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Course Catalog

Study Program SoSe 2021

Geschichte, B.A./LA

Neue Bachelorstruktur ab Wise 2018/19

HIS 2 Einführung in die Alte Geschichte

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-2.2aDas erste Jahrhundert der römischen Kaiserzeit: von Augustus bis Domitian; Einführung in die Methoden der Alten Geschichte
Vorlesung/Tutorium

Lecture (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 10:00 - 12:00 (2 Credit hours) Online

Zu dieser Veranstaltung muss eines der beiden Seminare: 08-28-HIS-2b oder 08-28-HIS-2c besucht werden.
Das erste Jahrhundert der römischen Kaiserzeit wird oft auch die frühe Kaiserzeit genannt. Sie löst die Zeit der Römischen Republik ab. Zeitlich beginnt sie mit Octavian, später Augustus genannt, im Jahre 27 v. Chr. und endet mit dem Tod des Domitian im Jahre 96 n. Chr.
Octavian, der Großneffe und Adoptivsohn Caesars, hatte sich im Kampf um die Macht gegen Marcus Antonius durchgesetzt. Offiziell stellte er die Ordnung der Römischen Republik, der res publica, wieder her, da er eine Monarchie im hellenistischen Stil ablehnte. Aber obwohl er als princeps formal lediglich der „erste Bürger“ war, war er faktisch nahezu Alleinherrscher. Der Name Caesar wurde zu einem Herrschaftstitel, von dem sich unser Wort „Kaiser“ ableitet. Mit dieser neuen Herrschaftsform kam das Problem der Nachfolge. Der princeps konnte seine Stellung nicht wie ein dynastischer Herrscher vererben, sie bedurfte der Akzeptanz durch das Heer, die Senatoren und die stadtrömische plebs, das Volk. Dass diese Akzeptanz verspielt werden konnte, zeigen die Beispiele der „schlechten“ Kaiser, zu denen Caligula und Nero gehörten, die wir in der Vorlesung näher diskutieren werden. Die Innen- und Außenpolitik der jeweiligen Kaiser werden wir ebenso betrachten wie die Kaiserfrauen, die bei der Auswahl der Nachfolger des princeps ihren Einfluss geltend machten. Wie das Alltagsleben dieser Zeit aussah, werden wir am Beispiel der Stadt Pompeji erforschen, die im Jahr 79 n. Chr., zur Zeit des Kaisers Titus, unter den Aschen des Vesuvs begraben wurde und deren letzte Momente wie in einer Zeitkapsel bewahrt wurden.
Im Tutorium werden wir uns schließlich mit den Quellen und den wichtigsten Hilfs- und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte sowie Arbeitstechniken und Recherchetechniken beschäftigen.

Grundlegende Literatur:
• Christ, Karl, Die Römische Kaiserzeit. Von Augustus bis Diokletian, München 2015.
• Blum, Hartmut - Wolters, Reinhard, Alte Geschichte studieren, UTB basics 2747, 2. überarb. Aufl., Konstanz 2011.

PD Dr. Berit Hildebrandt
Jean Coert
08-28-HIS-2.2bHandel zwischen Rom und Indien in der Antike

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 10:00 - 12:00 (2 Credit hours) Online

Bereits in der Antike gab es zahlreiche Kontakte über Land- und Wasserwege zwischen dem Mittelmeerraum und Asien, die seit Ferdinand von Richthofen unter dem Begriff Seidenstraßen zusammengefasst werden. Während in der früheren Forschung oft die Verbindungen zwischen Rom und China im Mittelpunkt standen, ist im Zuge globalgeschichtlicher Fragestellungen in den letzten Jahrzehnten der indische Subkontinent in den Fokus der Forschung gerückt, und besonders die Frage nach Art und Umfang von Handelsbeziehungen zwischen Rom und Indien.
Mit der Eroberung Ägyptens im Jahre 30 v. Chr. erlangten die Römer direkten Zugang zum Roten Meer und zu den Seerouten nach Indien. Im 1. Jh. n. Chr. wussten Seefahrer, wie sie die Monsunwinde für die direkte Überquerung des Indischen Ozeans bis nach Indien nutzen konnten. Die Güter aus dem Osthandel waren in Rom sehr begehrt, wie archäologische Funde und die stetigen Klagen von Luxuskritikern belegen.
Unschätzbare Einblicke in diesen Seehandel bietet uns ein griechischer Text, der im 1. Jh. n. Chr. von einem in Ägypten lebenden Seehändler verfasst wurde: Die „Umschiffung des Roten Meeres“ (lateinisch: der Periplus Maris Erythraei). Dieses „Rote Meer“ umfasste in der Antike nicht nur das heute so genannte Rote Meer, sondern auch Teile des Indischen Ozeans sowie den Persischen Golf. Der Text zählt ausführlich auf, welche Güter in den Häfen entlang der verschiedenen Handelsrouten nachgefragt und erhältlich waren, von Wein aus dem Westen zu Seide, Pfeffer und Edelsteinen aus Indien. Er nennt auch gefährliche Seepassagen und berichtet in kurzen farbigen Schilderungen von den verschiedenen Völkern entlang der Handelsrouten und ihrer Lebensweise – an einem Abschnitt, so wird gewarnt, seien sogar Menschenfresser anzutreffen.
Das Ziel unseres Seminares wird sein, uns auf Grundlage dieses Textes ein Bild vom Handel zwischen Rom und Indien im 1. Jh. n. Chr. zu verschaffen. Dabei werden wir weitere antike Texte wie z.B. Inschriften und Papyri (in Übersetzung) sowie archäologische Funde betrachten. Schließlich werden wir die von der Forschung vorgeschlagenen Handelsmodelle kritisch diskutieren.

Grundlegende Literatur:
• Lionel Casson, The Periplus Maris Erythraei. Text with Introduction, Translation and Commentary, Princeton 1989.
• Kasper Grønlund Evers, Worlds apart trading together. The organisation of long-distance trade between Rome and India in Antiquity, Oxford 2017.

PD Dr. Berit Hildebrandt
Jean Coert
08-28-HIS-2.2cGermanen. Historiographische, ethnographische und archäologische Aspekte

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 14:00 - 16:00 (2 Credit hours) Online

Der Terminus Germanen und die mit ihm verbundenen Vorstellungen über ein antikes Volk in Mitteleuropa tauchten redundant in der neuzeitlichen Geschichte des deutschsprachigen Raumes auf und fanden dort Verwendung in politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Diskursen. Ideen von Germanentum waren bedeutsam für Humanisten, frühe nationale Bewegungen, politische Theoretiker sowie die Romantik und Philosophie des 18. und 19. Jh. Heutzutage verbindet man wohl die Germanenrezeption vor allem mit der nationalsozialistischen Ideologie, deren rassistische und eugenische Annahmen eng mit Germanenvorstellungen verknüpft waren, oder moderne rechtsorientierte Gruppen, die teilweise ebenso Anknüpfungspunkte zu diesem antiken Begriff finden. Woher stammen diese Bilder von Germanen, die Personen ganz verschiedener Couleur für ihre Ideen und Ansichten beanspruch(t)en?
Ziel des Seminars ist es die Wurzeln dieser Germanenvorstellungen zu untersuchen und zu eruieren wer oder was in der Antike als Germanen bezeichnet wurde. Damit verbunden werden auch die kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Ideen, die mit diesen Personen assoziiert wurden, diskutiert. Hierfür werden u.a. bedeutsame politische Ereignisse, wie Caesars Germanenbegegnungen am Rhein oder die prominente Schlacht im Teutoburger Wald, thematisiert. Weniger politisch geprägt werden die Utopien und Mythen sein, die in der frühen griechischen und lateinischen Literatur im Norden angesiedelt wurden, oder die Beschreibungen der germanischen Kultur und Lebensweise in Tacitus‘ Germania. Ebenso die Theorien antiker Gelehrter werden im Seminar besprochen, welche das andersartige Erscheinungsbild der Germanen oder ihre abweichenden Geschlechterrollen zu verstehen suchten und nachvollziehen wollten, warum indische Gesandte aus Germanien nach Rom kommen konnten. Diese literarischen Texte werden noch um eine Studie des archäologischen und numismatischen Materials ergänzt. Abschließend wird die Rezeption der antiken Germanenbilder nachverfolgt werden, wobei die konkrete Themenauswahl den Teilnehmern obliegen wird.

Als Begleitlektüre zum Seminar wird das folgende Buch empfohlen:
Bleckmann, Bruno: Die Germanen: Von Ariovist bis zu den Wikingern. München 2009.

Jean Coert
PD Dr. Berit Hildebrandt

HIS 3 Einführung in die Mittelalterliche Geschichte

(VF, PF, KF, LA, ISSU) 9 CP
Zu belegen ist eines der beiden Proseminare.
Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-3.1Einführung in die Mittelalterliche Geschichte: Individuen und Gemeinschaften im Mittelalter
Individuals and Collectives in the Middle Ages

introductory seminar course (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 14:00 - 18:00 GW2 B2900 Online (4 Credit hours)
Prof. Dr. Cordula Nolte
Dr. Jan Ulrich Büttner
08-28-HIS-3.2Einführung in die Mittelalterliche Geschichte: Stadt – Land – See: Leben in verschiedenen Umwelten
City, Sea and Countryside -Life in different environments

introductory seminar course (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 10:00 - 14:00 SpT C4180 (4 Credit hours)
Dr. Jan Ulrich Büttner

HIS 4 Einführung in die Neuere und Neueste Geschichte

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-4.1Nichts geht mehr! – Geschichte des Glücksspiels vom 19. Jahrhundert bis heute
No more bets, please! – A history of gambling since the 19th century

introductory seminar course (Teaching)
ECTS: 9

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 18:00 GW2 B2880 (4 Credit hours)

Wenn beim Roulette keine Einsätze mehr angenommen werden, kommt in deutschen Spielbanken die Ansage: „Nichts geht mehr“. Schaut man sich die Entwicklungen in der Glücksspielindustrie an, so geht hier wiederum so einiges. Aktuell sind insbesondere Debatten um das Livestreamen von Glücksspielen bei Twitch und die bundesweite Legalisierung von Online-Casinos im Sommer 2021 in den deutschen Medien präsent. In diesem Modul verfolgen wir die bewegte Geschichte des Glücksspiels bis ins 19. Jahrhundert zurück. Wir betrachten die historische Entwicklung des Glücksspiels dabei sowohl aus deutscher als auch aus globalgeschichtlicher Perspektive. Die Auseinandersetzung mit der Thematik wirft ein Licht auf verschiedene Kernthemen der Moderne – beispielsweise darauf, wie Freizeit, Geld und Konsum, Glück, Zufall und Risiko sowie Moral, Krankheit und Wirtschaftlichkeit verhandelt wurden. Anhand von Forschungsliteratur sowie historischen Quellen schauen wir uns verschiedene Dimensionen des Glücksspiels in den vergangenen beiden Jahrhunderten an. So bekommen wir einen Einblick nicht nur in Casinos dieser Welt sondern auch in die methodische Vielfalt und verschiedene Perspektiven der Neueren und Neuesten Geschichte.

Sophia Gröschel
Prof. Dr. Cornelius Torp
08-28-HIS-4.2Umweltgeschichte der Sowjetunion /C
Environmental History of the Soviet Union

introductory seminar course (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 08:00 - 12:00 (4 Credit hours) Online

Die Sowjetunion sollte sich auch durch eine bessere Naturbeherrschung gegenüber kapitalistischen Staaten auszeichnen: Ressourcen sollten effizienter ausgebeutet und zum Wohle des Volkes genutzt werden. Die sowjetische Form des Wirtschaftens sollte verträglicher mit der Umwelt sein und technische Neuerungen wie die Atomkraft würden schlussendlich Fortschritt und Wohlstand für alle bringen. Dass diese Ansprüche vielfach scheiterten ist allseits bekannt, die (Hinter-)Gründe sind es weniger. Ziel des Seminars ist es, eine Geschichte der Sowjetunion greifbar zu machen, die den Menschen in seiner Umweltabhängigkeit zeigt.
Die Umweltgeschichte gewann als Disziplin seit den 1970er Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit. Spätestens seit der Verkündung des „Anthropozäns“, dem geologischen Zeitalter, in dem der Mensch zum einflussreichsten Faktor auf das System Erde geworden ist, ist die Frage nach der Beziehung zwischen menschlichen Gesellschaften und ihrer physischen Umwelt aus den Geisteswissenschaften nicht mehr wegzudenken.
In diesem Seminar werden theoretische und methodische Grundlagen der Umweltgeschichte erarbeitet. Dabei richtet sich der Blick von Armenien bis zur Beringstraße auf verschiedene Regionen und Ökosysteme der Sowjetunion, um so die komplexen Zusammenhänge von Politik, Wirtschaft, Technik und Umwelt besser verstehen zu lernen.
Hausarbeiten können in deutscher oder englischer Sprache geschrieben werden.

Supporters of the Soviet Union proclaimed that state socialism had more assets in governing the processes of nature than capitalist states: Resources would be exploited more efficiently and for the benefit of the people. The Soviet economy would be environmentally sustainable und technical progress, like nuclear power for instance, would ultimately bring progress and wealth for everybody. The conclusion that these aspirations failed in many ways has become commonplace. The dynamics behind this evolvement are mostly less known. This seminar aims at an understanding of Soviet history, which does not neglect the fact that human beings are very much dependent on their physical environment.
Environmental history gained traction as a discipline in the 1970s. Eventually, the relation between human societies and their physical environment has become an important part of the humanities, since discussions around a new geological epoque called the “Anthropocene” have arisen, following the question whether humankind has become the major environmental force in the earth system.
This seminar covers the theoretical and methodological basics of environmental history. We will work with sources and secondary literature that cover the various regions of the Soviet Union, from Armenia to the Bering Strait, thus trying to reflect upon the entangled relations between politics, economy, technology and the environment.
Assignments can be written in English or German.

Elias Angele
08-28-HIS-4.3„Von  gereisten  Frauenzimmer  hält  man  nicht  viel“. Genderspezifische Erfahrungen und Formen der Mobilität und Migration in der Frühen Neuzeit
Gender-Specific Experiences and Forms of Migration and Mobility in the Early Modern Period

introductory seminar course (Teaching)
ECTS: 9

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 10:00 - 14:00 GW2 B2900
Sarah Lentz

HIS 5.2 Grundlagenmodul Moderne

(VF, PF, KF, LA) 9 CP
Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-5.2.1Lateinamerikanische Zeitgeschichte bis zu den 1990er Jahren
Latin American Contemporary History until the 1990s

Lecture (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Tue. 10:00 - 12:00 Online
Prof. Dr. Delia González de Reufels
08-28-HIS-5.2.2AÜbung 1: zur Vorlesung 08-28-HIS-5.2.1
Exercise 1

Exercises (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Tue. 16:00 - 18:00 Online
Prof. Dr. Delia González de Reufels
08-28-HIS-5.2.2BÜbung 1: zur Vorlesung 08-28-HIS-5.2.1
Exercise 1

Exercises (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Tue. 18:00 - 20:00 Online
Prof. Dr. Delia González de Reufels
08-28-HIS-5.2.3Übung 2: zur Vorlesung 08-28-HIS-5.2.1
Exercise 1

Exercises (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 10:00 - 12:00 Online
Mara Fritzsche

HIS 6 Theorien und Methoden historischen Arbeitens

(VF, PF, KF) 9 CP
Zu belegen sind zwei der angebotenen Seminare.
Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-6.1Lehrgrabung im Bereich des ehemaligen KZ-Außenlagers Bahrensplate in Bremen-Nord - Konkreter Titel und Informationen folgen! -

Seminar (Teaching)

Additional dates:
Thu. 15.04.21 16:00 - 18:00 GW2 B2880
Thu. 22.04.21 16:00 - 18:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So.

