Master Angewandte Philosophie

Ein Bücherregal mit Büchern

Der Master

Was ist zu tun? Im deutschlandweit einzigartigen Master „Angewandte Philosophie“ arbeiten wir mit philosophischen Mitteln an einem grundlegenden Verständnis der Welt und entwickeln gleichzeitig Werkzeuge für deren Veränderung. Die entscheidenden Fragen kommen aus der Gesellschaft und lassen sich nur gemeinsam mit anderen Wissenschaften beantworten: 

  • Welche Strukturen und Ideen liegen unserem gesellschaftlichen Zusammenleben zugrunde? 
  • Welche Konfliktlinien gibt es und wie kann man sie begrifflich erfassen? 
  • Wie könnten Wege aus den vielen Krisen des demokratischen Kapitalismus aussehen? 
  • Wann ist Widerstand gegen ungerechte Verhältnisse gerechtfertigt? 
  • Was schulden wir denen, die nach uns kommen? 
  • Wie können wir komplizierte oder neue Bereiche unseres Lebens wie das Digitale, die Medizin oder die Raumfahrt navigieren? 
  • Welche Dilemmata gibt es dabei? Und wie können wir damit umgehen? 

In Bremen hat Philosophie den Anspruch, die Verhältnisse zur Diskussion zu stellen. Der Master verbindet politische Philosophie, Sozialphilosophie, Ethik, Erkenntnistheorie, Naturphilosophie und Wissenschaftstheorie in einem gemeinsamen Projekt der angewandten Philosophie. Anwendung versteht sich hierbei nicht als Vereinfachung oder Dienstleistung. Sondern es geht um Philosophie, die für das Verständnis von Wissenschaft und Gesellschaft einen Unterschied macht.


Das Institut

Das Institut für Philosophie gliedert sich in drei Arbeitsgebieten. Diese steuern alle jeweils Themen zum Master Angewandte Philosophie bei:

AG Angewandte Philosophie
Die Arbeitsgruppe der Angewandten Philospohie (mit Prof. Dagmar Borchers)

AG Angewandte Philosophie

  • Individuum und Gesellschaft
  • Moraltheorien (insbesondere Tugendethik)
  • Tierethik
  • Medizin- und Bioethik
  • Digitalethik
  • Philosophie und Ethik der Künstlichen Intelligenz
  • Feministische Philosophie und Ethik
  • Entscheidungsforschung
Prof. Gabriel Wollner

AG Praktische Philosophie

  • Aktuelle Relevanz von Marx
  • Mensch und Natur
Die Arbeitsgruppe der Theoretischen Philosophie (mit Prof. Norman Sieroka)

AG Theoretische Philosophie

  • Philosophie der Zeit
  • Philosophie des Hörens
  • Standards
  • Nichtwissen und Nichtwissenszuschreibungen
  • Philosophie des Tanzens
  • Leben auf dem Mars

Die Module

Im Master Angewandte Philosophie sind folgende sieben Module zu absolvieren. Für mehr Details, siehe auch das offizielle Modulverzeichnis.

Das Modul besteht aus einer Veranstaltung mit Überblickscharakter sowie zwei Veranstaltungen, welche sich fortgeschrittenen und/oder speziellen Problemen aus der Theoretischen Philosophie widmen. Inhaltlich können Themen aus allen Bereichen der Theoretischen Philosophie (Erkenntnistheorie, Metaphysik, Philosophie des Geistes, Sprachphilosophie, Naturphilosophie etc.) vorkommen. Eine Schwerpunktsetzung ist je nach Angebot und Interessen möglich. Im Kontext der Auseinandersetzung mit aktuellen Forschungsdebatten werden auch ihre Grundbegriffe und theoretischen Grundlagen reflektiert. Es werden insbesondere Positionen der Theoretischen Philosophie behandelt, die von besonderer Relevanz für die in den Master-Modulen 3, 4 und 6 thematisierten Inhalte sind.

