Zum Hauptinhalt springen

Finanzierungsmöglichkeiten

Kapitelübersicht

4. Finanzierungsmöglichkeiten
4.1 Praktikumsentgelt und materielle Zuschüsse
4.2. Stipendien, Förderprogramme, Reisekostenzuschüsse
4.2.1 Stipendien der Europäischen Union
4.2.2 Der Bremer Studienfonds
4.2.3. Förderung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD); PROMOS
4.2.3.1 Das Carlo-Schmid-Programm
4.2.3.2 Sonderprogramme
4.2.4 Förderprogramme bei der GIZ
4.2.5 Studienförderwerke und (politische/private) Stiftungen
4.2.6 Länder- oder fachspezifische Förderungen
4.2.7 Auslands-BAFöG und/oder Bildungskredite
Fazit

Eine Investition in die Zukunft – das stellt ein erfolgreiches Auslandspraktikum allemal dar, so dass Sie sich über die Zusage eines geeigneten Arbeitgebers zu akzeptablen Konditionen freuen sollten. Die Zeit und auch die finanziellen Mittel, die in die Durchführung eines Praktikums investiert werden, zahlen sich durch die positive Auswirkung auf die zukünftigen Berufschancen in aller Regel später aus. Dennoch stellt sich selbstverständlich für so gut wie alle die Frage, wie der manchmal ja erhebliche finanzielle Aufwand zu bewältigen ist, nämlich unter anderem:

  • Reisekosten und ggf. die Transportkosten (für das eventuell etwas umfangreichere Gepäck) zum/vom Zielort;
  • Unterbringungs- und ggf. Einrichtungskosten im Zielland;
  • Lebenshaltungskosten im Zielland, die teils erheblich höher oder niedriger als in Deutschland sein können;
  • Tägliche Fahrtkosten zum/vom Arbeitsplatz;
  • Kosten für private „Arbeitsmittel“, z.B. Literatur, angemessene Kleidung;
  • Eventuell zuhause weiterlaufende Kosten wie Miete, Telefon etc.;
  • Prämien für die Auslands(kranken)versicherungen u.ä.;
  • „Spaßkosten“, z.B. Ausflüge, Zwischenstopps auf der Hin-/Rückreise, Shopping;
  • Notfall-Reserve.

In den allermeisten Fällen lautet die Antwort: durch eine Mischfinanzierung, die sich im Rahmen der Möglichkeiten aus einigen der folgenden Bestandteile zusammensetzen kann.

  • Praktikumsentgelt
  • Materielle Zuschüsse durch den Praktikumsgeber
  • Stipendien
  • Förderprogramme
  • Auslands-BAFöG und/oder Bildungskredite
  • Reisekostenzuschüsse
  • Eigenmittel
  • Zuschüsse wohlwollender privater Sponsoren

Auch wenn mit der „deutschen Brille“ betrachtet gute Praktikumsgehälter immer noch eher als die Ausnahme gelten, sollte gerade bei anspruchsvolleren Praktika dieser potentielle Einnahmen-Faktor durchaus ernst genommen und, wenn irgend möglich, angesteuert werden.

Unbezahlte Praktika, die es natürlich noch weit verbreitet gibt, werden in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend skeptisch betrachtet und sind dementsprechend in die Kritik geraten. Gerade wenn Sie durch Ihre Vorkenntnisse der Firma auch etwas zu bieten haben, sollten Sie nicht davor zurück schrecken, in der richtigen Form und zu einem angemessenen Zeitpunkt die Möglichkeit eines Praktikumsentgelts anzusprechen. Wenn kein Geld angeboten wird, sollten zumindest materielle Zuschüsse z.B. zu Fahrtkosten oder Unterbringung möglich sein. Dabei können Sie Ihre Chancen deutlich erhöhen, wenn Sie zum einen den Dialog mit den Arbeitgebern von Anfang an überlegt gestalten (siehe Kapitel 2 „Praktikum auf ‚ausländisch’“), und zum anderen während der Arbeitgeberrecherche und bei den ersten Kontakten versuchen, die Rahmenbedingungen entsprechend einzuschätzen. Folgende Punkte sollten diesbezüglich bedacht werden:

