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Projekt im Sommersemester 2019

Dialog

Orchester & Chor sind gleich in der ersten Semesterwoche mit Schwung ins Sommersemester gestartet. 

Der Chor singt von Mischa Spoliansky „Rufen Sie Herrn Plim“ (komp. 1932) in der Bearbeitung von Susanne Gläß für Chor und Klavier, das Orchester spielt zwei Werke von Dmitri Schostakowitsch: seine 5. Ballettsuite op. 27a „Der Bolzen“ (komp. 1930/31) und als Zugabe seinen berühmten Walzer Nr. 2 aus der „Suite Nr. 2 für Jazzorchester“ (komp. 1938). Weitere Informationen zum Programm finden sich in der anschließenden Box unten.

Konzerttermine

  • Dienstag, 2. Juli, 19.30 Uhr im Garten des "Haus am Walde"/Bremen (bei schlechtem Wetter im GW1-Hörsaal der Universität an der Universitätsallee gegenüber vom Technikmuseum "Universum"), Eintritt frei, Spenden willkommen!
  • Mittwoch, 3. Juli, 20 Uhr, Gutsscheune Stuhr / Varrel, Eintritt 12 €, ermäßigt 8 €. Kartenvorverkauf an der Abendkasse, im Rathaus Stuhr und über Nordwest Ticket.

Probenplan: Was in jeder Probe geprobt wird, findet sich detailliert im Probenplan für den Chor und das Orchester.

Probenwochenende Chor mit Vendula Nováková: Freitag, 14. 6., 19 - 22.30 Uhr | Sonnabend, 15. 6., 14 - 20 Uhr | Sonntag, 16. 6., 12 - 15 Uhr
Probenwochenende Orchester: Freitag, 21. 6., 19 - 22.30 Uhr | Sonnabend, 22. 6., 14 - 20 Uhr 

Plakat Semesterabschlusskonzert SS 19 Vorderseite

Zum Programm:

Groteske Musik aus Berlin und Leningrad aus den 1930er Jahren

Satire und Ironie – diese Stilmittel wurden in den 1930er Jahren in der Musik, im Kabarett und  im Theater genutzt und bis ins Groteske überzeichnet. Das galt für klassische Musik ebenso wie für Schlager dieser Zeit, die bis heute unvergessen sind, etwa von den Comedian Harmonists oder Claire Waldorff. In der damaligen Sowjetunion wie in Deutschland gab es künstlerischen Freiraum für Experimente in allen Bereichen, aber auch große Not im Gefolge der Weltwirtschaftskrise. Alle Werke dieses Konzertabends spiegeln die turbulente Stimmung dieser Zeit und kommentieren sie mit Witz und Ironie.

Der Chor singt Mischa Spolianskys Kabarettoper "Rufen Sie Herrn Plim"

Mischa Spoliansky hat 1932 die halbstündige Kabarett-Oper „Rufen Sie Herrn Plim“ komponiert. Susanne Gläß hat sie für Chor und Klavier bearbeitet; für die Choreografie zeichnet Vendula Nováková verantwortlich. Thema ist die kuriose Geschichte um Herrn Plim, der bei sämtlichen Reklamationen in einem Berliner Warenhaus gerufen wird und für alles die Schuld auf sich nimmt. Die Solopartien singen Mitglieder des Chores: Sanaz Sadat Afzali, Hanna Deutschmann, Jan-Hendrik von Stemm und Patrick Köhn; den Klavierpart betreut Stefanie Adler.

Mischa Spoliansky ist heute fast vergessen, war aber in den 1920er und 1930er Jahren bis zu seinem Exil neben Hollaender der bedeutendste Komponist des deutschen Kabaretts in Berlin und komponierte unter anderem für die Comedian Harmonists und Marlene Dietrich. 

Nicht nur in Berlin, sondern auch in Leningrad brach die Kunst zu neuen Ufern auf

Nach dem Chor wird das Ensemble Blech-Lights auftreten. Die Bandmitglieder waren oder sind Mitglieder des Orchesters der Universität. Sie spielen Musik des Leningrader Komponisten Dmitri Schostakowitsch. Der hatte in den Jahren 1933 - 35 die Musik zu dem Zeichentrickfilm „Das Märchen vom Popen und seinem Knecht Balda“ komponiert. Darin geht es um Kritik an der Kirche und Autoritäten im Allgemeinen. Der Zeichentrickfilm selbst wurde nicht fertiggestellt und dann auch noch zerstört, aber Teile von Schostakowitschs Musik blieben erhalten und wurden zu einer Suite zusammengestellt. Bernd Feuchtner schreibt 2017 in "Not, List und Lust" (S. 145) über die erhaltenen Reste dieser Musik: "Sie gehören zum reizendsten, was Schostakowitsch je geschrieben hat."

Das Orchester spielt Schostakowitschs Suite "Der Bolzen"

Dmitri Schostakowitsch war erst  24 Jahre alt, als er in den Jahren 1930/31 in Leningrad die Musik für das Ballett "Der Bolzen" komponierte. Das Ballett spielt in einer Fabrik, in der ein Bösewicht die Maschine mit Hilfe eines Bolzens stoppt und damit die Arbeit der Guten sabotiert. Die handelnden Personen werden mit Witz und Sarkasmus in jeweils einzelnen Nummern charakterisiert. Der vierte Satz ist besonders eindrucksvoll: ein ausgedehnter Tango für großes Orchester.

Die Uraufführung des Balletts fand 1931 im Kirov-Theater in Leningrad statt. Sie fiel durch - offensichtlich vor allem wegen Schwächen des Librettos. Acht besonders gelungene Nummern aus dem Ballett hat Schostakowitsch 1931 zu einer Suite zusammengefasst. Diese Fassung führt das Orchester der Universität Bremen auf.

Ein Hit der klassischen Musik-Charts

Zum Abschluss spielen Blech-Lights und Orchester gemeinsam Schostakowitschs berühmten Walzer Nr. 2 aus seiner „Suite Nr. 2 für Jazzorchester“ aus dem Jahr 1938.