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Goldenes Plietsch: 10.000 Euro für intelligente Fahrräder

Das Goldene Plietsch – der Stiftungspreis der Universität Bremen – geht an das Projekt „BIND: Bike Friend“, das mit intelligenten Fahrrädern für mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit auf den Straßen sorgen will. Die Entscheidung über die Gewinnerprojekte fand vor Kurzem im Haus der Wissenschaft statt.

In Anlehnung an das kostbare „Goldene Vlies“ – ein sagenhaftes goldenes Widderfell aus der griechischen Mythologie – haben die Stiftung der Universität, ihre Treuhandstiftungen und der Alumni-Verein gemeinsam das „Goldene Plietsch“ ins Leben gerufen. Der Förderpreis unterstützt mit insgesamt 30.000 Euro mutige und innovative Projektideen, die einen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung und die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts leisten und zeigen, dass in Bremen Verantwortung für das Geschehen in der Welt übernommen wird und konkrete Lösungen für Probleme entstehen.

Bis zum 20. September konnten sich Ideengeberinnen und Ideengeber bewerben. Aus den Bewerbungen wurden dann 9 Projekte für das große Finale im Bremer Haus der Wissenschaft ausgewählt. Anfang November war es soweit. In einem fünfminütigen „Pitch“ hatte jedes Ideenteam die Chance, Jury und Publikum für sein Vorhaben zu begeistern und bis zu 10.000 Euro Fördermittel zu gewinnen. Rund 100 Besucherinnen und Besucher vor Ort im Haus der Wissenschaft und 60 Personen online konnten zusammen mit der Jury aus Geldgeberinnen und Geldgebern darüber entscheiden, welches der spannenden Vorhaben mit dem „Goldenen Plietsch“ 2021 ausgezeichnet wird. Für beste Stimmung im Saal sorgte dabei Andreas Lieberum, der mit seiner erfrischenden Moderation durch den Abend führte.

Und so haben Publikum und Jury entschieden:

Das Goldene Plietsch 2021 und damit Fördermittel in Höhe von 10.000 Euro gehen an das Projekt „BIND: Bike Friend“, das mit intelligenten Fahrrädern für mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit auf den Straßen sorgen will. Mit ihrer Mischung aus digitaler Technik und ganz konkretem Alltagsnutzen konnten Dr. Wanli Yu und Professor Alberto Garcia-Ortiz vom Institut für Theoretische Elektrotechnik und Mikroelektronik (ITEM) der Universität Bremen am meisten überzeugen. Mit dem Preisgeld wollen die Forschenden Fahrräder mit einem intelligenten Sensor-System ausstatten, das die aktuelle Geschwindigkeit und die Abstände zu anderen Verkehrsteilnehmern misst. Droht ein Zusammenstoß, warnt das selbstlernende System mit einem Vibrationssignal. Wird das intelligente Fahrrad länger abgestellt, fungiert das System als Diebstahlschutz und schickt bei ungewöhnlichen Bewegungen eine Warnmeldung an das Smartphone des Radbesitzers.

Der zweite Platz und damit 8.000 Euro Fördermittel gehen an das Projekt „Chile: Auf dem Weg zu einer neuen Demokratie?“. In Zusammenarbeit mit der bremer shakespeare company bringt Dr. Eva Schöck-Quinteros vom Institut für Geschichtswissenschaften der Universität Bremen Vergangenheit und Gegenwart des südamerikanischen Landes auf die Bühne. Dabei setzt sich das Projektteam unter anderem mit den Folgen der chilenischen Militärdiktatur (1973-1990) und des seit mehr als 100 Jahren andauernden Rohstoffhandels mit Deutschland auseinander, der auch viele Bremer Kaufleute reich gemacht hat. Das Projekt ist Teil der erfolgreichen Veranstaltungsreihe „Aus den Akten auf die Bühne“.

Mit je 6.000 Euro und dem gemeinsamen dritten Platz zeichnen Publikum und Jury die beiden Projekte „Von Bremen in den Weltraum – mit Wissenschaft hoch hinaus“ und „Radio Hertz-Rhythmus“ aus.

Dr. Dennis Philipp und Dr. Christian Pfeifer vom Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) an der Universität Bremen wollen junge Menschen für die Raumfahrt begeistern und in der Öffentlichkeit für mehr Akzeptanz der Wissenschaft sorgen. Geplant sind unter anderem eine Social-Media-Kampagne, öffentliche Vorträge (Haus der Wissenschaft, „Science goes public“), eine Sommerakademie für Schülerinnen und Schüler sowie ein Mentoringprogramm für Studierende in den ersten Semestern.

Im zweiten geförderten Projekt möchte Professorin Rita Groß-Hardt, Leiterin der Arbeitsgruppe Molekulare Genetik an der Universität Bremen, gemeinsam mit dem mehrfach ausgezeichneten Radio Bremen Autoren Jens Schellhass, der Bremer Heimstiftung und ihrem Uni-Team einen Radiosender aufbauen, der sich gezielt an Hörerinnen und Hörer über 70 richtet und von Menschen dieses Alters selbst gestaltet wird. Außerdem sollen auch Schülerinnen und Schüler und Studierende in die Produktion mit einbezogen werden. Gespielt wird ausschließlich Musik, die vor 1970 entstanden ist. Darüber hinaus gibt es spannende Lebensgeschichten, Servicetipps aus Medizin, Technik und IT sowie Wissenschaft auf Plattdeutsch. Mit dem Fördergeld will das Team unter anderem eine Demosendung produzieren und damit weitere Kooperationspartner gewinnen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger auf einen Blick:

  • 10.000 Euro: BIND: Bike Friend/Dr.-Ing. Wanli Yu, Professor Alberto Garcia-Ortiz
  • 8.000 Euro: Chile: Auf dem Weg zu einer neuen Demokratie? (18. Projekt der Reihe "Aus den Akten auf die Bühne") /Dr. Eva Schöck-Quinteros, Peter Lüchinger, Marcel Golczyk, Raul Clermont
  • 6.000 Euro Von Bremen in den Weltraum - mit Wissenschaft hoch hinaus/ Dr. Dennis Philipp, Dr. Christian Pfeifer
  • 6.000 Euro Radio Hertz-Rhythmus/Prof. Rita Groß-Hardt, Silvia Blum, Jens Schellhass

 

Die Jury:

  • Dr. Helga Trüpel (Stiftung der Universität Bremen)
  • Dr. Rita Kellner-Stoll (Kellner & Stoll – Stiftung für Klima und Umwelt)
  • Senator a.D. Manfred Fluß (Manfred und Ursula Fluß- Stiftung)
  • Iris Spiegelhalter-Jürgens (Iris und Hartmut Jürgens-Stiftung – Chance auf ein neues Leben)
  • Professor Heinz-Otto Peitgen (Karin und Heinz-Otto Peitgen-Stiftung)
  • Dr. Heino Rose (Dr. Heino Rose-Stiftung)
  • Reinhard Ahlers, Vorstand (Alumni der Universität Bremen e. V.)

 

Weitere Informationen:

 

Fragen beantwortet:

Dr. Christina Jung
Stiftung der Universität Bremen
Telefon: +49 421 218-60336
E-Mail: christina.jungprotect me ?!vw.uni-bremenprotect me ?!.de

Blick auf zwei Hände, die Mobiltelefon, Flyer und Stift halten. Auf dem Display sind die Projekte zur Abstimmung zu sehen.
Wer bekommt das Goldene Plietsch? Die Abstimmung fand im Haus der Wissenschaft bei den Zuschauerinnen und Zuschauern digital statt.