Zum Hauptinhalt springen

Lehre

Lehrgebiet und Schwerpunkte

Der Arbeitsbereich Neuere und Neueste Geschichte beschäftigt sich in der Lehre schwerpunktmäßig mit der Entstehung der modernen Welt. Im Zentrum steht dabei das 19. bis 21. Jahrhundert in deutscher, europäischer und globalhistorischer Perspektive. Zum Einstieg in das Studium erlernen Studierende Grundlagen historischen Arbeitens. Sie beschäftigen sich zudem mit verschiedenen geschichtswissenschaftlichen Disziplinen wie der Wirtschafts-, Politik- und Sozialgeschichte, Kultur- und Mentalitätsgeschichte sowie Geschlechtergeschichte. Ausgehend von den fundamentalen Veränderungen des politischen, ökonomischen und kulturellen Lebens in der Moderne setzt sich unser Lehrangebot anschließend vorwiegend mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen im lokalen, nationalen und globalen Kontext auseinander. Wir beschäftigen uns mit Schlüsselbegriffen und einflussreichen Konzepten der Neueren und Neuesten Geschichte, aber auch mit konkreten historischen Ereignissen und Räumen. So widmeten sich vergangene Lehrveranstaltungen in einem methodisch breit gefächerten Zugriff unter anderem der globalen wirtschaftlichen Vernetzung und der Geschichte des Kapitalismus, den Änderungen unseres Essverhaltens und der Entstehung industrieller Tierhaltung, der Nachgeschichte des europäischen Kolonialismus, der Rolle und Wandelbarkeit von Emotionen sowie Fragen transnationaler Migration.

 

Aktuelle Lehrveranstaltungen

Termine, Ablaufpläne und Veranstaltungsorte der Lehre entnehmen Sie bitte Stud.IP.
 
Arabische Frühlinge, 1861-2011: Politik, Religion, Kultur | Seminar | Dr. Avner Ofrath

Als 2011 in Westeuropa und Nordamerika die Reihe von Demonstrationen, Aufständen und Regierungsstürzen in der arabischen Welt als „der Arabische Frühling“ bezeichnet wurde, wurden somit die europäischen Revolutionen von 1848 – im Englischen und Französischen als Springtime of the Peoples bzw. printemps des peuples bekannt – als historische Vorlage suggeriert. Dabei knüpften die Forderungen nach Teilhabe und Freiheit vor allem an eine lange und vielschichtige Geschichte von Protest und Erneuerung in der arabischen und islamischen Welt – eine Geschichte, die innovative Formen gesellschaftlichen Lebens und politischen Handelns hervorrief- und ruft, und die es in diesem Seminar zu erkunden gilt.

Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft, englischsprachige Texte regelmäßig zu lesen und aktiv mitzudiskutieren. Für Studierende mit Arabischkenntnissen besteht die Möglichkeit, alternative Lektüren mit dem Dozenten zu verabreden und diese in die Diskussionen einfließen zu lassen.
 

Die Geschichte der Maasai im 19. und 20. Jahrhundert | Proseminar | Dr. Norman Aselmeyer

Kennen Sie Kili Paul und Neema? Und wollen Sie mehr über die Geschichte und Kultur ihrer Gemeinschaft erfahren? Dann sind Sie in diesem Seminar richtig.

Kili Paul und Neema gehören zu den Maasai, dem wohl bekanntesten Volk Ostafrikas. In diesem Seminar widmen wir uns der Geschichte und Kultur der Maasai im 19. und 20. Jahrhundert. Mittels übersetzter Interviews, kolonialer Quellen und anderer Medien stecken wir die Maasai-Geschichte und ihre Wandlungen in den letzten beiden Jahrhunderten ab. Dabei lernen wir, wie die Maasai ihre Geschichte erzählen, wie sie historische Zeit einteilen, wie sich ihr Schmuck- und Kleidungsstil entwickelte, wie sehr und unter welchen Umständen der Kolonialismus ihre Kultur verändert hat und was es mit den Maasai-Kriegern auf sich hat. Um dieser Geschichte auch materiell näherzukommen, verbringen wir eine Seminarsitzung im Übersee-Museum, wo wir uns die dortigen Maasai-Artefakte ansehen und mit der Sammlungsleiterin ein Gespräch über Kolonialismus und Sammeln führen. Für weitere Fragen zur Geschichte der Maasai besucht uns im Juli ein Historiker aus Kenia, der selbst Maasai ist und uns Rede und Antwort steht. Neben der inhaltlichen Fokussierung auf die Maasai führt das Seminar in die Geschichte Afrikas und des Kolonialismus ein, bringt Ihnen die Methoden afrikanischer Geschichte näher (bspw. das Handwerkszeug der Oral Tradition) und thematisiert die aktuelle Debatte um kulturelle Sammlungen in europäischen Museen.
 

Die USA im Ersten Weltkrieg | Übung | Prof. Dr. Cornelius Torp
 
Emotionshistorische Perspektiven auf den Ersten Weltkrieg | Übung | Sophia Gröschel

In dieser Übung beschäftigen wir uns mit der Rolle von Gefühlen im Ersten Weltkrieg. Anhand von aktueller Forschungsliteratur und historischen Quellen schauen wir uns an, wie Gefühle des Stolzes, der Ehrhaftigkeit, der Treue und der Liebe im Rahmen des Ersten Weltkriegs mobilisiert wurden. Zudem tauchen wir in die Gefühlswelt der Soldaten ein und betrachten zum einen den soldatischen, zum anderen den kriegspsychiatrischen Umgang mit beispielsweise Angst, Scham und Trauer. Gefühle hatten zudem stets geschlechterspezifische Konnotationen, weshalb wir uns auch mit der Verbindung von Emotionalität, Geschlecht und Sexualität beschäftigen werden. Zuletzt wollen wir uns außerdem mit der Rolle von Gefühlen in der Erinnerung an der Ersten Weltkrieg auseinandersetzen.

