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SteBs

Strukturentwicklung für die Berufsschullehrerbildung (Beginn: März 2020)

Die Lehrerbildung an der Universität Bremen besitzt für die Allgemeinbildung und für die Berufsbildung eine lange Tradition. Sie verläuft bislang weitgehend unverbunden: Beide Bereiche sind entlang jeweils eigener Studienstrukturen organisiert, die aufgrund der Anforderungen an die KMK-Lehramtstypen distinktiven Rahmenbedingungen entsprechen und fachwissenschaftlich sowie fachdidaktisch spezifischen Konzepten folgen. Der einzige Berührungspunkt besteht bis dato darin, dass die allgemeinbildenden Unterrichtsfächer aus ihrem Lehrangebot einen Studienplan zum Zweitfachstudium für das berufliche Lehramt zur Verfügung stellen. Darüber hinausgehende Abstimmungen stehen bislang noch aus. Auch das im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (QLB) geförderte Projekt „Schnittstellen gestalten" an der Universität Bremen widmet sich bisher ausschließlich dem allgemeinbildenden Lehramt. Das Potenzial, aus Stärken des jeweils anderen Bereichs zu profitieren und dadurch für die Bearbeitung von für die Allgemeinbildung wie für die Berufsbildung zentralen Schnittstellen (Theorie-Praxis-Bezug, Interdisziplinarität, Bildung in der digitalen Welt) voneinander zu lernen, bleibt damit bislang weitgehend ungenutzt.

Die Berufsschullehrerbildung wird einerseits durch das Institut Technik und Bildung (ITB) für die gewerblich-technischen Fachrichtungen und andererseits durch das Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) für die berufliche Fachrichtung Pflege verantwortet. Eine konsequente, fachübergreifende Zusammenarbeit in der Lehre ist zwischen den beiden Instituten bisher aber nicht implementiert. Des Weiteren bedarf es in der Bremer Berufsbildungslandschaft einer Etablierung von systematischen und institutionalisierten Kooperationsstrukturen mit relevanten Einrichtungen und Akteuren (u. a. Berufliche Schulen, Landesinstitut für Schule, Unternehmen, Verbände, soziale Einrichtungen, Kammern, Sozialpartner).

Das beantragte Projekt SteBs setzt vor diesem Hintergrund an fünf zentralen Punkten an:

(1) Aufbau einer fachübergreifenden Zusammenarbeit in der Berufsschullehrerbildung;

(2) Ausgestaltung systematischer Verknüpfungen zwischen berufsbildender und allgemeinbildender Lehrerbildung;

(3) Förderung digitaler Kompetenzen in der Berufsschullehrerbildung;

(4) Gestaltung einer phasenübergreifenden Berufsschullehrerbildung;

(5) Etablierung regionaler Kooperationsstrukturen in der Berufsschullehrerbildung.

SteBs gliedert sich als 5. Teilprojekt in das QLB-Gesamtprojekt ein, orientiert sich in seinen Maßnahmen wie die anderen Teilprojekte auch an der Leitidee des Reflective Practitioner und nutzt die bereits implementierten Schnittstellen. Analog zum bewilligten Antrag des Gesamtprojekts mit Start am 1. Juli 2019 trägt auch SteBs zu nachhaltigen Verbesserungen in der Lehrerbildung insbesondere in den Handlungsfeldern „Profilierung und Optimierung der Strukturen", „Qualitätsverbesserung des Praxisbezugs", „Fortentwicklung in Bezug auf die Anforderungen heterogener Lerngruppen und Digitalisierung" sowie „Fortentwicklung von Wechselbeziehungen zwischen Fachlichkeit, Didaktik und Erziehungswissenschaften" bei.

Aktualisiert von: Marion Wulf