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Fachbereich 10 - Sprach- und Literaturwissenschaften

  • Gebäude GW2 und MZH im Hintergrund

    Sprach- und Literaturwissenschaften an der Universität Bremen

    Willkommen auf den Webseiten des Fachbereichs 10

Portaitphoto

Andrew Winter

25. April 1948 – 9. Dezember 2021

Der Fachbereich 10 trauert um Herrn Andrew Winter, der am 09. Dezember 2021 nach langer Krankheit verstarb. Er kam nach Abschluss seines Fremdsprachenstudiums 1972 nach Bremen, wo er als Englischlehrer in Bremen-Horn und in Bremerhaven mit den Schwerpunkten Sprachlabor und audiovisuelle Medien arbeitete, letzteres ein Interesse, das ihn durch seine Laufbahn begleitete. 1977/78 studierte er sogar Englisch und Französisch auf Lehramt an der Bremer Universität, um gewisse pädagogische Inhalte nachzuholen, die für die berufliche Anerkennung in Deutschland notwendig waren. 1980 erhielt er einen Lehrauftrag für Englische Sprachpraxis am Fachbereich 10, als dieses Studiensegment im Bremer Studium erstaunlicherweise überhaupt noch nicht vorgesehen war. Er erhielt im August 1987 zunächst eine halbe Stelle als Lehrkraft für besondere Aufgaben, die später auf eine volle ausgebaut wurde. Er war aktiv in der Lehrerfortbildung und jahrelang Mitorganisator der dreitägigen Bremer Fremdsprachentage, die im Herbst vor Vorlesungsbeginn stattfanden.

Er war ein exzellenter und beliebter Lehrer, ruhig und sachlich, der sich immer zuverlässig um seine „Schützlinge“ kümmerte. Vielen ist sein großes Engagement noch in guter Erinnerung. Bei der Evaluation des Studiengangs 1997/98 durch den Deutschen Anglistentag spielte er eine zentrale Rolle. Vielleicht eine seiner größten Leistungen war seine kulturelle Arbeit im Studiengang. Kaum war er an der Universität angestellt, stürzte er sich in diese Arbeit, die mit finanzieller Unterstützung des British Council, des Amerikahauses Hamburg und weiterer Organisationen englischsprachige Kultur (Theater, Film und Literatur) auf den Campus holte. Aber diese Arbeit verbreitete sich schnell in die Stadt hinein, strahlte aber auch in den Bremer Raum aus, und machte den Studiengang damit regional bekannt.

Andrew wurde – lange ohne Lehrermäßigung – Mitbegründer und später alleiniger Leiter der studentischen Eventmanagement-Gruppe „Culture Vultures“, die diese englischsprachigen Kulturveranstaltungen organisierte und durch Pressearbeit bekanntmachte. In dieser über Jahre wechselnden Gruppe haben viele Studierende in regelmäßigen Sitzungen wichtige Kenntnisse im Bereich der angewandten Kulturwissenschaften erworben: von Pressearbeit und Layout über zweisprachiges Telefonieren mit Medien- und Kulturorganisationen. Über diese Arbeit kamen mehrere anglophone Theatergruppen zu Gastauftritten auf dem Campus und in Bremer Schulen. Auch 82 Autor/innen aus der ganzen Welt besuchten über die „Vultures“ in dieser Zeit Bremen – unter anderem 1989 der noch junge, spätere Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro. Nicht nur zahllose Filme kamen in den Theatersaal der Universität, sondern auch ins Kino 46 (damals in Walle, heute City 46), wo auch Festivals mitorganisiert wurden. Es folgten weitere Kooperationen, zum Beispiel mit der Bremer Shakespeare Company. Andrew wurde offizieller Studiengangsbeauftragter für Kultur. 2003/04 spielte er durch seine internationalen Kontakte eine aktive Rolle beim Beitrag der Universität zur Bewerbung Bremens als Europäische Kulturhauptstadt.

