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Course Catalog

Study Program SoSe 2022

Germanistik Fachwissenschaften/Fachdidaktik, M.Ed.

Show courses: all | in english | for older adults | with sustainable development goals

Master of Education (M.Ed.) 2.0

Masterstudiengänge "Lehramt an Gymnasien und Oberschulen" (im Anschluss an die Lehramtsoption im BA 2.0 Germanistik/Deutsch) sowie "Lehramt an Grundschulen" bzw. "Lehrämter inklusive Pädagogik/Sonderpädagogik und Grundschule" (im Anschluss an den BA Bildungswissenschaften im Primar- und Elementarbereich)

Vgl. die entsprechenden Studienverlaufspläne unter
http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/med2/verlauf.aspx

A13 Literaturwissenschaft: Projekt: 'Gegenwartsliteratur' Wahlpflichtmodul 6 CP / 4 SWS

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Thomas Althaus, Kontakt: talthaus@uni-bremen.de

Das Modul "A13 Literaturwissenschaft: Projekt 'Gegenwartsliteratur' " findet regelmaessig im Sommersemester statt; es besteht aus 2 verpflichtenden Veranstaltungen zu je 2 SWS und schliesst mit einer kleinen Hausarbeit oder muendlichen Pruefung im Zusammenhang mit einer der beiden Veranstaltungen ab.

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ba2/module/pdf/A13.pdf
Course numberTitle of eventLecturer
10-79-4-A13-01Heimat im aktuellen deutschen Roman
"Heimat" in the contemporary German novel

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed 12:15 - 13:45 GW2 B1400 NUR Mi. - So. (2 Teaching hours per week)

Additional dates:
Wed 18.05.22 12:30 - 13:45 GW2 B1400 NUR Mi. - So.

Der Begriff der Heimat muss im deutschen Sprach- und Kulturraum sicherlich als belastet gelten, weil er im frühen 20. Jahrhundert mit völkischer Ideologie aufgeladen und dann im Nationalsozialismus entsprechend besetzt worden ist. Der Begriff wurde deshalb, gerade in Verbindung mit Literatur, nach 1945 lange Zeit vermieden, im Osten wie im Westen.

Spätestens seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts und wohl verstärkt seit der deutschen Wiedervereinigung gibt es aber immer wieder Erzähltexte, insbesondere Romane, die (a) einer bestimmten, konkret identifizierbaren Region zugeordnet werden können, der (b) eine identifikatorische Funktion (für Figuren, Erzählinstanzen und/oder das Lesepublikum) zugeschrieben werden kann. Sie befassen sich also, so könnte man sagen, mit so etwas wie Heimat.

So zu beschreibende Romane bilden den Gegenstandsbereich unseres Seminars. Dieses zielt darauf ab, solche Romane zu untersuchen und zu interpretieren, vor allem darauf hin, welche Rolle für sie der regionale und der identifikatorische Bezug spielen – und inwieweit es dann vielleicht sinnvoll ist, von einem (neuen) Heimatroman zu sprechen.

Die (vorläufige) Lektüreliste sieht wie folgt aus. Ich habe Romane ausgewählt, die einschlägig sind, die ich kenne und mag und die im Buchhandel verfügbar sind:

Jens Sparschuh: Der Zimmerspringbrunnen. Ein Heimatroman [1995]

Frank Schulz: Kolks blonde Bräute. Eine Art Heimatroman [1999]

Andreas Maier: Wäldchestag [2000]

Sven Regener: Herr Lehmann [2001]

Regina Scheer: Machandel [2014]

Dörte Hansen: Altes Land [2015]

Ein detailliertes Seminarprogramm werde ich im Laufe der Semesterferien in Stud.IP bekannt geben.

Als Prüfungsformen sind im Modul A13 die kleine Hausarbeit und die mündliche Prüfung vorgesehen. Beide werden auch im Zusammenhang mit diesem Seminar angeboten.

Das Seminar soll nach Möglichkeit in Präsenz stattfinden, natürlich nur, wenn die Infektionszahlen bzw. die Maßnahmen, diese zu minimieren, das zulassen.

Dr. Uwe Spörl

A16 Deutsche Literaturwissenschaft vertieft Wahlpflichtmodul 6 CP / 4 SWS

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Axel Dunker, Kontakt: adunker@uni-bremen.de

Die Lehrveranstaltungen, typischer Weise Seminare, entstammen dem Spezialisie-
rungsbereich „Neuere deutsche Literatur und Ästhetik“ des Master Germanistik.
Aus dem Veranstaltungsangebot sind Veranstaltungen im Umfang von 4 SWS auszuwählen.

