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Lehre

Lehrgebiet und Schwerpunkte

Der Arbeitsbereich Neuere und Neueste Geschichte beschäftigt sich in der Lehre schwerpunktmäßig mit der Entstehung der modernen Welt. Im Zentrum steht dabei das 19. bis 21. Jahrhundert in deutscher, europäischer und globalhistorischer Perspektive. Zum Einstieg in das Studium erlernen Studierende Grundlagen historischen Arbeitens. Sie beschäftigen sich zudem mit verschiedenen geschichtswissenschaftlichen Disziplinen wie der Wirtschafts-, Politik- und Sozialgeschichte, Kultur- und Mentalitätsgeschichte sowie Geschlechtergeschichte. Ausgehend von den fundamentalen Veränderungen des politischen, ökonomischen und kulturellen Lebens in der Moderne setzt sich unser Lehrangebot anschließend vorwiegend mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen im lokalen, nationalen und globalen Kontext auseinander. Wir beschäftigen uns mit Schlüsselbegriffen und einflussreichen Konzepten der Neueren und Neuesten Geschichte, aber auch mit konkreten historischen Ereignissen und Räumen. So widmeten sich vergangene Lehrveranstaltungen in einem methodisch breit gefächerten Zugriff unter anderem der globalen wirtschaftlichen Vernetzung und der Geschichte des Kapitalismus, den Änderungen unseres Essverhaltens und der Entstehung industrieller Tierhaltung, der Nachgeschichte des europäischen Kolonialismus, der Rolle und Wandelbarkeit von Emotionen sowie Fragen transnationaler Migration.

 

Aktuelle Lehrveranstaltungen

Termine, Ablaufpläne und Veranstaltungsorte (digital / physisch) der Lehre entnehmen Sie bitte Stud.IP.
 
Cities of Tomorrow: The Global History of Urban Planning in the Twentieth Century | Seminar | Norman Aselmeyer

In historiography, the twentieth century is often regarded as a century of planning. This is probably best expressed by urban planning which has become a standard practice and an important political field in all parts of the globe. This seminar explores the global history of urban planning in the twentieth century, focusing in particular on the close link between social and urban planning. Our central question will be how (utopian) ideas of social development have interacted with urban planning visions. A special focus in this seminar will be on colonial urban planning in Africa and Asia.

Participants can take the examination in either German or English.

 

Forschungskolloquium zur Neueren Geschichte | Kolloquium | Prof. Dr. Cornelius Torp

gemeinsam mit Prof. Dr. Rebekka von Mallinckrodt und Prof. Dr. Delia González de Reufels
 

Gewalt- und Kontrollsysteme: Loyalisten in Dekolonisierungskonflikten | Seminar | Yves Schmitz

Vom 18. bis zum 20. Jahrhundert waren Dekolonisierungskonflikte von extremer, bürgerkriegsähnlicher Gewalt geprägt. Loyalisten, also lokale Akteure welche sich auf die Seite der Kolonialmacht stellten, rücken seitens der Forschung in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus, da ihre spezifische Rolle und Funktion viel über die Ziele und das Vorgehen der imperialen und indigenen Akteure dieser Konflikte aussagen kann. In diesem Seminar soll daher die besondere Rolle von indigenen Loyalisten in Dekolonisierungskonflikten in verschiedenen Kolonialreichen in unterschiedlichen Zeiträumen untersucht werden. Als Fallbeispiele dienen vier Konflikte aus dem 18. und 20. Jahrhundert, von den USA über Irland, Algerien bis nach Kenia.
Das Lesen von englischen Texten ist Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar.
 

Markt und Staat in der Moderne | Seminar | Dr. Veronika Settele

Kapitalismusgeschichte hat Konjunktur. Das Seminar schließt sich dem historiografischen Trend an und widmet sich einer zentralen Säule kapitalistischen Wirtschaftens: dem Handel. Anhand des Austauschs von Gütern und Wertpapieren untersuchen wir das Verhältnis von Markt und Staat in der Moderne. Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen grenzüberschreitendem Wirtschaften und staatlichen Reaktionen, die sowohl Einhegungs- als auch Ermöglichungsversuche einschließen. Geografisch konzentrieren wir uns auf Westeuropa, blicken jedoch immer wieder auch nach Nordamerika und in einer Sitzung nach Südamerika.