  1. Es gibt Organisationen, die sich bezahlte Praktikant*innen nicht leisten wollen. Dazu gehören Arbeitgeber, die ein Praktikumsangebot als genügend großes Zuvorkommen betrachten. Hier wird oftmals der herausragende Ruf einer Organisation und der daraus resultierende Imagegewinn für die Praktikant*innen »als Lohn genug« angesehen.
  2. Es gibt Arbeitgeber*innen, die es sich aufgrund ihrer Haushaltsplanung und dünnen Finanzdecke nicht leisten können, unvorhergesehene Ausgaben zu bestreiten. Oftmals sind dies sehr kleine Unternehmen oder Organisationen aus dem künstlerischen und sozialen Bereich. Auch für manche  öffentlichen oder öffentlich geförderten Institutionen liegen Praktikumsgehälter jenseits der Möglichkeiten. Diese Ausgangslage muss allerdings überhaupt nicht signalisieren, dass Praktikant*innen unwillkommen wären oder nicht adäquat behandelt und fachlich unterstützt würden.
  3. Es gibt Arbeitgeber*innen, die der Bezahlungsfrage prinzipiell offen gegenüber stehen, sich ihrerseits aber nicht festlegen und auch kein Angebot machen. Als Bewerber*in müssen Sie nachfragen und auf Signale hoffen. Sie sollten in diesem Fall darauf bedacht, den Profitfaktor des Praktikums auch für das Unternehmen zu verdeutlichen.
  4. Es gibt Organisationen, für die es selbstverständlich ist, allen Arbeitnehmer*innen eine ihrer Qualifikation und den internen Gepflogenheiten entsprechende Entlohnung anzubieten. Dies ist oftmals eine rein ethische Entscheidung, kann aber auch durch nationale Gesetzgebungen oder »Tarifverträge« bedingt sein oder sich bei großen Arbeitgeber*innen und Konzernen aus den Stellenplänen und einer höheren finanziellen Beweglichkeit ergeben.
  5. Schließlich gilt es nationale und branchenspezifische Unterschiede zu bedenken. So gibt es beispielsweise Länder, in denen Praktikumsgehälter über einen bescheidenen Lebenshaltungskosten- oder Fahrtkostenzuschuss hinaus eher unüblich sind. Es gibt aber auch Länder/Kulturen, wo Praktikant*innen gleichzeitig als Mitarbeiter*innen gesehen und für die erbrachte Leistung entlohnt werden (wie beispielsweise in Nordamerika, wo besonders bei selbstbesorgten Praktika traditionell eine gute Chance auf ein Entgelt besteht). Gerade in Ländern mit einer existierenden Mindestlohngesetzgebung wird es als eher »natürlich« aufgefasst, Praktikant*innen für ihre Arbeitsbeiträge auch zu entlohnen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass gelegentlich gesetzliche Regeln den Einsatz und die Bezahlung von Praktikant*innen einschränken können, wenn Sie nach dem Verständnis des Ziellandes als »Praktikant*in« in einer Sonderrolle einzustufen sind (beispielsweise in Frankreich als »stagiaire«). Neben solchen und weiteren länderbezogenen Unterscheidungen spielen branchentypische Unterschiede, wie wir sie auch von Deutschland kennen, fast überall eine ähnliche Rolle: Prestigeträchtige und im aktuellen wirtschaftlichen Klima hoch eingestufte Tätigkeiten wie z.B. die wirtschaftswissenschaftlichen, technischen und informationstechnologischen Sparten sind eher dazu prädestiniert »besser zu bezahlen«. Berufsfelder hingegen, die auch vom normalen Lohnniveau her gesehen eher durchschnittliche (oder unterdurchschnittliche) Entgelte bieten, wie manche geisteswissenschaftlichen Disziplinen oder auch der kunstwissenschaftliche oder soziale Sektor, sind für engagierte und kompetente Praktikant*innen zwar dankbar, halten sich bei der Bezahlung aber oft zurück.