Andrew hatte seine Ecken und Kanten. Wer mit ihm in Gremien zusammensaß, wusste, dass er – und sogar manchmal nicht nur metaphorisch – auf den Tisch hauen konnte, denn er verstand sich stets als passionierter Verteidiger von zwei Institutionen an der Universität: dem akademischen Mittelbau und der professionell geführten Sprachpraxis im Bereich Anglistik/Amerikanistik, die er ab 1982 mit aufbaute und ständig von Streichungen bedroht sah. Er wurde 1994 Mitbegründer des immer noch bundesweit einmaligen, und aktiven „Kollegiumsrats Akademischer Mitarbeiter*innen“ (KRAM). Er war Mitglied in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und aktiv im Niedersächsischen Lektorenverband. Im Auftrag des British Council organisierte er 1998 in Hamburg die dreitägige Fortbildung „Sea Change: British Society in the Nineties“ für universitäre Sprachlehrer/innen (die Gruppe der damaligen Lektor/innen) in Deutschland mit.

Kaum ging er in die Altersteilzeit erlitt er einen massiven Schlaganfall, der seine Bewegungsfähigkeit und Sprache so beeinträchtigte, dass er bis zum Ausscheiden aus dem Dienst lehr- aber nicht ganz arbeitsunfähig war. So bekam er vom Fachbereich die Aufgabe, sich um die Dokumentation des kulturellen Audio- und Videomaterials des Studiengangs zu kümmern, was er mit seiner gewohnten Genauigkeit – teilweise mit der im Hause längst bekannten winzigen Handschrift – tat. Andere Krankheiten folgten, aber er blieb kulturell aktiv, war Förderkreismitglied der Bremer Shakespeare Company und des Virtuellen Literaturhauses Bremen und Abonnent sowohl der Bremer Philharmonie und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Wenn man in der Glocke oder bei einer Lesung in der Stadt ankam, war Andrew in seinen roten Fahrradjacke und Birkenstocks eigentlich immer schon da.

Ian Watson

Aktuelles


Informationen zur Corona-Pandemie

Die Universität Bremen arbeitet mit einem Stufenplan für die Lehre, der sich an der Warnstufe der Corona-Verordnung des Landes Bremen, der Inzidenz in der Stadt Bremen und dem Geschehen auf dem Campus orientiert. Das bedeutet, dass die Warnstufe des Landes und die Stufe des Stufenplans nicht notwendigerweise übereinstimmen. Der Krisenstab der Universität entscheidet, welche Stufe des Stufenplans für die Lehre auf dem Campus gilt.

Zurzeit befinden wir uns in Stufe vier unseres Stufenplans für die Lehre. Mit Blick auf die Ausbreitung der Omikron-Variante in Bremen wurden die aktuellen Regelung zur digitalen Lehre vorerst bis zum 4. Februar verlängert. Mit dieser Entscheidung soll sichergestellt werden, dass das Semester weiterhin studierbar bleibt und dass die Prüfungen im geplanten Zeitraum und an den geplanten Terminen abgelegt werden können.

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Der FB 10 stellt Studentische Arbeitsplätze zur Verfügung!

Studierende des Fachbereiches 10 haben im Wintersemester 2021/2022 bei Bedarf die Möglichkeit, in bestimmten Zeitabschnitten Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt zu bekommen.

  • Bei kurzfristigen Bedarfen wenden Sie sich daher bitte an Frau Perihan Çiçek unter der Telefonnummer  0421/218-68063 oder -68004 oder fragen Sie direkt im Raum A 3.890 im GW 2 (ersatzweise im Raum A 3.840) an.
  • Wenn Sie als studentische Arbeitsgruppe einen Raum benötigen, fragen Sie bitte per Mail an unter fb10x4protect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de. Bitte fügen Sie dabei eine Liste der Namen der Gruppenmitglieder bei.
  • Zusätzlich stehen Ihnen im CIP-Raum des Fachbereiches Plätze zum Arbeiten zur Verfügung. Hier ist eine Vorabanmeldung erforderlich bei Herrn Ulrich Achenbach unter  fb10cipprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de. Informationen hierzu finden Sie hier.

Bitte beachten Sie:

Zur Nutzung der Arbeitsplätze müssen zwingend die im Raum angegebenen Belegungshöchstzahlen eingehalten werden! Bitte lüften Sie regelmäßig.

Zur Nachverfolgung von Kontaktketten müssen Sie sich auch hier in die jeweils genutzten Räume mit der Gast-Bremen-APP einloggen.