Termin zur Lehrgrabung folgt.

Prof. Dr. Uta Halle
08-28-HIS-6.2Quellen zu Zentrum-Peripherie-Beziehungen in den 1920er und 1930er Jahren
Sources on Centre-Periphery Relations in the 1920s and 1930s
Kommunikation und Mobilität aus dem globalen Zentrum in die Peripherie von 1920 bis 1939

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 10:00 - 12:00 (2 Credit hours) Online

Ziel des Seminars ist es, die Studierenden mit verschiedenen Arten von Quellen zu den Zentrum-Peripherie-Beziehungen in den 1920er und 1930er Jahren vertraut zu machen. Darüber hinaus soll das Seminar ein besseres Verständnis für koloniale, post-koloniale und andere Zentrum-Peripherie-Beziehungen vermitteln. Zu guter Letzt sollen die Studierenden mögliche Online-Portale für die wissenschaftliche Recherche – sowohl auf der Suche nach Quellen als auch nach wissenschaftlichen Artikeln und Büchern – kennenlernen.
Bei den zu kennenlernenden Quellen handelt es sich um diplomatische und militärische Quellen, Egodokumente von Zeitgenoss*innen, Poster, Kinofilme, Zeitungsartikel und zeitgenössisches Werbematerial. Die Quellen sind alle im Internet frei zugänglich oder werden durch den Dozenten für die Studierenden zugänglich gemacht.
Als übergeordnetes Thema dienen die Zentrum-Peripherie-Beziehungen in der betrachteten Zeit. Übergeordnete Frage ist, welche Menschengruppen sich wie in den 1920er und 1930er Jahren vom Zentrum in die globale Peripherie fortbewegten und wie das die Gesellschaften in der Peripherie beeinflusste.

David Noack
08-28-HIS-6.3Gewalt- und Kontrollsysteme: Loyalisten in Dekolonisierungskonflikten
Systems of violence and control: Loyalist forces in wars of decolonization

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Tue. 16:00 - 18:00 GW2 B2880 GW2 B1400 NUR Mo. + Di. (2 Credit hours)
weekly (starts in week: 1) Tue. 16:00 - 18:00

Vom 18. bis zum 20. Jahrhundert waren Dekolonisierungskonflikte von extremer, bürgerkriegsähnlicher Gewalt geprägt. Loyalisten, also lokale Akteure welche sich auf die Seite der Kolonialmacht stellten, rücken seitens der Forschung in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus, da ihre spezifische Rolle und Funktion viel über die Ziele und das Vorgehen der imperialen und indigenen Akteure dieser Konflikte aussagen kann. In diesem Seminar soll daher die besondere Rolle von indigenen Loyalisten in Dekolonisierungskonflikten in verschiedenen Kolonialreichen in unterschiedlichen Zeiträumen untersucht werden. Als Fallbeispiele dienen vier Konflikte aus dem 18. und 20. Jahrhundert, von den USA über Irland, Algerien bis nach Kenia.
Das Lesen von englischen Texten ist Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar.

Yves Schmitz
08-28-HIS-6.4Grundlagen der prähistorischen und historischen Archäologie

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 2) Thu. 14:00 - 16:00 (2 Credit hours) Online
Philipp Grassel
08-28-HIS-6.5Politik und Alltag im Spiegel eines spätmittelalterlichen Stadtbuchs: Das Bremer Ratsdenkelbuch (1395-1600)
Town- and Memorialbooks as sources for the late medieval history

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 16:00 - 18:00

Inhalt und Ziel der Veranstaltung:
Im Spätmittelalter wurden in vielen Städten sog. Stadtbücher angelegt, in die vielfältige Einträge aufgenommen wurden: Urkunden, Protokolle, Vorschriften und Berichte, aber auch Einnahme- und Steuersachen. In Bremen wurde in dieser Form von 1395 bis ca. 1600 das sog. Ratsdenkelbuch geführt. In mittelniederdeutscher Sprache mit einigen lateinischen Einsprengseln führt das Buch über mehr als zwei Jahrhunderte unmittelbar in Politik und Alltag der Hansestadt: Reichs- und Hansetage, Handel und Piratenbekämpfung, Rechtsprechung, Kirchenfragen aber auch die Stadtverwaltung und der Alltag der Bürger werden berührt.
Das Ratsdenkelbuch wurde schon früh für seinen hohen Quellenwert bekannt, es wird aber erst jetzt erstmals wissenschaftlich ediert.
Der Kurs will Kenntnisse zum Quellenwert eines solch vielseitigen Dokuments vermitteln und will als Lesekurs die Lesefertigkeiten an mittelniederdeutschen Texten üben. Am Beispiel des laufenden Editionsprojekts sollen Verfahren wissenschaftlicher Editionen thematisiert werden.
Geeignete Lektüre- und Arbeitsvorlagen werden digital und in Kopie gestellt. Im Staatsarchiv Bremen wird - soweit die Pandemielage Präsenztermine zulässt - auch die Originalquelle in den Blick genommen.
Maximale Teilnehmerzahl: 10

Literatur:

  • Quellen zur bremischen Reformationsgeschichte, = Bremisches Jahrbuch. Zweite Serie. Erster Band, hg. von der Historischen Gesellschaft Bremen, Bremen 1885.
  • Herbert Schwarzwälder, Geschichte der Freien Hansestadt Bremen, Band 1, Bremen 1995.
  • Jan Ulrich Büttner, Konrad Elmshäuser, Adolf E. Hofmeister (Bearb.), Die Kundige Rolle von 1489. Faksimile-Edition mit mittelniederdeutscher Transkription und hochdeutscher Übersetzung (Kleine Schriften des Staatsarchiv Bremen. Heft 49), Bremen 2014.

Prof. Dr. Konrad Elmshäuser

HIS 7.1 Vertiefungsmodul Geschichte und Medien

(VF, PF, KF) 12 CP

Formen der Mittelalter-Rezeption

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-7.1.1Formen der Mittelalter-Rezeption
Modern Perceptions of the Middle Ages

Seminar (Teaching)
ECTS: 6

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 16:00 GW2 B2900 (2 Credit hours) Prof. Dr. Cordula Nolte
weekly (starts in week: 1) Wed. 16:00 - 18:00 GW2 B2900 (2 Credit hours) Dr. Jan Ulrich Büttner
Prof. Dr. Cordula Nolte
Dr. Jan Ulrich Büttner

Die Geschichte der Militärdiktaturen des Cono Sur und ihre mediatisierte Erinnerung

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-8.1Die Geschichte der Militärdiktaturen des Cono Sur und ihre mediatisierte Erinnerung
The History of the Military Dictatorships of the Southern Cone and Their Mediatized Memory

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 16:15 - 19:45 (4 Credit hours) Online
Prof. Dr. Delia González de Reufels

HIS 7.2 Vertiefungsmodul Osteuropa

(VF, PF, KF) 12 CP

Oral history und die Solidarność in Bremen / Oral history and the Solidarność in Bremen

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-7.2.1Was ist Oral History? Zeitzeug*innen-Interviews in der Geschichtsvermittlung / C
What is Oral History? Interviews with contemporary witnesses in history mediation

Blockveranstaltung (Teaching)
ECTS: 6

Additional dates:
Fri. 16.04.21 10:00 - 12:00
Fri. 07.05.21 10:00 - 16:30
Sat. 08.05.21 10:00 - 15:30
Sat. 22.05.21 10:00 - 15:30
Fri. 28.05.21 10:00 - 12:00
Sat. 29.05.21 10:00 - 15:30

Oral History-Interviews sind audio- oder audiovisuelle Befragungen oder Gespräche mit Zeitzeug*innen, bei denen das subjektive Erleben der Menschen im Vordergrund steht. Oral History ist eine Methode, die sich in der deutschen Geschichtswissenschaft mittlerweile einen Platz erkämpft hat. Die Public History verwendet Oral History-Interviews nicht nur als Quelle, sondern nutzt sie auch für die Vermittlungsarbeit. Hierfür produzieren Public Historians ihre Quelle mitunter selbst – eine Vorgehensweise, die die Kritik an der „Erfahrungswissenschaft“ (Alexander von Plato) erneut aufleben lässt. In der Blockveranstaltung lernen Sie nach einer theoretischen Annäherung verschiedene Oral History-Projekte kennen; dabei liegen die thematischen Schwerpunkte auf der Industriekultur des Ruhrgebiets und der Solidarność-Bewegung. Darüber hinaus erhalten Sie praktische Hilfestellungen zu Arbeits- und Fragetechniken.

Literatur/Links:
Martin Lücke/Irmgard Zündorf, Einführung in die Public History, Göttingen 2018, S. 74-82, https://www.utb-studi-e-book.de/9783838549095
Martin Sabrow/Norbert Frei (Hrsg.), Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945, Göttingen 2012, https://doi.org/10.5771/9783835322455
Die Werkstatt der Erinnerung: 30 Jahre erzählen, zuhören, Geschichte machen!, https://vimeo.com/474758513

Dr. Thekla Keuck
Prof. Dr. Susanne Schattenberg
08-28-HIS-7.2.2Die Solidarność in Bremen
The Solidarność in Bremen

Seminar (Teaching)
ECTS: 6

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 14:00 - 16:00 (2 Credit hours) Online

1980 übten streikende Arbeiter*innen in Danzig einen solchen Druck auf Staat und Partei in Polen aus, dass diese unabhängige Gewerkschaften und damit die Solidarność zuließen. Als sie in der Nacht zum 13. Dezember 1981 das Kriegsrecht verhängten und die Solidarność wieder verboten, fand sich eine kleine Delegation in Bremen gestrandet, wohin sie eingeladen worden waren und wo sie teilweise bis heute leben.
Dies Modul verfolgt zwei Ziele: Zum einen sollen Sie die Theorie und Methode der Oral History kennenlernen und selbst dazu befähigt werden, solche Interviews zu führen. Zum anderen werden wir uns in die Geschichte der Solidarność einlesen und neuste Ansätze und Forschungsergebnisse diskutieren.
In einem zweiten Schritt werden Sie selbst die in Bremen wohnenden früheren Solidarność-Mitglieder interviewen, die Interviews schneiden und auf einer Online-Plattform präsentieren.

Prof. Dr. Susanne Schattenberg
Dr. Thekla Keuck

HIS 7.3 Vertiefungsmodul Westeuropa

(VF, PF, KF) 12 CP
Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-7.3Markt und Staat in der Moderne
Governing Trade in 19th and 20th Century Europe

Seminar (Teaching)
ECTS: 12

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 12:00 - 14:00 (2 Credit hours) Online: https://uni-bremen.zoom.us/j/97937696912?pwd=MnBSV3NPbVArdlh0Wnc1K3FFOFZpUT09
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 16:00 (2 Credit hours) Online: https://uni-bremen.zoom.us/j/97937696912?pwd=MnBSV3NPbVArdlh0Wnc1K3FFOFZpUT09

Kapitalismusgeschichte hat Konjunktur. Das Seminar schließt sich dem historiografischen Trend an und widmet sich einer zentralen Säule kapitalistischen Wirtschaftens: dem Handel. Anhand des Austauschs von Gütern und Wertpapieren untersuchen wir das Verhältnis von Markt und Staat in der Moderne. Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen grenzüberschreitendem Wirtschaften und staatlichen Reaktionen, die sowohl Einhegungs- als auch Ermöglichungsversuche einschließen. Geografisch konzentrieren wir uns auf Westeuropa, blicken jedoch immer wieder auch nach Nordamerika und in einer Sitzung nach Südamerika.

Der vierstündige Kurs gliedert sich in zwei Teile: In der ersten Hälfte unseres wöchentliches Pensums diskutieren wir die zur Vorbereitung gelesene historische Fachliteratur. In der zweiten Hälfte analysieren wir von Ihnen recherchierte Quellen.

Veronika Settele
08-28-M13-2Die „Kalten Ringe“: Auswirkungen des Ost-West-Konfliktes auf die Olympischen Spiele am Beispiel des Segelsportes
The "Cold Rings": Effects of the East-West conflict on the Olympic Games using the example of sailing

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 16:00 GW2 B2890 (2 Credit hours)

Die Olympischen Spiele haben eine bis in die Antike zurückreichende Geschichte. Neben dem Ziel, sich zur Völkerverständigung im sportlichen Wettkampf zu messen, gibt es dabei stets politische Interessen, Einflussnahmen, Instrumentalisierungen und Verstrickungen. Das gilt für den Beginn der neuzeitlichen Spiele 1896 in Athen, die durch Nazi-Propaganda instrumentalisierten Spiele 1936 in Berlin 1936 sowie die vom Ost-West-Konflikt geprägten, erstmals in Asien ausgetragenen Spiele 1964 in Tokio ebenso.

Anlässlich der olympischen Sommerfestspiele 2021 in Japan beschäftigt sich die Lehrveranstaltung insbesondere mit den Auswirkungen des Ost-West-Konfliktes auf die 1964 in Japan ausgetragenen Olympischen Spiele am Beispiel des Segelsportes, beleuchtet die Strukturen, Institutionen und Propaganda in BRD und DDR in den internationalen Beziehungen. Obwohl mit einer gesamtdeutschen Mannschaft angetreten, sind die politisch getriebenen Interessen beider Teile Deutschlands und der Welt „hinter den Kulissen“ spürbar und prägend. Besondere Berücksichtigung finden daher die Olympia-Segler Bernd Dehmel und Willy Kuhweide, die Teil der gesamtdeutschen Mannschaft waren und dennoch für unterschiedliche politische Regimes stehen.

Das Segelboot von Willy Kuhweide befindet sich heute im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Es ist Ausdruck seiner Zeit und soll anlässlich der Olympischen Spiele in Tokio die historische Dimension von „materiellen Zeitzeugen“ bei Segelwettbewerben als Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse und politischer Großwetterlage ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Wie dies erfolgt soll ebenfalls Thema der Lehrveranstaltung sein.

Die Lehrveranstaltung umfasst 2 SWS und findet wöchentlich mittwochs von 14-16 Uhr statt, ggf. auch als Präsenzveranstaltung.


Literatur:
H.-J. Winkler, Sport und politische Bildung. Modellfall Olympia (Opladen 1973).
J. Lanz, Zwischen Politik, Protokoll und Pragmatismus. Die deutsche Olympisgeschichte von 1952 bis 1972 (Berlin 2008).
L. Johannsen, T. Pokorny, U. Schreiber (Hrsg.), 125 Jahre Segel-Sport in Deutschland (Bielefeld 2013).
Sportgeschichte. Von den Anfängen bis in die moderne Zeit (Aachen 2017).
Th. Grimm, Dokumentarfilm „Die kalten Ringe – gesamtdeutsch nach Tokio (2020).




The Olympic Games have a history dating back to ancient times. In addition to the goal of international understanding in sporting competition, there are always political interests, influences, instrumentalizations and entanglements. This applies equally to the beginning of the modern Games in Athens in 1896, the 1936 Games in Berlin in 1936, which were instrumentalized by Nazi propaganda, and the 1964 games in Tokyo, which, held in Asia for the first time, were marked by the East-West conflict.

