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Studieninteressierte (BA/MA)

Das Fach Philosophie umfasst viele sehr unterschiedliche Teilgebiete, divergierende historische und systematische Perspektiven und ist durch eine Vielfalt häufig schwer vereinbarer Stile und Schulen gekennzeichnet. Ebenso vielfältig sind die Erwartungen, die die Gesellschaft gegenüber der Philosophie formuliert, und die Rollen, die Philosophinnen und Philosophen im gegenwärtigen intellektuellen Leben spielen.

Die Philosophie in Bremen favorisiert dementsprechend nicht eine bestimmte Schule, sondern fördert den Dialog zwischen all jenen Auffassungen, die sich der Philosophie als analytisch–kritischem Unternehmen verpflichtet fühlen. Gemeinsames Ziel ist, die eigenen Möglichkeiten der Philosophie auf der Grundlage ihrer Geschichte und spezifischer philosophischer Fragestellungen insbesondere in Zusammenarbeit und in Auseinandersetzung mit verschiedenen Einzelwissenschaften zur Entfaltung zu bringen.

Durch diese Ausrichtung wird auch ein besonderer Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen geleistet. Die spezifisch analytischen Kompetenzen der Philosophinnen und Philosophen sind heute überall dort gefragt, wo vermeintlich selbstverständliche Orientierungen im Denken und Handeln fragwürdig werden und ein gesellschaftlicher Klärungsbedarf in Hinblick auf normative Fragen entstanden ist, wo es also darum geht, komplexe Problemlagen zu strukturieren und disziplinübergreifend zu denken.

Wer beabsichtigt, bei uns in Bremen Philosophie zu studieren, kann sich im Hauptmenü unter Profil, Forschung und Personen über die Schwerpunkte des Instituts für Philosophie informieren. Unter dem Menüpunkt Formblätter, Hinweise und Lehrveranstaltungen finden Sie Informationen zu den Lehrveranstaltungen und Angaben zum Studienverlauf.

Im Studienzentrum des FB9 oder der zentralen Studienberatung können Sie sich schon vor Beginn des Studiums beraten lassen. Bitte scheuen Sie sich auch nicht, schon im Vorfeld, Kontakt mit den Lehrenden aufzunehmen, oder uns im Institut und bei den Lehrveranstaltungen zu besuchen. Eine Gelegenheit dazu bietet der jährlich stattfindende Informationstag für Studieninteressierte.

Philosophieren heißt, scheinbar Selbstverständliches kritisch zu beleuchten. Wohl aus diesem Grunde werden Philosoph*innen oft als jene Akademiker*innen betrachtet, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, typische Kinderfragen zu stellen und sie gemäß wissenschaftlicher Standards zu bearbeiten: Was ist eigentlich Gerechtigkeit? Warum überhaupt moralisch sein? Was unterscheidet Glauben von Wissen? Wie kommt sprachliche Bedeutung zustande? Was sind die Charakteristika einer wissenschaftlichen Theorie? Philosophische Fragen sind häufig von einer Grundsätzlichkeit, für die in anderen Wissenschaften kein Raum ist. Sie können weder allein durch formale Methoden (“Ausrechnen“) noch allein durch empirische Überprüfung („Experimente“) entschieden werden. Zentrale Methode der Philosophie ist die kritische, genaue Prüfung von Begriffen und Argumenten. Die Überzeugungskraft von philosophischen Texten und Stellungnahmen zu einem Problem muss sich in der rationalen Argumentation zeigen. Im Studium geht es daher nicht um private Meinungen, unhinterfragte Glaubensüberzeugungen oder die Berufung auf Autoritäten, sondern stets um die Prüfung der Schlüssigkeit von Argumenten, der Adäquatheit ihrer Voraussetzungen und der Konsistenz der aus ihnen entwickelten Theorien. Im Studiengang Bachelor Philosophie wird, neben der Vermittlung wichtiger Grundlagen in Vorlesungen, besonderer Wert auf selbständiges Arbeiten in Seminaren gelegt, um das Qualifikationsziel des Studiengangs, die eigenständige schriftliche und mündliche Diskussion philosophischer Probleme, im vorgesehenen Zeitraum zu erreichen. Eine Besonderheit des B.A. Philosophie an der Universität Bremen ist dabei die intensive Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen, sowohl in der praktischen Philosophie (z.B. mit Rechtswissenschaft, Sozial- und Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaften) als auch in der theoretischen Philosophie (Physik, Biologie) sowie mit der Musikwissenschaft. Hieraus ergeben sich für B.A. Studierende interessante Spezialisierungsmöglichkeiten.

