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Projekt im Wintersemester 2018/19

Michael Tippett: "A Child of Our Time" - Aufführung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Der Kartenvorverkauf hat begonnen!

Sonntag, 27. Januar 2019, 19 Uhr, Dom

 Anja Petersen / Sopran 
Kerstin Stöcker / Alt
Clemens Löschmann / Tenor
Martin Kronthaler / Bass
Orchester & Chor der Universität Bremen
Leitung: Susanne Gläß

Die Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 18 €, ermäßigt 9 €, an der Abendkasse 20 €, ermäßigt 10 €.
Der Vorverkauf findet im Kapitel 8/Dom und über Nordwest-Ticket statt sowie in der Uni-Mensa am 23., 24. und 25. Januar.
Die Plätze sind nicht nummeriert, die Abendkasse im Dom öffnet am Konzerttag um 18.15 Uhr.

Öffentlicher Einführungsvortrag: Sonnabend, 19. Januar, 11 - 11.30 Uhr im Rahmen von "Wissen um 11" im Haus der Wissenschaft/Sandstr., Eintritt frei

Auf Anfrage kann didaktisches Material zur Vorbereitung eines Konzertbesuchs im Schulunterricht zugesandt werden (Kontakt: sglaessprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de). 

Zu Michael Tippett's "A Child of Our Time"

Der Brite Michael Tippett hat sein nachdenkliches und ergreifendes Oratorium für Chor, Orchester und Solostimmen in den Jahren 1939 bis 1941 komponiert. Der Titel - deutsch: „Ein Kind unserer Zeit“ - bezieht sich auf die Person des 17jährigen jüdischen Jungen Herschel Grynszpan, der im November 1938 in Paris ein Attentat auf den deutschen Botschaftsrat Ernst vom Rath verübt hat, das die Nazis zum Anlass nahmen für die Pogrome gegen die jüdische deutsche Bevölkerung, die „Reichskristallnacht“. Tippett hatte im britischen Ausland durch die Medien von dem Attentat und den Pogromen erfahren und reagierte darauf unmittelbar mit der Komposition dieses Oratoriums. Er reflektiert die Hintergründe und Motive von Grynszpans Tat und ihre Konsequenzen. Tippett war entschiedener Pazifist. Deshalb betrachtet er die Pogrome mit Abscheu, steht aber auch dem  Attentat von Herschel Grynszpan kritisch gegenüber. Die sich eröffnenden Abgründe lotet er sowohl in der Musik als auch im von ihm selbst verfassten Libretto mit Rückbezügen auf  C. G. Jung und T. S. Eliot aus. Dabei eröffnet er Perspektiven auf Erfahrungen von Verfolgung, Ausgrenzung und Terror, die weit über den konkreten Gegenstand des Werkes hinausweisen und dem Werk eine überzeitliche Gültigkeit und leider auch eine ganz aktuelle Dimension verleihen.

Tippett hat sich für sein Oratorium in der Melodieführung von englischer mehrstimmiger Renaissancemusik inspirieren lassen, die durch ihre Kopplung mit kompositorischen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts plötzlich fremd und neu klingt. In der musikalischen Form hat er sich an die barocken Vorbilder von Händels „Messias“ und J.S. Bachs Johannes- und Matthäuspassion angelehnt: Die dreiteilige Großform stammt aus dem „Messias“, innerhalb der Teile finden sich formale Entsprechungen zu Bachs erzählenden Rezitativen, zu den betrachtenden Arien, zu den dramatischen Chören und zu den Chorälen. An die Stelle der Choräle in den Bach‘schen Passionen hat Tippett fünf schlichte, jedoch darum umso bewegendere Spirituals gesetzt. Daneben finden sich aber auch Anklänge an Weills Dreigroschenoper und an die dramatischen Szenen im Operngenre. Die Musik klingt in der Tonsprache modern; sie ist in gewisser Weise verwandt mit der Musik seines Freundes Benjamin Britten. Sie hat eine innere Logik, die alle, die sich darauf einlassen, intuitiv mitnimmt in die dunklen Untiefen des Menschseins, in die die Musik tiefer vordringen kann als alle Worte. 

Auf YouTube kann eine Aufnahme von "A Child of Our Time" gehört werden.

Tippett 1945 | In spite of extensive research, the photographer could not be identified. Nevertheless, all rights rest with him or her.

Proben von Orchester & Chor

Proben Chor: montags, 19.30 -22 Uhr im GW1-Hörsaal
Proben Orchester: mittwochs, 19.30 - 22 Uhr im GW1-Hörsaal

Was genau in welcher Probe geprobt wird, findet sich hier - auch zum Herunterladen und Einbinden in den eigenen Kalender.

Hauptprobe:Freitag, 25. Januar, 18 - 22.30 Uhr, Dom
Generalprobe: Sonnabend, 26. Januar, 15 - 22.15 Uhr, Dom