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Bakterien für nachhaltige Nutzung von Teak in Afrika

Ein Team der Universität Bremen hat bei Forschungen im südlichen Afrika Bakterien entdeckt, die dabei helfen können, die begehrten Teak-Bäume zu züchten. Das ist ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigeren lokalen Nutzung des wertvollen Holzes.

Viele wertvolle Nutzhölzer sind im südlichen Afrika durch Brandrodung oder übermäßige Nutzung gefährdet. Dazu gehört auch der Afrikanische Teak (Fachbegriff Pterocarpus angolensis). Das Holz dieses Baumes wird im südlichen Afrika am meisten geerntet – es ist stabil, leicht zu verarbeiten und ästhetisch ansprechend. Lokal wird Teak auch als Schattenbaum und für traditionelle Medizin geschätzt. Natürliche Verjüngung oder Aufforstung mit Baumschulpflanzen sind schwierig, denn die Keimungsrate und die Chancen auf das Überleben von Keimlingen in den meist nährstoffarmen Böden sind niedrig.

Pflanzen werden „biologisch gedüngt“

Wie ein Team der Universität Bremen in Namibia und Angola bei Untersuchungen 2020 herausgefunden hat, gibt es Bakterien, mit deren Hilfe eine Aufzucht der Bäume in Baumschulen gelingen kann. Der Baum gehört zu den Schmetterlingsblütlern, von denen viele mit Bakterien Symbiosen eingehen können: In speziellen Wurzelknöllchen fixieren Knöllchenbakterien Luftstickstoff in eine nutzbare Form und geben ihn an die Pflanze ab. Welche Pflanzenart mit welchen Bakterien kooperiert, kann dabei hochspezifisch sein. 

Die Forscherinnen und Forscher führten über mehrere Jahre ein Screening von Knöllchenbakterien durch und konnten tatsächlich zum ersten Mal Bakterien finden, die solch eine Symbiose mit dem Baum eingehen. Aus diesen Ergebnissen könnte „Biodünger“ entwickelt werden: Im Labor vermehrte Bakterien werden zu den Samen Hülsenfrüchten gegeben, um hoffentlich in Baumschulen schnell Symbiosen eingehen zu können und so die Anzucht von Keimlingen zu erleichtern.

Professorin Barbara Reinhold-Hurek, Mikrobiologin an der Universität Bremen: „Die Pflanzen werden von den Bakterien biologisch gedüngt, das heißt sie können auch auf Böden wachsen, die wenig der Nährstoffe aufweisen, die die Keimlinge brauchen. Mir unserer Forschung möchten wir dazu beitragen, dass die begehrten Pflanzen langfristig gezüchtet werden können. Ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen ist unabdingbar.“ Auch die Themen Nachhaltigkeit und Ertragssteigerungen in kleinbäuerlicher Landwirtschaft durch Einsatz von Biodünger für Hülsenfrüche beschaftigen die Arbeitsgruppe schon seit mehreren Jahren. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Weitere Informationen:

www.uni-bremen.de/microbe-plant

Artikel: https://doi.org/10.3389/fmicb.2021.611704

www.uni-bremen.de

 

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Barbara Reinhold-Hurek
Labor für Allgemeine Mikrobiologie
Fachbereich Biologie
Universität Bremen
Telefon: + 49 421 218 62860
Email: reinholprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

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