Studienvoraussetzungen und Zulassungsbeschränkung

Formale Voraussetzung ist ein Zeugnis über die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife (z.B. Abitur). Zugangswege für beruflich Qualifizierte (Stichwort "Studium ohne Abitur") sind im Internet beschrieben unter www.uni-bremen.de/StudierenohneAbi. Philosophie ist ein zulassungsfreies Studienfach. Es gibt genügend Studienplätze – wer fristgerecht einen Antrag einreicht, erhält auf jeden Fall einen Studienplatz. Philosophie muss mit einem weiteren Fach im Zwei-Fach-Bachelor kombiniert werden. Bei der Studienplatzvergabe beim Bachelor mit mehreren Fächern muss jedoch beachtet werden, dass für jedes Fach ein Auswahlverfahren durchgeführt wird. Ein Studienplatz für den Bachelor mit mehreren Fächern wird nur dann angeboten, wenn bei jedem Fach ein Zulassungsangebot vorliegt. Kein Angebot oder eine Ablehnung in einem Fach führt zur Ablehnung des gesamten Studienwunsches, eine Einschreibung in einen Teilstudiengang ist nicht möglich.

Erwartete Interessen und Fähigkeiten

An der Universität wird Philosophie in einem wissenschaftlichen Umfeld betrieben, das die Aneignung wissenschaftsspezifischer Kenntnisse und Methoden erfordert. Wichtig ist ein grundsätzliches Interesse an philosophischen Fragen und am wissenschaftlichen Arbeiten. Unabdingbar ist die Bereitschaft zur Lektüre und Analyse auch schwieriger Texte. Natürlich gehört auch Lust am Argumentieren dazu, gekoppelt mit der Bereitschaft, sich vom besseren Argument überzeugen zu lassen. Zum wissenschaftlichen Alltag gehört es, wissenschaftliche Texte und Vorträge auch in anderen Sprachen (insbesondere in Englisch) zu rezipieren. Wünschenswert ist darüber hinaus ein Verständnis für logisch-mathematische Zusammenhänge.

In der Informationsbroschüre finden Sie weitere Ausführungen zum Aufbau des Studiums und den Inhalten der Module. Besuchen Sie für weitere Informationen auch die Seite zur Lehre in der Theoretischen Philosophie.

Hier finden Sie aktuelle Lehrveranstaltungen.

Die philosophische Auseinandersetzung mit Fragen, die aus anderen Wissenschaften oder aus der Gesellschaft kommen, bildet den Schwerpunkt der Philosophie in Bremen. Angemessene Antworten auf solche Fragen erfordern ein die Disziplinen übergreifendes Denken. Die aus der philosophischen Tradition überlieferten Denkmodelle sowie die in der neueren Zeit erarbeiteten analytischen Methoden tragen zu einem interdisziplinären Verständnis dieser Fragen bei. In diesem Sinne wurde in Bremen die bundesweit erste Professur für Angewandte Philosophie eingerichtet. Der Masterstudiengang führt diese Ausrichtung weiter fort, indem er die in Bremen vertretenen Spezialisierungen in Forschung und Lehre miteinander verknüpft: Naturphilosophie und Philosophie der Naturwissenschaften im Bereich der Theoretischen Philosophie, Politische Philosophie, Rechtsphilosophie und „Angewandte Ethik“ (Medizinethik, Tierethik u.a.) im Bereich der Praktischen Philosophie sowie Themenbereiche, in denen sich relevante Frage­stel­lun­gen der Theoretischen und Praktischen Philosophie überschneiden: Musik- und Filmphilo­sophie, Anthropologie, Handlungstheorie.

