Zum Hauptinhalt springen

Online-Open-Book-Prüfungen über das LPLUS Teststudio 3

Kurzbeschreibung

Online-Open-Book-Prüfungen sind dadurch gekennzeichnet, dass

  • sie zeitgleich in einem begrenzten Zeitraum am heimischen Arbeitsplatz geschrieben werden,
  • beliebige Materialien wie Bücher und Aufzeichnungen verwendet werden dürfen,
  • keine Aufsicht geführt wird und
  • keine Authentifizierung über eine Passkontrolle stattfindet.

Die Prüfungsform ähnelt damit mehr einer speziellen Hausarbeit als einer Klausur und gilt nicht als Klausur im Sinne des AT-PO §8 Abs. 9.

Open-Book-Prüfungen zielen meist auf das Prüfen von Anwendungs-, Analyse und Syntheseleistungen über Essay-Fragen und andere offene Antwortformate ab. Wichtig ist, dass die Antworten nicht direkt per Internetrecherche ermittelt werden können (z.B. Fallanalysen oder Auswertung von Datensätzen).  Für die Durchführung wird das E-Klausur-System der Universität Bremen genutzt (LPLUS-Teststudio 3, im folg. LTS3), die technische Vorbereitung und Betreuung inklusive der Digitalisierung der Fragen übernimmt das ZMML. Die anschließende Bewertung erfolgt online durch die Prüfungsverantwortlichen. Äquivalente Alternativformate für Studierende, denen die technischen Voraussetzungen für online-Prüfungen fehlen, müssen zur Wahrung von Chancengleichheit und Studierbarkeit angeboten werden (Fairnessgebot).

Vorgehensweise

  1. Frühzeitige Information der Studierenden zum Verfahren (An- und Abmeldung, Prüfungsrücktritte, technische Voraussetzungen, Zeitplan) und zu Regelungen z.B. bei technischen Problemen und Zugangshürden
  2. Bereitstellung der Prüfungsfragen 28 Tage vor der Prüfung
  3. Einrichtung der Prüfung und der Systemzugänge durch das ZMML 14 Tage vor der Prüfung
  4. Online-Qualitätskontrolle: Inhalt, Zeitkontingent, max. Punktzahl, Bewertungseinstellungen, Aufgabenreihenfolge und weitere Optionen. Abschluss 10 Tage vor der Prüfung
  5. Bereitstellung der Teilnehmerliste als Excel-Tabelle mit Nachname, Vorname, Matrikelnummer und Uni-E-Mail-Adresse durch die Prüfungsverantwortlichen 7 Tage vor der Prüfung.
  6. Versand der Zugangsdaten und weiterer Hinweise an die Studierenden per E-Mail durch das ZMML 6 Tage vor der Prüfung.

In der Zeit bis zum Prüfungstermin werden dann Zugangsprobleme gelöst und ggf. letzte Anpassungen und Einstellungen vorgenommen. Mit der Registrierung zur Hauptprüfung kann auch eine Demo- oder Probeprüfung freigeschaltet werden, die die Studierenden als Self-Assessment zum Kennenlernen des Systems und der Fragetypen zeitunabhängig starten können (nur eine Durchführung möglich).

Ablauf der Prüfung für Studierende (siehe auch Videotutorial)

  1. Einwählen unter online.eassessment.uni-bremen.de mit den per E-Mail erhaltenen Daten (nur einmalig für diesen Termin gültig, für weitere Termine und Prüfungen werden neue Login-Daten erstellt).
  2. Anzeige einer zu bestätigenden Einverständnis-, Gesundheits- und Eigenständigkeitserklärung
  3. Freigabe des Prüfungsstarts ca. 5 Minuten vor offiziellem Beginn, Aufhebung der Freigabe ca. 15 Minuten nach offiziellem Beginn.
  4. Einblenden eines Infotexts bei Prüfungsstart, in dem auf die wichtigsten, prüfungsspezifischen Bedingungen hingewiesen wird (Vorgehen bei technischen Problemen, Ankündigung der Plagiatskontrolle, Konsequenzen bei Täuschungsversuchen, …)
  5. Anhaltende technische Problemen sollen durch die Studierenden dokumentiert (Screenshots) und den Prüfungsverantwortlichen zeitnah mitgeteilt werden.  Der Versuch wird dann ggf. nicht gewertet und ein Wiederholungstermin oder eine alternative Prüfungsform vereinbart. Abgegebene Prüfungen ohne glaubhafte Problemdokumentation zählen als regulärer Prüfungsversuch.