On the occasion of the Olympic Summer Festival 2021 in Japan, the course deals especially with the effects of the East-West conflict on the Olympic Games held in Japan in 1964, using the example of sailing, and sheds light on the structures, institutions and propaganda in the FRG and GDR in international relations. Although the team was all-German, the politically driven interests of both parts of Germany and the world "behind the scenes" are tangible and formative. Special consideration is therefore given to the Olympic sailors Bernd Dehmel and Willy Kuhweide, who were part of the all-German team and yet stand for different political regimes.

Willy Kuhweide's sailboat is now in the German Maritime Museum in Bremerhaven. It is an expression of his time and, on the occasion of the Olympic Games in Tokyo, is intended to raise public awareness of the historical dimension of "material contemporary witnesses" at sailing competitions as a mirror of social conditions and the general political weather situation. How this is done will also be the subject of the course.

The course comprises 2 SWS and takes place weekly on Wednesdays from 14-16 hrs.

References:
H.-J. Winkler, Sport und politische Bildung. Modellfall Olympia (Opladen 1973).
J. Lanz, Zwischen Politik, Protokoll und Pragmatismus. Die deutsche Olympisgeschichte von 1952 bis 1972 (Berlin 2008).
L. Johannsen, T. Pokorny, U. Schreiber (Hrsg.), 125 Jahre Segel-Sport in Deutschland (Bielefeld 2013).
Sportgeschichte. Von den Anfängen bis in die moderne Zeit (Aachen 2017).
Th. Grimm, Dokumentarfilm „Die kalten Ringe – gesamtdeutsch nach Tokio (2020).

Sunhild Kleingärtner

HIS 7.6 Vertiefungsmodul Moderne

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-7.6.1Street life: Coexistence, protest and violence in the modern city (in English)
Streetlife: Protest, violence and coexistence in the modern city
Hausarbeiten können in Deutsch oder Englisch eingereicht werden

Seminar (Teaching)
ECTS: 6

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 14:00 - 16:00 GW2 B2890 (2 Credit hours)

Cities have long been an important setting of encounter and exchange between different religions, ethnic communities, social classes, and political movements. At the same time, the major currents of the nineteenth and twentieth centuries – capitalism and revolution, religious revival and secularism, colonialism and nationalism – exerted a formidable pressure on the modern city as a stie of encounter. As new political movements emerged and rigid collective identities coalesced, the city became the arena in which new rivalries and antagonisms were played out. Looking at different cities along the shores of the Mediterranean, this seminar explores the various, often conflicting dynamics of coexistence, protest, and violence in the modern age.

Dr. Avner Ofrath
08-28-HIS-7.6.2Cities of Tomorrow: The Global History of Urban Planning in the Twentieth Century (in English)

Seminar (Teaching)
ECTS: 12

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 12:00 - 14:00 (2 Credit hours) Online

In historiography, the twentieth century is often regarded as a century of planning. This is probably best expressed by urban planning which has become a standard practice and an important political field in all parts of the globe. This seminar explores the global history of urban planning in the twentieth century, focusing in particular on the close link between social and urban planning. Our central question will be how (utopian) ideas of social development have interacted with urban planning visions. A special focus in this seminar will be on colonial urban planning in Africa and Asia.

Participants can take the examination in either German or English.

Norman Aselmeyer
08-28-M13-2Die „Kalten Ringe“: Auswirkungen des Ost-West-Konfliktes auf die Olympischen Spiele am Beispiel des Segelsportes
The "Cold Rings": Effects of the East-West conflict on the Olympic Games using the example of sailing

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 16:00 GW2 B2890 (2 Credit hours)

Die Olympischen Spiele haben eine bis in die Antike zurückreichende Geschichte. Neben dem Ziel, sich zur Völkerverständigung im sportlichen Wettkampf zu messen, gibt es dabei stets politische Interessen, Einflussnahmen, Instrumentalisierungen und Verstrickungen. Das gilt für den Beginn der neuzeitlichen Spiele 1896 in Athen, die durch Nazi-Propaganda instrumentalisierten Spiele 1936 in Berlin 1936 sowie die vom Ost-West-Konflikt geprägten, erstmals in Asien ausgetragenen Spiele 1964 in Tokio ebenso.

Anlässlich der olympischen Sommerfestspiele 2021 in Japan beschäftigt sich die Lehrveranstaltung insbesondere mit den Auswirkungen des Ost-West-Konfliktes auf die 1964 in Japan ausgetragenen Olympischen Spiele am Beispiel des Segelsportes, beleuchtet die Strukturen, Institutionen und Propaganda in BRD und DDR in den internationalen Beziehungen. Obwohl mit einer gesamtdeutschen Mannschaft angetreten, sind die politisch getriebenen Interessen beider Teile Deutschlands und der Welt „hinter den Kulissen“ spürbar und prägend. Besondere Berücksichtigung finden daher die Olympia-Segler Bernd Dehmel und Willy Kuhweide, die Teil der gesamtdeutschen Mannschaft waren und dennoch für unterschiedliche politische Regimes stehen.

Das Segelboot von Willy Kuhweide befindet sich heute im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Es ist Ausdruck seiner Zeit und soll anlässlich der Olympischen Spiele in Tokio die historische Dimension von „materiellen Zeitzeugen“ bei Segelwettbewerben als Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse und politischer Großwetterlage ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Wie dies erfolgt soll ebenfalls Thema der Lehrveranstaltung sein.

Die Lehrveranstaltung umfasst 2 SWS und findet wöchentlich mittwochs von 14-16 Uhr statt, ggf. auch als Präsenzveranstaltung.


Literatur:
H.-J. Winkler, Sport und politische Bildung. Modellfall Olympia (Opladen 1973).
J. Lanz, Zwischen Politik, Protokoll und Pragmatismus. Die deutsche Olympisgeschichte von 1952 bis 1972 (Berlin 2008).
L. Johannsen, T. Pokorny, U. Schreiber (Hrsg.), 125 Jahre Segel-Sport in Deutschland (Bielefeld 2013).
Sportgeschichte. Von den Anfängen bis in die moderne Zeit (Aachen 2017).
Th. Grimm, Dokumentarfilm „Die kalten Ringe – gesamtdeutsch nach Tokio (2020).




The Olympic Games have a history dating back to ancient times. In addition to the goal of international understanding in sporting competition, there are always political interests, influences, instrumentalizations and entanglements. This applies equally to the beginning of the modern Games in Athens in 1896, the 1936 Games in Berlin in 1936, which were instrumentalized by Nazi propaganda, and the 1964 games in Tokyo, which, held in Asia for the first time, were marked by the East-West conflict.

On the occasion of the Olympic Summer Festival 2021 in Japan, the course deals especially with the effects of the East-West conflict on the Olympic Games held in Japan in 1964, using the example of sailing, and sheds light on the structures, institutions and propaganda in the FRG and GDR in international relations. Although the team was all-German, the politically driven interests of both parts of Germany and the world "behind the scenes" are tangible and formative. Special consideration is therefore given to the Olympic sailors Bernd Dehmel and Willy Kuhweide, who were part of the all-German team and yet stand for different political regimes.

Willy Kuhweide's sailboat is now in the German Maritime Museum in Bremerhaven. It is an expression of his time and, on the occasion of the Olympic Games in Tokyo, is intended to raise public awareness of the historical dimension of "material contemporary witnesses" at sailing competitions as a mirror of social conditions and the general political weather situation. How this is done will also be the subject of the course.

The course comprises 2 SWS and takes place weekly on Wednesdays from 14-16 hrs.

References:
H.-J. Winkler, Sport und politische Bildung. Modellfall Olympia (Opladen 1973).
J. Lanz, Zwischen Politik, Protokoll und Pragmatismus. Die deutsche Olympisgeschichte von 1952 bis 1972 (Berlin 2008).
L. Johannsen, T. Pokorny, U. Schreiber (Hrsg.), 125 Jahre Segel-Sport in Deutschland (Bielefeld 2013).
Sportgeschichte. Von den Anfängen bis in die moderne Zeit (Aachen 2017).
Th. Grimm, Dokumentarfilm „Die kalten Ringe – gesamtdeutsch nach Tokio (2020).

Sunhild Kleingärtner

HIS 8.1 Vertiefungsmodul Geschichte und Medien

(KF, LA) 6 CP
Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-7.1.1Formen der Mittelalter-Rezeption
Modern Perceptions of the Middle Ages

Seminar (Teaching)
ECTS: 6

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 16:00 GW2 B2900 (2 Credit hours) Prof. Dr. Cordula Nolte
weekly (starts in week: 1) Wed. 16:00 - 18:00 GW2 B2900 (2 Credit hours) Dr. Jan Ulrich Büttner
Prof. Dr. Cordula Nolte
Dr. Jan Ulrich Büttner
08-28-HIS-8.1Die Geschichte der Militärdiktaturen des Cono Sur und ihre mediatisierte Erinnerung
The History of the Military Dictatorships of the Southern Cone and Their Mediatized Memory

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 16:15 - 19:45 (4 Credit hours) Online
Prof. Dr. Delia González de Reufels

HIS 8.2 Vertiefungsmodul Osteuropa

(KF, LA) 6 CP
Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-7.2.1Was ist Oral History? Zeitzeug*innen-Interviews in der Geschichtsvermittlung / C
What is Oral History? Interviews with contemporary witnesses in history mediation

Blockveranstaltung (Teaching)
ECTS: 6

Additional dates:
Fri. 16.04.21 10:00 - 12:00
Fri. 07.05.21 10:00 - 16:30
Sat. 08.05.21 10:00 - 15:30
Sat. 22.05.21 10:00 - 15:30
Fri. 28.05.21 10:00 - 12:00
Sat. 29.05.21 10:00 - 15:30

Oral History-Interviews sind audio- oder audiovisuelle Befragungen oder Gespräche mit Zeitzeug*innen, bei denen das subjektive Erleben der Menschen im Vordergrund steht. Oral History ist eine Methode, die sich in der deutschen Geschichtswissenschaft mittlerweile einen Platz erkämpft hat. Die Public History verwendet Oral History-Interviews nicht nur als Quelle, sondern nutzt sie auch für die Vermittlungsarbeit. Hierfür produzieren Public Historians ihre Quelle mitunter selbst – eine Vorgehensweise, die die Kritik an der „Erfahrungswissenschaft“ (Alexander von Plato) erneut aufleben lässt. In der Blockveranstaltung lernen Sie nach einer theoretischen Annäherung verschiedene Oral History-Projekte kennen; dabei liegen die thematischen Schwerpunkte auf der Industriekultur des Ruhrgebiets und der Solidarność-Bewegung. Darüber hinaus erhalten Sie praktische Hilfestellungen zu Arbeits- und Fragetechniken.

Literatur/Links:
Martin Lücke/Irmgard Zündorf, Einführung in die Public History, Göttingen 2018, S. 74-82, https://www.utb-studi-e-book.de/9783838549095
Martin Sabrow/Norbert Frei (Hrsg.), Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945, Göttingen 2012, https://doi.org/10.5771/9783835322455
Die Werkstatt der Erinnerung: 30 Jahre erzählen, zuhören, Geschichte machen!, https://vimeo.com/474758513

Dr. Thekla Keuck
Prof. Dr. Susanne Schattenberg
08-28-HIS-7.2.2Die Solidarność in Bremen
The Solidarność in Bremen

Seminar (Teaching)
ECTS: 6

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 14:00 - 16:00 (2 Credit hours) Online

1980 übten streikende Arbeiter*innen in Danzig einen solchen Druck auf Staat und Partei in Polen aus, dass diese unabhängige Gewerkschaften und damit die Solidarność zuließen. Als sie in der Nacht zum 13. Dezember 1981 das Kriegsrecht verhängten und die Solidarność wieder verboten, fand sich eine kleine Delegation in Bremen gestrandet, wohin sie eingeladen worden waren und wo sie teilweise bis heute leben.
Dies Modul verfolgt zwei Ziele: Zum einen sollen Sie die Theorie und Methode der Oral History kennenlernen und selbst dazu befähigt werden, solche Interviews zu führen. Zum anderen werden wir uns in die Geschichte der Solidarność einlesen und neuste Ansätze und Forschungsergebnisse diskutieren.
In einem zweiten Schritt werden Sie selbst die in Bremen wohnenden früheren Solidarność-Mitglieder interviewen, die Interviews schneiden und auf einer Online-Plattform präsentieren.

Prof. Dr. Susanne Schattenberg
Dr. Thekla Keuck

HIS 8.3 Vertiefungsmodul Westeuropa

(KF, LA) 6 CP
Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-7.3Markt und Staat in der Moderne
Governing Trade in 19th and 20th Century Europe

Seminar (Teaching)
ECTS: 12

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 12:00 - 14:00 (2 Credit hours) Online: https://uni-bremen.zoom.us/j/97937696912?pwd=MnBSV3NPbVArdlh0Wnc1K3FFOFZpUT09
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 16:00 (2 Credit hours) Online: https://uni-bremen.zoom.us/j/97937696912?pwd=MnBSV3NPbVArdlh0Wnc1K3FFOFZpUT09

Kapitalismusgeschichte hat Konjunktur. Das Seminar schließt sich dem historiografischen Trend an und widmet sich einer zentralen Säule kapitalistischen Wirtschaftens: dem Handel. Anhand des Austauschs von Gütern und Wertpapieren untersuchen wir das Verhältnis von Markt und Staat in der Moderne. Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen grenzüberschreitendem Wirtschaften und staatlichen Reaktionen, die sowohl Einhegungs- als auch Ermöglichungsversuche einschließen. Geografisch konzentrieren wir uns auf Westeuropa, blicken jedoch immer wieder auch nach Nordamerika und in einer Sitzung nach Südamerika.

Der vierstündige Kurs gliedert sich in zwei Teile: In der ersten Hälfte unseres wöchentliches Pensums diskutieren wir die zur Vorbereitung gelesene historische Fachliteratur. In der zweiten Hälfte analysieren wir von Ihnen recherchierte Quellen.

Veronika Settele

HIS 8.6 Vertiefungsmodul Moderne

(KF, LA, ISSU/BiPEP) 6 CP
Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-7.6.1Street life: Coexistence, protest and violence in the modern city (in English)
Streetlife: Protest, violence and coexistence in the modern city
Hausarbeiten können in Deutsch oder Englisch eingereicht werden

Seminar (Teaching)
ECTS: 6

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 14:00 - 16:00 GW2 B2890 (2 Credit hours)

Cities have long been an important setting of encounter and exchange between different religions, ethnic communities, social classes, and political movements. At the same time, the major currents of the nineteenth and twentieth centuries – capitalism and revolution, religious revival and secularism, colonialism and nationalism – exerted a formidable pressure on the modern city as a stie of encounter. As new political movements emerged and rigid collective identities coalesced, the city became the arena in which new rivalries and antagonisms were played out. Looking at different cities along the shores of the Mediterranean, this seminar explores the various, often conflicting dynamics of coexistence, protest, and violence in the modern age.

Dr. Avner Ofrath
08-28-HIS-7.6.2Cities of Tomorrow: The Global History of Urban Planning in the Twentieth Century (in English)

Seminar (Teaching)
ECTS: 12

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 12:00 - 14:00 (2 Credit hours) Online

In historiography, the twentieth century is often regarded as a century of planning. This is probably best expressed by urban planning which has become a standard practice and an important political field in all parts of the globe. This seminar explores the global history of urban planning in the twentieth century, focusing in particular on the close link between social and urban planning. Our central question will be how (utopian) ideas of social development have interacted with urban planning visions. A special focus in this seminar will be on colonial urban planning in Africa and Asia.