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ba2/module/pdf/A16.pdf
Course numberTitle of eventLecturer
10-M79-B1-4Die Antike der Kunstperiode

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed 18:00 - 20:00 SFG 1080

Als „Kunstperiode“ bezeichnete Heinrich Heine in der Rückschau die Zeit von ca. 1770 bis 1830. In der Literaturgeschichtsschreibung hat sich der Begriff mittlerweile als neutralerer Begriff neben engeren Bezeichnungen wie ‚Goethezeit‘; ‚Klassik‘, ‚Romantik‘ o.ä. etabliert. Heine zielte mit der Bezeichnung in durchaus kritischer Absicht auf die Autonomie-Setzung von Kunst in Abgrenzung von den Sphären der Politik und der Geschichte, wie sie viele Positionen der betreffenden Zeit kennzeichnet. Gerade das Verhältnis zur Geschichte ist um 1800 allerdings im Rahmen allgemeiner Beschleunigungs- und Verzeitlichungserfahrungen auch für die ästhetische Reflexion bedeutsam. Deutlich wird dies am Zugriff auf die Antike, deren normativer Status eingedenk ihrer historischen Entfernung in unterschiedlicher Weise diskutiert wird. Die Spannung zwischen einer historisierten Antike und ihrer Funktion für die Gegenwart, zwischen zeitlosem Kunstideal und historisch gefassten Ästhetiken werden wir im Seminar anhand unterschiedlicher Texte (u.a. Winckelmann, Goethe, Schiller, Moritz, Fr. Schlegel und Hölderlin), betrachten, um die Funktion des Antike-Bezugs für die ‚Kunstperiode‘ herauszuarbeiten und zu sehen, welche Antike sich wie in diesem Bezug konstituiert.

Dr. Jan Gerstner
10-M79-B2-3Kriegszeit Barock

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Tue 14:15 - 15:45 GW2 B1400 NUR Mo. + Di. (2 Teaching hours per week)

Städte, dem Erdboden gleichgemacht, wie Magdeburg 1631: Was wir heute in Europa neu erleben müssen, führt Martin Opitz mit seiner Seneca-Übertragung „Trojanerinnen“ (1625), dem ersten barocken Trauerspiel, auf die Urszene der Kriegszerstörung und Ausrottung in der westlichen Welt zurück. Handlung gibt es in dieser Tragödie über das ruinierte Troja nur noch so, dass „ein Leydt das andre treibt“. Das Seminar „Kriegszeit Barock“ ersetzt aus aktuellen Gründen eine andere Lehrveranstaltung zu Erscheinungsformen absoluter Poesie um 1800. Jetzt geht es um die Rekonstruktion literarischer Erfahrung unter den Bedingungen eines Krieges „30. geschlagener Jahr aneinander“ (Wenzel Scherffer von Scherffenstein). Behandelt werden Kriegsberichte, Zeitgedichte (Epigramme, Sonette, Lieder), jene Opitz-Tragödie und Grimmelshausens „Der Abentheurliche Simplicissimus Teutsch“ (1668) (jeweils in Auszügen) und mit dem „Scherz-Spiel“ „Horribilicribrifax Teutsch“ (1663) eine Nachkriegskomödie des Andreas Gryphius.

Prof. Dr. Thomas Althaus
10-M79-B2-4Die leichte Muse – das kulturkritische Kabarett und der Aufbruch ins 20. Jahrhunderts

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu 18:15 - 19:45 GW2 B2890 SFG 1010 (2 Teaching hours per week)

Das Kabarett der Jahrhundertwende 1900 bezeichnet sich in fröhlicher Selbstverwerfung als „Tingeltangel“. Nach dem Erfolg der ersten Kabarettbühnen im zwielichtigen Milieu des Pariser Montmartre setzt sich die leichte, die ‚zehnte Muse‘ der Kleinkunst schnell auch in den deutschen Metropolen Berlin und München durch. Die Chansons, szenischen Arrangements, Parodien und Rezitationen überbieten sich gegenseitig in Anzüglichkeiten. Andererseits hat die flachste Pointe immer noch einen Akzent von radikaler Zeitkritik und Verwerfung des Kulturbetriebs. Das Kabarett ist als „Brettl“ nur die Subkultur der Spelunken, und als „Überbrettl“ ist es aller bisherigen Kunst enthoben wie bei Nietzsche der „Übermensch“ allen Maßstäben bisherigen Seins. – Das Seminar untersucht die Frühentwicklung des Kabaretts bis zum Ende des I. Weltkriegs. An den Widersprüchen dieser Entwicklung markiert es den schwierigen Einstieg in die Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Behandelt werden Texte u.a. von Otto Julius Bierbaum, Peter Hille, Klabund, Christian Morgenstern und Frank Wedekind.

