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„Medien – Event – Religion“

Bremer Studie nimmt religiöse Medienereignisse unter die Lupe

Der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag in Bremen zeigt: Religion wird immer mehr als Event gefeiert und als Event in den Medien inszeniert. Aber welche Erwartungen verbinden die Beteiligten mit solchen religiösen Medienereignissen? Und was bleibt schließlich über den besonderen Augenblick hinaus? Kommunikations- und Medienwissenschaftler aus dem Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Bremen sind solchen Fragen im Rahmen einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Studie zum katholischen Weltjugendtag in Köln nachgegangen. In dem jetzt erschienenen Band „Medien – Event – Religion. Die Mediatisierung des Religiösen“ liegen die Untersuchungsergebnisse nun vergleichend für Deutschland und Italien vor.

Die Studie zeigt, dass die Darstellung von Religion als Medienevent einer Art Markeninszenierung des Religiösen gleich kommt: Religiöse Inhalte werden in solchen Momenten als massenhaft beigeisternde Angebote der heutigen Medien- und Populärkultur dargestellt. Dabei wird gleichzeitig eine Vielfalt von Glaubensorientierungen in den Medien deutlich, die zumindest in Teilen den ursprünglichen Inszenierungsintentionen zuwider läuft. Die Besonderheit von Religion als Medienevent besteht darin, dass sie gerade nicht von den Kirchen mehr kontrolliert werden kann, sondern auch als privater und individualisierter Glaube greifbar wird.

Im Buch wird dieses Spannungsverhältnis auf unterschiedlichen Ebenen diskutiert. In insgesamt elf Kapiteln werden dabei Planung und Vorbereitung des Medienevents Weltjugendtag, die Berichterstattung in Presse und Fernsehen und die Rolle des Papstes als Medienfigur sowie schließlich die Eindrücke von Teilnehmenden und jugendlichen Medienpublika betrachtet und im Hinblick auf Differenzen zwischen den Untersuchungsregionen analysiert.

„Medien – Event – Religion. Die Mediatisierung des Religiösen“ von Andreas Hepp und Veronika Krönert ist beim VS Verlag für Sozialwissenschaften in Wiesbaden erschienen und ab sofort zum Preis von 29,90 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-531-15544-9) erhältlich. Nähere Informationen gibt es unter www.vs-verlag.de

 

Wetere Informationen:
Universität Bremen
Fachbereich Kulturwissenschaften
Institut für Medien, Kommunikation und Information (IMKI)
Veronika Krönert
Prof. Dr. Andreas Hepp
Tel. 0421-218 67623
0421-218 67623

http://www.wjt-forschung.de