Participants can take the examination in either German or English.

Norman Aselmeyer

HIS 10.1 Projektbezogene Forschung und Vermittlung – Geschichte in der Praxis I

(VF) 12 CP

Bahlsen, Oetker und Co.: Wie Familienunternehmen ihre NS-Geschichte aufarbeiten

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-10.1Bahlsen, Oetker und Co.: Wie Familienunternehmen ihre NS-Geschichte aufarbeiten / C
Bahlsen, Oetker and Co .: How family businesses deal with their Nazi history

Seminar (Teaching)
ECTS: 12 / 6

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 10:00 - 14:00 (4 Credit hours) Online

Der Umgang von Unternehmen mit ihrer Vergangenheit ist bis heute nicht immer offen und transparent, vor allem wenn es um Kriegswirtschaft, Zwangsarbeit oder „Arisierungen“ geht. Wir beschäftigen uns mit diesen Themen exemplarisch anhand mikrohistorischer Untersuchungen zu Familienunternehmen wie Freudenberg, Merck oder Oetker. Wir fragen nach den Kontinuitäten und Brüchen mittelständischer Unternehmen mit ihrer NS-Vergangenheit seit 1945. Wie verlief die „individuelle Vergangenheitsbewältigung ökonomischer Eliten“ (Grieger 2019)? Wie sieht die Vergangenheitsbearbeitung der in der Regel inhabergeführten Unternehmen heute aus? Halten sie an Entlastungsnarrativen fest oder folgen sie einem kritischeren Gegennarrativ? Welche Unterstützung und Vermittlungsarbeit können dabei Historiker*innen leisten?

Literatur/Links:
Sebastian Brünger, Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit, Göttingen 2017, https://doi.org/10.5771/9783835340886
Manfred Grieger, Sartorius im Nationalsozialismus. Generationswechsel im Familienunternehmen zwischen Weltwirtschaftskrise und Entnazifizierung, Göttingen 2019, https://ebookcentral.proquest.com/lib/kxp/detail.action?docID=5976594
Jörg Osterloh/Harald Wixforth (Hrsg.), Unternehmer und NS-Verbrechen. Wirtschaftseliten im „Dritten Reich“ und in der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt am Main, New York 2014, http://www.content-select.com/index.php?id=bib_view&ean=9783593424491
Tim Schanetzky, „Kanonen statt Butter“. Wirtschaft und Konsum im Dritten Reich, München 2015, Lizenzausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2017, https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/241695/kanonen-statt-butter

Dr. Thekla Keuck

Die maritime Seidenstraße – aktuelle Politik und historische Argumentationen

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-M13-1Die maritime Seidenstraße – aktuelle Politik und historische Argumentationen
The maritime silk road – recent politics and historical patterns of argumentation

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Fri. 10:00 - 12:00 Digital - Zoom
weekly (starts in week: 1) Fri. 10:00 - 12:00 Digital - Zoom

Additional dates:
Mon. 10.05.21 10:00 - 16:00 im Deutschen Schifffahrtsmuseum/ Leibniz-Institut für Maritime Geschichte
Mon. 14.06.21 10:00 - 16:00 im Deutschen Schifffahrtsmuseum/ Leibniz-Institut für Maritime Geschichte
Mon. 12.07.21 10:00 - 16:00 im Deutschen Schifffahrtsmuseum/ Leibniz-Institut für Maritime Geschichte
Mon. 02.08.21 10:00 - 12:00 Schreibwerkstatt (per zoom)

Die ‚neue Seidenstraße‘ ist ein beliebtes Thema politischer Essayistik geworden, ohne dass immer sehr präzise definiert wird, was darunter zu verstehen ist. Jenseits europäischer Debatten ist sie eine der Hauptargumentationsstrategien bei Projekten geworden, die asiatische und afrikanische Regionen verbinden. Sie dient der Durchsetzung manifest ökonomischer und politischer Interessen.

Unter dem Stichwort ‚maritime Seidenstraße‘ wollen wir zum einen untersuchen, welche Bedeutung den Seewegen und dem Ozean als Kontaktzone in diesem Geschichtskonstrukt zukommt. Außerdem wollen wir fragen, welche Rolle Meeresresourcen und -handelswege bei der Durchsetzung kontinentalchinesischer Strategien zukommt. Auf welche historischen und kulturellen Grundlagen beruhen diese? Welche Bedeutung kommen hierbei Bildern, Objekten und Öffentlichkeit zu?

Die Lehrveranstaltung ist als Modul konzipiert, die Teilnahme an beiden Seminaren wird dringend empfohlen. Das regulär einmal wöchentlich stattfindende Online-Seminar führt in die theoretischen Rahmenbedingungen ein. Dies wird ergänzt durch Blocksitzungen, die im Deutschen Schifffahrtsmuseum stattfinden. Dort werden Objekte und Sammlungskonvolute gesichtet, die unter dem Blickwinkel einer nicht nur europäisch zu denkenden Globalgeschichte neu bewertet werden können.

Die Ergebnisse des Seminars sollen bei „Bonjour Geschichte“ veröffentlicht werden (http://www.bonjour-geschichte.de/impressum/).

Literatur:
Carrai, Maria-Adele (Hg.), The Belt and Road Initiative and Global Governance, Cheltenham/ Northampton 2020; Clarke, Michael E. (Hg.), The Belt and Road Initiative and the Future of Regional Order in the Indo-Pacific, New York/ London 2020; Frankopan, Peter, The New Silk Roads. The Present and Future of the World, London u.a. 2019; ders., The Silk Roads. A New History of the World, London u.a. 2015;
Pradt Tilman, The Prequel to China’s New Silk Road: Preparing the Ground in Central Asia, Singapur 2020

Prof. Dr. Ruth Schilling, M.A.

Die „Kalten Ringe“: Auswirkungen des Ost-West-Konfliktes auf die Olympischen Spiele am Beispiel des Segelsportes

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-M13-2Die „Kalten Ringe“: Auswirkungen des Ost-West-Konfliktes auf die Olympischen Spiele am Beispiel des Segelsportes
The "Cold Rings": Effects of the East-West conflict on the Olympic Games using the example of sailing

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 16:00 GW2 B2890 (2 Credit hours)

Die Olympischen Spiele haben eine bis in die Antike zurückreichende Geschichte. Neben dem Ziel, sich zur Völkerverständigung im sportlichen Wettkampf zu messen, gibt es dabei stets politische Interessen, Einflussnahmen, Instrumentalisierungen und Verstrickungen. Das gilt für den Beginn der neuzeitlichen Spiele 1896 in Athen, die durch Nazi-Propaganda instrumentalisierten Spiele 1936 in Berlin 1936 sowie die vom Ost-West-Konflikt geprägten, erstmals in Asien ausgetragenen Spiele 1964 in Tokio ebenso.

Anlässlich der olympischen Sommerfestspiele 2021 in Japan beschäftigt sich die Lehrveranstaltung insbesondere mit den Auswirkungen des Ost-West-Konfliktes auf die 1964 in Japan ausgetragenen Olympischen Spiele am Beispiel des Segelsportes, beleuchtet die Strukturen, Institutionen und Propaganda in BRD und DDR in den internationalen Beziehungen. Obwohl mit einer gesamtdeutschen Mannschaft angetreten, sind die politisch getriebenen Interessen beider Teile Deutschlands und der Welt „hinter den Kulissen“ spürbar und prägend. Besondere Berücksichtigung finden daher die Olympia-Segler Bernd Dehmel und Willy Kuhweide, die Teil der gesamtdeutschen Mannschaft waren und dennoch für unterschiedliche politische Regimes stehen.

Das Segelboot von Willy Kuhweide befindet sich heute im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Es ist Ausdruck seiner Zeit und soll anlässlich der Olympischen Spiele in Tokio die historische Dimension von „materiellen Zeitzeugen“ bei Segelwettbewerben als Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse und politischer Großwetterlage ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Wie dies erfolgt soll ebenfalls Thema der Lehrveranstaltung sein.

Die Lehrveranstaltung umfasst 2 SWS und findet wöchentlich mittwochs von 14-16 Uhr statt, ggf. auch als Präsenzveranstaltung.


Literatur:
H.-J. Winkler, Sport und politische Bildung. Modellfall Olympia (Opladen 1973).
J. Lanz, Zwischen Politik, Protokoll und Pragmatismus. Die deutsche Olympisgeschichte von 1952 bis 1972 (Berlin 2008).
L. Johannsen, T. Pokorny, U. Schreiber (Hrsg.), 125 Jahre Segel-Sport in Deutschland (Bielefeld 2013).
Sportgeschichte. Von den Anfängen bis in die moderne Zeit (Aachen 2017).
Th. Grimm, Dokumentarfilm „Die kalten Ringe – gesamtdeutsch nach Tokio (2020).




The Olympic Games have a history dating back to ancient times. In addition to the goal of international understanding in sporting competition, there are always political interests, influences, instrumentalizations and entanglements. This applies equally to the beginning of the modern Games in Athens in 1896, the 1936 Games in Berlin in 1936, which were instrumentalized by Nazi propaganda, and the 1964 games in Tokyo, which, held in Asia for the first time, were marked by the East-West conflict.

On the occasion of the Olympic Summer Festival 2021 in Japan, the course deals especially with the effects of the East-West conflict on the Olympic Games held in Japan in 1964, using the example of sailing, and sheds light on the structures, institutions and propaganda in the FRG and GDR in international relations. Although the team was all-German, the politically driven interests of both parts of Germany and the world "behind the scenes" are tangible and formative. Special consideration is therefore given to the Olympic sailors Bernd Dehmel and Willy Kuhweide, who were part of the all-German team and yet stand for different political regimes.

Willy Kuhweide's sailboat is now in the German Maritime Museum in Bremerhaven. It is an expression of his time and, on the occasion of the Olympic Games in Tokyo, is intended to raise public awareness of the historical dimension of "material contemporary witnesses" at sailing competitions as a mirror of social conditions and the general political weather situation. How this is done will also be the subject of the course.

The course comprises 2 SWS and takes place weekly on Wednesdays from 14-16 hrs.

References:
H.-J. Winkler, Sport und politische Bildung. Modellfall Olympia (Opladen 1973).
J. Lanz, Zwischen Politik, Protokoll und Pragmatismus. Die deutsche Olympisgeschichte von 1952 bis 1972 (Berlin 2008).
L. Johannsen, T. Pokorny, U. Schreiber (Hrsg.), 125 Jahre Segel-Sport in Deutschland (Bielefeld 2013).
Sportgeschichte. Von den Anfängen bis in die moderne Zeit (Aachen 2017).
Th. Grimm, Dokumentarfilm „Die kalten Ringe – gesamtdeutsch nach Tokio (2020).

Sunhild Kleingärtner

HIS 10.2 Projektbezogene Forschung und Vermittlung – Geschichte in der Praxis II

(VF) 12 CP
Course numberTitle of eventLecturer
08-M28-M2-2Aus den Akten auf die Bühne “Zigeunerpolitik” im deutschen Kaiserreich /B
From the Files to the Stage “Gypsy politics” in the German Empire
16. Projekt der Reihe „Aus den Akten auf die Bühne“ mit der bremer shakespeare company

Seminar (Teaching)
ECTS: 12

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 14:00 - 18:00 Online
Dr. Eva Schöck-Quinteros

Die Freie Hansestadt Bremen ist bereit ...

Course numberTitle of eventLecturer
08-M28-M2-1„Die Freie Hansestadt Bremen ist bereit….“ Der lange Weg zu einer Universitätsstadt.
From the Files to the Stage: "The Free Hanseatic City of Bremen is ready ..." The long way to a university city
17. Projekt der Reihe „Aus den Akten auf die Bühne“ in Kooperation mit der bremer shakespeare company

Seminar (Teaching)
ECTS: 12

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 18:00 (2 Credit hours) Online

Das 17. Projekt von "Aus den Akten auf die Bühne" erforscht und dokumentiert anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Universität Bremen ihre Gründungsgeschichte. Diese beginnt 1947 mit den Plänen zur Gründung einer Internationalen Universität in Bremen-Grohn und endet 1971 mit der Eröffnung der Reformuniversität am Stadtrand hinter dem Stadtwald. Ziel des Seminars ist die Vorbereitung einer szenischen Lesung mit der bremer shakespeare company, die im Oktober 2021 Premiere haben wird.
1947 diskutiert der Bremer Senat erstmalig über die Idee, eine Universität in der Handels- und Hafenstadt zu gründen. Als Folge der Erfahrungen aus der NS-Zeit soll es eine Internationale Universität werden, die der Völkerverständigung und dem kulturellen Austausch dient und neue interdisziplinäre Formen der Wissensvermittlung und -aneignung wie das studium generale sowie eine Weiterbildung für Nicht-Abiturient*innen anbietet. Dieses Projekt soll auch einen Beitrag zu der Re-Education der Bremer*innen leisten und wird von der US-amerikanischen Militärregierung unterstützt. Am 16. Dezember 1948 nimmt die Bremische Bürgerschaft das Gesetz zur Gründung einer Internationalen Universität in Bremen an. Das Vorhaben scheitert an Fragen der räumlichen Unterbringung und an mangelnder finanzieller Ausstattung. Einige konzeptuelle Inhalte jedoch werden mehr als ein Jahrzehnt später in den neuerlichen Debatten zur Errichtung einer Universität in Bremen wieder aufgegriffen.
Diese wird nach rund 11-jähriger Planung am 14. Oktober 1971 im Bremer Rathaus eröffnet. Der Gründungsprozess ist von den leidenschaftlichen bildungspolitischen Debatten der 1960er Jahre und den Forderungen der Student*innenbewegung geprägt. Anstelle einer an traditionellen Strukturen und einem traditionellem Fächerkanon orientierten Volluniversität entsteht eine sogenannte Reformuniversität ohne Fakultäten und zunächst mit Schwerpunkten auf den sozial- und geisteswissenschaftlichen Fächern sowie der Jurist*innen- und Lehrer*innenausbildung. Zu den Prinzipien des sozialdemokratisch geprägten „Bremer Modells“ gehören u. a. die Mitbestimmung aller Mitglieder (Drittelparität), transparente Entscheidungen, eine an den drängenden Fragen der Gesellschaft und den Interessen der Arbeitnehmer*innen orientierte Forschung, die Entwicklung neuer, interdisziplinär und praxisbezogen gestalteter Lehr- und Lernformate (Projektstudium) sowie die Förderung gleicher Bildungschancen. Begleitet wird der Gründungsprozess von einem breiten Medieninteresse und Diffamierungen konservativer Parteien und Vereinigungen.

