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Projekt im Sommersemester 2019

Dialog

Der Chor singt von Mischa Spoliansky „Rufen Sie Herrn Plim“ (komp. 1932) in der Bearbeitung von Susanne Gläß für Chor und Klavier.

Das Orchester spielt zwei Werke von Dmitri Schostakowitsch: seine 5. Ballettsuite op. 27a „Der Bolzen“ (komp. 1930/31) und als Zugabe seinen berühmten Walzer Nr. 2 aus der „Suite Nr. 2 für Jazzorchester“ (komp. 1938).

Besetzung Orchester: Piccoloflöte, 2 Flöten (davon eine zusätzlich alternierend Piccoloflöte), 2 Oboen, Englischhorn, 2  Klarinetten in B, Bassklarinette alternierend mit Klarinette in Es, 2 Fagotte, Kontrafagott, 6 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba, Pauke, 3 Schlagwerker*innen (Triangel, Holzblocks, kleine Trommel, große Trommel, Tamtam, Becken, Xylophon, Glockenspiel), Streichinstrumente; beim Walzer zusätzlich Klavier, Harfe und Akkordeon

Noten für den Chor (Klavierauszüge) können 30 Minuten vor Beginn der ersten Chorprobe im Foyer des GW1-Hörsaals erworben werden (Kosten voraussichtlich ca. 5 €).

Freie Plätze im Orchester: Querflöte, Klarinette, Kontrafagott, Horn, Posaune und Tuba sowie eventuell ein Akkordeon. Wer mit einem dieser Instrumente mitspielen möchte, muss Dr. Susanne Gläß vorab kontaktieren, da die Plätze begrenzt sind. Streichinstrumente aller Arten sind immer willkommen.

Im Orchester sind die Noten bereits ausgegeben worden. Wer neu einsteigen und sich vorbereiten möchte, nimmt Kontakt mit Dr. Susanne Gläß​​​​​​​​​​​​​​ auf. 

Probenbeginn: Montag, 1. April 2019 (Chor) und Mittwoch, 3. April (Orchester). Von da an wöchentlich Proben jeweils von 19.30 - 22 Uhr im GW1-Hörsaal der Universität (Ausnahmen: Osterferien, i.e. Montag, 15. April bzw. Mittwoch, 17. April sowie Mittwoch, 1. Mai)

Probenplan: Was in jeder Probe geprobt wird, findet sich Ende März detailliert im Probenplan für den Chor und das Orchester.

Probenwochenende Chor: Freitag, 14. 6., 19 - 22.30 Uhr | Sonnabend, 15. 6., 14 - 20 Uhr | Sonntag, 16. 6., 12 - 15 Uhr
Probenwochenende Orchester: Freitag, 21. 6., 19 - 22.30 Uhr | Sonnabend, 22. 6., 14 - 20 Uhr 

Konzerte - Termine und Uhrzeiten geändert! (1.3.19):
Dienstag, 2. Juli, 19.30 Uhr im Garten des "Haus am Walde"/Bremen (bei schlechtem Wetter im GW1-Hörsaal der Universität an der Universitätsallee gegenüber vom Technikmuseum "Universum"), Eintritt frei, Spenden willkommen!
Mittwoch, 3. Juli, 20 Uhr, Gutsscheune Stuhr / Varrel, Eintritt 12 €, ermäßigt 8 €

Eintrittskarte Metropoltheater Berlin 1930

Zum Programm „Zwischen Chaos und Commerz“

Groteske Musik aus Berlin & Leningrad aus den 1930er Jahren

Satire und Ironie – diese Stilmittel wurden in den 1930er Jahren in der Musik, im Kabarett und  im Theater genutzt und bis ins Groteske überzeichnet. Das galt für klassische Musik ebenso wie für Schlager dieser Zeit, die bis heute unvergessen sind, etwa von den Comedian Harmonists oder Claire Waldorff. In der damaligen Sowjetunion wie in Deutschland gab es künstlerischen Freiraum für Experimente in allen Bereichen, aber auch große Not im Gefolge der Weltwirtschaftskrise. Alle Werke dieses Konzertabends spiegeln die turbulente Stimmung dieser Zeit und kommentieren sie mit Witz und Ironie.

Zuerst singt der Chor der Universität Songs aus der fast gleichzeitig (1932) in Berlin entstandenen halbstündigen Kabarett-Oper „Rufen Sie Herrn Plim“ von Mischa Spoliansky in einer Bearbeitung von Susanne Gläß für Chor und Klavier. Thema ist die kuriose Geschichte um Herrn Plim, der bei sämtlichen Reklamationen in einem fiktiven Berliner Warenhaus gerufen wird und für alles die Schuld auf sich nimmt. Mischa Spoliansky ist heute fast vergessen, war aber in den 1920er und 1930er Jahren bis zu seinem Exil neben Hollaender der bedeutendste Komponist des deutschen Kabaretts in Berlin und komponierte unter anderem für die Comedian Harmonists und Marlene Dietrich. Anschließend wird das Ensemble Blech-Lights auftreten. Die Bandmitglieder waren oder sind Mitglieder des Orchesters der Universität. Sie spielen eine Suite des Leningrader Komponisten Dmitri Schostakowitsch aus dem unvollendeten Zeichentrickfilm „Das Märchen vom Popen und seinem Knecht Balda“ (komponiert 1933 – 35), in dem es um Kritik an der Kirche und Autoritäten im Allgemeinen geht. 

Nach der Pause spielt das Orchester der Universität die 5. Ballettsuite „Der Bolzen“ von Dmitri Schostakowitsch. Schostakowitsch hat das Ballett im Alter von 24 Jahren 1930 - 31 als abendfüllendes Werk komponiert. Die Uraufführung fand 1931 im Kirov-Theater in Leningrad statt. Sie fiel durch, offensichtlich vor allem wegen Schwächen des Librettos. Acht besonders gelungene Nummern aus dem Ballett hat Schostakowitsch 1931 zu einer Suite zusammengefasst. Diese Fassung führt das Orchester auf. Das Ballett spielt in einer Fabrik, in der ein Bösewicht die Maschine mit Hilfe eines Bolzens stoppt und damit die Arbeit der Guten sabotiert. Neben der Ouvertüre und dem Intermezzo enthält die Suite verschiedene Sätze, die einige der handelnden Personen mit Witz und Sarkasmus charakterisieren. Der vierte Satz ist besonders eindrucksvoll: ein ausgedehnter Tango für großes Orchester. Als Zugabe erklingt Schostakowitschs berühmter Walzer Nr. 2 aus seiner „Suite Nr. 2 für Jazzorchester“ aus dem Jahr 1938.