Deshalb gilt: Um die Chancen auf eine bezahlte Praxisphase nicht zu verspielen, kommt der richtigen Auswahl des potentiellen Arbeitgebers neben den fachlichen Beweggründen auch aus finanzieller Sicht eine zentrale Bedeutung zu.

Nicht immer stellt die weltgrößte Top-Firma, in die „alle wollen“ und aus lauter Dankbarkeit  gerne unbezahlte Anstellungen akzeptieren, die beste Wahl dar, weil eine weniger bedeutende Firma eventuell eher zur Bezahlung neigt. Manchmal bietet dann aber doch ein  Weltkonzern mehr, nämlich zum Beispiel dann, wenn vorgesehene Planstellen für Praktikant*innen noch nicht ausgeschöpft sind. Für den Dialog mit potentiellen Arbeitgeber*innen und die endgültige Auswahl heißt das: genau hinhören, die notwendigen Informationen erheben und abwägen, und erst dann entscheiden, welche Prioritäten Sie setzen möchten.

Ebenso ergibt sich, wenn Sie all diese Zusammenhänge mit einbeziehen, dass die Zusage für eine Bezahlung in vielen Fällen davon abhängen wird, „wie Sie sich verkaufen“. Dass sich das Praktikum auch für den Arbeitgeber lohnt, werden diejenigen, die eher um den Gefallen eines Praktikumsplatzes bitten - um ihres persönlichen Gewinns willens oder um der Studienordnung Genüge zu tun - generell weniger überzeugend vermitteln können. Weil Praktikant_innen nicht nur mitarbeiten, sondern darüber hinaus ihre eigene wertvolle Perspektive in den Arbeitsalltag der Firma einbringen, lohnt sich ein Praktikum auch für den Arbeitgeber. Je kompetenter Sie auftreten, ohne dabei arrogant zu wirken, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein abwägender Arbeitgeber sich auch auf eine finanzielle Gegenleistung einlässt.

Dabei muss eine solche Gegenleistung des Praktikumsgebers nicht zwingend in Form eines Gehalts erbracht werden. Die Vermittlung oder vielleicht sogar Bezuschussung einer günstigen Wohngelegenheit (gibt es vielleicht sogar Firmen-Appartements?), die freie Nutzung von Arbeits- und Kommunikationsmitteln auch für den studienmäßigen oder privaten Gebrauch, freie Mahlzeiten in der Werkskantine oder gelegentlich auch ein Firmenfahrzeug, mit dem Sie die Wege von/zum Arbeitsplatz zurücklegen können, gehören zu den „goodies“, die gelegentlich (auch auf bescheidene Anfrage hin) angeboten werden und bares Geld wert sind. 

Hier ist wiederum Kreativität gefragt, und aufmerksames Hinhören, während Sie mit den Arbeitgeber*innen verhandeln. Dabei hilft es, sich bereits im Vorfeld über den Rahmen des Üblichen schlau zu machen, zum Beispiel in Gesprächen mit ehemaligen Praktikant*innen im gleichen Zielland und einer ähnlichen Branche oder anhand von Erfahrungsberichten oder durch das Konsultieren von Gehaltsstatistiken, wie sie bei öffentlichen Stellen wie den „Arbeitsagenturen“ der Zielländer, dortigen Berufsverbänden oder Gewerkschaften üblicherweise zu finden sind.