Dr. Thekla Keuck
Dr. Eva Schöck-Quinteros
Sigrid Dauks, M.A., Diplomarchivarin

Bahlsen, Oetker und Co.: Wie Familienunternehmen ihre NS-Geschichte aufarbeiten

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-10.1Bahlsen, Oetker und Co.: Wie Familienunternehmen ihre NS-Geschichte aufarbeiten / C
Bahlsen, Oetker and Co .: How family businesses deal with their Nazi history

Seminar (Teaching)
ECTS: 12 / 6

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 10:00 - 14:00 (4 Credit hours) Online

Der Umgang von Unternehmen mit ihrer Vergangenheit ist bis heute nicht immer offen und transparent, vor allem wenn es um Kriegswirtschaft, Zwangsarbeit oder „Arisierungen“ geht. Wir beschäftigen uns mit diesen Themen exemplarisch anhand mikrohistorischer Untersuchungen zu Familienunternehmen wie Freudenberg, Merck oder Oetker. Wir fragen nach den Kontinuitäten und Brüchen mittelständischer Unternehmen mit ihrer NS-Vergangenheit seit 1945. Wie verlief die „individuelle Vergangenheitsbewältigung ökonomischer Eliten“ (Grieger 2019)? Wie sieht die Vergangenheitsbearbeitung der in der Regel inhabergeführten Unternehmen heute aus? Halten sie an Entlastungsnarrativen fest oder folgen sie einem kritischeren Gegennarrativ? Welche Unterstützung und Vermittlungsarbeit können dabei Historiker*innen leisten?

Literatur/Links:
Sebastian Brünger, Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit, Göttingen 2017, https://doi.org/10.5771/9783835340886
Manfred Grieger, Sartorius im Nationalsozialismus. Generationswechsel im Familienunternehmen zwischen Weltwirtschaftskrise und Entnazifizierung, Göttingen 2019, https://ebookcentral.proquest.com/lib/kxp/detail.action?docID=5976594
Jörg Osterloh/Harald Wixforth (Hrsg.), Unternehmer und NS-Verbrechen. Wirtschaftseliten im „Dritten Reich“ und in der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt am Main, New York 2014, http://www.content-select.com/index.php?id=bib_view&ean=9783593424491
Tim Schanetzky, „Kanonen statt Butter“. Wirtschaft und Konsum im Dritten Reich, München 2015, Lizenzausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2017, https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/241695/kanonen-statt-butter

Dr. Thekla Keuck

HIS FD 1.2a Geschichtsdidaktik

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-FD1-2aFachdidaktische Prinzipien im Geschichtsunterricht - Einführung
History Didactics – Introduction

Seminar (Teaching)
ECTS: 3

Dates:
weekly (starts in week: 1) Fri. 10:00 - 12:00 SpT C4180
Elisabeth Waltke

HIS FD 1.2b Geschichtsdidaktik

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-FD1-2bFachdidaktische Prinzipien im Geschichtsunterricht - Einführung
History Didactics – Introduction

Seminar (Teaching)
ECTS: 3

Dates:
weekly (starts in week: 1) Fri. 12:00 - 14:00 SpT C4180
Elisabeth Waltke

WAHLPFLICHTBEREICH II (GENERAL STUDIES)

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-GS-1Kolloquium zur Geschichte Osteuropas
Colloquium on East European History
Bremen & Tübingen

Colloquium (Teaching)
ECTS: 3

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 18:00 - 20:00 (2 Credit hours) Online, Zoom

Auch in diesem Sommersemester haben wir einen Kooperationspartner gewonnen und werden das Kolloquium gemeinsam mit der Osteuropageschichte Tübingen, Prof. Dr. Klaus Gestwa, seinem Team und seinen Studierenden durchführen. Sechs Vortragende sind von den Tübinger*innen, sechs von uns eingeladen. Wieder nutzen wir das Zoom-Format, um auch Kolleginnen aus den USA zu hören. Gemeinsam wollen wir uns über aktuelle Forschungsvorhaben, neue Ansätze und Ergebnisse in der osteuropäischen Geschichte austauschen: Etablierte Wissenschaftler*innen, aber auch Doktorand*innen stellen in einem 30minütigen Vortrag ihre aktuelle Arbeit vor, die dann von uns diskutiert wird. Wer will, bleibt danach noch auf ein "Zoom-Bier". Alle Studierenden und Lehrenden sind herzlich eingeladen!

Prof. Dr. Susanne Schattenberg
Benedikt Funke
08-28-GS-2Forschungskolloquium
Research Colloquium

Colloquium (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 18:00 - 20:00 (2 Credit hours)
Prof. Dr. Rebekka Asta E. Mallinckrodt von
Prof. Dr. Cornelius Torp
Prof. Dr. Delia González de Reufels
08-28-GS-3Kontroverses Kaiserreich. Debatten um die deutsche Geschichte 1871 bis 1914/18
Disputed Empire. Historiographic Controversies on Imperial Germany (1871 to 1914/18)

Blockveranstaltung (Teaching)
ECTS: 3

Additional dates:
Sat. 17.04.21 09:00 - 18:00 Online
Sat. 19.06.21 - Sun. 20.06.21 (Sun., Sat.) 09:00 - 18:00 Online

Online

Beschreibung:
Das vor 150 Jahren gegründete deutsche Kaiserreich hat zwar nicht einmal 50 Jahre überdauert, in der Geschichtswissenschaft jedoch große Kontroversen hervorgerufen, die teilweise bis heute andauern. Das runde Gründungsjubiläum nimmt dieses Seminar zu Anlass, nach dem Stellenwert des Kaiserreichs in der deutschen Geschichte zu fragen. Zur Beantwortung dieser Frage werden wir einige der einschlägigen historiographischen Debatten in den Blick nehmen.

Als Themen kommen u.a. in Frage:
• Zwei Meister und ihre Erzählungen: Die Kaiserreichdebatte von Thomas Nipperdey und Hans-Ulrich Wehler
• Die Belastung des Kaiserreichs durch den „Geburtsfehler“ der „Reichsgründung von oben“: Reichsgründung und Reichsverfassung
• „Von Bismarck zu Hitler“? Das Kaiserreich und der „deutsche Sonderweg“
• War die Gesellschaft des Kaiserreichs eine „Untertanengesellschaft“?
• Lichtgestalt oder Dämon? Das Bismarck-Bild in der Forschung
• „Regierte der Kaiser?“ Wilhelm II. und sein „persönliches Regiment“
• „Modernisierung“ und „Hochmoderne“. Wie modern war das Kaiserreich?
• Wie reformfähig und wie demokratisch war die Gesellschaft des Kaiserreichs? Parteien, Milieus und der steinige Weg zum politischen Kompromiss
• Die „Fischer-Kontroverse“ um die „Kriegsschuldfrage“ 1914

Literatur zur Einführung (Auswahl):
Berghahn, Volker: Das Kaiserreich 1871–1914. Industriegesellschaft, bürgerliche Kultur und autoritärer Staat. 10. völlig neu bearbeitete Aufl., Stuttgart 2003 (Gebhardt-Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 16).
Conrad, Sebastian/Osterhammel, Jürgen (Hrsg.): Das Kaiserreich transnational. Deutschland in der Welt 1871–1914, Göttingen 2004.
Conze, Eckart: Schatten des Kaiserreichs. Die Reichsgründung von 1871 und ihr schwieriges Erbe. München 2020.
Freytag, Nils: Das Wilhelminische Kaiserreich 1890–1914. Paderborn 2018.
Frie, Ewald: Das Deutsche Kaiserreich. Darmstadt 22013 (Kontroversen um die Geschichte).
Hildebrand, Klaus: Deutsche Außenpolitik 1871–1914, München 32008 (EDG, Bd. 2).
Kroll, Frank-Lothar: Geburt der Moderne. Politik, Gesellschaft und Kultur vor dem Ersten Weltkrieg. Berlin 2013.
Lenger, Friedrich: Industrielle Revolution und Nationalstaatsgründung (1849–1870er Jahre). 10. völlig neu bearbeitete Aufl., Stuttgart 2003 (Gebhardt-Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 15).
Nonn, Christoph: Das Deutsche Kaiserreich. Von der Gründung bis zum Untergang. München 2017.
Ullmann, Hans-Peter: Politik im Deutschen Kaiserreich 1871–1918, München 22005 (EDG, Bd. 52).
Ullrich, Volker: Die nervöse Großmacht 1871–1918. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs, Frankfurt am Main 1997.

Das Seminar findet als Online-Veranstaltung statt. Für den Erwerb eines unbenoteten General Studies-Scheines (3 CP) ist die aktive Beteiligung am Seminar und die Übernahme eines Referats bzw. Mitwirkung an einer Referatsgruppe erforderlich. Die Anmeldung erfolgt über StudIP.

Jaromir Dittmann-Balcar
08-28-GS-4Doing Public History: Arbeitsfelder für Historiker*innen / C
Doing Public History: Fields of work for historians

Seminar (Teaching)
ECTS: 6 / 3

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 16:00 - 18:00 (2 Credit hours) Online

Welche beruflichen Möglichkeiten gibt es für Absolvent*innen geschichtswissenschaftlicher Studiengänge jenseits von Universität und Schule? Was können Studierende der Geschichtswissenschaft bereits während des Studiums tun, um danach ihren Traumjob als Rechercheur*in, Redakteur*in oder Referent*in zu bekommen? Diese und andere Fragen rund um die Themen Praxis- und Berufsorientierung für Historiker*innen diskutieren Sie mit Vertreter*innen verschiedener Arbeitsfelder. Die Praktiker*innen aus Bremen, Hamburg, Lübeck und Berlin erzählen von ihren Berufswegen und ermöglichen Ihnen Einblicke in so unterschiedliche Arbeitsfelder wie Archiv, Agentur, Gedenkstätte und Museum.

Literatur/Links:
Felix Hinz/Andreas Körber (Hrsg.), Geschichtskultur – Public History – Angewandte Geschichte. Geschichte in der Gesellschaft: Medien, Praxen, Funktionen, Göttingen 2020, http://www.utb-studi-e-book.de/9783838554648
beruf:geschichte. Blog zur Praxis- und Berufsorientierung für Historikerinnen und Historiker, https://beruf.hypotheses.org/
Frank Kleinehagenbrock/Stefan Petersen (Hrsg.), Geschichte studiert – und dann? Berufsfelder für Historikerinnen und Historiker sowie Studierende anderer Geisteswissenschaften. Ein Leitfaden, Würzburg 2011, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:20-opus-66703

Dr. Thekla Keuck

Alte Bachelorstruktur auslaufend

Modul HIS 2: Einführung in die Alte Geschichte

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-2.2aDas erste Jahrhundert der römischen Kaiserzeit: von Augustus bis Domitian; Einführung in die Methoden der Alten Geschichte
Vorlesung/Tutorium

Lecture (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 10:00 - 12:00 (2 Credit hours) Online

Zu dieser Veranstaltung muss eines der beiden Seminare: 08-28-HIS-2b oder 08-28-HIS-2c besucht werden.
Das erste Jahrhundert der römischen Kaiserzeit wird oft auch die frühe Kaiserzeit genannt. Sie löst die Zeit der Römischen Republik ab. Zeitlich beginnt sie mit Octavian, später Augustus genannt, im Jahre 27 v. Chr. und endet mit dem Tod des Domitian im Jahre 96 n. Chr.
Octavian, der Großneffe und Adoptivsohn Caesars, hatte sich im Kampf um die Macht gegen Marcus Antonius durchgesetzt. Offiziell stellte er die Ordnung der Römischen Republik, der res publica, wieder her, da er eine Monarchie im hellenistischen Stil ablehnte. Aber obwohl er als princeps formal lediglich der „erste Bürger“ war, war er faktisch nahezu Alleinherrscher. Der Name Caesar wurde zu einem Herrschaftstitel, von dem sich unser Wort „Kaiser“ ableitet. Mit dieser neuen Herrschaftsform kam das Problem der Nachfolge. Der princeps konnte seine Stellung nicht wie ein dynastischer Herrscher vererben, sie bedurfte der Akzeptanz durch das Heer, die Senatoren und die stadtrömische plebs, das Volk. Dass diese Akzeptanz verspielt werden konnte, zeigen die Beispiele der „schlechten“ Kaiser, zu denen Caligula und Nero gehörten, die wir in der Vorlesung näher diskutieren werden. Die Innen- und Außenpolitik der jeweiligen Kaiser werden wir ebenso betrachten wie die Kaiserfrauen, die bei der Auswahl der Nachfolger des princeps ihren Einfluss geltend machten. Wie das Alltagsleben dieser Zeit aussah, werden wir am Beispiel der Stadt Pompeji erforschen, die im Jahr 79 n. Chr., zur Zeit des Kaisers Titus, unter den Aschen des Vesuvs begraben wurde und deren letzte Momente wie in einer Zeitkapsel bewahrt wurden.
Im Tutorium werden wir uns schließlich mit den Quellen und den wichtigsten Hilfs- und Nachbardisziplinen der Alten Geschichte sowie Arbeitstechniken und Recherchetechniken beschäftigen.

Grundlegende Literatur:
• Christ, Karl, Die Römische Kaiserzeit. Von Augustus bis Diokletian, München 2015.
• Blum, Hartmut - Wolters, Reinhard, Alte Geschichte studieren, UTB basics 2747, 2. überarb. Aufl., Konstanz 2011.

PD Dr. Berit Hildebrandt
Jean Coert
08-28-HIS-2.2bHandel zwischen Rom und Indien in der Antike

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 10:00 - 12:00 (2 Credit hours) Online

Bereits in der Antike gab es zahlreiche Kontakte über Land- und Wasserwege zwischen dem Mittelmeerraum und Asien, die seit Ferdinand von Richthofen unter dem Begriff Seidenstraßen zusammengefasst werden. Während in der früheren Forschung oft die Verbindungen zwischen Rom und China im Mittelpunkt standen, ist im Zuge globalgeschichtlicher Fragestellungen in den letzten Jahrzehnten der indische Subkontinent in den Fokus der Forschung gerückt, und besonders die Frage nach Art und Umfang von Handelsbeziehungen zwischen Rom und Indien.
Mit der Eroberung Ägyptens im Jahre 30 v. Chr. erlangten die Römer direkten Zugang zum Roten Meer und zu den Seerouten nach Indien. Im 1. Jh. n. Chr. wussten Seefahrer, wie sie die Monsunwinde für die direkte Überquerung des Indischen Ozeans bis nach Indien nutzen konnten. Die Güter aus dem Osthandel waren in Rom sehr begehrt, wie archäologische Funde und die stetigen Klagen von Luxuskritikern belegen.
Unschätzbare Einblicke in diesen Seehandel bietet uns ein griechischer Text, der im 1. Jh. n. Chr. von einem in Ägypten lebenden Seehändler verfasst wurde: Die „Umschiffung des Roten Meeres“ (lateinisch: der Periplus Maris Erythraei). Dieses „Rote Meer“ umfasste in der Antike nicht nur das heute so genannte Rote Meer, sondern auch Teile des Indischen Ozeans sowie den Persischen Golf. Der Text zählt ausführlich auf, welche Güter in den Häfen entlang der verschiedenen Handelsrouten nachgefragt und erhältlich waren, von Wein aus dem Westen zu Seide, Pfeffer und Edelsteinen aus Indien. Er nennt auch gefährliche Seepassagen und berichtet in kurzen farbigen Schilderungen von den verschiedenen Völkern entlang der Handelsrouten und ihrer Lebensweise – an einem Abschnitt, so wird gewarnt, seien sogar Menschenfresser anzutreffen.
Das Ziel unseres Seminares wird sein, uns auf Grundlage dieses Textes ein Bild vom Handel zwischen Rom und Indien im 1. Jh. n. Chr. zu verschaffen. Dabei werden wir weitere antike Texte wie z.B. Inschriften und Papyri (in Übersetzung) sowie archäologische Funde betrachten. Schließlich werden wir die von der Forschung vorgeschlagenen Handelsmodelle kritisch diskutieren.