Diese Übung setzt die Bereitschaft zum Lesen englischer Texte voraus, da uns dies einen emotionshistorischen Blick über die deutschen Grenzen hinaus auf den Umgang mit Gefühlen im Rahmen des Ersten Weltkriegs in beispielsweise Italien, Frankreich, Russland und Australien ermöglicht.
 

Forschungskolloquium zur Neueren Geschichte | Kolloquium | Prof. Dr. Cornelius Torp

gemeinsam mit Prof. Dr. Rebekka von Mallinckrodt und Prof. Dr. Delia González de Reufels

Programm
 

Geschlechtergeschichtliche Perspektiven auf den Ersten Weltkrieg | Übung | Sophia Gröschel

In dieser Übung beschäftigen wir uns anhand von aktueller Forschungsliteratur und historischen Quellen mit Gender im Ersten Weltkrieg. Zum einen spielten Geschlechterbilder bei der Kriegsmobilisierung der Gesellschaft eine zentrale Rolle. Während Männer beispielsweise als tapfere Beschützer des Heimatlandes dargestellt wurden, appellierte man an Frauen als mütterlich fürsorgliche Krankenschwestern. Zum anderen beschäftigen wir uns damit, wie sich Geschlechterbilder im Ersten Weltkrieg veränderten. Inwiefern veränderten sich Vorstellungen von Männlichkeit, Emotionalität und Sexualität in den Schützengräben? Beförderte der Erste Weltkrieg die Frauenemanzipation? Wie veränderten körperliche und psychische Versehrtheit Männlichkeitsbilder in der Folge des Ersten Weltkriegs?

Damit wir Antworten auf all diese Fragen finden können, setzt diese Übung die Bereitschaft zum Lesen englischer Texte voraus.
 

Globalgeschichte des Ersten Weltkriegs | Vorlesung | Prof. Dr. Cornelius Torp
 
Kolloquium zu Abschlussarbeiten | Kolloquium | Prof. Dr. Cornelius Torp

Im Kolloquium wird Bachelor- und Masterstudierenden, die sich in der Konzeptions- oder Schreibphase ihrer Abschlussarbeit befinden, die Möglichkeit gegeben, ihr Thema und ihre Ergebnisse Mitstudierenden und Betreuenden vorzustellen. Ziel der Veranstaltung ist es, konstruktive Vorschläge und kritische Impulse für die eigene Arbeit zu erhalten. Auch Promotionsprojekte und andere Forschungsvorhaben werden im Kolloquium vorgestellt und diskutiert.
 

Quellen zum Untergang einer Supermacht: Das britische Empire in den 1920er und 1930er Jahren | Seminar | David X. Noack

Das britische Empire hatte in den 1920er und 1930er Jahren eine besondere Rolle: Einerseits war das Vereinigte Königreich die einzige Supermacht ihrer Zeit und andererseits stellte eine Reihe von anderen Mächten – Japan, die USA und die Sowjetunion sowie später auch Italien und Deutschland – die globale britische Dominanz in Frage. Bereits in den 1940er zerfiel das Empire mit der Unabhängigkeit Britisch-Indiens und Großbritannien schrumpfte zu einer Macht zweiten Ranges herab. Das Seminar hat den Fokus, die Erosion des britischen Empires in den Randgebieten zu beobachten und zu analysieren.

Ziel des Seminars ist es, die Studierenden mit verschiedenen Arten von Quellen vertraut zu machen. Bei den zu Quellen handelt es sich um diplomatische und militärische Quellen, Egodokumente von Zeitgenoss*innen, Poster, Zeitungsartikel und politische Reden. Die Quellen sind alle im Internet frei zugänglich oder werden durch den Dozenten für die Studierenden zugänglich gemacht. Über die Quellenarbeit hinaus soll das Seminar ein besseres Verständnis für koloniale, halb-koloniale und post-koloniale Beziehungen vermitteln. Zu guter Letzt sollen die Studierenden mögliche Online-Portale für die wissenschaftliche Recherche – sowohl auf der Suche nach Quellen als auch nach wissenschaftlichen Artikeln und Büchern – kennenlernen.

Die Studierenden werden im Laufe des Seminars keine Vorträge halten, die länger als 10 Minuten dauern. Die Arbeit mit Quellen steht im Zentrum des Seminars und auch der Vorträge. Eine mögliche Form der Prüfung für Bachelor-Studierende ist das Verfassen eines Wikipedia-Artikels.
 

Spuren des Kolonialismus und von widerständiger Geschichte in Bremerhaven | Seminar | Dr. Julia Kahleyß

Die Geschichte des Kolonialismus ist ein noch relativ neues Forschungsgebiet und in der Bremerhavener Geschichtsforschung gerade erst angekommen. Es gibt noch viel Neues zu entdecken. Diese Übung soll erste Ergebnisse und Initiativen aus Bremen und Bremerhaven vorstellen und durch eine Einführung in die Archivarbeit Impulse für eigene Forschungen der Studierenden geben. Vorgesehen ist auch die Lektüre einschlägiger Quellen aus dem Stadtarchiv Bremerhaven. Auf diesem Wege werden Kompetenzen in der Recherche in einem Archiv und Lesekenntnisse in historischen Schriften wie Sütterlin und Kurrent vermittelt.
 

 

Modern History