Weitere Hinweise für die Prüfungsverantwortlichen

Bitte planen Sie eine prüfungsbegleitende Kommunikationsmöglichkeit per Videokonferenz, E-Mail, Chat oder Telefonhotline bei Problemen oder dringenden Fragen. Dies kann leider nicht vom ZMML übernommen werden. Werden bei der Durchführung einer Plagiatskontrolle hinreichend identische Texte gefunden, empfehlen wir alle betroffenen Prüfungsleistungen mit "nicht bestanden" zu werten. Im Anschluss an die online-Bewertung im Prüfungssystem können Sie die Ergebnislisten, Klausurausdrucke (PDF) und Statistiken eigenständig exportieren. Die Ergebnisse werden auf dem üblichen Weg (in der Regel PABO) bekannt gegeben, die Pflicht zur Archivierung der Prüfungsleistung (ca. 3 Jahre, siehe Archivierungsverordnung) liegt bei Ihnen.

Vorteile

  • Der Fokus auf Transfer und Anwendungswissen sowie die Notwendigkeit einer effizienten Nutzung relevanter Quellen steigern die Kompetenzorientierung der Prüfung
  • Anders als bei mündlichen Videoprüfungen oder Hausarbeiten können für alle Studierenden identische Aufgaben gestellt werden. Zusätzlich gewinnt man zeitliche Flexibilität bei der Bewertung, die auch im Team durchgeführt werden kann.
  • Über ein restriktives Zeitkontingent sowie der Kombination technischer Optionen wie Zufallsauswahl der Fragen, Zufallsreihenfolge beim Zusammenstellen der Prüfung, vorgegebene Bearbeitungszeit pro Frage und festgelegte Bearbeitungsreihenfolge kann die Wahrscheinlichkeit bzw. der Erfolg einer Zusammenarbeit der Studierenden während der Prüfung erheblich verringert werden.
  • Die Teilnehmerzahl wird im wesentlichen durch die verfügbaren Ressourcen für die Korrektur limitiert. Aus technischer Sicht liegen bisher Erfarungen mit bis zu 400 gleichzeitigen Zugriffen vor, bei denen keine Performanceprobleme oder eine nennenswerte Belastung der Server festgestellt wurde.

Stolpersteine

  • Faktenwissen kann nur indirekt über dessen korrekte Anwendung geprüft werden.
  • Im Vergleich zu einer E-Klausur im Testcenter mit überwiegend geschlossenen Fragen ist der Korrekturaufwand sehr hoch.
  • Äquivalent zu Hausarbeiten kann nicht verhindert werden, dass Studierende mit anderen kommunizieren oder die Prüfung von jemand anderem schreiben lassen. Bei der Anmeldung im Prüfungssystem wird eine Eigenständigkeitserklärung angezeigt, die bestätigt werden muss (siehe auch AT-PO §8 Abs. 9).
  • Ein Test unter Zeitdruck, mit dem Ziel den Austausch unter den Studierenden zu verringern, führt ggf. zu Konstrukt-irrelevanten Varianzen, also der Prüfung von Fähigkeiten die nicht Teil der intendierten Lernergebnisse sind. So werden evtl. Schnelldenker bevorzugt oder in gewissem Maße Medien- statt Fachkompetenz geprüft.
  • Ungleiche technische Voraussetzungen bei den Studierenden (Hardware, Internetverbindung) gefährdet, wie bei allen synchronen online-Formaten, die Chancengleichheit.
  • Technische Probleme auf Seiten der Studierenden (Verbindungsabbrüche, langsames Netz) sind möglich. In diesem Fall sind Wiederholungsversuche oder Alternativformate anzubieten.