Modulanforderungen:

  • Drei Lehrveranstaltungen mit aktiver Teilnahme
  • Eine Hausarbeit oder mündliche Prüfung

Beispiele für Lehrveranstaltungen aus den letzten Jahren:

  • Prozessphilosophie
  • Philosophy and Ethics of AI
  • Erkenntnisse in der physikalischen, digitalen und formalen Welt
  • Philosophie der Zeit

In den Lehrveranstaltungen werden Disziplinen und Debatten der Praktischen Philosophie behandelt, die von besonderer Relevanz für die in den Modulen 3, 4 und 6 thematisierten Inhalte sind. Im Kontext der Auseinandersetzung mit aktuellen Forschungsdebatten werden auch theoretische Grundlagen der Praktischen Philosophie reflektiert und vertieft, wobei das Spektrum von Grundbegriffen wie Handlung, Freiheit, Moral, Recht, Gerechtigkeit, Verantwortung bis hin zu Kontroversen über neuere Theoriekonzepte aus der Politischen Theorie und Sozialphilosophie. Wiederkehrend wird in diesem Modul das “Forschungsseminar Praktische Philosophie” angeboten - ein Kolloquiumsformat mit Vorträgen von nationalen und internationalen Gästen aus der philosophischen Forschung.

Modulanforderungen:

  • Drei Lehrveranstaltungen mit aktiver Teilnahme
  • Eine Hausarbeit

Beispiele für Lehrveranstaltungen aus den letzten Jahren:

  • Philosophy and Public Policy
  • Marx'sche Wertkritik
  • Gerechter Krieg, gerechter Friede
  • Gesellschaftliches Naturverhältnis – Sozialphilosophische Perspektiven

In den Lehrveranstaltungen werden ausgewählte philosophische Probleme der Einzelwissenschaften exemplarisch behandelt sowie vertiefte Kenntnisse der Wissenschaftstheorie- bzw. Wissenschaftsphilosophie vermittelt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Anwendung. Typische Themen der inhaltlichen Auseinandersetzung wären bspw.: das Abgrenzungsproblem Wissenschaft - Alltagserkenntnis - Pseudowissenschaft; die Rolle der Zeit in Physik und Musik; naturwissenschaftliche Weltbilder; Metaphysik und Werte in den Wissenschaften; Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Methoden und Erkenntnistrategien verschiedener Einzelwissenschaften.

Modulanforderungen:

  • Drei Lehrveranstaltungen mit aktiver Teilnahme
  • Eine Hausarbeit oder mündliche Prüfung
  • Eine Sitzungsgestaltung

Beispiele für Lehrveranstaltungen aus den letzten Jahren:

  • Anfänge philosophisch-wissenschaftlichen Fragens
  • Philosophy of the Social Sciences
  • Standards
  • Philosophy of Cosmology, Space and Space Travel

In den Lehrveranstaltungen werden Fragen, die die Gesellschaft an die Philosophie heranträgt diskutiert, allerdings nicht nur als Abwägung und kritische Evaluation von Argumenten, sondern auch als Analyse der Präsuppositionen solcher Problemlagen, die in ihrer Vernünftigkeit oder Unvernünftigkeit erst zu verstehen und beurteilen sind und daher nicht einfach als Prämissen oder Annahmen deduktiver Argumente gesetzt werden können. Dabei werden kosmologische, anthropologische, wissenschaftstheoretische etc. Hintergrundüberzeugungen in ihrer Weltbild- und Orientierungsfunktion an exemplarischen Fällen explizit gemacht und untersucht, wie solche zunächst theoretischen Selbst- und Weltverhältnisse in Beziehung zu praktischen Festlegungen und Normen stehen. (Bspw. geht es um Vorstellungen von Ordnung und Fortschritt, Verfügbarkeitund Unverfügbarkeit, von Natur und Kultur sowie von prinzipiel-
len Erkenntnis- und Handlungsmöglichkeiten oder Rationalitätsstandards).

Entsprechend können im Modul Inhalte ganz unterschiedlicher Teilbereiche der Philosophie bearbeitet werden, bspw. der Angewandten Ethik, der Anthropologie, Handlungstheorie, der Theorie kollektiven Handelns und Sozialontologie, der Technikphilosophie, Kulturphilosophie, der Religionsphilosophie bis hin zu Fragen der Ästhetik und Musikphilosophie – entscheidend ist die kritische Reflexion auf den grundbegrifflichen Rahmen, in dem solche Debatten in der Gesellschaft geführt werden. Dabei wird auch die philosophische Auseinandersetzung mit Methoden und Resultaten und dem Selbstverständnis der Natur- und Sozialwissenschaften sowie der Philosophie im Kontext ihrer Beiträge zu gesellschaftlich relevanten Fragen Teil der Inhalte sein.