Nach wie vor denken viele beim Wort ‚Stipendium’ in Verbindung mit ‚Ausland’ zuerst an ein Auslandsstudium, für das deutlich mehr allgemeine Förderoptionen existieren als für Praxisphasen. Aber es gibt sie, und wer nicht sucht, kann auch nichts finden – deshalb gilt auch hier das Motto, dass Ihnen kein Weg und kein Gespräch zu schade sein sollten, um diesbezügliche Informationen für die persönliche Situation zu erheben.

Dies umso mehr, als die Universität Bremen es ihren Studierenden einfach macht. Über

erhalten Sie per Internet ebenso wie im persönlichen Beratungsgespräch weitergehende Informationen über folgende und eine Reihe weiterer Fördermöglichkeiten.

Über das große europäische Förderprogramm »ERASMUS+« können sowohl Studienpraktika als auch ans Studium anschließende Graduiertenpraktika
gefördert werden. Die Beantragung für Graduierte muss unbedingt vor dem Studienabschluss erfolgen und das Praktikum sollte spätestens 10 Monate nach dem Abschluss beginnen. Von zwei bis zwölf Monaten gefördert werden Sie, wenn Sie Bürger*in eines EU-Landes (oder Islands, Liechtensteins,
Norwegens oder der Türkei) sind und das Praktikum in einem dieser Länder stattfindet. Die Schweiz ist im Moment kein offizielles ERASMUS
Programmland, hat aber mit Movetia ein eigenes Förderprogramm für Studierende. In der nächsten ERASMUS Programmperiode ab 2021 könnte sich
hier aber wieder etwas ändern. 2020 ändert sich im Zuge des Brexits noch nichts für die Förderungen von Praktika im Vereinigten Königreich. Bei Praktika,
die bis ins Jahr 2021 laufen, sind die Aufenthaltsregelungen allerdings noch ungeklärt. Aufenthalte von Studierenden aus Ländern außerhalb der EU,
die in Bremen ein vollständiges Studium absolvieren, können auch gefördert werden. Die Studienrelevanz wird durch entsprechende Vereinbarungen
zwischen den Studierenden, den Praktikumsgebern und der Koordinierungsstelle nachgewiesen. Die aktuelle Höhe der Unterstützung, die abhängig
vom Zielland berechnet wird, kann auf der Webseite des International Office abgefragt werden:
https://www.uni-bremen.de/studium/starten-studieren/studium-international/praktika-im-ausland/erasmus-praktika-fuer-studierende
Hier stehen auch alle weiteren Details zur Bewerbung.

Die Bewerbung für Studierende der Universität Bremen über das International Office ist jederzeit möglich und wird durch ständig angebotene Beratungsgespräche unterstützt: https://www.uni-bremen.de/studium/starten-studieren/studium-international/praktika-im-ausland. Der persönliche Besuch während der angegebenen Sprechzeiten empfiehlt sich sehr!

Besonders für Studierende bestehen gute Chancen, eine ERASMUS+-Förderung zugesprochen zu bekommen, so dass eigentlich auf diesem Wege für viele Interessierte die konkrete Möglichkeit besteht, »raus zu kommen« und ein Praktikum innerhalb
Europas zu realisieren.

Der Bremer Studienfond ist ein von der Wirtschaft, der Regierung und den Hochschulen des Landes Bremen getragener gemeinnütziger Verein und stellt eine weitere lokale Anlaufstelle für Studierende der Universität Bremen dar. Bis zu sechsmonatige Auslandsaufenthalte von Studierenden und Absolvent*innen, die der beruflichen und persönlichen Qualifizierung dienen und nicht in der Studienordnung vorgeschrieben sind, können bei entsprechend guter fachlicher und persönlicher Eignung sowie einem hohen Maß an Eigeninitiative in einem durch die Mittel vorgegebenen Rahmen finanziell unterstützt werden. Die Bewerbungen hierfür erfolgen jeweils bis 15. Januar und bis 15. Juni über das International Office, wo weitere Informationen zum Antragsverfahren zur Verfügung gestellt werden.