Prof. Dr. Thomas Althaus

A17 Ältere deutsche Literaturwissenschaft vertieft Wahlpflichtmodul 6 CP / 4 SWS

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Elisabeth Lienert, Kontakt: elienert@uni-bremen.de
fuer Fragen der Notenverwaltung ausschliesslich biskup@uni-bremen.de

Aus dem Veranstaltungsangebot sind Veranstaltungen im Umfang von
mindestens 4 SWS auszuwählen.

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ba2/module/pdf/A17.pdf
Course numberTitle of eventLecturer
10-M79-A1-2Semiotik des Körpers in der Vormoderne

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Tue 12:15 - 13:45 GW2 A4020 (2 Teaching hours per week)

Das Seminar behandelt Ästhetik und Semiotik vormoderner Körper in Bild und Text. Wir untersuchen Körperkonzeptionen und Körperzeichen vom repräsentativen Abbild bis zur Stigmatisierung. Beleuchtet werden insbesondere solche Körper, die abweichen vom Ideal: beeinträchtigte, monströse, hässliche Körper in Mittelalter und Früher Neuzeit, für die ganz unterschiedliche Sinnzuschreibungen erkennbar sind. Damit steht das Seminar im Kontext von Körpertheorien und Disability History der Vormoderne.

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock
10-M79-A2-2Vermittlung des literarischen Erbes der Vormoderne

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Fri 10:15 - 11:45 MZH 1460 MZH 1100 MZH 6200 (2 Teaching hours per week)
Dr. Jana Jürgs

B11 Historische Sprachwissenschaft Wahlpflichtmodul 6 CP 4 SWS

Modulbeauftragte: Dr. Andreas Jaeger, Kontakt: anjaeger@uni-bremen.de

Das Modul \"B11 Historische Sprachwissenschaft\" besteht aus 2 verpflichtenden Veranstaltungen zu je 2 SWS. Es findet regelmaessig im Sommersemester statt und schliesst mit einer Klausur (90 Minuten) oder muendlichen Pruefung zu einer der beiden Einzelveranstaltungen ab.

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ba2/module/pdf/B11.pdf
Course numberTitle of eventLecturer
10-79-4-B11-1Einführung in die Onomastik
Beginn am 3. Mai

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 3) Tue 14:15 - 15:45 NW2 C0300 (Hörsaal 2) (2 Teaching hours per week)

Die Namenkunde nimmt in der linguistischen Forschung als sprachwissenschaftliches und historisches Fach eine Sonderstellung ein. Trotz zahlreicher interdisziplinärer Bezüge ist die Onomastik in erster Linie eine sprachwissenschaftliche Disziplin, in welche das Seminar einführt. Dabei stehen folgende Themen im Fokus: Das Verhältnis von Nomen appellativum und Nomen proprium, Lautung, Formenlehre, Wortbildung und Motivation der deutschen Eigenamen, Alteuropäische Hydronymie, Personennamen, Ortsnamen, Tiernamen, Objektnamen, Ereignisnamen, Phänomennamen. Das Seminar gibt einen Überblick über die verschiedenen Felder der Namenkunde und geht in den Einzelsitzungen auf die verschiedenen Namenarten ein.

Achtung: Beginnt erst am 3. Mai 2022!

PD Dr. Barbara Aehnlich
10-79-4-B11-2Die Personennamen des Deutschen
Beginn am 3. Mai

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 3) Tue 16:15 - 17:45 GW2 B1400 NUR Mo. + Di. NW2 C0300 (Hörsaal 2) (2 Teaching hours per week)

Dieses Seminar legt den Fokus auf die Personennamen des Deutschen. Die Seminarteilnehmer/innen befassen sich mit der historischen Überlieferung und wissenschaftlichen Erschließung deutscher Personennamen. Unter anderem werden folgende Themen zu bearbeiten sein: Methodik der Namenkunde; das Verhältnis von Nomen appellativum und Nomen proprium, Geschichte der Personennamenforschung, Lautung, Formenlehre, Wortbildung und Motivation der deutschen Personen, Rufnamen, Familiennamen, Familiennamengeographie, Namensoziologie, Namenmoden, Literarische Onomastik.