Grundlegende Literatur:
• Lionel Casson, The Periplus Maris Erythraei. Text with Introduction, Translation and Commentary, Princeton 1989.
• Kasper Grønlund Evers, Worlds apart trading together. The organisation of long-distance trade between Rome and India in Antiquity, Oxford 2017.

PD Dr. Berit Hildebrandt
Jean Coert
08-28-HIS-2.2cGermanen. Historiographische, ethnographische und archäologische Aspekte

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 14:00 - 16:00 (2 Credit hours) Online

Der Terminus Germanen und die mit ihm verbundenen Vorstellungen über ein antikes Volk in Mitteleuropa tauchten redundant in der neuzeitlichen Geschichte des deutschsprachigen Raumes auf und fanden dort Verwendung in politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Diskursen. Ideen von Germanentum waren bedeutsam für Humanisten, frühe nationale Bewegungen, politische Theoretiker sowie die Romantik und Philosophie des 18. und 19. Jh. Heutzutage verbindet man wohl die Germanenrezeption vor allem mit der nationalsozialistischen Ideologie, deren rassistische und eugenische Annahmen eng mit Germanenvorstellungen verknüpft waren, oder moderne rechtsorientierte Gruppen, die teilweise ebenso Anknüpfungspunkte zu diesem antiken Begriff finden. Woher stammen diese Bilder von Germanen, die Personen ganz verschiedener Couleur für ihre Ideen und Ansichten beanspruch(t)en?
Ziel des Seminars ist es die Wurzeln dieser Germanenvorstellungen zu untersuchen und zu eruieren wer oder was in der Antike als Germanen bezeichnet wurde. Damit verbunden werden auch die kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Ideen, die mit diesen Personen assoziiert wurden, diskutiert. Hierfür werden u.a. bedeutsame politische Ereignisse, wie Caesars Germanenbegegnungen am Rhein oder die prominente Schlacht im Teutoburger Wald, thematisiert. Weniger politisch geprägt werden die Utopien und Mythen sein, die in der frühen griechischen und lateinischen Literatur im Norden angesiedelt wurden, oder die Beschreibungen der germanischen Kultur und Lebensweise in Tacitus‘ Germania. Ebenso die Theorien antiker Gelehrter werden im Seminar besprochen, welche das andersartige Erscheinungsbild der Germanen oder ihre abweichenden Geschlechterrollen zu verstehen suchten und nachvollziehen wollten, warum indische Gesandte aus Germanien nach Rom kommen konnten. Diese literarischen Texte werden noch um eine Studie des archäologischen und numismatischen Materials ergänzt. Abschließend wird die Rezeption der antiken Germanenbilder nachverfolgt werden, wobei die konkrete Themenauswahl den Teilnehmern obliegen wird.

Als Begleitlektüre zum Seminar wird das folgende Buch empfohlen:
Bleckmann, Bruno: Die Germanen: Von Ariovist bis zu den Wikingern. München 2009.

Jean Coert
PD Dr. Berit Hildebrandt

Modul HIS 3: Einführung in die Mittelalterliche Geschichte

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-3.1Einführung in die Mittelalterliche Geschichte: Individuen und Gemeinschaften im Mittelalter
Individuals and Collectives in the Middle Ages

introductory seminar course (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 14:00 - 18:00 GW2 B2900 Online (4 Credit hours)
Prof. Dr. Cordula Nolte
Dr. Jan Ulrich Büttner
08-28-HIS-3.2Einführung in die Mittelalterliche Geschichte: Stadt – Land – See: Leben in verschiedenen Umwelten
City, Sea and Countryside -Life in different environments

introductory seminar course (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 10:00 - 14:00 SpT C4180 (4 Credit hours)
Dr. Jan Ulrich Büttner

Modul HIS 4/5: Einführung in die Neuere und Neueste Geschichte

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-4.1Nichts geht mehr! – Geschichte des Glücksspiels vom 19. Jahrhundert bis heute
No more bets, please! – A history of gambling since the 19th century

introductory seminar course (Teaching)
ECTS: 9

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 18:00 GW2 B2880 (4 Credit hours)

Wenn beim Roulette keine Einsätze mehr angenommen werden, kommt in deutschen Spielbanken die Ansage: „Nichts geht mehr“. Schaut man sich die Entwicklungen in der Glücksspielindustrie an, so geht hier wiederum so einiges. Aktuell sind insbesondere Debatten um das Livestreamen von Glücksspielen bei Twitch und die bundesweite Legalisierung von Online-Casinos im Sommer 2021 in den deutschen Medien präsent. In diesem Modul verfolgen wir die bewegte Geschichte des Glücksspiels bis ins 19. Jahrhundert zurück. Wir betrachten die historische Entwicklung des Glücksspiels dabei sowohl aus deutscher als auch aus globalgeschichtlicher Perspektive. Die Auseinandersetzung mit der Thematik wirft ein Licht auf verschiedene Kernthemen der Moderne – beispielsweise darauf, wie Freizeit, Geld und Konsum, Glück, Zufall und Risiko sowie Moral, Krankheit und Wirtschaftlichkeit verhandelt wurden. Anhand von Forschungsliteratur sowie historischen Quellen schauen wir uns verschiedene Dimensionen des Glücksspiels in den vergangenen beiden Jahrhunderten an. So bekommen wir einen Einblick nicht nur in Casinos dieser Welt sondern auch in die methodische Vielfalt und verschiedene Perspektiven der Neueren und Neuesten Geschichte.

Sophia Gröschel
Prof. Dr. Cornelius Torp
08-28-HIS-4.2Umweltgeschichte der Sowjetunion /C
Environmental History of the Soviet Union

introductory seminar course (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 08:00 - 12:00 (4 Credit hours) Online

Die Sowjetunion sollte sich auch durch eine bessere Naturbeherrschung gegenüber kapitalistischen Staaten auszeichnen: Ressourcen sollten effizienter ausgebeutet und zum Wohle des Volkes genutzt werden. Die sowjetische Form des Wirtschaftens sollte verträglicher mit der Umwelt sein und technische Neuerungen wie die Atomkraft würden schlussendlich Fortschritt und Wohlstand für alle bringen. Dass diese Ansprüche vielfach scheiterten ist allseits bekannt, die (Hinter-)Gründe sind es weniger. Ziel des Seminars ist es, eine Geschichte der Sowjetunion greifbar zu machen, die den Menschen in seiner Umweltabhängigkeit zeigt.
Die Umweltgeschichte gewann als Disziplin seit den 1970er Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit. Spätestens seit der Verkündung des „Anthropozäns“, dem geologischen Zeitalter, in dem der Mensch zum einflussreichsten Faktor auf das System Erde geworden ist, ist die Frage nach der Beziehung zwischen menschlichen Gesellschaften und ihrer physischen Umwelt aus den Geisteswissenschaften nicht mehr wegzudenken.
In diesem Seminar werden theoretische und methodische Grundlagen der Umweltgeschichte erarbeitet. Dabei richtet sich der Blick von Armenien bis zur Beringstraße auf verschiedene Regionen und Ökosysteme der Sowjetunion, um so die komplexen Zusammenhänge von Politik, Wirtschaft, Technik und Umwelt besser verstehen zu lernen.
Hausarbeiten können in deutscher oder englischer Sprache geschrieben werden.

Supporters of the Soviet Union proclaimed that state socialism had more assets in governing the processes of nature than capitalist states: Resources would be exploited more efficiently and for the benefit of the people. The Soviet economy would be environmentally sustainable und technical progress, like nuclear power for instance, would ultimately bring progress and wealth for everybody. The conclusion that these aspirations failed in many ways has become commonplace. The dynamics behind this evolvement are mostly less known. This seminar aims at an understanding of Soviet history, which does not neglect the fact that human beings are very much dependent on their physical environment.
Environmental history gained traction as a discipline in the 1970s. Eventually, the relation between human societies and their physical environment has become an important part of the humanities, since discussions around a new geological epoque called the “Anthropocene” have arisen, following the question whether humankind has become the major environmental force in the earth system.
This seminar covers the theoretical and methodological basics of environmental history. We will work with sources and secondary literature that cover the various regions of the Soviet Union, from Armenia to the Bering Strait, thus trying to reflect upon the entangled relations between politics, economy, technology and the environment.
Assignments can be written in English or German.

Elias Angele
08-28-HIS-4.3„Von  gereisten  Frauenzimmer  hält  man  nicht  viel“. Genderspezifische Erfahrungen und Formen der Mobilität und Migration in der Frühen Neuzeit
Gender-Specific Experiences and Forms of Migration and Mobility in the Early Modern Period

introductory seminar course (Teaching)
ECTS: 9

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 10:00 - 14:00 GW2 B2900
Sarah Lentz

Modul HIS 6: Theorien historischen Arbeitens

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-6.1Lehrgrabung im Bereich des ehemaligen KZ-Außenlagers Bahrensplate in Bremen-Nord - Konkreter Titel und Informationen folgen! -

Seminar (Teaching)

Additional dates:
Thu. 15.04.21 16:00 - 18:00 GW2 B2880
Thu. 22.04.21 16:00 - 18:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So.

Termin zur Lehrgrabung folgt.

Prof. Dr. Uta Halle
08-28-HIS-6.2Quellen zu Zentrum-Peripherie-Beziehungen in den 1920er und 1930er Jahren
Sources on Centre-Periphery Relations in the 1920s and 1930s
Kommunikation und Mobilität aus dem globalen Zentrum in die Peripherie von 1920 bis 1939

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 10:00 - 12:00 (2 Credit hours) Online

Ziel des Seminars ist es, die Studierenden mit verschiedenen Arten von Quellen zu den Zentrum-Peripherie-Beziehungen in den 1920er und 1930er Jahren vertraut zu machen. Darüber hinaus soll das Seminar ein besseres Verständnis für koloniale, post-koloniale und andere Zentrum-Peripherie-Beziehungen vermitteln. Zu guter Letzt sollen die Studierenden mögliche Online-Portale für die wissenschaftliche Recherche – sowohl auf der Suche nach Quellen als auch nach wissenschaftlichen Artikeln und Büchern – kennenlernen.
Bei den zu kennenlernenden Quellen handelt es sich um diplomatische und militärische Quellen, Egodokumente von Zeitgenoss*innen, Poster, Kinofilme, Zeitungsartikel und zeitgenössisches Werbematerial. Die Quellen sind alle im Internet frei zugänglich oder werden durch den Dozenten für die Studierenden zugänglich gemacht.
Als übergeordnetes Thema dienen die Zentrum-Peripherie-Beziehungen in der betrachteten Zeit. Übergeordnete Frage ist, welche Menschengruppen sich wie in den 1920er und 1930er Jahren vom Zentrum in die globale Peripherie fortbewegten und wie das die Gesellschaften in der Peripherie beeinflusste.

David Noack
08-28-HIS-6.3Gewalt- und Kontrollsysteme: Loyalisten in Dekolonisierungskonflikten
Systems of violence and control: Loyalist forces in wars of decolonization

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Tue. 16:00 - 18:00 GW2 B2880 GW2 B1400 NUR Mo. + Di. (2 Credit hours)
weekly (starts in week: 1) Tue. 16:00 - 18:00

Vom 18. bis zum 20. Jahrhundert waren Dekolonisierungskonflikte von extremer, bürgerkriegsähnlicher Gewalt geprägt. Loyalisten, also lokale Akteure welche sich auf die Seite der Kolonialmacht stellten, rücken seitens der Forschung in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus, da ihre spezifische Rolle und Funktion viel über die Ziele und das Vorgehen der imperialen und indigenen Akteure dieser Konflikte aussagen kann. In diesem Seminar soll daher die besondere Rolle von indigenen Loyalisten in Dekolonisierungskonflikten in verschiedenen Kolonialreichen in unterschiedlichen Zeiträumen untersucht werden. Als Fallbeispiele dienen vier Konflikte aus dem 18. und 20. Jahrhundert, von den USA über Irland, Algerien bis nach Kenia.
Das Lesen von englischen Texten ist Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar.

Yves Schmitz

Modul HIS 6: Theorien historischen Arbeitens

(Pflichtmodul "HIS 6" / VF, PF, KF, LA / ECTS: 9)

Das Modul besteht aus der Kombination von zwei Veranstaltungen.

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-6.4Grundlagen der prähistorischen und historischen Archäologie

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 2) Thu. 14:00 - 16:00 (2 Credit hours) Online
Philipp Grassel
08-28-HIS-6.5Politik und Alltag im Spiegel eines spätmittelalterlichen Stadtbuchs: Das Bremer Ratsdenkelbuch (1395-1600)
Town- and Memorialbooks as sources for the late medieval history

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 16:00 - 18:00

Inhalt und Ziel der Veranstaltung:
Im Spätmittelalter wurden in vielen Städten sog. Stadtbücher angelegt, in die vielfältige Einträge aufgenommen wurden: Urkunden, Protokolle, Vorschriften und Berichte, aber auch Einnahme- und Steuersachen. In Bremen wurde in dieser Form von 1395 bis ca. 1600 das sog. Ratsdenkelbuch geführt. In mittelniederdeutscher Sprache mit einigen lateinischen Einsprengseln führt das Buch über mehr als zwei Jahrhunderte unmittelbar in Politik und Alltag der Hansestadt: Reichs- und Hansetage, Handel und Piratenbekämpfung, Rechtsprechung, Kirchenfragen aber auch die Stadtverwaltung und der Alltag der Bürger werden berührt.
Das Ratsdenkelbuch wurde schon früh für seinen hohen Quellenwert bekannt, es wird aber erst jetzt erstmals wissenschaftlich ediert.
Der Kurs will Kenntnisse zum Quellenwert eines solch vielseitigen Dokuments vermitteln und will als Lesekurs die Lesefertigkeiten an mittelniederdeutschen Texten üben. Am Beispiel des laufenden Editionsprojekts sollen Verfahren wissenschaftlicher Editionen thematisiert werden.
Geeignete Lektüre- und Arbeitsvorlagen werden digital und in Kopie gestellt. Im Staatsarchiv Bremen wird - soweit die Pandemielage Präsenztermine zulässt - auch die Originalquelle in den Blick genommen.
Maximale Teilnehmerzahl: 10

Literatur:

  • Quellen zur bremischen Reformationsgeschichte, = Bremisches Jahrbuch. Zweite Serie. Erster Band, hg. von der Historischen Gesellschaft Bremen, Bremen 1885.
  • Herbert Schwarzwälder, Geschichte der Freien Hansestadt Bremen, Band 1, Bremen 1995.
  • Jan Ulrich Büttner, Konrad Elmshäuser, Adolf E. Hofmeister (Bearb.), Die Kundige Rolle von 1489. Faksimile-Edition mit mittelniederdeutscher Transkription und hochdeutscher Übersetzung (Kleine Schriften des Staatsarchiv Bremen. Heft 49), Bremen 2014.

