Heisenberg-Programm
Das Heisenberg-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert herausragende Forscher:innen, die sich für die Berufung auf eine unbefristete Professur qualifiziert haben und sich auf eine wissenschaftliche Leitungsposition vorbereiten.
Das Heisenberg-Programm bietet vier Varianten:
- Heisenberg-Professur
- Heisenberg-Stelle
- Heisenberg-Rotationsstelle
- Heisenberg-Stipendium
Nach der Aufnahme in das Heisenberg-Programm können sich die Wissenschaftler:innen zwischen den Varianten entscheiden und sie gegebenenfalls im Verlauf der fünfjährigen Förderung kombinieren.

PD Dr. Magnus Ressel (2026)
Fachbereich Sozialwissenschaften
Im Rahmen des Heisenberg-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft untersucht Magnus Ressel die Verflechtungen des Alten Reichs mit dem transatlantischen Kolonial- und Sklavenhandel des 17. und 18. Jahrhunderts. Obwohl deutsche Territorien keine eigenen großen Kolonialreiche besaßen, waren Kaufleute und Händlernetzwerke aus Mitteleuropa in vielfältiger Weise in die globalen Handelsstrukturen eingebunden. Ziel des Projekts ist es, diese bislang nur teilweise erforschten Verbindungen systematisch zu rekonstruieren und ihre Bedeutung für die Entwicklung des atlantischen Handels zu analysieren. Das Vorhaben besteht aus drei Teilprojekten. Das erste Projekt widmet sich dem Handelsimperium des Unternehmers Friedrich Romberg (1729–1818), der zu den bedeutendsten privaten Akteuren des kolonialen Handels im Alten Reich gehörte. Ein weiteres Projekt untersucht das bislang weitgehend unbeachtete Sklavenhandelssubsystem des Raums Niederelbe / Skandinavien / Ostsee und analysiert seine Rolle im transatlantischen Sklavenhandel der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Ergänzend entsteht eine digitale Datenbank zum Elbhandel zwischen 1633 und 1705, die die zunehmende „Globalisierung“ Hamburg und seines Hinterlandes aufzeigen wird.

Prof. Dr. Jan-Hendrik Hehemann (2021)
Fachbereich Biologie/Chemie
Als Heisenberg-Professor erforscht Jan-Hendrik Hehemann die Rolle von Algen-Polysacchariden für marine Kohlenstoffspeicherung. Seine bisherige Arbeitsgruppe „Marine Glykobiologie“ war als Brückengruppe am MARUM und gleichzeitig am Max Planck Institut für Marine Mikrobiologie Bremen, angesiedelt. Aufbauend auf ihrer Forschung wird nun am Fachbereich 2 (Biologie/Chemie) der Universität Bremen und dem MARUM das Department für Kohlenstoffspeicherung & Glykobiochemie gegründet.

Dr. Michael Fischer (2021)
Fachbereich Geowissenschaften
Im Rahmen des Heisenberg-Projekts führt Michael Fischer "Vergleichende, Modellierungs-basierte Untersuchungen zur Adsorption von Pharmazeutika in Zeolithen" im gleichnamigen Projekt durch. Zeolithe sind für verschiedene Anwendungen interessant: So könnten sie genutzt werden, um Rückstände von Pharmazeutika aus Abwässern zu entfernen. Eine möglichst vollständige Entfernung dieser Schadstoffe ist nicht nur aus ökologischer Sicht wünschenswert, sondern kann auch dabei helfen, die Bildung von Antibiotika-resistenten Bakterien zu verhindern. Daneben könnten Zeolithe auch als Trägermaterialien zum Einsatz kommen, um eine kontrollierte Abgabe von Wirkstoffen im menschlichen Körper zu ermöglichen. Das Hauptziel des Projekts ist es, mithilfe von atomistischen Modellierungsmethoden besonders vielversprechende Zeolithe für derartige Anwendungen zu identifizieren.

Prof. Dr. Martin Könneke (2018)
MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften
Ammonium-oxidierende Archaeen (AOA) zählen zu den häufigsten Mikroorganismen der Erde und spielen eine zentrale Rolle im globalen Stickstoffkreislauf. Insbesondere im Ozean machen die nur 200 Nanometer großen Archaeen etwa 20 Prozent aller Mikroorganismen aus. Während seiner Heisenberg-Förderung untersuchte Martin Könneke sie als Gruppenleiter der Arbeitsgruppe „Marine Archaeen“ am MARUM. Mithilfe mikrobiologischer und biogeochemischer Analysen konnte er nachweisen, dass die planktonischen AOA mit ihrer besonders energieeffizienten Lebensweise ideal an die nährstoffarmen und dunklen Tiefen der Ozeane angepasst sind und dort ohne Sonnenlicht Biomasse produzieren können. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe „Organische Geochemie“ entschlüsselte Könneke die Membran-Lipide der Archaeen und untersuchte, wie Umweltfaktoren ihre Zusammensetzung beeinflussen. Dieses Wissen hilft dabei, fossile AOA Ablagerungen im Meeresboden für die Rekonstruktion vergangener Klimaszenarien anzuwenden.

Prof. Dr. Sebastian Maneth (2017)
Fachbereich Mathematik und Informatik
Als Heisenberg-Professor forscht Sebastian Maneth an neuen Methoden, die es erlauben, Daten in komprimierter Form zu bearbeiten. Dabei hat er insbesondere die Logistik und neuen Medien im Visier. Die grundlegende Idee von Maneths Forschung beruht darauf, Wiederholungen jeglicher Art innerhalb der Daten zu erkennen und auszunutzen. Zu einer Beschleunigung kommt es dann, wenn der Algorithmus so verändert werden kann, dass sich wiederholende Muster nur noch einmal bearbeitet werden müssen. In manchen Fällen laufen die veränderten Algorithmen dadurch tausende Male schneller als auf den Originaldaten.

Prof. Dr. Thorsten M. Gesing (2011)
Fachbereich Biologie/Chemie
Thorsten M. Gesing beschäftigt sich als Heisenberg-Professor in der Festkörperchemie mit dem atomaren Aufbau und den sich daraus ergebenden temperaturabhängigen Eigenschaften von Materialien, seien es moderne und nachhaltige Nano-Materialien oder pulverförmige Verbindungen in der Grundlagenforschung und angewandten Chemie.