Achtung: Beginnt erst am 3. Mai 2022!

PD Dr. Barbara Aehnlich
10-79-4-B11-3Althochdeutsch
Beginn am 4. Mai

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 3) Wed 08:15 - 09:45 GW1 A0150 (2 Teaching hours per week)

Ohne Kenntnis der älteren Sprachstufen des Deutschen ist ein wissenschaftliches Verständnis der Strukturen auch des gegenwärtigen Deutschen nicht möglich, weil jede Sprache ihrer Seinsweise nach ein historisches, das heißt an den Menschen und seine Geschichte gebundenes Phänomen ist, das in jeder Synchronie die Ergebnisse jahrhunderte- und jahrtausendealter Entwicklungen mit sich führt.
Der Schwerpunkt des Althochdeutsch-Seminars liegt nach einer Einführung in die indogermanischen und germanischen Grundlagen des Deutschen auf der Erarbeitung der morphologischen Systeme der Hauptwortarten und der grundlegenden Verhältnisse im Konsonantismus und Vokalismus in der frühesten Sprachstufe des Deutschen, Althochdeutsch, die auch an ausgewählten Quellentexten erarbeitet wird. Dabei wird zugleich die sprachliche und literarische Überlieferung des ältesten Deutsch in ihrem geschichtlichen Zusammenhang vorgestellt.

Achtung: Beginnt erst am 4. Mai 2022!

PD Dr. Barbara Aehnlich

GR5 Vertiefung Literatur (professionsbezogen) Pflichtmodul (im „großen“ Fach) / Wahlpflichtmodul (im „kleinen“ Fach) 6 CP / 4 SWS

Modulbeauftragter: Stefanie Jakobi, Kontakt: jakobist@uni-bremen.de

Das Modul "GR5 Vertiefung Literatur (professionsbezogen)" besteht aus 2 verpflichtenden Veranstaltungen zu je 2 SWS. Es findet regelmaessig im Sommersemester statt und schliesst mit einer Praesentation oder kleinen Hausarbeit im Zusammenhang mit einer der beiden Lehrveranstaltungen ab.

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ba2/module/pdf/GR5.pdf
Course numberTitle of eventLecturer
10-79-5-GR5-01Von wilden Hühnern, Geisterrittern und Tintenherzen – Cornelia Funkes Werke

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Tue 16:15 - 17:45 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum) (2 Teaching hours per week)

Cornelia Funkes kinder- und jugendliterarisches Werk, zuletzt mit dem Sonderpreis Gesamtwerk des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet, ist gekennzeichnet durch komplexe Erzählformen – intermediale und intertextuelle Bezüge, Metalepsen und Zeitsprünge, um nur einige zu nennen. Diesen Erzählformen soll im Rahmen des Seminars nachgespürt werden.

Dr. Stefanie Jakobi
10-79-5-GR5-02Zugehört – Das Kinder- und Jugendhörspiel

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Tue 14:15 - 15:45 (2 Teaching hours per week)

Kleine Hexen aus Neustadt, die TKKG-Freunde aus der Millionenstadt oder auch die Fünf Freude auf ihren zahlreichen Abenteuern – diesen unterschiedlichen Figuren wird sich das aus Seminar aus verschiedenen Blickwinkeln widmen.
Neben der narratologischen Analyse der Hörspiele stehen vornehmlich kritische Lektüren im Fokus des Seminars.

Dr. Stefanie Jakobi
10-79-5-GR5-03Bullerbü im Möwenweg? Kirsten Boie und die Tradition der Kinderumweltgeschichte
Blockseminar

Seminar (Teaching)

Additional dates:
Tue 12.04.22 - Thu 14.04.22 (Tue, Wed, Thu) 10:00 - 18:00 GW2 B3850

Das Seminar fokussiert Kirsten Boies Geschichten rund um den Möwenweg und sucht intertextuelle Bezüge auf Astrid Lindgrens Geschichten um die 'Kinder von Bullerbü' und das Genre der Kinderumweltgeschichte auszustellen. Für das Seminar wird 'Wir Kinder aus Bullerbü', 'Mehr von uns Kindern aus Bullerbü' und 'Wir Kinder aus dem Möwenweg', 'Sommer im Möwenweg' sowie 'Ostern im Möwenweg' als bekannt vorausgesetzt.