Prof. Dr. Konrad Elmshäuser

Modul FD 1: Grundlagen der Geschichtsdidaktik

(Pflichtmodul "HIS FD 1" / GyH, GyN, FBW / ECTS: 3)
Course numberTitle of eventLecturer
08-28-FD1-2aFachdidaktische Prinzipien im Geschichtsunterricht - Einführung
History Didactics – Introduction

Seminar (Teaching)
ECTS: 3

Dates:
weekly (starts in week: 1) Fri. 10:00 - 12:00 SpT C4180
Elisabeth Waltke
08-28-FD1-2bFachdidaktische Prinzipien im Geschichtsunterricht - Einführung
History Didactics – Introduction

Seminar (Teaching)
ECTS: 3

Dates:
weekly (starts in week: 1) Fri. 12:00 - 14:00 SpT C4180
Elisabeth Waltke

Profilmodul HIS 9: Ordnung und Dissens:

Oral History

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-7.2.1Was ist Oral History? Zeitzeug*innen-Interviews in der Geschichtsvermittlung / C
What is Oral History? Interviews with contemporary witnesses in history mediation

Blockveranstaltung (Teaching)
ECTS: 6

Additional dates:
Fri. 16.04.21 10:00 - 12:00
Fri. 07.05.21 10:00 - 16:30
Sat. 08.05.21 10:00 - 15:30
Sat. 22.05.21 10:00 - 15:30
Fri. 28.05.21 10:00 - 12:00
Sat. 29.05.21 10:00 - 15:30

Oral History-Interviews sind audio- oder audiovisuelle Befragungen oder Gespräche mit Zeitzeug*innen, bei denen das subjektive Erleben der Menschen im Vordergrund steht. Oral History ist eine Methode, die sich in der deutschen Geschichtswissenschaft mittlerweile einen Platz erkämpft hat. Die Public History verwendet Oral History-Interviews nicht nur als Quelle, sondern nutzt sie auch für die Vermittlungsarbeit. Hierfür produzieren Public Historians ihre Quelle mitunter selbst – eine Vorgehensweise, die die Kritik an der „Erfahrungswissenschaft“ (Alexander von Plato) erneut aufleben lässt. In der Blockveranstaltung lernen Sie nach einer theoretischen Annäherung verschiedene Oral History-Projekte kennen; dabei liegen die thematischen Schwerpunkte auf der Industriekultur des Ruhrgebiets und der Solidarność-Bewegung. Darüber hinaus erhalten Sie praktische Hilfestellungen zu Arbeits- und Fragetechniken.

Literatur/Links:
Martin Lücke/Irmgard Zündorf, Einführung in die Public History, Göttingen 2018, S. 74-82, https://www.utb-studi-e-book.de/9783838549095
Martin Sabrow/Norbert Frei (Hrsg.), Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945, Göttingen 2012, https://doi.org/10.5771/9783835322455
Die Werkstatt der Erinnerung: 30 Jahre erzählen, zuhören, Geschichte machen!, https://vimeo.com/474758513

Dr. Thekla Keuck
Prof. Dr. Susanne Schattenberg

Solidarność

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-7.2.2Die Solidarność in Bremen
The Solidarność in Bremen

Seminar (Teaching)
ECTS: 6

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 14:00 - 16:00 (2 Credit hours) Online

1980 übten streikende Arbeiter*innen in Danzig einen solchen Druck auf Staat und Partei in Polen aus, dass diese unabhängige Gewerkschaften und damit die Solidarność zuließen. Als sie in der Nacht zum 13. Dezember 1981 das Kriegsrecht verhängten und die Solidarność wieder verboten, fand sich eine kleine Delegation in Bremen gestrandet, wohin sie eingeladen worden waren und wo sie teilweise bis heute leben.
Dies Modul verfolgt zwei Ziele: Zum einen sollen Sie die Theorie und Methode der Oral History kennenlernen und selbst dazu befähigt werden, solche Interviews zu führen. Zum anderen werden wir uns in die Geschichte der Solidarność einlesen und neuste Ansätze und Forschungsergebnisse diskutieren.
In einem zweiten Schritt werden Sie selbst die in Bremen wohnenden früheren Solidarność-Mitglieder interviewen, die Interviews schneiden und auf einer Online-Plattform präsentieren.

Prof. Dr. Susanne Schattenberg
Dr. Thekla Keuck

Profilmodul: HIS 11: Geschichtsverständnis und Vergangenheitsentwürfe:

Formen der Mittelalter-Rezeption

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-7.1.1Formen der Mittelalter-Rezeption
Modern Perceptions of the Middle Ages

Seminar (Teaching)
ECTS: 6

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 16:00 GW2 B2900 (2 Credit hours) Prof. Dr. Cordula Nolte
weekly (starts in week: 1) Wed. 16:00 - 18:00 GW2 B2900 (2 Credit hours) Dr. Jan Ulrich Büttner
Prof. Dr. Cordula Nolte
Dr. Jan Ulrich Büttner

Profilmodul: HIS 12: Vielfalt der Moderne:

Neuzeit

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-7.6.1Street life: Coexistence, protest and violence in the modern city (in English)
Streetlife: Protest, violence and coexistence in the modern city
Hausarbeiten können in Deutsch oder Englisch eingereicht werden

Seminar (Teaching)
ECTS: 6

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 14:00 - 16:00 GW2 B2890 (2 Credit hours)

Cities have long been an important setting of encounter and exchange between different religions, ethnic communities, social classes, and political movements. At the same time, the major currents of the nineteenth and twentieth centuries – capitalism and revolution, religious revival and secularism, colonialism and nationalism – exerted a formidable pressure on the modern city as a stie of encounter. As new political movements emerged and rigid collective identities coalesced, the city became the arena in which new rivalries and antagonisms were played out. Looking at different cities along the shores of the Mediterranean, this seminar explores the various, often conflicting dynamics of coexistence, protest, and violence in the modern age.

Dr. Avner Ofrath
08-28-HIS-7.6.2Cities of Tomorrow: The Global History of Urban Planning in the Twentieth Century (in English)

Seminar (Teaching)
ECTS: 12

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 12:00 - 14:00 (2 Credit hours) Online

In historiography, the twentieth century is often regarded as a century of planning. This is probably best expressed by urban planning which has become a standard practice and an important political field in all parts of the globe. This seminar explores the global history of urban planning in the twentieth century, focusing in particular on the close link between social and urban planning. Our central question will be how (utopian) ideas of social development have interacted with urban planning visions. A special focus in this seminar will be on colonial urban planning in Africa and Asia.

Participants can take the examination in either German or English.

Norman Aselmeyer

Kapitalismus

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-HIS-7.3Markt und Staat in der Moderne
Governing Trade in 19th and 20th Century Europe

Seminar (Teaching)
ECTS: 12

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 12:00 - 14:00 (2 Credit hours) Online: https://uni-bremen.zoom.us/j/97937696912?pwd=MnBSV3NPbVArdlh0Wnc1K3FFOFZpUT09
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 16:00 (2 Credit hours) Online: https://uni-bremen.zoom.us/j/97937696912?pwd=MnBSV3NPbVArdlh0Wnc1K3FFOFZpUT09

Kapitalismusgeschichte hat Konjunktur. Das Seminar schließt sich dem historiografischen Trend an und widmet sich einer zentralen Säule kapitalistischen Wirtschaftens: dem Handel. Anhand des Austauschs von Gütern und Wertpapieren untersuchen wir das Verhältnis von Markt und Staat in der Moderne. Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen grenzüberschreitendem Wirtschaften und staatlichen Reaktionen, die sowohl Einhegungs- als auch Ermöglichungsversuche einschließen. Geografisch konzentrieren wir uns auf Westeuropa, blicken jedoch immer wieder auch nach Nordamerika und in einer Sitzung nach Südamerika.

Der vierstündige Kurs gliedert sich in zwei Teile: In der ersten Hälfte unseres wöchentliches Pensums diskutieren wir die zur Vorbereitung gelesene historische Fachliteratur. In der zweiten Hälfte analysieren wir von Ihnen recherchierte Quellen.

Veronika Settele

Modul HIS 13 (Vollfach): Praxis Geschichte

Die Freie Hansestadt Bremen ist bereit ...

Course numberTitle of eventLecturer
08-M28-M2-1„Die Freie Hansestadt Bremen ist bereit….“ Der lange Weg zu einer Universitätsstadt.
From the Files to the Stage: "The Free Hanseatic City of Bremen is ready ..." The long way to a university city
17. Projekt der Reihe „Aus den Akten auf die Bühne“ in Kooperation mit der bremer shakespeare company

Seminar (Teaching)
ECTS: 12

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 18:00 (2 Credit hours) Online

Das 17. Projekt von "Aus den Akten auf die Bühne" erforscht und dokumentiert anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Universität Bremen ihre Gründungsgeschichte. Diese beginnt 1947 mit den Plänen zur Gründung einer Internationalen Universität in Bremen-Grohn und endet 1971 mit der Eröffnung der Reformuniversität am Stadtrand hinter dem Stadtwald. Ziel des Seminars ist die Vorbereitung einer szenischen Lesung mit der bremer shakespeare company, die im Oktober 2021 Premiere haben wird.
1947 diskutiert der Bremer Senat erstmalig über die Idee, eine Universität in der Handels- und Hafenstadt zu gründen. Als Folge der Erfahrungen aus der NS-Zeit soll es eine Internationale Universität werden, die der Völkerverständigung und dem kulturellen Austausch dient und neue interdisziplinäre Formen der Wissensvermittlung und -aneignung wie das studium generale sowie eine Weiterbildung für Nicht-Abiturient*innen anbietet. Dieses Projekt soll auch einen Beitrag zu der Re-Education der Bremer*innen leisten und wird von der US-amerikanischen Militärregierung unterstützt. Am 16. Dezember 1948 nimmt die Bremische Bürgerschaft das Gesetz zur Gründung einer Internationalen Universität in Bremen an. Das Vorhaben scheitert an Fragen der räumlichen Unterbringung und an mangelnder finanzieller Ausstattung. Einige konzeptuelle Inhalte jedoch werden mehr als ein Jahrzehnt später in den neuerlichen Debatten zur Errichtung einer Universität in Bremen wieder aufgegriffen.
Diese wird nach rund 11-jähriger Planung am 14. Oktober 1971 im Bremer Rathaus eröffnet. Der Gründungsprozess ist von den leidenschaftlichen bildungspolitischen Debatten der 1960er Jahre und den Forderungen der Student*innenbewegung geprägt. Anstelle einer an traditionellen Strukturen und einem traditionellem Fächerkanon orientierten Volluniversität entsteht eine sogenannte Reformuniversität ohne Fakultäten und zunächst mit Schwerpunkten auf den sozial- und geisteswissenschaftlichen Fächern sowie der Jurist*innen- und Lehrer*innenausbildung. Zu den Prinzipien des sozialdemokratisch geprägten „Bremer Modells“ gehören u. a. die Mitbestimmung aller Mitglieder (Drittelparität), transparente Entscheidungen, eine an den drängenden Fragen der Gesellschaft und den Interessen der Arbeitnehmer*innen orientierte Forschung, die Entwicklung neuer, interdisziplinär und praxisbezogen gestalteter Lehr- und Lernformate (Projektstudium) sowie die Förderung gleicher Bildungschancen. Begleitet wird der Gründungsprozess von einem breiten Medieninteresse und Diffamierungen konservativer Parteien und Vereinigungen.

Dr. Thekla Keuck
Dr. Eva Schöck-Quinteros
Sigrid Dauks, M.A., Diplomarchivarin

Aus den Akten auf die Bühne

Course numberTitle of eventLecturer
08-M28-M2-2Aus den Akten auf die Bühne “Zigeunerpolitik” im deutschen Kaiserreich /B
From the Files to the Stage “Gypsy politics” in the German Empire
16. Projekt der Reihe „Aus den Akten auf die Bühne“ mit der bremer shakespeare company

Seminar (Teaching)
ECTS: 12

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 14:00 - 18:00 Online
Dr. Eva Schöck-Quinteros

Praxis-Modul Recht und Unrecht auf See

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-M13-1Die maritime Seidenstraße – aktuelle Politik und historische Argumentationen
The maritime silk road – recent politics and historical patterns of argumentation

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Fri. 10:00 - 12:00 Digital - Zoom
weekly (starts in week: 1) Fri. 10:00 - 12:00 Digital - Zoom

Additional dates:
Mon. 10.05.21 10:00 - 16:00 im Deutschen Schifffahrtsmuseum/ Leibniz-Institut für Maritime Geschichte
Mon. 14.06.21 10:00 - 16:00 im Deutschen Schifffahrtsmuseum/ Leibniz-Institut für Maritime Geschichte
Mon. 12.07.21 10:00 - 16:00 im Deutschen Schifffahrtsmuseum/ Leibniz-Institut für Maritime Geschichte
Mon. 02.08.21 10:00 - 12:00 Schreibwerkstatt (per zoom)

Die ‚neue Seidenstraße‘ ist ein beliebtes Thema politischer Essayistik geworden, ohne dass immer sehr präzise definiert wird, was darunter zu verstehen ist. Jenseits europäischer Debatten ist sie eine der Hauptargumentationsstrategien bei Projekten geworden, die asiatische und afrikanische Regionen verbinden. Sie dient der Durchsetzung manifest ökonomischer und politischer Interessen.

Unter dem Stichwort ‚maritime Seidenstraße‘ wollen wir zum einen untersuchen, welche Bedeutung den Seewegen und dem Ozean als Kontaktzone in diesem Geschichtskonstrukt zukommt. Außerdem wollen wir fragen, welche Rolle Meeresresourcen und -handelswege bei der Durchsetzung kontinentalchinesischer Strategien zukommt. Auf welche historischen und kulturellen Grundlagen beruhen diese? Welche Bedeutung kommen hierbei Bildern, Objekten und Öffentlichkeit zu?

Die Lehrveranstaltung ist als Modul konzipiert, die Teilnahme an beiden Seminaren wird dringend empfohlen. Das regulär einmal wöchentlich stattfindende Online-Seminar führt in die theoretischen Rahmenbedingungen ein. Dies wird ergänzt durch Blocksitzungen, die im Deutschen Schifffahrtsmuseum stattfinden. Dort werden Objekte und Sammlungskonvolute gesichtet, die unter dem Blickwinkel einer nicht nur europäisch zu denkenden Globalgeschichte neu bewertet werden können.

Die Ergebnisse des Seminars sollen bei „Bonjour Geschichte“ veröffentlicht werden (http://www.bonjour-geschichte.de/impressum/).

Literatur:
Carrai, Maria-Adele (Hg.), The Belt and Road Initiative and Global Governance, Cheltenham/ Northampton 2020; Clarke, Michael E. (Hg.), The Belt and Road Initiative and the Future of Regional Order in the Indo-Pacific, New York/ London 2020; Frankopan, Peter, The New Silk Roads. The Present and Future of the World, London u.a. 2019; ders., The Silk Roads. A New History of the World, London u.a. 2015;
Pradt Tilman, The Prequel to China’s New Silk Road: Preparing the Ground in Central Asia, Singapur 2020

Prof. Dr. Ruth Schilling, M.A.

Die „Kalten Ringe“: Auswirkungen des Ost-West-Konfliktes auf die Olympischen Spiele am Beispiel des Segelsportes

Course numberTitle of eventLecturer
08-28-M13-2Die „Kalten Ringe“: Auswirkungen des Ost-West-Konfliktes auf die Olympischen Spiele am Beispiel des Segelsportes
The "Cold Rings": Effects of the East-West conflict on the Olympic Games using the example of sailing

Seminar (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 14:00 - 16:00 GW2 B2890 (2 Credit hours)

Die Olympischen Spiele haben eine bis in die Antike zurückreichende Geschichte. Neben dem Ziel, sich zur Völkerverständigung im sportlichen Wettkampf zu messen, gibt es dabei stets politische Interessen, Einflussnahmen, Instrumentalisierungen und Verstrickungen. Das gilt für den Beginn der neuzeitlichen Spiele 1896 in Athen, die durch Nazi-Propaganda instrumentalisierten Spiele 1936 in Berlin 1936 sowie die vom Ost-West-Konflikt geprägten, erstmals in Asien ausgetragenen Spiele 1964 in Tokio ebenso.