Der vierstündige Kurs gliedert sich in zwei Teile: In der ersten Hälfte unseres wöchentliches Pensums diskutieren wir die zur Vorbereitung gelesene historische Fachliteratur. In der zweiten Hälfte analysieren wir von Ihnen recherchierte Quellen.
 

Nichts geht mehr! – Geschichte des Glücksspiels vom 19. Jahrhundert bis heute | Proseminar | Sophia Gröschel und Prof. Dr. Cornelius Torp

Wenn beim Roulette keine Einsätze mehr angenommen werden, kommt in deutschen Spielbanken die Ansage: „Nichts geht mehr“. Schaut man sich die Entwicklungen in der Glücksspielindustrie an, so geht hier wiederum so einiges. Aktuell sind insbesondere Debatten um das Livestreamen von Glücksspielen bei Twitch und die bundesweite Legalisierung von Online-Casinos im Sommer 2021 in den deutschen Medien präsent. In diesem Modul verfolgen wir die bewegte Geschichte des Glücksspiels bis ins 19. Jahrhundert zurück. Wir betrachten die historische Entwicklung des Glücksspiels dabei sowohl aus deutscher als auch aus globalgeschichtlicher Perspektive. Die Auseinandersetzung mit der Thematik wirft ein Licht auf verschiedene Kernthemen der Moderne – beispielsweise darauf, wie Freizeit, Geld und Konsum, Glück, Zufall und Risiko sowie Moral, Krankheit und Wirtschaftlichkeit verhandelt wurden. Anhand von Forschungsliteratur sowie historischen Quellen schauen wir uns verschiedene Dimensionen des Glücksspiels in den vergangenen beiden Jahrhunderten an. So bekommen wir einen Einblick nicht nur in Casinos dieser Welt sondern auch in die methodische Vielfalt und verschiedene Perspektiven der Neueren und Neuesten Geschichte.
 

Quellen zu Zentrum-Peripherie-Beziehungen in den 1920er und 1930er Jahren | Seminar | David Noack

Ziel des Seminars ist es, die Studierenden mit verschiedenen Arten von Quellen zu den Zentrum-Peripherie-Beziehungen in den 1920er und 1930er Jahren vertraut zu machen. Darüber hinaus soll das Seminar ein besseres Verständnis für koloniale, post-koloniale und andere Zentrum-Peripherie-Beziehungen vermitteln. Zu guter Letzt sollen die Studierenden mögliche Online-Portale für die wissenschaftliche Recherche – sowohl auf der Suche nach Quellen als auch nach wissenschaftlichen Artikeln und Büchern – kennenlernen.

Bei den zu kennenlernenden Quellen handelt es sich um diplomatische und militärische Quellen, Egodokumente von Zeitgenoss*innen, Poster, Kinofilme, Zeitungsartikel und zeitgenössisches Werbematerial. Die Quellen sind alle im Internet frei zugänglich oder werden durch den Dozenten für die Studierenden zugänglich gemacht.

Als übergeordnetes Thema dienen die Zentrum-Peripherie-Beziehungen in der betrachteten Zeit. Übergeordnete Frage ist, welche Menschengruppen sich wie in den 1920er und 1930er Jahren vom Zentrum in die globale Peripherie fortbewegten und wie das die Gesellschaften in der Peripherie beeinflusste.
 

Street life: Coexistence, protest and violence in the modern city | Seminar | Dr. Avner Ofrath

Cities have long been an important setting of encounter and exchange between different religions, ethnic communities, social classes, and political movements. At the same time, the major currents of the nineteenth and twentieth centuries – capitalism and revolution, religious revival and secularism, colonialism and nationalism – exerted a formidable pressure on the modern city as a stie of encounter. As new political movements emerged and rigid collective identities coalesced, the city became the arena in which new rivalries and antagonisms were played out. Looking at different cities along the shores of the Mediterranean, this seminar explores the various, often conflicting dynamics of coexistence, protest, and violence in the modern age.
 

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