Dr. Stefanie Jakobi
10-79-5-GR5-04'How not to talk about sexual abuse?' – Inszenierungen sexueller Gewalt in Kinder- und Jugendmedien

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Tue 18:15 - 19:45 GW2 B2890 (2 Teaching hours per week)

Die letzte Folge der populären und in Bezug auf den Umgang mit sexueller Gewalt durchaus gelobten Jugendserie (vgl. Wilz 2020, 30) 13 Reasons Why bietet dem primären Antagonisten der ersten Staffel und mehrfachen Vergewaltiger Bryce narrativen Raum und lässt ihn, wenn auch nur als Geist zu einem seiner Opfer sprechen. Der Täter erhält damit nicht nur narrativen Raum und eine Stimme – ein Privileg, das dem Opfer Hannah auch als Geist nicht gegeben ist –, sondern er wird auch vielmehr als Grund benannt, warum die Überlebenden zueinander gefunden hätten. Gewalt wird somit als eine Grundlage für zwischenmenschliche Beziehungen inszeniert (vgl. Yorkey 2020). Das geplante Seminar sucht narratoästhetische Repräsentationsstrategien für sexuelle Gewalt und Trauma zu diskutieren und ausblicksartig an Tendenzen in populäre Medien für ein jugendliches Publikum anzuknüpfen.
TW: Es kommt in manchen der Texten zu durchaus drastischen Darstellungen.

Dr. Stefanie Jakobi
10-79-5-GR5-05Von Klimaaktivistinnen und Umweltschützern – Umweltschutz in den Kinder- und Jugendmedien aus intersektionaler Perspektive
Blockseminar

Seminar (Teaching)

Additional dates:
Wed 20.04.22 16:00 - 18:00 IW3 0330
Sat 25.06.22 - Sun 26.06.22 (Sun, Sat) 10:00 - 18:00 MZH 1460
Wed 20.07.22 16:00 - 18:00 IW3 0330

Claudia Schmitt und Christiane Solte-Gresser betonen, dass „[n]ur wenige gesellschaftspolitische Fragen […] seit Jahren derart im Fokus des allgemeinen öffentlichen und wissenschaftlichen Interesses [stehen] wie ökologische Phänomene“ (Schmitt/Sollte-Gresser 2017: 13) und weisen literarischen Texten in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle zu (vgl. ebd. 16). An dieses Diktum knüpft der geplante Beitrag an, rückt jedoch dezidiert das kinder- und jugendliterarische Subsystem in den Blick, bestimmt doch Julia Hoffmann, dass der „der Einfluss von Kinderliteratur auf unseren Bezug zur Natur und unser Verständnis von Natur immens“ (Hoffmann 2010: 35) sei. Die exemplarische Analyse des figuralen Motivs der Umweltschützer:in in kinder- und jugendliterarischen Texten, die zwischen 1990 und 2020 entstanden sind, soll die Bedeutung eines intersektionalen (siehe Benner 2016; Walgenbach 2012) bzw. interdependenten Zugriffes für ökologiekritische Lesarten aus- und darüber die Frage nach dem möglichen Beitrag von Kinder- und Jugendliteratur für den ökokritischen Ansatz neu stellen.

Dr. Stefanie Jakobi
10-79-5-GR5-06Sonne, Abenteuer, Sommerferien – Das temporale Motiv der Sommerferien in den Kinder- und Jugendmedien

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed 08:15 - 09:45 GW2 B2890 (2 Teaching hours per week)

Immer wieder erleben kindliche und jugendliche Figuren Abenteuer in den Sommerferien - im Schwimmbad, auf Wanderreise, Bootstour oder mit dem Interrail-Ticket. Das Seminar will dieses zentrales Motiv der Kinder- und Jugendmedien untersuchen und seine unterschiedlichen Inszenierungsformen ausstellen.

