits hat sich auch religionskundlicher Unterricht etabliert (etwa LER in Brandenburg). Die Beiträge des Bandes geben zum einen eine Übersicht über die im deutschsprachigen Raum vorfindlichen Formen von Religionsunterricht und diskutieren deren jeweiliges Proprium und didaktisches Potential. Zum anderen werden Antworten auf zukünftig relevante Fragen für den Religionsunterricht unter den veränderten Bedingungen gesucht.

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Religionspädagogik zwischen religionswissenschaftlichen Ansprüchen und pädagogischen Erwartungen (2013)

Religionspädagogik zwischen religionswissenschaftlichen Ansprüchen und pädagogischen Erwartungen

Marvin Döbler, Katharina Frank, Tilman Hannemann, Arendt Hindriksen, Tomoko, Ishikawa, Eva-Maria Kenngott, Gritt Klinkhammer, Jürgen Lott (Hrsg.):

Dieser Band vereinigt Beiträge der Ringvorlesung "Religionswissenschaft & Religionspädagogik", die unter der Leitung von Arendt Hindriksen im Sommersemester 2011 an der Universität Bremen abgehalten wurde. Sie beleuchten das Verhältnis zwischen den beiden eng benachbarten Disziplinen aus fachhistorischer, empirischer und theoretischer Sicht. Die Schwerpunkte liegen auf Entwicklungen nichtkonfessioneller Konzepte der Religionspädagogik in den letzten 30 Jahren, Positionsbestimmungen des religionskundlich geprägten Unterrichts und der Rolle der Religionswissenschaft als Bezugswissenschaft. Behandelt werden u.a. der Biblische Geschichtsunterricht in Bremen, Lebensgestaltung - Ethik - Religionskunde in Brandenburg, Religion und Kultur im Kanton Zürich sowie Religionskulturerziehung in Japan.

Online-Version zum Download (pdf): Religionspädagogik zwischen religionswissenschaftlichen Ansprüchen und pädagogischen Erwartungen

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Religion verstehen lernen (2012)

Religion verstehen lernen

Eva-Maria Kenngott, Lothar Kuld (Hg.)

Die Ausgangslage für Religions-Unterricht ändert sich unaufhaltsam. Wo es normal ist, nicht religiös zu sein, kommt Religion als Bedürfnis nicht vor. Wo Religion als Teil der Alltagskultur erscheint, stößt der Religions-Unterricht auf ein enttraditionalisiertes religiöses Bedürfnis, das die Kirchen nicht braucht. Welches Verständnis von Religion soll Religions-Unterricht diesen Schüler/innen nahebringen? Die Beiträge dieses Sammelbandes formulieren eine Option: Im Religions-Unterricht geht es primär um das Verstehen von Religion. Und dazu sind aktuell unterschiedliche Konzepte im Entstehen begriffen.

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