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Literaturen und Medien der Religionen

Pope and Media

Forschungsprofil

Es ist in der Öffentlichkeit und Wissenschaft unumstritten, dass unser gegenwärtiges Leben zunehmend von Medien geprägt wird. So sind auch religiöse Diskurse eng mit Medien verbunden: Moderne (Massen-)Medien wie Film, Fernsehen, Radio, Internet und Virtuelle Welten prägen die religiöse Landschaft und besitzen Einfluss auf die Identitätsbildung religiöser Akteure. Zunehmend nutzen diese Akteure Medien auch selbst zur (Re-)Präsentation und Aushandlung ihrer religiösen Identität, beispielsweise auf Weblogs, in Social Networks oder speziellen Programmformaten wie z.B. religiösen Spartensendern. Immer stärker werden Medien auch von religiösen institutionell sowie nicht-institutionell organisierten Gruppierungen eingesetzt, um Inhalte in eine breite Öffentlichkeit zu transportieren. Daher spiegeln Medien einerseits kulturelle und gesellschaftliche Konstruktionsprozesse sowie deren Veränderungen wider, andererseits formen, verändern oder schaffen sie diese Konstruktionen auch selbst.

In verschiedenen Forschungsprojekten untersucht der Arbeitsbereich den Zusammenhang von Medien und Religionen und deren Wandel. Die Forschung umfasst dabei zwei unterschiedliche Untersuchungsgegenstände und methodische Herangehensweisen:

1. Analyse des Mediendiskurses

Akteure bzw. Gruppen präsentieren, diskutieren und organisieren ihre religiösen Vorstellungen mittels diverser Medien (Buch, Bilder, Video, WWW usw.), die unterschiedliche Untersuchungsgegenstände bilden und deren Analyse unterschiedliche Methoden wie die Literaturanalyse, Filmanalyse usw. erfordern. Der Blickwinkel des Arbeitsgebiets ist dabei gleichzeitig synchron und diachron: es werden sowohl gegenwärtige Formen mediatisierter Religion in Film, Fernsehen, Radio, Internet und Virtuellen Welten untersucht, als auch historische Rezeptionsprozesse figuraler, motivischer und argumentativer Topoi. Gegenstand der Forschung sind dabei Printmedien ebenso wie auditive, audiovisuelle, sowie multimediale und interaktive Medien.

2. Sozial-empirische Untersuchung religiöser Akteure in ihren mediatisierten Lebenswelten

Im Gegensatz zu bisherigen Forschungsansätzen werden als Ursache von Veränderungsprozessen nicht länger Medien allein gesehen, sondern eher das Zusammenspiel verschiedener sozio-kultureller Prozesse, zu denen Mediatisierungsprozesse in Beziehung gesetzt werden müssen. Aus diesem Grund wird methodisch nicht mehr ein bestimmtes Medium wie beispielsweise das Fernsehen oder das Internet als Untersuchungsgegenstand in den Fokus der Analyse gestellt, sondern die einzelnen Akteure in ihren jeweiligen mediatisierten Welten.  Hierzu werden empirische Forschungsprojekte durchgeführt sowie ein ständiger inner- und interdisziplinärer Austausch gepflegt. So ist der Arbeitsbereich an das Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) Bremen angebunden und verantwortlich für das Lab „Medien und Religion“. Der Bereich ist zudem an der Forschergruppe „Kommunikative Figurationen mediatisierter Welten“ beteiligt, die 2011 vom Akademischen Senat der Bremer Universität als Profilverbund anerkannt wurde und eine gemeinsame Initiative der Universitäten Bremen (ZeMKI) und Hamburg (dem Research Center for Media and Communication (RCMC) und dem HBI, dem Hans-Bredow-Institut für Medienforschung) darstellt.

ZeMKI-Lab

Media and Religion

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You-Tube-Icon

Video-Vorstellung

Prof. Dr. Kerstin Radde-Antweiler

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gamevironments

Dieses peer-reviewte Online-Journal, zielt darauf ab, eine Plattform für wissenschaftliche Diskussionen über Videospiele zu schaffen und zu fördern. Ziel ist es, sowohl etablierte Ansätze als auch neue Grenzen der Erforschung von Videospielen in Kultur, Religion und Gesellschaft zu erkunden.


