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Geschichte Lateinamerikas

Lateinamerika als Geschichtsraum

Seit 2004 ist die Geschichte Lateinamerikas als historische Teildisziplin an der Universität Bremen durch eine eigene Abteilung vertreten. Sie vermittelt die Geschichte des amerikanischen Doppelkontinents in ihrer ganzen Breite und ihren vielfältigen Verbindungen zu anderen Weltregionen und Geschichtsräumen. Der geografische Schwerpunkt liegt auf dem spanisch-sprachigen Amerika und der Karibik.

Die historischen Entwicklungen der „Neuen Welt“ sind durch folgende Phasen und Tendenzen gekennzeichnet: Der Eroberungsphase („Conquista“), die mit der so genannten Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492 beginnt und ca. 1570 endet, folgte die Kolonialzeit mit etablierten Vizekönigreichen. In dieser Epoche bildete sich die neue spanisch-amerikanische Gesellschaft heraus, zugleich wurden eigene politische Strukturen und Formen der Verwaltung entwickelt. Bildende Kunst, Literatur und Musik, die in enger Verbindung zu den europäischen Vorbildern standen und doch als „amerikanisch“ zu erkennen sind, bildeten sich ebenfalls heraus. Das gilt mit Nachdruck auch für das portugiesische Amerika. Mit dem Ziel, der komplexen Realität des frühneuzeitlichen Amerika gerecht zu werden, beschritten die neuen Gesellschaften eigene Wege ohne die historischen Verbindungen aufzugeben. Die Zeit der Emanzipation, deren Anfänge in der neueren Forschung ab der Mitte des 18. Jahrhunderts aufgesucht werden, dauerte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts an. Den heftigen Kämpfen um die Unabhängigkeit, deren Ergebnis die heutigen (National-)Staaten sind, folgte die Erfahrung der Fragilität der neuen Nationalstaatlichkeit. Modernisierungsbestrebungen, die im Verlaufe des 19. Jahrhunderts durch Globalisierung vertieft und beschleunigt wurden, prägten diese Zeit maßgeblich. Im Zeitalter der europäischen Massenmigration wurde Lateinamerika zum Ziel europäischer Zuwanderer, deren transatlantischer Migration zumeist schon Wanderungsbewegung innerhalb ihrer Heimatländer und innerhalb Europas vorausgegangen war. Der Erste Weltkrieg, die Zeit der Weltwirtschaftskrise und die 1930er Jahre schließlich bezeugten das Ausmaß der Verflechtung mit Europa und den USA, die in gewisser Weise unumkehrbar waren. Dennoch gab es erneut lateinamerikanische Aufbrüche und Gegenentwicklungen. Das 20. Jahrhundert ist in besonderem Maße ein Jahrhundert der Extreme – zwischen Aufbruch aber auch Diktatur und Gewalt, Demokratisierung und Vergangenheitsbewältigung- und geprägt durch den Kalten Krieg, der in Lateinamerika vielfach ein „heißer“ war.

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Die Website der Geschichte Lateinamerikas findet sich hier: https://www.uni-bremen.de/geschichte-lateinamerikas 

Aktualisiert von: M.Fritzsche