Wie der Name ausdrückt, fördert der DAAD Austauschprojekte von Akademiker*innen. Dazu zählen neben den zahlreichen Studien-Stipendien auch einige Maßnahmen, mit denen streng studienbezogene Praxisphasen unterstützt werden sollen. Stipendien werden vergeben für Praxisphasen in bestimmten Organisationen für einen maximalen Zeitraum von 3 Monaten. Bewerben können sich Studierende ab dem 2. Fachsemester. Weitere Infos über den DAAD und das International Office der Universität Bremen:
daad.de/go/stipd57085132
https://www.uni-bremen.de/de/studium/starten-studieren/studium-international/praktika-im-ausland/daad-kurzstipendien/

Eine weiteres Programm des DAAD ist PROMOS. Hier werden weltweit Praktika gefördert, die nicht über ERASMUS oder andere DAAD Programme gefördert werden können. Es werden Praktika bis zu 4 Monaten gefördert. Interessant ist, dass auch Praktika zwischen Bachelor und Master gefördert werden können, wenn eine Vorzulassung für den Master vorliegt. Federführend bei der Vergabe ist das International Office der Universität Bremen: ⇒https://www.uni-bremen.de/de/studium/starten-studieren/studium-international/

Beachtet werden sollten die Bewerbungsfristen, die bei Ende Oktober für Ausreisen ab dem 1. Januar des Folgejahres liegen und Ende Februar für Ausreisen ab dem darauf folgenden Juli. Das Bewerbungsportal öffnet vier Wochen vor Bewerbungsschluss. Weitere Infos unter: ⇒https://www.uni-bremen.de/studium/starten-studieren/studium-international/praktika-im-ausland/promos-programm

Die Bewerbungen erfolgen über die PROMOS Beauftragten des jeweiligen Fachbereichs. Die Liste der PROMOS Beauftragten:
https://www.uni-bremen.de/fileadmin/user_upload/sites/international/Studieren_im_Ausland/LISTE_Beauftragte_PROMOS.pdf

Für Auslandsaufenthalte, die einen Zeitraum von sechs Monaten überschreiten, sowie generell für Praktika, die über bestimmte Austauschorganisationen ( u.a. IAESTE und AIESEC) oder bei ausgewählten institutionellen Arbeitgebern (z.B. deutsche Außenvertretungen, Internationale Organisationen, Goethe-Institute) organisiert werden, nutzen Sie bitte die Informationen des DAAD:
https://www.daad.de/de/im-ausland-studieren-forschen-lehren/praktika-im-ausland/
https://www2.daad.de/ausland/studieren/stipendium/de/70-stipendien-finden-undbewerben/
bzw. den aktuellen gedruckten DAAD-Stipendienführer »Studium, Forschung, Lehre im Ausland. Förderungsmöglichkeiten
für Deutsche« (Bonn, DAAD) in der jeweils aktuellen Fassung.

Das Carlo-Schmid-Programm fördert Praktika von fortgeschrittenen Studierenden in internationalen Organisationen und EU-Institutionen und bietet in einer der zwei Programmlinien sogar entsprechende Platzierungen an. Als besonders hochkarätiges Förderprogramm bedingt diese Förderung eine entsprechend rigide Auswahl. Wer es schafft, nimmt automatisch an begleitenden Aktivitäten (z.B. Einführungsseminaren, Alumni-Netzwerken) teil. Informationen erhält man vom DAAD oder über das International Office.
https://www.uni-bremen.de/studium/starten-studieren/studium-international/praktika-im-ausland/carlo-schmid-programm
https://www2.daad.de/ausland/studieren/stipendium/de/70-stipendien-finden-undbewerben/?detail=50015209

