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Dokumentation: 1. Online-Symposium „Digitalisierung in der Bildung von Lehrkräften“, 04. - 05.11.2021

Ansätze, Herausforderungen und Perspektiven für alle drei Phasen

Im Mittelpunkt dieses Symposiums standen die Fragen,

… welche Ansätze es zur Digitalisierung in der Bildung von Lehrkräften im allgemein- und berufsbildenden Bereich gibt,
… welche Herausforderungen damit verknüpft sind und
… welche Perspektiven eine stärkere phasenübergreifende Kooperation auf deren Bewältigung bietet.

Gerade in der aktuellen Situation zeigt sich, dass in der Ausbildung in allen drei Phasen in dieser Hinsicht aufgeholt und die Strategien phasenübergreifend aufeinander abgestimmt werden müssen. In diesem ersten Online-Symposium, das von Veranstaltern aus allen Phasen der Lehrerbildung getragen wurde, wurden in zehn Foren am ersten Veranstaltungstag konkrete Ansätze mit phasenübergreifendem Potenzial vorgestellt und diskutiert, um vor diesem Hintergrund konkrete Herausforderungen zu identifizieren. Diese wurden am zweiten Tag in Workshops genauer definiert, um daraus gemeinsam in einer phasenübergreifenden Perspektivierung Handlungsstrategien zu entwickeln.

An dem Symposium haben sich über 120 Teilnehmende aus allen drei Ausbildungsphasen der Lehrkräftebildung aus regionalen und überregionalen Institutionen beteiligt.

Programm

Bremer Veranstaltungsteam:

Bremer Qualitätsoffensive-Projekt „Schnittstellen gestalten – Lehrerbildungentlang des Leitbildes des Reflective Practitioner an der Universität Bremen“ im Zentrum für Lehrerinnen-/Lehrerbildung und Bildungsforschung, Universität Bremen
Qualitätsoffensive-Projekt „SteBs – Strukturentwicklung für die Berufsschullehrerbildung“ (5. Teilprojekt in Schnittstellen gestalten)
Bundesarbeitskreis Lehrerbildung (bak)
Landesinstitut für Schule in Bremen
Stabsstelle Digitalisierung, Senatorin für Kinder und Bildung in Bremen
Schulamt Bremerhaven

Begrüßung, Grußwort, Moderation, Graphic Recording

Sabine Doff
Begrüßung:
Prof. Dr. Sabine Doff,
QLB-Projektleiterin, Universität Bremen
Universität Bremen
Grußwort:
Prof. Dr. Andreas Breiter, Chief Digital Officer, Universität Bremen
Universität Bremen
Universität Bremen
Moderation und Graphic Recording:
Dr. Sabine Marsch,
Romy Möller, Janine Lancker

Keynote: Digitalisierung als Herausforderung für die Lehrkräftebildung – GRUNDSATZFRAGEN UND GELINGENSBEDINGUNGEN

von Prof. Dr. Rudolf Kammerl, Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik, Universität Erlangen-Nürnberg

Der Vortrag von Professor Kammerl orientiert sich an folgenden Hauptaussagen:

Digitalisierung im Bildungssystem ereignet sich nicht, sondern muss aktiv von den Beteiligten ausgestaltet werden.

Zentral für Schulen ist der Erziehungs- und Bildungsauftrag. Besondere Priorität hat deshalb die Förderung der Kompetenzen in der digitalen Welt und die Nutzung der Potentiale des digitalen Wandels für Lern- und Bildungsprozesse (KMK). In Ländern in denen diese Aufgabenstellungen nicht aufgegriffen werden, wächst der Digital Divide (sozial benachteiligte Kinder sind stärker von digitalen Risiken betroffen). Aber auch der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit besonders hohen Kompetenzniveaus bleibt gering. Es muss sichergestellt werden, dass mehr Jugendliche unabhängig von ihrer Herkunftsfamilie mit Hilfe von Schule Kompetenzen für die Gestaltung des digitalen Wandels entwickeln können. (Im Lockdown hatten beim emergency remote teaching sozial benachteiligte Kinder sogar weniger Unterstützung durch Lehrkräfte erfahren als sozial besser gestellte Kinder.)

Die Kernkompetenzen der Lehrkräfte (Erziehung, Unterricht, Beurteilen, Innovieren) sind entsprechend um medienpädagogische Kompetenzen zu erweitern (Standards Bildungswissenschaft KMK Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16.12.2004 i. d. F. vom 16.05.2019, DigCompEdu).

