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Sommersemester 2015: Musik aus Lateinamerika I

Konzert im GW1-Hörsaal

Musik aus Lateinamerika

Orchester und Chor der Universität Bremen haben im Sommersemester getrennt geprobt, aber die Konzerte mit süd- und mittelamerikanischer Musik gemeinsam gestaltet: temperamentvolle Musik mit viel Rhythmus und Leidenschaft, die perfekt zu einem heißen Sommer passt. Beim zweiten Konzert, das eigentlich draußen im Garten des „Haus am Walde“ hätte stattfinden sollen, hat das Wetter der Planung einen Strich durch die Rechnung gemacht: Wegen einer Unwetterwarnung musste das Konzert nach drinnen in den GW1-Hörsaal verlegt werden. Immerhin knapp 300 Gäste konnten so doch das Konzert hören, aber viele mussten leider auch draußen bleiben.

Der Chor sang die Uraufführung von Solares Tangozyklus „Caissas Gedächtnis“

Der Chor hat unter dem Titel „Caissas Gedächtnis“ einen Zyklus von acht Tangos für Chor und Klavier in drei Konzerten zur Uraufführung gebracht, den Juan María Solare als Auftragswerk für den Chor der Universität Bremen komponiert hat. Der Kompositionsauftrag wurde ermöglicht durch eine großzügige Zuwendung der Karin und Uwe Hollweg Stiftung.
In der Musikliteratur um den Tango Argentino gibt es zwar Werke für Chor, aber dabei wird der Chor häufig als Ersatz für eine Instrumentalbesetzung oder zur Begleitung solistischer Vokallinien verwendet. „Caissas Gedächtnis“ entfaltet stattdessen das ureigene Potential des Chores als autonomen Klangkörper und nutzt die Ressourcen, die nur ein Chor haben kann: die Mehrstimmigkeit, die Massivität, die emotionale Präsenz, die Eindringlichkeit und die Kraft eines Chores.
Eine detaillierte Werkbeschreibung und Material zum Werk ist auf der Homepage von Solare und im Programmblatt zum Konzert zu finden. Ein Mitschnitt der Aufführung auf der Breminale am 16. Juli ist auf dem YouTube Kanal von Orchester & Chor der Universität Bremen zu hören und zu sehen.

Das Orchester spielte Musik aus Mexiko und Brasilien.

Die lateinamerikanische Musik enthält einen großen Schatz an vielfältiger und lebendiger Orchestermusik, der in diesem einen Konzert nur angetippt, aber keineswegs auch nur annähernd in seiner ganzen Reichhaltigkeit ausgebreitet werden konnte.

Im Zentrum standen Werke mexikanischer Komponisten: Der umtriebige Komponist, Dirigent und Musikorganisator Carlos Chávez war von Haus aus Organist und hat eines der Hauptwerke des deutschen Barockmeisters Dietrich Buxtehude, seine Orgel-Chaconne in e-Moll, kongenial für großes Orchester instrumentiert.

Silvestre Revueltas hat mit „Sensemayá“ 1938 ein strukturell hochkomplexes Meisterwerk komponiert, das die Energie aus Strawinsky „Les Noces“ und den damals hochaktuellen Jungle-Sound Duke Ellingtons in einer spezifisch lateinamerikanischen Sprache zusammenführt.

Auf der Hitliste der aktuell beliebtesten Orchesterwerke nimmt der Danzón No. 2 von Arturo Márquez zweifellos eine Spitzenposition ein. In ihm werden die beiden Charaktere des Danzón höchst wirkungsvoll miteinander verbunden: der Danzón der Salons mit seiner Intimität und Sinnlichkeit und der laute Danzón der Straße, der Fiesta-Laune versprüht.

Als Bonbon hat das Orchester zum Abschluss noch einen Medley brasilianischer Hits aus der Feder von René Mense gespielt, der effektvoll acht Melodien miteinander verbindet, die von Brasilien aus die Welt erobert haben: „Tico-Tico”– „Aquarela Do Brasil” – „Manhã Do Carnaval” – „Maria Ninguem” – „Mas Que Nada” – „Samba Lelê”– „Samba De Orfeu”. 

Hörbeispiel aus dem Konzert im GW1-Hörsaal der Universität am 5. Juli 2015

16 MB
Medley: „The Rhythm of Brasil“, arrangiert von René Mense mit „Tico-Tico” (1917) – „Aquarela Do Brasil” (1937) – „Manhã Do Carnaval” (1959) – „Maria Ninguem” (1958) – „Mas Que Nada” (1963) – „Samba Lelê” (traditionell) – „Samba De Orfeu” (1959). Gespielt vom Orchester der Universität Bremen unter der Leitung von Susanne Gläß; Live-Mitschnitt: Gerd Anders

Ausführende, Konzertdaten und detaillierte Programmblätter

Ausführende

Orchester & Chor der Universität Bremen

als Gäste: Tangoorchester der Universität Bremen/Leitung Juan María Solare und Popchor der Hochschule für Künste Bremen/Leitung Micha Keding

Gesamtleitung: Susanne Gläß

Korrepetition der Chorproben des Chores der Universität Bremen: Juan María Solare

Coaching Streichinstrumente des Orchesters der Universität Bremen: Reinhold Heise (Bremer Philharmoniker)
Coaching der Holzblasinstrumente des Orchesters der Universität Bremen: Roland Früh (Bremer Philharmoniker)

Konzerte

Sonnabend, 4. Juli, 20 Uhr, Gutsscheune Stuhr/Varrel, Programmblatt "Gutsscheune"

Sonntag, 5. Juli, 19 Uhr, GW1-Hörsaal der Universität Bremen, Programmblatt "GW1-Hörsaal"

Donnerstag, 16. Juli, 19.30 Uhr, Bremen/Festival Breminale, Tanzboden (nur Chor) Programmblatt "Tanzboden"