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Lehre

Lehrgebiet und Schwerpunkte

Der Arbeitsbereich Neuere und Neueste Geschichte beschäftigt sich in der Lehre schwerpunktmäßig mit der Entstehung der modernen Welt. Im Zentrum steht dabei das 19. bis 21. Jahrhundert in deutscher, europäischer und globalhistorischer Perspektive. Zum Einstieg in das Studium erlernen Studierende Grundlagen historischen Arbeitens. Sie beschäftigen sich zudem mit verschiedenen geschichtswissenschaftlichen Disziplinen wie der Wirtschafts-, Politik- und Sozialgeschichte, Kultur- und Mentalitätsgeschichte sowie Geschlechtergeschichte. Ausgehend von den fundamentalen Veränderungen des politischen, ökonomischen und kulturellen Lebens in der Moderne setzt sich unser Lehrangebot anschließend vorwiegend mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen im lokalen, nationalen und globalen Kontext auseinander. Wir beschäftigen uns mit Schlüsselbegriffen und einflussreichen Konzepten der Neueren und Neuesten Geschichte, aber auch mit konkreten historischen Ereignissen und Räumen. So widmeten sich vergangene Lehrveranstaltungen in einem methodisch breit gefächerten Zugriff unter anderem der globalen wirtschaftlichen Vernetzung und der Geschichte des Kapitalismus, den Änderungen unseres Essverhaltens und der Entstehung industrieller Tierhaltung, der Nachgeschichte des europäischen Kolonialismus, der Rolle und Wandelbarkeit von Emotionen sowie Fragen transnationaler Migration.

 

Aktuelle Lehrveranstaltungen

Termine, Ablaufpläne und Veranstaltungsorte der Lehre entnehmen Sie bitte Stud.IP.
 
Briefe als Quelle historischen Arbeitens: Erschließung von Bremer Nachlässen des 19. Jahrhunderts | Seminar | Dr. Maria Hermes-Wladarsch

Nachlässe, insbesondere Briefe, sind eine bedeutende Quelle historischen Arbeitens. Die enthaltenen Schriftstücke sind ebenso vielfältig wie die Fragestellungen, die sich aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive an sie richten lassen: Briefe, Urkunden, Tagebücher, Skizzen, Vorlesungsmitschriften etc. sind eine zentrale Quelle für sozialgeschichtliche, mentalitätsgeschichtliche und diskursgeschichtliche Forschungen. Nicht nur durch ihren Inhalt, auch durch ihre Form und ihre Sprache stellen sie erhebliches Erkenntnispotenzial bereit. Damit sind sie häufig die einzigen Zeugnisse, um direkte persönliche Beziehungen in der Vergangenheit und die Art und Weise, wie sie sprachlich zum Ausdruck gebracht wurden, zu rekonstruieren bzw. zu verstehen.

Gleichwohl sind die in Nachlässen enthaltenen Schriftstücke nicht ohne Weiteres zu lesen und zu verstehen. Im Seminar arbeiten wir mit originalen Nachlässen bzw. Nachlassteilen von Bremer Persönlichkeiten, u. a. von Gottfried Menken, Gustav Woldemar Focke und Otto Gildemeister. Wir rekonstruieren Erkenntnispotenziale unterschiedlicher Quellenmaterialien (insbesondere Briefe, Vorlesungsmitschriften, Schülernotizen, Lebensdokumente und Manuskripte) für die Alltags- und Kulturgeschichte Bremens in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Vermittelt werden sollen Kompetenzen in der Recherche und Erschließung von Nachlassmaterialien ebenso wie im Entziffern der Kurrent- bzw. Sütterlinschrift. Ziel des Seminars ist mithin eine Einführung in die Nutzbarkeit von Nachlässen als historische Quelle, die auch im weiteren Studien- und Forschungsverlauf hilfreich sein wird.
 

Das britische Empire zwischen Weltreich und Dekolonisation | Seminar | Prof. Dr. Cornelius Torp

Im Zentrum des Moduls steht die Geschichte des britischen Empire vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Auf dem Höhepunkt seiner Macht umfasste das britische Weltreich ein Viertel der Weltbevölkerung und erstreckte sich über ein Fünftel der Erdoberfläche, seine Basis aber war die unangefochtene Herrschaft auf allen Weltmeeren. Das Modul befasst sich mit der Hochphase des britischen Empire im 19. Jahrhundert ebenso wie mit seinem Niedergang im Zeitalter der Dekolonisation und seinen bis heute reichenden Nachwirkungen. Unser Augenmerk richtet sich dabei auf so unterschiedliche Themen wie die wechselzeitige Bezogenheit von Kolonien und „Metropole“, die verschiedenen Spielarten kolonialer Herrschaft, die Beziehungen von Kolonisatoren und Kolonisierten, anti-kolonialen Widerstand und das Verhältnis von Imperialismus und Kapitalismus.
 