Sonderprogramme wie z.B. Sprache und Praxis in der VR China oder Japan oder Go East - Russland in der Praxis setzen sich zum Teil aus kombinierten Studien- und Praxisaufenthalten zusammen. Sie zählen zu den begehrtesten Fördermaßnahmen des DAAD für Studierende und Graduierte und sind, wie das Carlo-Schmidt-Programm, entsprechend selektiv. Informationen über die umfangreichen Unterstützungsprogramme erhält man vom DAAD oder über das International Office.
https://www.uni-bremen.de/de/studium/starten-studieren/studium-international/praktika-im-ausland/
https://www2.daad.de/ausland/studieren/stipendium/de/70-stipendien-finden-und-bewerben/?status=&target=&subjectGrps=&intention=4&daad=&q=&page=1&back=1

Angesichts der guten Förderungsleistungen durch den DAAD, von denen Jahr für Jahr Tausende zu profitieren wissen, lohnt es sich auf jeden Fall, die Informationen sorgfältig zu sichten und keine wichtigen Termine zu verpassen. Die Vorlaufzeiten der verschiedenen Maßnahmen können zwischen wenigen Wochen und einem ganzen Jahr variieren.

Das Angebot der GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) richtet sich hauptsächlich an junge Berufstätige. Absolvent*innen passen unter Umständen in das deutsch-amerikanische Praktikant*innenprogramm.

Weitere Infos unter:⇒https://www.giz.de/de/weltweit/12877.html

Wer alle Möglichkeiten potentieller Förderungswege ausloten möchte und sich selbst guten Gewissens als begabten und überdurchschnittlich leistungsfähigen Studierende*n sieht, sollte auch an die zahlreichen Stiftungen und Förderwerke denken, die es in Deutschland gibt. Die Stipendiat*innen werden nach ganz unterschiedlichen Kriterien und Präferenzen ausgewählt und oft in beträchtlichem Ausmaß unterstützt. Hier werden durchaus internationale Lernabschnitte wie beispielsweise Praxisphasen in die Förderung mit einbezogen. Bei den Studienförderwerken (auch: Begabtenförderwerke) wird überwiegend ein komplettes Studium (und die dort integrierten Elemente) gefördert. Informationen für den Bereich der Förderwerke gibt es zum Beispiel über das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF):
https://www.bmbf.de/de/begabtenfoerderung-in-studium-und-beruf-73.html
www.stipendiumplus.de

Stiftungen sind auch bereit, gut begründete Teilunternehmungen wie zum Beispiel Praktika zu unterstützen. Stiftungen, wie bspw. die Robert-Bosch-Stiftung (https://www.bosch-stiftung.de/de), haben eigene Programme und Maßnahmen aufgebaut, die sich ganz oder teilweise als Praxisphasen darstellen.

Informationen gibt es beim Bundesverband Deutscher Stiftungen: ⇒https://www.stiftungen.org

Sich über all die unterschiedlichen Angebote und Kriterienkataloge detailliert zu informieren, erfordert einen gewissen Zeitaufwand und Geduld. Zu Beginn dieses Rechercheweges sollte eine adäquate Selbsteinschätzung stehen, inwieweit Sie sich selbst als »begabt« und Ihr Vorhaben als »besonders förderungswürdig« ansehen.

Neben den soweit beschriebenen »allgemeinen Förderschienen« findet sich eine große Anzahl meistens kleinerer Förderprogramme, die sich auf spezielle Regionen oder Länder der Welt oder auf bestimmte Fachbereiche beziehen. Die Vielfalt ist beeindruckend – beispielhaft seien hier das Deutsch-Französische Jugendwerk und das ASAProgramm für Entwicklungshilfebezogene Praktika in z.B. Afrika und Lateinamerika erwähnt – so, dass es sich auf jeden Fall empfiehlt, auch diese Quellen zu identifizieren und zu überprüfen.
https://www.dfjw.org
https://asa.engagement-global.de


Darüber hinaus sollten Sie die bereits angegebenen Links beim International Office und beim DAAD nutzen. Über fachspezifische Angebote können in erster Linie natürlich auch die Expert*innen in den Praxisbüros der Fachbereiche Auskunft geben, ebenso wie die Mitarbeiter*innen der entsprechenden Berufsverbände und Handelskammern. Länderspezifische Maßnahmen und Anbieter*innen finden sich auch oft über die Seiten der Botschaften und offiziellen Kulturvertretungen, unter Stichworten/Themenpunkten wie Ausbildung, Praktikum, Weiterbildung, Wirtschaft, Kulturaustausch u.ä..

