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Nach den Kriegen - Was Europa vom Balkan lernen kann

Vor mehr als dreißig Jahren brach das multiethnische und -multireligiöse Jugoslawien zusammen. Dies löste eine Reihe von Nachfolgekriegen aus, die bis heute nachwirken. Für Europa war das Ereignis einschneidend: Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg erschütterten militärische Gewalt und Massenverbrechen wieder den Kontinent; die Friedensdiplomatie versagte. Srebrenica, wo serbische Streitkräfte im Sommer 1995 mehr als 7000 Männer systematisch ermordeten, wurde zu einer Chiffre für die Folgen von Uneinigkeit und Handlungsunfähigkeit der internationalen Staatengemeinschaft. Die Region entwickelte sich aber auch zum Testfeld für eine Reihe von Neuerungen in der internationalen Konfliktbearbeitung, nicht zuletzt der internationalen Strafgerichtsbarkeit. 1995 konnte mit dem Dayton-Abkommen eine Friedensregelung für den Balkan erreicht werden. In ihrem Vortrag widmet sich Prof. Marie Janine-Calic der Frage, welche Lehren Europa aus seinen vielfältigen Erfahrungen im ehemaligen Jugoslawien für die Bearbeitung von Krisen in anderen Regionen und Kontexten gezogen hat. Wie erfolgreich ist zudem die Friedenskonsolidierung auf dem Westbalken? Und welche Folgen für die Region ergeben sich aus dem Ukraine-Krieg von 2022? Drohen gar neue Gewaltkonflikte?

Aktualisiert von: Roy Karadag