Die Geschichte des Zoos als Spiegel deutscher Geschichte 1844 – 1990 | Seminar | Dr. Veronika Settele

Die Teilnehmer:innen des vierstündiges Kurses lernen anhand der Geschichte des Berliner Zoos Charakterbilder verschiedener historischer Epochen im 19. und 20. Jahrhundert zu erstellen. Dabei steht die Verquickung der allgemeinen deutschen Politik- und Wirtschaftsgeschichte mit der Geschichte des Zoos im Zentrum. Es geht in gleichem Maße darum, anhand der Geschichte des Zoos einen gesellschaftlichen Teilbereich in den breiteren historischen Kontext einzuordnen zu lernen als auch in der Geschichte des Zoos breitere gesellschaftliche Entwicklungen zu dechiffrieren. Konkret geben die räumlichen Anordnungen von Zoos allgemein und die von Tieren in Zoos im Besonderen Aufschluss über gesellschaftliche und kulturelle Ordnungsvorstellungen, die jeweils typisch für einen historischen Zeitabschnitt waren.

Der Kurs baut zu ähnlichen Teilen auf Sekundärliteratur und Primärquellen auf. Die Bereitschaft und die Fähigkeit zur Aneignung fachwissenschaftlicher Texte ist die Voraussetzung für das erfolgreiche Absolvieren des Kurses.
 

Forschungskolloquium | Kolloquium | Prof. Dr. Cornelius Torp

gemeinsam mit Prof. Dr. Rebekka von MallinckrodtProf. Dr. Delia González de Reufels, Prof. Dr. Ruth Schilling, Dr. Ricardo Borrmann, Dr. Sarah Lentz und Dr. Veronika Settele
 

Grundlagen historischen Arbeitens | Seminar | Sophia Gröschel

Das Seminar dient begleitend zur Vorlesung der Einführung in das geschichtswissenschaftliche Arbeiten. Wir beschäftigen uns zunächst mit der Frage, was historische Forschung leisten kann und sollte. Dafür werfen wir einen Blick auf sowohl klassische als auch neue Forschungsfelder der Geschichtswissenschaft. Der Fokus liegt hier in erster Linie auf dem 20. Jahrhundert aus vornehmlich deutscher, aber auch europäischer und globalhistorischer Perspektive. Anhand aktueller Untersuchungen beschäftigen wir uns mit dem Erkenntnisinteresse und den Methoden geschichtswissenschaftlicher Forschung. Anschließend setzen wir uns mit den konkreten praktischen Arbeitsschritten auseinander, die Sie im Laufe Ihres Studiums beim Verfassen von Texten begleiten: Themenfindung und Entwicklung der Fragestellung, Literaturrecherche und Quellenarbeit, effizientes Lesen und wissenschaftliches Schreiben. Der Kurs wirft ein Licht auf die Relevanz und Vielfalt der Geschichtswissenschaft, gibt Ihnen das Handwerkszeug zum historischen Arbeiten mit auf den Weg und ermöglicht es Ihnen, eigene Forschungsinteressen zu entwickeln. Gemeinsam ergründen wir in Bezug auf die Geschichtswissenschaft die drei W-Fragen: Warum? Was? Wie?
 

Kolloquium zu Abschlussarbeiten | Kolloquium | Prof. Dr. Cornelius Torp

Im Kolloquium wird Bachelor- und Masterstudierenden, die sich in der Konzeptions- oder Schreibphase ihrer Abschlussarbeit befinden, die Möglichkeit gegeben, ihr Thema und ihre Ergebnisse Mitstudierenden und Betreuenden vorzustellen. Ziel der Veranstaltung ist es, konstruktive Vorschläge und kritische Impulse für die eigene Arbeit zu erhalten. Auch Promotionsprojekte und andere Forschungsvorhaben werden im Kolloquium vorgestellt und diskutiert.
 

Konsumgeschichte Westeuropas im 19. und 20. Jahrhundert | Seminar | Prof. Dr. Cornelius Torp

Konsumphänomene spielen für die europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts eine zentrale, wenn auch lange Zeit unterschätzte Rolle. Das gilt für Fragen der Existenzsicherung ebenso wie für den „letzten Schrei“ der Warenwelt. In den vergangenen Jahrzehnten hat es einen regelrechten Boom des Interesses an diesem Problemkomplex gegeben – aus einer theoretischen ebenso wie aus einer historischen Perspektive. Das Modul soll zum einen in die theoretischen Grundlagen der Konsumforschung von Horkheimer/Adorno über Bourdieu bis Appadurai einführen. Im Zentrum stehen zum anderen neuere Beiträge der historischen Forschung, welche die Entstehung, Strukturen und Problemfelder der europäischen Konsumgesellschaften analysieren.
 

Theorien politischer Ökonomie in der Geschichtswissenschaft | Seminar | Dr. Veronika Settele

Geschichtswissenschaftliches Nachdenken über Staaten und deren wirtschaftliche Macht in der Moderne zeichnete sich durch eine Verquickung mit ökonomischen Theorien, die seit dem 16. Jahrhundert formuliert worden waren, aus. Wir verfolgen die Genese, Variation und auch das Verschwinden mancher Theorien politischer Ökonomie seit dem 17. Jahrhundert, wobei der zeitliche Schwerpunkt des Seminars auf geschichtswissenschaftlichen Arbeiten des 20. und 21. Jahrhunderts liegt. Zentrale ideengeschichtliche Stationen sind Montesquieu, Smith, Weber, Sombart, Wallerstein oder Inikori. Der anspruchsvolle Lektürekurs setzt die Bereitschaft zur vertieften Auseinandersetzung mit sowohl theoretischer als auch empirischer Literatur voraus.
 

 

Modern History