Projektdetails

Untersuchung der gesundheitlichen Versorgungssituation älterer Menschen im Bundesland Bremen

Laufzeit: 01.05.2014 - 30.09.2014
Forschungsteam:

Prof. Dr. Stefan Görres (Projektleitung);

 

Diplom-Gerontologin Sabine Blom, M.A. Sozialwissenschaften;

 

Dominik Bruch;

 

Fadua El Bouazzaoui, M.A.Public Health;

 

Lina Heier;

 

Kathrin Seibert, Institut für Public Health und Pflegeforschung;

 

Dr. Susanne Stiefler;

 
Projekttyp: Drittmittelprojekt
Finanzierung: Senator für Gesundheit, Bremen

Beschreibung

Kurzdarstellung des Projektes
Im Bundesland Bremen liegt, laut Statistischem Landesamt Bremen (2013), der Anteil der über 65-jährigen Bevölkerung bei über 21% und bewegt sich somit leicht über dem Bundesdurchschnitt von etwa 20%. Zudem sind in der Bundesrepublik Deutschland mehr als die Hälfte aller Menschen ab 65 Jahren an mindestens einer chronischen Krankheit erkrankt. Durch die derzeitigen Prognosen zur Demographischen Entwicklung ist davon auszugehen, dass sich der Anteil 65-jähriger und älterer Personen an der Gesamtbevölkerung erhöhen und damit auch die Anzahl der Menschen mit chronischen Erkrankungen steigen wird. Für diese gesamtgesellschaftliche Entwicklung (dazu gehört beispielsweise die Zunahme an Demenz erkrankter Patienten in Krankenhäusern) sind Auswirkungen auf Bundes- und auf Länderebene zu erwarten.

Vor diesem Hintergrund spielt die gesundheitliche Versorgung der älteren Menschen besonders im Hinblick auf ambulante und stationäre Versorgungsstrukturen, aber auch auf die akutmedizinische, rehabilitative, geriatrische sowie psychosoziale Betreuung nach SGB V und damit verbundene finanzielle Fragen eine zunehmende zentrale Rolle.

Vor dem Hintergrund einer langfristig zu sichernden, qualitativ hochwertigen gesundheitlichen Versorgung älterer Menschen im Bundesland Bremen ergeben sich folgende Fragestellungen für die Erhebung:

  • Welche Problembereiche lassen sich in der gesundheitlichen Versorgungssituation der älteren Bevölkerung ab 65 Jahren des Bundeslandes Bremen identifizieren?
  • Welche Lösungsmöglichkeiten können aufgezeigt werden?

Eine Konkretisierung der Fragestellung sollte im Hinblick auf

a) Problembereiche ausgewählter Leistungsarten gemäß § 11 SGB V oder auf
b) Problembereiche ausgewählter Settingsbzw. Versorgungssektoren
erfolgen.

Methodisches Vorgehen
Die Erfassung von Problembereichen und Lösungsmöglichkeiten bezüglich der gesundheitlichen Versorgungssituation der älteren Bevölkerung ab 65 Jahren erfolgt mittels der Delphi-Methode im Zeitraum von Mai bis September 2014. Das Verfahren der Delphi-Methode hat als Form der hochstrukturierten Gruppenkommunikation die Erarbeitung von Lösungen für komplexe Problemlagen zum Ziel (Bortz & Döring 2006, S. 261) und weist nach Vorgrimler & Wübben (2003, S. 765) folgende Charakteristika auf:

  • Verwendung eines formalisierten Fragebogens,
  • Befragung von Experten,
  • Anonymität der Teilnehmer untereinander,
  • Ermittlung einer statistischen Gruppenantwort,
  • Kontrollierte Rückkoppelung und
  • (mehrfache) Wiederholung der Befragung.

Unter Berücksichtigung dieser Merkmale werden die folgenden Schritte durchgeführt:

  • Ermittlung und Auswahl geeigneter Experten
  • Entwicklung des einzusetzenden Fragebogens
  • Auswertung und Erstellung eines zweiten Fragenkatalogs
  • Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten/ Beantwortung der zweiten, leitenden Forschungsfrage
  • Expertenworkshop zur Ergebnisabstimmung

Erwartete Ergebnisse
Vor dem Hintergrund anfänglicher Recherchearbeiten zu den Arbeitsfeldern und Experten für die Gesundheitsversorgung älterer Menschen, ermöglicht diese Studie einen Überblick aller verantwortlichen Experten innerhalb Bremens hierfür.

Darüber hinaus deckt die Delphi-Studie systematisch aktuelle Problemlagen auf wirtschaftlicher, medizinischer und psychosozialer Ebene auf. Neben der Identifizierung der Problemfelder werden Grundlagen für Lösungsvorschläge wissenschaftlich erarbeitet und fachlich konsentiert. Dabei werden künftig zu erwartende Trends abgebildet. Konkrete Handlungsempfehlungen um positive Trends zu unterstützen und negativen Trends entgegenzuwirken werden formuliert und bieten einen Ansatzpunkt der Verbesserung der Gesundheitsversorgung älterer Menschen in Bremen. Damit wird ein Meilenstein in Richtung demographiefeste Kommune errichtet.

Um die Entwicklung des Trends abzuzeichnen ist eine wiederholte Durchführung dieser Delphi-Studie in regelmäßigen Abständen denkbar. Eine Fortschreitung dieser Studie beispielsweise im zweijährigen Turnus eröffnet Möglichkeiten im Sinne der Gesundheitsberichterstattung. Fragen danach, womit das Land Bremen in Zukunft zu rechnen hat und nach der Entwicklung und Umsetzung von Lösungsansätzen lassen sich damit abzeichnen.


Weitere Informationen

Vortrag / Poster

Görres, S., 2015: Gesundheitliche Versorgung älterer Menschen in Bremen – Potenziale für die Zukunft, Gut behandelt in Bremen. Fachtag zur gesundheitlichen Versorgung im Alter, Freie Hansestadt Bremen, Bremen, Deutschland, Link (Stand: 24.03.2015)



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