Hierzu eine Liste des Career Centers mit einer Auswahl an wichtigen Links
https://www.uni-bremen.de/de/career-center/angebote/top-links/praxis-international/

Auch der Stipendiensuchdienst des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bietet einen hervorragenden und zuverlässigen Einstieg für die Suche nach Förderwegen.
https://www.stipendienlotse.de/


Generell gilt: Sie sollten sich nie auf nur eine Informationsquelle beschränken, sondern sich mithilfe des in diesem Kapitel vorgestellten Überblicks überlegen, welche Suchwege sich auf Ihre individuelle Interessens- und Ausgangslage bezogen anbieten, die vielversprechendsten Kanäle aussuchen und sich dort umfassend umschauen.

Auch die Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz und Studienkredite können für die Finanzierung einer Praxisphase in Frage kommen. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass der direkte Zusammenhang zwischen Studium und dem beabsichtigten Praktikum deutlich gemacht werden kann. Für die Förderung nach dem BAFöG gilt, dass es sich bei der Praxisphase um ein mindestens dreimonatiges Pflichtpraktikum handelt, das in der Studienordnung vorgesehen ist. Auch muss der Antrag mindestens ein halbes Jahr vorher gestellt werden. Infos unter: ⇒https://www.bafög.de/de/europa-oder-der-rest-der-welt-589.php

Unter Umständen können wegen der höheren Bedarfssätze im Ausland auch Studierende, die in Deutschland knapp unter den Förderungsvoraussetzungen des BAFöG liegen, für eine Auslandsförderung in Frage kommen.

Um einen Bildungskredit für ein Auslandspraktikum in Anspruch zu nehmen, muss es sich ebenfalls um ein studienrelevantes Pflichtpraktikum handeln. Darüberhinaus muss auch eine Bestätigung der Hochschule vorliegen. Infos unter:
https://www.bva.bund.de/DE/Services/Buerger/Schule-Ausbildung-Studium/Bildungskredit/bildungskredit_node.html

Ergänzt werden die öffentlichen Angebote von Studienkreditangeboten durch private Kreditinstitute. Neben der Erkundigung bei Ihrer Hausbank empfiehlt es sich auch auf neutrale Bewertungen zurückzugreifen. Dafür eignet sich besonders die regelmäßig durchgeführte Erhebung des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) unter:
https://www.che.de/wp-content/uploads/upload/CHE_AP_210_Studienkredit_Test_2018.pdf

Kombiniert mit einem eigenen Beitrag, den Sie über Ihr Erspartes und/oder z.B. familiäre Zuschüsse leisten, lässt sich die finanzielle Belastung eines Auslandspraktikums über einen oder mehrere der hier aufgezeigten Optionen meistens „stemmen“. Wenn Sie dazu noch umsichtig und frühzeitig planen, lässt sich mittels einer effektiven Kostenkontrolle der Weg ins Ausland weiter ebnen. Eine kreative Mischfinanzierungs-Strategie ermöglicht so meistens die Realisierung einer internationalen Praxisphase und wird sich später als eine echte, vielleicht eine der wertvollsten Investitionen in die eigene Zukunft heraus stellen.

Erfahrungsberichte

Auf unserer Seite "Auslandspraktikum" erzählen Studenten und Studentinnen von Ihren Praktikumserfahrungen im Ausland.

zu den Video-Clips

Hier ein Beispiel: Auslandspraktikum - Spitzbergen

Niklas erzählt vom Praktikum in Spitzbergen