Neben der thematischen Bandbreite der Angewandten Philosophie ist uns ihr methodischer Charakter wichtig. „Anwendung“ hat zwei Aspekte: Sie betrifft zum einen die Quelle ihrer Inhalte – es handelt sich um Fragen, die „von außen“ kommen; zum anderen ihre Methoden – die Angewandte Philosophie entwickelt auch eigene Methoden und ist aber zugleich eng mit der Philosophie als Grundlagenforschung verbunden. Die Philosophie nimmt Fragen aus Wissenschaft und Lebenswelt auf, indem sie sie im Lichte relevanter philosophischer Problemgehalte identifiziert und kritisch reflektiert. Ausgehend von Themenstellungen und Denkwegen der Angewandten Philosophie wird ersichtlich, wie sich abstrakte und grundsätzliche Fragestellungen aus konkret erscheinenden Ausgangs­problemen ergeben können. Umgekehrt ist auch die Rückbindung und „Rückübersetzung“ philosophischer Abstraktionen in lebensweltliche und wissenschaftliche Kontexte wichtig.

Im Idealfall hat die Angewandte Philosophie somit auch das Potential, das Verständnis für die philosophische Tätigkeit insgesamt zu vertiefen. Sofern Philosophie nach Voraussetzungen und Bedeu­tungen fragt, kann die angewandte Philosophie in der Tradition des sokratischen Fragens als eine spezifische Erschließungs- und Explikationsmethode aufgefasst werden, die dabei auch die Geltung von (wirklichen oder vermeinten) Selbstverständlichkeiten befragt. Dementspre­chend sollen im Masterstudium an verschiedenen konkreten Anwendungsfällen allgemeine Kompetenzen erworben werden. Besonderes Augenmerk wird auf folgende Fragen gerichtet:

Wie geht man mit gegensätzlichen Zielvorstellungen und widersprüchlichen Ansprüchen um? Wie hilfreich sind dabei Begriffsklärungen und operationalisierbare Kriterien? Inwiefern können sie bspw. helfen, weltanschauliche Konflikte in hermeneutische Konflikte der Situationsbeschreibung umzuwandeln? Wie kann man mit echter Pluralität umgehen? Wie kommt man zu neuen theoretischen Alternativen und praktischen Lösungen? Welche Rolle können Experten in Situationen der Unsicherheit spielen?

Für wen ist der Masterstudiengang "Angewandte Philosophie" interessant?

Der M.A. richtet sich an alle Studierenden der Philosophie sowie an Studierende von Fächern wie Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Soziologie, Biologie, Physik, Informatik, Kulturwissenschaften u.v.a., die aus diesen Fachkompetenzen heraus philosophisch klärungsbedürftige Problemlagen erkannt haben und in einem forschungs- und anwendungsbezogenen philosophischen Masterstudiengang die Befähigung zu deren Analyse und Bearbeitung erwerben möchten. Unerlässlich ist hierfür die Bereitschaft und Fähigkeit zur Erarbeitung schwieriger Texte und Problemkonstellationen.

Das Studium kann im Sommer- und im Wintersemester begonnen werden. Bewerbungen sind willkommen und können jeweils zum Sommersemester bis 15. Januar und zum Wintersemester bis 15. Juli an das  Online-Masterportal der Universität Bremen gerichtet werden.

In der Informationsbroschüre finden Sie nähere Erläuterungen zu Inhalten und Aufbau des Studiengang, sowie zu Modulen und Aufnahmebedingungen. Besuchen Sie für weitere Informationen auch die Seite zur Lehre in der Theoretischen Philosophie.