ISSN 2364-382X

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Forschungsprojekte

alte PC Ausstatung, kirchlicher Raum

Religiöse Minoritäten und Medien

Dr. Łukasz Fajfer, Prof. Dr. Kerstin Radde-Antweiler

Kleinere christliche Gemeinden überdenken in Zeiten zunehmender Mediatisierung ihre Selbstbetrachtung in identitätsstiftenden Diskursen. Sie stellen sich Fragen wie "Wer sind wir?", "Welche Rolle spielen wir in der Gesellschaft?" Medien spielen bei der Beantwortung solcher Fragen eine große Rolle.

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Laptop, auf Tisch, darüber Kreuz, rechts Ikone, links Kerze

Prozesse medialer Identitätskonstruktionen im Orthodoxen Christentum

Dr. Łukasz Fajfer

In dem Projekt werden drei Christlich-Orthodoxe Minderheitskirchen untersucht. Es gilt im Projekt ihre digitalen und gedruckten Medien zu untersuchen und zwar mit Hinblick auf die Frage: Welche Identitätsmerkmale werden in kirchlichen Medien konstruiert?

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Betende Feiernde Menge
John Price / Unsplash

Positionierungen und Autorität in der Charismatischen Erneuerung

Hannah Grünenthal

Die katholische Kirche in Deutschland ist, entgegen gängiger Klischees, keine homogene Einheit, sondern besteht aus vielen größeren und kleineren Gruppierungen mit unterschiedlichen Themen, Schwerpunkten und Interessen. Wie positionieren sich kleine Gruppierungne in der Kirche? Welche Rolle spielen dabei die Medien?

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Videospiler vor Bildschirmen in einem e-Sports setting, Kopfhörer, grüne Beleuchtung, unscharfe Bildschirme, vermutlich DOTA
Alex Haney / Unsplash

Forschungsfeld Esports – zwischen Konstruktionen des Nationalen und Prozessen der Wertezuschreibung

Dr. Dr. Lisa Kienzl

Dr. Dr. Lisa Kienzl erforscht die Konstruktionen des Nationalen, die Funktion von Macht- und Geschlechterhierarchien sowie die Rolle von Religion und Wertesystemen in Bezug auf Identitätskonstruktionen im Feld von Esports.

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Videoaufnahme in Bibliothek

GOD – reliGion gOes viDeo

Dr. Dr. Lisa Kienzl, Prof. Dr. Kerstin Radde-Antweiler

Ziel des Projektes ist es, zusammen mit Studierenden im Rahmen von Lehrveranstaltungen differenzierte Sachverhalte visuell und verständlich in Video-Clips aufzubereiten. Studierende sollen dabei lernen, Erklärvideos über ausgewählte religiöse Traditionen o.Ä. zu erstellen, die dann wiederum in anderen Lehrveranstaltungen sowie im Schulunterricht als Lehrmaterial benutzt werden können.

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"Mapping Religionsiwssenschaft, vernetzen, vertiefen, sichtbar machen" dazu eine runde Karte mit Höhenlinien

Mapping Religionswissenschaft

Dr. Dr. Lisa Kienzl, Bodil Stelter

Durch eine Zusammenarbeit des wissenschaftlichen Nachwuchses der Universitäten Bonn, Bremen & München entstanden, gab das Projekt „Mapping Religionswissenschaft“ den Anstoß für eine inhaltliche Kartierung der deutschsprachigen Religionswissenschaft. Dabei verband es Maßnahmen zur öffentlichkeitswirksamen Darstellung des Faches mit digitalen Workshop-Formaten und Videoclips mit zentralen Fachvertreter*innen.

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Local visitor at the India Gaming Show South 2018, Bengaluru / India.

Videospielentwicklung in Asien. Kulturelles Erbe und nationale Identität

Prof. Dr. Kerstin Radde-Antweiler et al.

Die Rolle der Medien für den Aufbau des kulturellen Erbes und der nationalen Identitäten ist weit anerkannt und teilweise bereits erforscht. Allerdings ist die Forschung bislang weitgehend auf Massenmedien oder soziale Medien beschränkt. Die Rolle der Videospiele, obwohl eines der einflussreichsten Mediengenres vor allem für die jüngere Generation und ein wichtiger Faktor in der sozialen und kulturellen Bildung.

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Frau mit Maske vor Laptop, dunkle Gesamtumgebung. Einzige Lichtquelle Bildschirm

Value formations in a video-game-franchise.

Bodil Stelter

Die Werteaushandlungspraktiken (value-formations) der Akteure sind die zentralen Untersuchungsgegenstände dieses Projekts. Untersucht wird, wie im Umfeld eines franchise in mehreren aufeinander- und spielbezogenen Kontexten (gamevironments) Aushandlungen von Werten stattfinden.

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