Projektdetails

Qualitätskriterien für Best Practice in der Pflegeausbildung - Synopse evaluierter Modellprojekte

Laufzeit: 01.10.2008 - 31.03.2009
Forschungsteam:

Prof. Dr. Stefan Görres (Projektleitung);

 

Dr. Jaqueline Bomball;

 

Dr. Svenja Schmitt;

 

Aylin Schwanke;

 
Projekttyp: Drittmittelprojekt
Finanzierung: Robert Bosch Stiftung (Stuttgart)

Beschreibung

Problemhintergrund

Modellklauseln in den neuen Gesetzen - Novellierung des Krankenpflegegesetzes (Januar 2004) und erstmalige bundeseinheitliche Regelung des Altenpflegegesetzes (August 2003) - haben bundesweit zahlreiche Reformmodelle initiiert, die eine Integration der noch getrennten Berufe der Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Altenpflege erproben, teilweise im Rahmen einer hochschulischen Erstausbildung (Stöver, Schmitt & Görres 2008). Eine Reihe dieser Modellprojekte werden wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Aktuell sind bereits eine Vielzahl der integriert, integrativ bzw. generalistisch angelegten Reformmodelle abgeschlossen und fundierte Evaluationsergebnisse aus den Projekten liegen vor. Gleichwohl werden Themen wie „Generalisierung versus Spezialisierung“ oder „Gestufte Ausbildungsmodelle“ nach wie vor kontrovers diskutiert (www.bosch-stiftung.de).

Um eine empirisch gesicherte nachhaltige Adjustierung der Pflegeausbildung zu erreichen, ist es jetzt an der Zeit und zwingend, die entscheidenden Erfahrungen und Ergebnisse der abgeschlossenen Reformmodelle hinsichtlich ihrer konzeptionellen Gestaltung und Umsetzung systematisch anhand von Qualitätskriterien auszuwerten und in einer Synopse zu bündeln. Zukunftsfähige Ausbildungsstrukturen im Sinne von Best Practice herauszufiltern und aufzuzeigen, welcher Handlungsbedarf sich nun nach der Reformphase daraus für einzelne Akteure ergibt. Dies gilt vor allem für den Gesetzgeber, der die modellhafte Reformierung „zur zeitlich befristeten Erprobung von Ausbildungsangeboten, die der Weiterentwicklung der Pflegeberufe unter Berücksichtigung der berufsfeldspezifischen Anforderungen dienen sollen (…)“ initiiert hat (Bundesgesetzblatt 2003, Teil 1 Nr. 36:1444).

Zielsetzungen

Ziel des Vorhabens ist es, aus den vorhandenen Evaluationsergebnissen der abgeschlossenen Reformmodelle, die z.T. sehr unterschiedlich akzentuierte strukturelle und inhaltliche Modellschwerpunkte aufweisen - etwa bezogen auf die Berufsabschlüsse, Dauer der Ausbildung oder Formen von Lernortkooperationen - systematisch Qualitätskriterien für Best Practice in der Pflegeausbildung abzuleiten. Darüber hinaus wird eine breit gestreute Befragung von Beteiligten der Modellprojekte durchgeführt, um neue Erkenntnisse zu den mittelfristigen Effekten der Vorhaben und dem künftigen Entwicklungsbedarf zu gewinnen. In der Konsequenz soll dies nach Abschluss des Evaluierungsprojekts in einer ergänzenden Projektphase zur Erstellung eines Positionspapiers führen, um den ergebnisorientierten Dialog auf der politischen Ebene zu initiieren bzw. fortzuführen und die gesetzliche Voraussetzungen dafür zu schaffen, bewährte und wissenschaftlich fundierte Reformelemente dauerhaft in den Regelbetrieb zu überführen und die Pflegeausbildung zukunftsfähig zu machen.

Zielerreichung und Methodische Vorgehensweise

Die Einstiegsphase (Oktober 2008) erfolgte durch eine erste themenzentrierte Expertenrunde u.a. mit Vertreter:innen aus dem BMFSFJ, der Politik, des Transfernetzwerks innovative Pflegeausbildung (Tip) und der Gewerkschaft. Zentraler Arbeitsschwerpunkt der Expertenrunde bildet die Generierung von Fragen und Kriterien, die für die Evaluierung bereits abgeschlossener Pflegeausbildungsmodelle forschungsleitend sind (Gruppendiskussion).

In Phase I (November – Dezember) wird eine Erhebung bei Schulen und / oder Ausbildungsträgern (n=43) modellhafter Reformausbildungsgänge durchgeführt. Ziel dieses Schrittes ist die Ermittlung von Strukturdaten zum Ausbildungsmodell (z.B. Übergang in den Regelbetrieb, evtl. Kosten etc.) sowie eine Einschätzung zum Erfolg des Modells (Fragebogenerhebung).

Phase II (November – Dezember) widmet sich der Auswertung der vorliegenden Evaluationsberichte zu ausgewählten Modellprojekten hinsichtlich bewährter oder nicht bewährter Modellelemente. Im Mittelpunkt dieser Dokumentenanalyse stehen z.B. die Themen Kompetenzzuwachs, Pflegeverständnis und Theorie-Praxis-Transfer. Sofern die Berichte ein follow up nachweisen, werden auch Fragen zur Arbeitsmarkttauglickeit und zum Verbleib ausgewertet (Dokumentenanalyse).

Darüber hinaus werden in Phase III (Januar) die Absolventen aus den Modellprojekten hinsichtlich der Aspekte ihres beruflichen Verbleibs befragt und es wird erhoben, welche in der Reformausbildung vermittelten Kompetenzen sich aus ihrer Sicht im Berufsalltag bewähren oder nicht bewähren. Auch Defizite und Bedarfe sowie die Zufriedenheit mit der Modellausbildung werden erfragt (Online-Befragung).

In Phase IV (Februar) werden die aktuellen Arbeitgeber der Absolventen (Einrichtungs-, bzw. Stationsleitungen) aus den ausgewählten Modellprojekten befragt. Inhalte dieser Erhebung sind primär die Arbeitsmarktfähigkeit und Arbeitsweise der Absolventen sowie deren Akzeptanz in der Praxis (Online-Befragung).

In einer abschließenden Phase V (März) werden die Ergebnisse aus den Phasen I – IV im Rahmen einer erweiterten zweiten Expertenrunde (erweitert um Arbeitgeber) vorgestellt und in Anbetracht zukünftiger Bedarfe des Arbeitsmarktes diskutiert (Gruppendiskussion).

Erwartete Ergebnisse und deren Relevanz

  • Die Ergebnisse der Studie ermöglichen anhand empirisch gesicherter Daten das Aufzeigen von Qualitätskriterien für Best Practice in der Pflegeausbildung
  • Es werden differenzierte Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Reformierung der Pflegeausbildung formuliert
  • Die politische Debatte um die Reform der Pflegeausbildung kann durch empirisch gestützte Daten bereichert werden



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