Dr. Stefanie Jakobi
10-79-5-GR5-07Golem-Erzählungen in der KJL
Blockseminar

Seminar (Teaching)

Additional dates:
Wed 11.05.22 10:00 - 12:00 GW2 B1216
Fri 10.06.22 14:00 - 18:00 GW2 B1170
Sun 12.06.22 10:00 - 19:00 MZH 1450
Sun 19.06.22 10:00 - 19:00 MZH 1450

Der Golem, ein künstliches, aus Lehm erschaffenes Wesen, findet seine erste Erwähnung in den Schriften der jüdischen Mystik. Mit dem 19. Jahrhundert erlangten die Sagen um den Prager Golem und seinen Schöpfer Rabbi Löw eine weitere literarische Bekanntheit und wurden u.a. durch die deutschen Romantiker aufgegriffen. Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden mit Gustav Meyrinks fantastischem Roman "Der Golem" und den Paul-Wegener-Filmen (u.a. „Der Golem, wie er in die Welt kam“, 1920) Adaptionen des Stoffes, die die populäre Wahrnehmung der Figur bis heute prägen. Der Golem der Moderne spiegelt nicht nur die Angst vor Verstädterung und vermeintlich fremden kulturellen Einflüsse wider, sondern auch die Ambivalenz von Technik und Magie. Als eine Form künstlicher Intelligenz wirft er grundsätzliche Fragen bezüglich individueller Handlungsfreiheit, der Existenz einer Seele und der Möglichkeiten und Gefahren menschlichen Handelns und Forschens auf.
Das Seminar befasst sich mit kinder- und jugendliterarischen Bearbeitungen des Golemstoffs. Dabei werden wir uns sowohl mit den unterschiedlichen überlieferten Versionen der Sagen um den Prager Golem und den Maharal befassen als auch deren Verarbeitung in neueren Werken der KJL.

Dr. Hadassah Stichnothe
10-79-5-GR5-08Dramatis personae 2.0 – Grafische Figurenkonstellation(en) in Kinderliteratur und -medien

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Tue 12:15 - 13:45 SFG 1040 (2 Teaching hours per week)

Im Gegensatz zur Großepik, dem historischen Roman, dem bürgerlichen Trauerspiel zeichnen sich (zeitgenössische) kinderliterarische Texte (auch Serien- und Gameintros, Hörspielbooklets etc.) hinsichtlich der auftretenden Figuren und deren Konstellation(en) z.B. durch einen in der Regel reduzierten Personenkreis aus, durch tendenziell eher psychologisierte, runde Haupt- vs. typisierte Nebenfiguren und Bösewichte, generell häufige Gut-böse-Oppositionen und, zumindest seit einigen Jahren, auch durch grafische Figurenkonstellation(en) – und darum soll es gehen!
Was dem Drama die Dramatis personae, ist in den Beispielen, denen wir uns im Seminar widmen werden, visuell organisiert. Und was auf den ersten Blick wie eine komplexitätsreduzierte Schmalspurversion einer Steckbriefliste anmutet, weist bei näherer Betrachtung weit darüber hinaus. Die grafischen Arrangements listen nämlich nicht nur alle Handelnden und weisen ihnen ihre „Namen […], Berufsbezeichnungen […], Geschlechts- und Altersbezeichnungen […], Bezeichnungen der Familienrolle […] oder Bezeichnungen ihres Standes“ (Anz 2007: 123) zu, berücksichtigen auch sonst unter ferner liefen wandelnde Rand- und Kollektivfiguren und verbinden bereits erste Figurengruppen, sondern greifen darüber hinaus wichtige Handlungsepisoden proleptisch auf, führen handlungstragende und/oder symbolische Gegenstände von zentralem Interesse ein. Zudem warten die elaborierteren Beispiele grafischer Figurenkonstellation(en) mit der Präsentation rekurrenter Handlungsorte und Topografien auf, charakterisieren vorab durch sprechende Namen (telling names) die Figuren und lassen erste Rückschlüsse auf deren Milieu und ihre Funktion im Text/Artefakt zu.
Diese grafische Makrostruktur präformiert also bereits vor dem ersten gelesenen Satz/gehörten, gespielten oder gesehenen Sequenz den in der Diegese obwaltenden Gesellschaftsentwurf und den Handlungsspielraum ihrer fiktionalen Bewohner*innen und sagt etwas über deren Relationen (Oppositionen, Parallelen etc.) aus.
Wir arbeiten eng am Material; schauen uns verschiedene Beispiele aus Kinderliteratur und -medien an und erarbeiten erste Systematiken zu diesem Phänomen.
Die komplette Rezeption der Artefakte wird nicht immer notwendig sein; die jeweils wichtigen Ausschnitte aus Text-, Bild-, Tonmaterial werden digital zur Verfügung gestellt.