Anlässlich der olympischen Sommerfestspiele 2021 in Japan beschäftigt sich die Lehrveranstaltung insbesondere mit den Auswirkungen des Ost-West-Konfliktes auf die 1964 in Japan ausgetragenen Olympischen Spiele am Beispiel des Segelsportes, beleuchtet die Strukturen, Institutionen und Propaganda in BRD und DDR in den internationalen Beziehungen. Obwohl mit einer gesamtdeutschen Mannschaft angetreten, sind die politisch getriebenen Interessen beider Teile Deutschlands und der Welt „hinter den Kulissen“ spürbar und prägend. Besondere Berücksichtigung finden daher die Olympia-Segler Bernd Dehmel und Willy Kuhweide, die Teil der gesamtdeutschen Mannschaft waren und dennoch für unterschiedliche politische Regimes stehen.

Das Segelboot von Willy Kuhweide befindet sich heute im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Es ist Ausdruck seiner Zeit und soll anlässlich der Olympischen Spiele in Tokio die historische Dimension von „materiellen Zeitzeugen“ bei Segelwettbewerben als Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse und politischer Großwetterlage ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Wie dies erfolgt soll ebenfalls Thema der Lehrveranstaltung sein.

Die Lehrveranstaltung umfasst 2 SWS und findet wöchentlich mittwochs von 14-16 Uhr statt, ggf. auch als Präsenzveranstaltung.


Literatur:
H.-J. Winkler, Sport und politische Bildung. Modellfall Olympia (Opladen 1973).
J. Lanz, Zwischen Politik, Protokoll und Pragmatismus. Die deutsche Olympisgeschichte von 1952 bis 1972 (Berlin 2008).
L. Johannsen, T. Pokorny, U. Schreiber (Hrsg.), 125 Jahre Segel-Sport in Deutschland (Bielefeld 2013).
Sportgeschichte. Von den Anfängen bis in die moderne Zeit (Aachen 2017).
Th. Grimm, Dokumentarfilm „Die kalten Ringe – gesamtdeutsch nach Tokio (2020).




The Olympic Games have a history dating back to ancient times. In addition to the goal of international understanding in sporting competition, there are always political interests, influences, instrumentalizations and entanglements. This applies equally to the beginning of the modern Games in Athens in 1896, the 1936 Games in Berlin in 1936, which were instrumentalized by Nazi propaganda, and the 1964 games in Tokyo, which, held in Asia for the first time, were marked by the East-West conflict.

On the occasion of the Olympic Summer Festival 2021 in Japan, the course deals especially with the effects of the East-West conflict on the Olympic Games held in Japan in 1964, using the example of sailing, and sheds light on the structures, institutions and propaganda in the FRG and GDR in international relations. Although the team was all-German, the politically driven interests of both parts of Germany and the world "behind the scenes" are tangible and formative. Special consideration is therefore given to the Olympic sailors Bernd Dehmel and Willy Kuhweide, who were part of the all-German team and yet stand for different political regimes.

Willy Kuhweide's sailboat is now in the German Maritime Museum in Bremerhaven. It is an expression of his time and, on the occasion of the Olympic Games in Tokyo, is intended to raise public awareness of the historical dimension of "material contemporary witnesses" at sailing competitions as a mirror of social conditions and the general political weather situation. How this is done will also be the subject of the course.

The course comprises 2 SWS and takes place weekly on Wednesdays from 14-16 hrs.

References:
H.-J. Winkler, Sport und politische Bildung. Modellfall Olympia (Opladen 1973).
J. Lanz, Zwischen Politik, Protokoll und Pragmatismus. Die deutsche Olympisgeschichte von 1952 bis 1972 (Berlin 2008).
L. Johannsen, T. Pokorny, U. Schreiber (Hrsg.), 125 Jahre Segel-Sport in Deutschland (Bielefeld 2013).
Sportgeschichte. Von den Anfängen bis in die moderne Zeit (Aachen 2017).
Th. Grimm, Dokumentarfilm „Die kalten Ringe – gesamtdeutsch nach Tokio (2020).

Sunhild Kleingärtner

WAHLPFLICHTBEREICH II (GENERAL STUDIES)

Anerkannt sind alle Veranstaltungen, die ihm Pool GENERAL STUDIES aufgefuehrt sind.
Course numberTitle of eventLecturer
08-28-GS-1Kolloquium zur Geschichte Osteuropas
Colloquium on East European History
Bremen & Tübingen

Colloquium (Teaching)
ECTS: 3

Dates:
weekly (starts in week: 1) Mon. 18:00 - 20:00 (2 Credit hours) Online, Zoom

Auch in diesem Sommersemester haben wir einen Kooperationspartner gewonnen und werden das Kolloquium gemeinsam mit der Osteuropageschichte Tübingen, Prof. Dr. Klaus Gestwa, seinem Team und seinen Studierenden durchführen. Sechs Vortragende sind von den Tübinger*innen, sechs von uns eingeladen. Wieder nutzen wir das Zoom-Format, um auch Kolleginnen aus den USA zu hören. Gemeinsam wollen wir uns über aktuelle Forschungsvorhaben, neue Ansätze und Ergebnisse in der osteuropäischen Geschichte austauschen: Etablierte Wissenschaftler*innen, aber auch Doktorand*innen stellen in einem 30minütigen Vortrag ihre aktuelle Arbeit vor, die dann von uns diskutiert wird. Wer will, bleibt danach noch auf ein "Zoom-Bier". Alle Studierenden und Lehrenden sind herzlich eingeladen!

Prof. Dr. Susanne Schattenberg
Benedikt Funke
08-28-GS-2Forschungskolloquium
Research Colloquium

Colloquium (Teaching)

Dates:
weekly (starts in week: 1) Wed. 18:00 - 20:00 (2 Credit hours)
Prof. Dr. Rebekka Asta E. Mallinckrodt von
Prof. Dr. Cornelius Torp
Prof. Dr. Delia González de Reufels
08-28-GS-3Kontroverses Kaiserreich. Debatten um die deutsche Geschichte 1871 bis 1914/18
Disputed Empire. Historiographic Controversies on Imperial Germany (1871 to 1914/18)

Blockveranstaltung (Teaching)
ECTS: 3

Additional dates:
Sat. 17.04.21 09:00 - 18:00 Online
Sat. 19.06.21 - Sun. 20.06.21 (Sun., Sat.) 09:00 - 18:00 Online

Online

Beschreibung:
Das vor 150 Jahren gegründete deutsche Kaiserreich hat zwar nicht einmal 50 Jahre überdauert, in der Geschichtswissenschaft jedoch große Kontroversen hervorgerufen, die teilweise bis heute andauern. Das runde Gründungsjubiläum nimmt dieses Seminar zu Anlass, nach dem Stellenwert des Kaiserreichs in der deutschen Geschichte zu fragen. Zur Beantwortung dieser Frage werden wir einige der einschlägigen historiographischen Debatten in den Blick nehmen.

Als Themen kommen u.a. in Frage:
• Zwei Meister und ihre Erzählungen: Die Kaiserreichdebatte von Thomas Nipperdey und Hans-Ulrich Wehler
• Die Belastung des Kaiserreichs durch den „Geburtsfehler“ der „Reichsgründung von oben“: Reichsgründung und Reichsverfassung
• „Von Bismarck zu Hitler“? Das Kaiserreich und der „deutsche Sonderweg“
• War die Gesellschaft des Kaiserreichs eine „Untertanengesellschaft“?
• Lichtgestalt oder Dämon? Das Bismarck-Bild in der Forschung
• „Regierte der Kaiser?“ Wilhelm II. und sein „persönliches Regiment“
• „Modernisierung“ und „Hochmoderne“. Wie modern war das Kaiserreich?
• Wie reformfähig und wie demokratisch war die Gesellschaft des Kaiserreichs? Parteien, Milieus und der steinige Weg zum politischen Kompromiss
• Die „Fischer-Kontroverse“ um die „Kriegsschuldfrage“ 1914

Literatur zur Einführung (Auswahl):
Berghahn, Volker: Das Kaiserreich 1871–1914. Industriegesellschaft, bürgerliche Kultur und autoritärer Staat. 10. völlig neu bearbeitete Aufl., Stuttgart 2003 (Gebhardt-Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 16).
Conrad, Sebastian/Osterhammel, Jürgen (Hrsg.): Das Kaiserreich transnational. Deutschland in der Welt 1871–1914, Göttingen 2004.
Conze, Eckart: Schatten des Kaiserreichs. Die Reichsgründung von 1871 und ihr schwieriges Erbe. München 2020.
Freytag, Nils: Das Wilhelminische Kaiserreich 1890–1914. Paderborn 2018.
Frie, Ewald: Das Deutsche Kaiserreich. Darmstadt 22013 (Kontroversen um die Geschichte).
Hildebrand, Klaus: Deutsche Außenpolitik 1871–1914, München 32008 (EDG, Bd. 2).
Kroll, Frank-Lothar: Geburt der Moderne. Politik, Gesellschaft und Kultur vor dem Ersten Weltkrieg. Berlin 2013.
Lenger, Friedrich: Industrielle Revolution und Nationalstaatsgründung (1849–1870er Jahre). 10. völlig neu bearbeitete Aufl., Stuttgart 2003 (Gebhardt-Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 15).
Nonn, Christoph: Das Deutsche Kaiserreich. Von der Gründung bis zum Untergang. München 2017.
Ullmann, Hans-Peter: Politik im Deutschen Kaiserreich 1871–1918, München 22005 (EDG, Bd. 52).
Ullrich, Volker: Die nervöse Großmacht 1871–1918. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs, Frankfurt am Main 1997.

Das Seminar findet als Online-Veranstaltung statt. Für den Erwerb eines unbenoteten General Studies-Scheines (3 CP) ist die aktive Beteiligung am Seminar und die Übernahme eines Referats bzw. Mitwirkung an einer Referatsgruppe erforderlich. Die Anmeldung erfolgt über StudIP.

Jaromir Dittmann-Balcar
08-28-GS-4Doing Public History: Arbeitsfelder für Historiker*innen / C
Doing Public History: Fields of work for historians

Seminar (Teaching)
ECTS: 6 / 3

Dates:
weekly (starts in week: 1) Thu. 16:00 - 18:00 (2 Credit hours) Online

Welche beruflichen Möglichkeiten gibt es für Absolvent*innen geschichtswissenschaftlicher Studiengänge jenseits von Universität und Schule? Was können Studierende der Geschichtswissenschaft bereits während des Studiums tun, um danach ihren Traumjob als Rechercheur*in, Redakteur*in oder Referent*in zu bekommen? Diese und andere Fragen rund um die Themen Praxis- und Berufsorientierung für Historiker*innen diskutieren Sie mit Vertreter*innen verschiedener Arbeitsfelder. Die Praktiker*innen aus Bremen, Hamburg, Lübeck und Berlin erzählen von ihren Berufswegen und ermöglichen Ihnen Einblicke in so unterschiedliche Arbeitsfelder wie Archiv, Agentur, Gedenkstätte und Museum.

Literatur/Links:
Felix Hinz/Andreas Körber (Hrsg.), Geschichtskultur – Public History – Angewandte Geschichte. Geschichte in der Gesellschaft: Medien, Praxen, Funktionen, Göttingen 2020, http://www.utb-studi-e-book.de/9783838554648
beruf:geschichte. Blog zur Praxis- und Berufsorientierung für Historikerinnen und Historiker, https://beruf.hypotheses.org/
Frank Kleinehagenbrock/Stefan Petersen (Hrsg.), Geschichte studiert – und dann? Berufsfelder für Historikerinnen und Historiker sowie Studierende anderer Geisteswissenschaften. Ein Leitfaden, Würzburg 2011, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:20-opus-66703

Dr. Thekla Keuck
08-28-GS-5Transkulturelle Dynamik und Identitätsbildung: Neuspanien im 16./17. Jahrhundert
History of the Sefardic people and New Christians in Latinamerica 16th/17th Century

Seminar (Teaching)

Additional dates:
Fri. 09.04.21 11:00 - 12:00 UB, Gruppenarbeitsraum 3160, Vorausgesetzt die UB öffnet das Arbeitszimmer, treffen wir uns für eine Stunde pro Blockveranstaltung mit max. 5 Student*innen. Die übrige Zeit des Blockseminars findet per Heimstudium der hochgeladenen Dateien statt.
Fri. 14.05.21 11:00 - 12:00 UB, Gruppenarbeitsraum 3160, Vorausgesetzt die UB öffnet das Arbeitszimmer, treffen wir uns für eine Stunde pro Blockveranstaltung mit max. 5 Student*innen. Die übrige Zeit des Blockseminars findet per Heimstudium der hochgeladenen Dateien statt.
Fri. 11.06.21 11:00 - 12:00 UB, Gruppenarbeitsraum 3160, Vorausgesetzt die UB öffnet das Arbeitszimmer, treffen wir uns für eine Stunde pro Blockveranstaltung mit max. 5 Student*innen. Die übrige Zeit des Blockseminars findet per Heimstudium der hochgeladenen Dateien statt.
Fri. 02.07.21 11:00 - 12:00 UB, Gruppenarbeitsraum 3160, Vorausgesetzt die UB öffnet das Arbeitszimmer, treffen wir uns für eine Stunde pro Blockveranstaltung mit max. 5 Student*innen. Die übrige Zeit des Blockseminars findet per Heimstudium der hochgeladenen Dateien statt.

Die Lehre findet digital statt.
Vorausgesetzt die UB öffnet das Arbeitszimmer, treffen wir uns für eine Stunde pro Blockveranstaltung mit max. 5 Studenten und Studentinnen.
Die übrige Zeit des Blockseminars findet per Heimstudium der
hochgeladenen Dateien statt.
An folgenden Terminen findet die Veranstaltung statt:
09.4., 14. 05, 11.06 und 02.07 jeweils von 11-12.00 Uhr in der UB Gruppenarbeitsraum 3160.
Erkenntnisleitendes Interesse ist die Fragestellung wie eine neue Gesellschaft, deren
Mehrheitsbevölkerung zwar indigen, deren - wachsende - Minderheiten jedoch aus Europa und
Afrika stammten und aus denkbar unterschiedlichen Beweggründen (wirtschaftlich, sozial, religiös),
Motiven und Zwängen ins Land kamen, entsteht.
Dieser Fragestellung soll anhand von Bild- und Textquellen, Vorlesungen, Fragen und Thesen
gemeisam nachgegangen werden.
Literaturhinweise: Peter BURKE, Kultureller Austausch, Frankfurt/M. 2000 und Stuart HALL,
Cultural Studies. Ein politisches Theorieprojekt. Ausgewählte Schriften 3, Hamburg, 2000.
Thomas BENJAMIN, The Atlantic World. Europeans, Africans, Indians and their Shared History
1400-1900, Cambridge 2009, Jutta Ernst, Transkulturelle Dynamiken. Aktanten - Prozesse –
Theorien, transcript-Verlag 2014/15.

PD Dr. Dagmar Bechtloff