Modulanforderungen:

  • Drei Lehrveranstaltungen mit aktiver Teilnahme
  • Ein Kurzessay mit Präsentation
  • Eine Hausarbeit

Beispiele für Lehrveranstaltungen aus den letzten Jahren:

  • Black Feminist Thought: Verlauf und Herausforderungen Schwarzer feministischer Theorietraditionen 
  • Ideologie, Kritik, Aufklärung
  • Unsichtbare Kräfte am Werk? Soziale Strukturen als Thema der (Moral)Philosophie
  • Unparteilichkeit und Parteilichkeit in Ethik und politischer Philosophie

Tätigkeit im Rahmen eines Praktikums in einer öffentlichen Organisation/Institution oder einer wissenschaftlichen Einrichtung. Begleitung und Auswertung des Praktikums unter Beachtung wissenschaftlicher und berufspraktischer Fragestellungen und Probleme.

Modulanforderungen:

  • Suche und Durchführung eine Praktikums (ca. 8 Wochen)
  • Erfahrungsbericht (unbenotet)

In diesem Modul geht es um die Wechselwirkung philosophischer Expertise und Öffentlichkeit. Bei der selbstständigen Organisation von Projekten (Bsp. s.u.) soll insbesondere der Blick dafür geschult werden, welche philosophischen Fragen in der Öffentlichkeit (insbes. in den Medien) wie diskutiert werden, dabei soll der (mögliche) Beitrag der Philosophie zu sowie die (Möglichkeiten der) Darstellung und Plausibilisierung philosophischer Positionen in solchen Debatten deutlich werden.
Beispiele für selbstständige Projekte:

  • Vorbereitung von Workshops, Autorenworkshops, Kollquien (z.B. UNESCO-Tag der Philosophie)
  • Gestaltung einer thematischen Webseite/eines Wiki/Blogs etc.
  • Auseinandersetzung mit aktuellen Debatten (Rezensionen, Kommentare, Strukturierung etc.)
  • Auswertung der Darstellung philosophischer Positionen und Debatten in den Medien
  • Nutzung von Darstellungsformen (z.B. Paradoxien, Dilemmata etc.)
  • Philosophieren mit Kindern
  • Erarbeitung von Forschungsanträgen
  • Konzeption und Durchführung eines Blockseminars
  • Workshop zu Philosophiedidaktik und Philosophie in der Schule
  • Vorbereitung eines VHS-Kurses oder einer Veranstaltung der Philosophischen Gesellschaft zu philosophischen Themen

Modulanforderungen:

  • Eine reguläre Lehrveranstaltung zur Projektbegleitung
  • Ein Blockseminar zu aktuellen öffentlichen Debatten
  • Besuch von öffentlichen Veranstaltungen (40 Stunden)
  • Projektarbeit sowie Ergebnisbericht (Das Projekt kann in einer Gruppe organisiert werden)
  • Kurzbericht über eine öffentliche Veranstaltung

Im Modul wird die Arbeit an der Master Thesis begleitet, es werden Probleme diskutiert und Forschungsergebnisse präsentiert. Ein Kolloquium mit Vortrag und Diskussion simuliert die Teilnahme an einer wissenschaftlichen Konferenz.

Modulanforderung:

  • Teilnahme am Master-Abschlussseminar
  • Masterarbeit
  • Kolloquium mit Präsentation der Masterarbeit

Die Bewerbung

Das Studium kann im Sommer- und im Wintersemester begonnen werden. 

Bewerbungen sind willkommen und können jeweils zum Sommersemester bis 15. Januar und zum Wintersemester bis 15. Juli an das  Online-Masterportal der Universität Bremen gerichtet werden.

Kontakt

Geschäftsführender Direktor

Prof. Dr. Dr. Norman Sieroka


Sekretariat

Frau Elke Mindermann
Telefon: +49 (0)421 218 67800
E-Mail: philosek[at]uni-bremen.de


Postadresse

Universität Bremen
Institut für Philosophie

FB 9 Kulturwissenschaften
Postfach 330 440
Enrique-Schmidt-Str. 7

Seminar- und Forschungs-
verfügungsgebäude
(SFG) 4. Ebene
28359 Bremen