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Lehre

Sommersemester 2021

Doing Public History

Welche beruflichen Möglichkeiten gibt es für Geschichts-Studierende jenseits von Universität und Schule? Was können sie bereits während des Studiums tun, um danach ihren Traumjob als Rechercheur*in, Redakteur*in oder Referent*in zu bekommen? Diese und andere Fragen rund um die Themen Praxis- und Berufsorientierung für Historiker*innen diskutieren Sie mit Vertreter*innen verschiedener Arbeitsfelder. Die Praktiker*innen aus Bremen, Hamburg, Lübeck und Berlin erzählen von ihren Berufswegen und ermöglichen Ihnen Einblicke in so unterschiedliche Arbeitsfelder wie Archiv, Agentur, Gedenkstätte und Museum. Alle Interessierte sind willkommen, auch zu einzelnen Sitzungen. Wir informieren Sie auf unserer News-Seite wöchentlich über die einzelnen Veranstaltungen.

Was ist Oral History?

Oral History-Interviews sind audio- oder audiovisuelle Befragungen oder Gespräche mit Zeitzeug*innen, bei denen das subjektive Erleben der Menschen im Vordergrund steht. Oral History ist eine Methode, die sich in der deutschen Geschichtswissenschaft mittlerweile einen Platz erkämpft hat. Die Public History verwendet Oral History-Interviews nicht nur als Quelle, sondern nutzt sie auch für die Vermittlungsarbeit. Hierfür produzieren Public Historians ihre Quelle mitunter selbst – eine Vorgehensweise, die die Kritik an der „Erfahrungswissenschaft“ (Alexander von Plato) erneut aufleben lässt. In der Blockveranstaltung lernen Sie nach einer theoretischen Annäherung verschiedene Oral History-Projekte kennen; dabei liegen die thematischen Schwerpunkte auf der Industriekultur des Ruhrgebiets und der Solidarność-Bewegung.

Bahlsen, Oetker und Co.

Der Umgang von Unternehmen mit ihrer Vergangenheit ist bis heute nicht immer offen und transparent, vor allem wenn es um Kriegswirtschaft, Zwangsarbeit oder „Arisierungen“ geht. Die Seminarteilnehmer*innen beschäftigen sich mit diesen Themen exemplarisch anhand mikrohistorischer Untersuchungen zu Familienunternehmen wie Freudenberg, Merck oder Oetker. Der Fokus der Veranstaltung liegt auf den Kontinuitäten und Brüchen mittelständischer Unternehmen mit ihrer NS-Vergangenheit seit 1945: Wie verlief die „individuelle Vergangenheitsbewältigung ökonomischer Eliten“ (Grieger 2019)? Wie sieht die Vergangenheitsbearbeitung der in der Regel inhabergeführten Unternehmen heute aus? Halten sie an Entlastungsnarrativen fest oder folgen sie einem kritischeren Gegennarrativ? Welche Unterstützung und Vermittlungsarbeit können dabei Historiker*innen leisten?

Wintersemester 2020/21

Ein Bild vom Logo der Public History Bremen

Was ist Public History?

Geschichte, Konzeptionen und methodische Zugänge

Geschichte in der Öffentlichkeit boomt. Öffentliche Geschichtsdarstellungen in unterschiedlichsten Medien werden beobachtet und analysiert. Geht es um Geschichte in der Öffentlichkeit und für die Öffentlichkeit, hat sich international die Bezeichnung „Public History“ eingebürgert, in Deutschland wird äquivalent von „Angewandter Geschichte“ gesprochen, in Bremen von „Geschichte in der Öffentlichkeit“. Doch was genau wird mit diesen Begriffen eigentlich beschrieben? Die Seminarteilnehmer*innen fragen nach den zentralen Begriffen, Theorien und Methoden einer „Public History“, die sich als Subdisziplin der Geschichtswissenschaft versteht, und entwickeln diese für das „Bremer Modell“ weiter. Ziel des Seminars ist es, Theorien der „Angewandten Geschichte/Public History“ auf ihre Praxistauglichkeit hin zu untersuchen und die Studierenden darüber hinaus auf ihre Rolle als Vermittler*innen von akademischer Geschichtswissenschaft mit praxeologischer Geschichtsvermittlung vorzubereiten.

Ein Bild von einer Gesichtsmaske

50 Jahre Universität Bremen

Die Geschichte der Universität in 280 Zeichen

Aufbauend auf den vorangegangenen Seminaren zur 50-jährigen Geschichte der Universität Bremen im Jahr 2021 twittern die Seminarteilnehmer*innen in diesem eigenständigen Praxismodul Bremer Universitätsgeschichte(n). Nach einem Überblick zur Universitätsgeschichte und ihren Quellen und einer Einführung in autoChirp für Twitter werden Daten, Themen und Bilder für die Timeline zum Universitätsjubiläum ausgewählt. Ziel des Seminars ist es, gemeinsam eine Twitter-Timeline zu entwickeln, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Universität im Jubiläumsjahr genutzt werden kann. Darüber hinaus lernen die Student*innen, soziale Medien im akademischen Kontext anzuwenden, vertiefen dabei ihre Kompetenzen, Wissenschaftsgeschichte in die Öffentlichkeit zu vermitteln und erweitern ihr Wissen über die Geschichte der Universität Bremen.

Ein Foto, auf dem ein Fenster des Arolsen Archives abgebildet ist.

Lernort Online-Archiv

Arolsen Archives — International Center on Nazi Persecution

Im Mai 2019 startete das Online-Archiv der Arolsen Archives – International Center on Nazi Persecution. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von den Alliierten als International Tracing Service (ITS) im hessischen Arolsen eingerichtet, um die Schicksale von Verfolgten des NS-Regimes zu klären, hat sich die Einrichtung zu einem Dokumentations-, Informations- und Forschungszentrum zur Geschichte von NS-Verfolgung, NS-Zwangsarbeit und der Shoah entwickelt und gehört seit 2013 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Heute werden aus den Dokumenten alle Inhalte erfasst, die für Suche, Dokumentation, Forschung und Bildung interessant sein könnten – bei rund 30 Millionen Originaldokumenten eine gigantische Aufgabe. Anhand von Listenmaterial aus Konzentrationslagern werden im Seminar Schicksale von NS-Verfolgten recherchiert und Vermittlungstools entwickelt, die einer breiten Öffentlichkeit Möglichkeiten des aktiven Gedenkens bieten. Ziel des Seminars ist es, Wissen über NS-Verfolgung in die heutige Gesellschaft zu bringen und einen Beitrag zu den aktuellen Debatten um Erinnerung und Rassismus zu leisten.

Aktualisiert von: Anna Leinen