Gegenwärtig sind diese in den verschiedenen Phasen der Lehrkräftebildung noch zu wenig verankert. Die Kompetenzentwicklung angehender Lehrkräfte in den ersten beiden Phasen ist noch zu gering. Benötigt werden eine verbindlichere Verankerung in der Lehrkräftebildung, mehr Qualitätssicherung, sowie eine zunehmende Ausdifferenzierung und Spezialisierung. Bereits jetzt Ist absehbar, dass zukünftig immer mehr digitale Angebote unser bisheriges Verständnis von Schule und Lehrkräftebildung erweitern werden: Online-Angebote in der Lehrkräftebildung, Spezialisten und Multiplikatoren für Digitale Bildung an Schulen, Schulen mit informatischem Profil, ergänzende schulübergreifende Online-Angebote, usw. bringen neue Handlungsfelder und neue Berufsrollen mit sich.

(Moderation: Prof. Dr. Karsten D. Wolf, Medienpädagoge, Universität Bremen)

PP-Präsentation

Universität Erlangen-Nürnberg

Zehn Foren

In zehn Foren wurde eine große Bandbreite an phasenübergreifenden Konzepten, Instrumenten und Maßnahmen zum Thema Digitalisierung und Weiterentwicklung von Medienkompetenz in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften vorgestellt und die Herausforderungen in der Umsetzung gemeinsam identifiziert: ausführliche Beschreibung der Foren

Diskussionsergebnisse aus zehn Foren:

Kreative und partizipative Arbeit in Workshops

Am zweiten Symposiums-Tag wurden für die in den Foren identifizierten und im Folgenden aufgeführten zentralen Herausforderungen bei der Umsetzung von Maßnahmen, Instrumenten und Konzepten usw. Lösungsstrategien erarbeitet. Dafür standen fünf Workshops mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten zur Verfügung (Workshop 4 ist nicht zustande gekommen). ausführliche Beschreibung der Workshops

Zehn Herausforderungen:

1. Technische Ausstattung
2. Kultur des Vertrauens und der Kooperation
3. Datenschutz
4. Brücke zwischen Theorie und Praxis
5. Was ist (guter) digitaler Unterricht?
6. Balance zwischen Analog und Digital
7. Digitale Kompetenzen
8. Raum und Zeit zum Ausprobieren und eigenem Erlernen
9. Ressourcen für Projekte
10. Individualisierung vs. Gemeinschaft

3. Workshop

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Interaktives Panel

WIE GELINGT DER AUFBRUCH? Die Digitalisierung der Lehrkräftebildung zwischen neuen Verheißungen und alten Herausforderungen

Mit Teilnehmenden aus unterschiedlichen Kontexten, wurden nach einem individuellen Statement zur Lehrkräfteausbildung rund um die Digitalisierung, folgende Leitfragen diskutiert:
 
1.      Was ist digitale Medienkompetenz, und was brauchen Lehrkräfte, um sie im Unterricht vermitteln zu können?
2.      Ist die Coronakrise ein nachhaltiges Aufbruchsignal für die digitale Bildung in der Schule?
3.      Wenn ja, inwiefern?
4.      Wenn nein, was fehlt? Was muss passieren, damit der Aufbruch gelingt,

  • in Bezug auf die Lehrkräftebildung und die Curricula im den Schulen?
  • die technische Infrastruktur und Ausstattung in den Schulen?
  • die technische Unterstützung in den Schulen?
  • die Zusammenarbeit der Lehrkräfte untereinander und mit den Eltern?
  • den Datenschutz?

5.      Wie kann der Übergang zwischen 1. und 2. Phase der Lehrerbildung sinnvoll gestaltet werden – vor allem, wenn es um die phasenübergreifende Digitalisierung der  Lehrkräftebildung geht?

Gäste:

Dr. Rainer Ballnus, Stabsstelle Digitalisierung, bei Senatorin für Kinder und Bildung, Bremen
Prof. Dr. Rudolf Kammerl, Universität Erlangen-Nürnberg
Esther Räther, Lehramtsstudentin, Master of Education (Kunst und Englisch), Ratsmitglied im Zentrum für Lehrerinnen-/Lehrerbildung und Bildungsforschung, Universität Bremen
Kirsten Addicks-Fitschen, Oberschuldirektorin, Oberschule an der Lerchenstraße, Bremen
Anton Reusch, Mitglied der SuS-Vertretung Schulzentrum Geschwister Scholl Gymnasiale Oberstufe Bremerhaven und Mitglied des Stadt-Schüler-Rings

(Moderation: Jan-Martin Wiarda, Wissenschafts- und Bildungsjournalist, Berlin)

Diskussionsteilnehmende
Publikumsfragen