Dr. Nils Lehnert
10-79-5-GR5-09Prädikat besonders wertvoll? Deutschsprachiger Rap für Kinder und Jugendliche

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Tue 18:15 - 19:45 GW1 A0150 (2 Teaching hours per week)

Das Seminar führt einerseits in die Geschichte und Ästhetik, die Spezifik und Tools zur Analyse des deutschsprachigen Raps für Kinder und Jugendliche ein, nutzt dabei diesen eminent populären Gegenstand andererseits auch dazu, um allgemeine zentrale Zugänge und Konzepte aus dem Bereich der Kinder- und Jugendmedienforschung zu exemplifizieren.
Neben Exkurse in die Lyrik- und Videoclipanalyse stellen sich mithin Überlegungen zu All-Age, Gender, Genre, Intermedialität, Multimodalität oder auch zum didaktischen Potenzial von Rap uvw.
Über mehrere Stationen werden wir im Seminar von Grundkenntnissen bis hin zur Fähigkeit gelangen, fundierte Interpretationshypothesen zu einzelnen Rap-Tracks/-Videos für Kinder und Jugendliche zu erstellen und diese wissenschaftlich zu begründen.
Eine Affinität zum Genre ‚Rap‘ ist dabei genauso wenig vonnöten wie Vorkenntnisse in den genannten Schwerpunkten. Die erforderliche Fachliteratur wird (in Auszügen) digital zur Verfügung gestellt.
Als erste, niedrigschwellige Annäherung lohnenswert ist der Überblick von Michael Rappe: „20 Hip-Hop“, in: T. Hecken/M.S. Kleiner (Hrsg.): Handbuch Popkultur (2017), S. 113–118; bes. 115–118.

Dr. Nils Lehnert
10-79-5-GR5-10Idyllisches und Sehnsuchtsorte in Kinder- und Jugendmedien

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed 08:15 - 09:45 SFG 1020 (2 Teaching hours per week)

Die Idylle, eng verwandt mit dem Locus amoenus, Arkadien sowie dem Inselmotiv (vgl. Frenzel 2015), steht literatur- und kulturgeschichtlich gesehen in einer langen Tradition. Idyllen wurden bereits in der Antike literarisch inszeniert, ihre Blütezeit ist jedoch das 18. Jahrhundert. Dort werden liebliche Bilder und Wunschbilder eines harmonischen (oft ländlichen) Zusammenlebens im Einklang mit der Natur gezeichnet, die zudem geprägt sind von Mangelfreiheit und Überschaubarkeit. In nuce ließe sich sagen, dass wonnige Einfachheit – wiewohl komplex und kunstvoll konstruiert – das zentrale Charakteristikum darstellt (vgl. Jablonski/Nitzke 2022). Erst ab dem 19. Jahrhundert differenziert sie sich in „variable Formen“ einer heilen Welt aus (Gerstner/Riedel 2018) und umgreift Facetten wie „Landschafts- und Vedutenmalerei, […] Gartenbauarchitektur, […] Singspiel, […] Tapeten- und Porzellanmalerei, […] Sinfonik […] und selbst […] Mode“ (Mix 2009).
Heute bespielt das Idyllische so unterschiedliche Felder wie Unterhaltungsfernsehen (vgl. Bauer 2018, Jablonski 2018) oder Comic (vgl. Dunker 2018), (wertkonservative) Lifestylemagazine (vgl. Schmitt 2018) oder Videospiele (vgl. Schümann 2018) und bewegt sich medienübergreifend „im Spannungsfeld von Kitsch und Katastrophe“ (Jablonski 2019). Prototypische Elemente vergangener Idyllendichtungen (Hirtenszenerien oder Arkadien-Motive mit faustischen ‚Quell und Bächen‘) sind in der Gegenwart nicht zwingend konstitutiv.
Vor dieser Folie machen wir im Seminar Medien für Kinder und Jugendliche zum Thema, die sich noch immer mehr oder weniger markiert der Verfahren und der Ästhetik des Idyllischen bedienen, wobei auch die Konstruktion und/oder spätere Brechung von Sehnsuchtsorten (vgl. Grimm 2021) in den Blick rückt – ermitteln intermediale historische Vorbilder, üben die medienspezifischen Analysewerkzeuge ein und erwerben so ,von hinten durch die Brust ins Augeʻ motivgeschichtliche Basics in Sachen Idylle/Idyllisches.

Dr. Nils Lehnert