Die aktuellen Lehrveranstaltungen finden Sie hier.

Im Masterstudiengang „Komplexes Entscheiden (Professional Public Decision Making)“ ist fachübergreifend Expertenwissen konzentriert, um künftigen Nachwuchsführungskräften umfassendes Wissen für die Bewältigung von komplexen Entscheidungslagen im öffentlichen Raum zu vermitteln sowie hierzu allgemeine Schlüsselqualifikationen zu fördern. Der Masterstudiengang vermittelt aufgrund der inhaltlichen und methodischen Vielschichtigkeit von Entscheidungen im öffentlichen Raum philosophische, ökonomische, politik-wissenschaftliche und rechtswissenschaftliche Kompetenzen, um Problemanalysen, Lösungskonzepte und Umsetzungsansätze erarbeiten zu können. Neben der Theorievermittlung steht deren praxisorientierte Anwendung in Übungen im Mittelpunkt des Studiums. Leitidee des Masterstudiengangs ist die Förderung fachspezifischer und fä-cherübergreifender Fähigkeiten sowie allgemeiner Schlüsselqualifikationen wie analytische Fertigkeiten, methodologische Reflexion und kommunikative Kompetenzen innerhalb eines Horizontes der gesellschaftlichen Verantwortung.

Besonderheiten des Studiengangs

  • Bündelung fachübergreifenden Expertenwissens
  • Starker Fokus auf interdisziplinäre Methoden und Problemlösungsansätze
  • Förderung allgemeiner Schlüsselqualifikationen
  • Hoher Praxisbezug und Berufsfeldorientierung
  • Verbindung zu verschiedenen Forschungsprojekten

Nähere Erläuterungen zu Inhalten und Zulassungsvoraussetzungen finden Sie in der Informationsbroschüre.

Hier geht es zur Website des Masters Komplexes Entscheiden.

Seniorenstudium

Bildung belebt - in jedem Alter. In jedem Semester haben Sie die Möglichkeit, im Rahmen des Seniorenstudiums ausgewählte Lehrveranstaltungen der Philosophie zu besuchen.

Hier finden Sie nähere Informationen zum Seniorenstudium.

Gasthörer*innen

Sie möchten einzelne Lehrveranstaltungen besuchen, ohne gleich ein ganzes Studium zu absolvieren und Prüfungen abzulegen? Dann kommen Sie doch als Gasthörerin oder Gasthörer an die Universität! Dabei ist es gleich, ob Sie sich aus beruflichen oder privaten Gründen für ein Thema interessieren.

Hier finden Sie die nötigen Informationen.

Die Datenbank Studium ist eine umfassende Plattform für Studieninteressierte, die sich über die Studienmöglichkeiten an der Universität Bremen informieren wollen. Hier finden Sie alle angebotenen Studiengänge, Sie erhalten einen Einblick ins Studium, es wird erläutert, was in einem Studiengang wichtig ist und sie erfahren, wie Sie zu weiteren Information gelangen. Außerdem hilft Ihnen die Datenbank Studium eigene Interessengebiete und Themen zu finden, um so die Entscheidung für einen Studiengang zu erleichtern.

Kontakt

Geschäftsführende Direktorin

Prof. Dr. Dagmar Borchers


Sekretariat

Frau Elke Mindermann
Telefon: +49 (0)421 218 67800
E-Mail: philosek[at]uni-bremen.de


Postadresse

Universität Bremen
Institut für Philosophie

FB 9 Kulturwissenschaften
Postfach 330 440
Enrique-Schmidt-Str. 7

Seminar- und Forschungs-
verfügungsgebäude
(SFG) 4. Ebene
28359 Bremen

Video-Vorstellung des Instituts für Philosophie zur O-Woche
Aktualisiert von: J Ludwig