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Feedback geben und annehmen

Vom angemessenen Umgang mit Feedback in Ihrer Lehrveranstaltung können alle am Lehr-Lern-Prozess beteiligten Personen vielfältig profitieren.

Funktionen von Feedback

Durch Feedback zeigen Sie, wie Sie eine bestimmte Leistung, eine Äußerung etc. Ihres Gegenübers verstehen oder bewerten. Sie können so richtige Antworten verstärken, den Studierenden Hilfe bei der Korrektur von Fehlern geben und die Motivation der Studierenden erhöhen. Wichtig für ein fruchtbares Feedback ist es, die kritischen Punkte in positive Aspekte einzubetten und eine möglichst wertschätzende Formulierung zu wählen: „X hat mir gut gefallen und Y wünsche ich mir (und Z war ebenfalls gut)“. So ist es für die Studierenden leichter, Feedback anzunehmen. Ein sachkundiges und wohlmeinendes Feedback erhöht zudem Ihre Glaubwürdigkeit und schafft Vertrauen zwischen Ihnen und dem Feedbacknehmer.

Als Lehrender können Sie Feedback auf zwei Wegen für sich nutzen (Ulrich 2016): Zum einen können Sie durch Feedback während der laufenden Lehrveranstaltung überprüfen, auf welchem Lernstand sich Ihre Studierenden befinden. Sollten Sie auf diese Weise merken, dass die Studierenden (noch) nicht in der Lage sind, die von Ihnen angestrebten Lernergebnisse zu erzielen, haben Sie bis zum Ende der Lehrveranstaltung Gelegenheit, sie angemessen dahingehend zu unterstützen. Zum anderen können Sie den Rückmeldungen der Studierenden entnehmen, wie zufrieden diese mit Ihnen, ihrer Lehre, Ihren Lehrmethoden und Ihren ausgewählten Inhalten sind.

Kompass

Feedback als Mittel der Lernstanderhebung

Sie unterstützen den Lernprozess Ihrer Studierenden, wenn Sie ihnen während des Semesters Rückmeldungen über deren Lernstand geben. Für dieses Feedback können Sie technische Systeme nutzen. Mit Hilfe von sogenannten  Audience Response Systemen (auch Classroom Response System ) können Sie während der Veranstaltung den Studierenden Fragen stellen, die dem von Ihnen erwarteten Lernstand entsprechen. Das Ergebnis der Antworten wird unmittelbar ausgewertet und grafisch dargestellt. Neben dem geschlossenen System Clicker gibt es auch die Onlinetools  ARSnovaund das Stud.IP-PlugIn  Cliqr.

Tipp: Probieren Sie doch einmal das Tool  DoIT! von Stud.IP aus! Sie können mit DoIT! den Studierenden veranstaltungsbegleitende Fragen stellen und ein Feedback auf die Antworten geben. So können Sie und die Studierenden das erreichte Lernniveau überprüfen.

Zwei Figuren geben sich Feedback

Feedback als Mittel der Reflexion

Das Feedback Ihrer Studierenden kann zur Nachhaltigkeit Ihrer Lehrveranstaltung beitragen. Studierende der nächsten Kohorte können vom Feedback Ihrer aktuellen Studierenden zu der Gestaltung Ihrer Lehrveranstaltung profitieren. Sehen Sie Feedback als Werkzeug zur Steigerung der Qualität Ihrer Lehrveranstaltung. In Phase 4 (Auswertung von Lehrveranstaltungen) erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Ihre Veranstaltung erfolgreich evaluieren, reflektieren und optimieren können.

Praxistipps

Do's und Don'ts in Feedbacksituationen

Do's

  • Verwenden Sie beschreibende Worte.
  • Beziehen Sie sich mit Ihrem Gesagten auf das Verhalten Ihres Gegenübers.
  • Versichern Sie sich, ob Ihr Gegenüber ein Feedback hören möchte.
  • Versuchen Sie Ihr Feedback immer sofort zu geben.
  • Formulieren Sie klare, pointierte Sätze.
  • Beginnen und enden Sie Ihr Feedback mit einer positiven Aussage.
  • Zeigen Sie ggf. Lösungsmöglichkeiten für ein von Ihnen benanntes Problem auf.

Don'ts

  • Verzichten Sie auf subjektive Bewertungen und Interpretationen.
  • Vermeiden Sie Verallgemeinerungen wie „immer“, „nie“ oder „alle“.
  • Zwingen Sie Ihr Feedback niemanden auf.
  • Versuchen Sie nicht verzögert und rekonstruierend Feedback zu geben.
  • Vermeiden Sie schwammige und vage Äußerungen.
  • Vermeiden Sie ausschließlich negative Kritik.
  • Zählen Sie nicht nur vorhandene Probleme auf.

Die Liste (angelehnt an Fengler 2009) mit den Do’s und Don’ts in Feedbacksituationen steht Ihnen hier auch zum Herunterladen zur Verfügung.

Feedback nach Präsentationen

In Seminaren kommt es häufig vor, dass Studierende egal ob in Einzel- oder Gruppenarbeit einen Vortrag oder eine Präsentation halten. Anschließend ein Feedback zu geben, fällt leichter, wenn man sich an bestimmten Kriterien orientieren kann. Die hier zum Download zur Verfügung stehende Bewertungsskala für eine Präsentation können Sie auch für ein umfangreiches Feedback nutzen.

Quellen, Downloads und Autorinnen

Quellen

Ulrich, I. (2016). Gute Lehre in der Hochschule: Praxistipps zur Planung und Gestaltung von Lehrveranstaltungen. Wiesbaden: Springer.

Fengler, J. (2009). Feedback geben: Strategien und Übungen. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.

Autorinnen

Sunita Mandon, Maren Praß, Annette Weber