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Medien zwischen Fakten, Glaubwürdigkeit und Inszenierung

Studierende organisieren öffentliche Diskussion über Kommunikation und Medienkompetenz im digitalen Zeitalter / Hochkarätig besetztes Podium am 6. Juli im Haus der Wissenschaft

Nr. 197 / 29. Juni 2016 SC

Leitmedien und Konsumgewohnheiten ändern sich, die Glaubwürdigkeit der Presse wird von bestimmten Gruppen regelmäßig in Zweifel gezogen. Die Grenzen faktischer und inszenierter Information verschwimmen. Soziale Netzwerke führen zu neuen Informations- und Partizipationsmöglichkeiten, öffnen zugleich aber im Schutz der Anonymität die Tür für öffentliche Hetze und Diskreditierung. „Fakten, Glaubwürdigkeit, Inszenierung – Kommunikation und Medienkompetenz im digitalen Zeitalter“ lautet der Titel einer Podiumsdiskussion, die am 6. Juli 2016 von 16 bis 18 Uhr im Haus der Wissenschaft stattfindet. An der von Studierenden der Uni Bremen moderierten Expertenrunde nehmen Vertreterinnen und Vertreter aus dem Journalismus, der Werbebranche und der Wissenschaft teil.

Das Thema wurde so gewählt, dass aktuelle Fragen der Herstellung von Faktizität und der Wahrnehmung von Glaubwürdigkeit genauso in den Blick genommen werden können, wie Aspekte der verlässlichen Berichterstattung, der Werbeethik sowie der Möglichkeit, Informationen in Zeiten perfekter technischer Simulation bewusst zu inszenieren. Auch die Rolle mündiger Rezipienten ist ein Thema: Wie beeinflussen soziale Netzwerke, werbefinanzierte Onlinemedien und markengeprägte Identitäten heute und in Zukunft die wechselseitigen Wahrnehmungen und Selbstverständnisse von Journalisten, Lesern, Zuschauern, Werbetreibenden und Konsumenten? Wie positionieren sich Medien im Wettbewerb? Wie unabhängig sind Informationen, die (Medien-)Konsumenten heute – zu welchem Preis – aus der Vielfalt des Angebots wahrnehmen und wie mündig können sie damit umgehen? Wo werden Verkaufsargumente aus ethischen Gründen zurückgestellt und wo wird Ethik zum Verkaufsargument?

An der Podiumsdiskussion, die von Professor Ingo Warnke aus dem Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften der Uni Bremen eröffnet wird, nehmen teil:

Prof.Dr. Jannis Androutsopoulos, Medienlinguist, Hamburg
– Moritz Döbler, Chefredakteur Weser-Kurier, Bremen
Dr. Annabel Oelmann, Verbraucherzentrale Bremen
Dr. Cornelius Ringe, Audio Branding Academy, Hamburg
– Andrea Schafarczyk, Chefredakteurin, Radio Bremen, Bremen

Forschendes Lernen in den Sprachwissenschaften

Die Diskussion und der dazugehörige journalistische Workshop bauen auf zwei Seminaren zur Mediensprache und Werbekommunikation in der Deutschen Sprachwissenschaft auf. Diskussion und Workshop wurden von Dr. Andreas Rothenhöfer und Sabine Wahl, beide Sprachwissenschaftler an der Uni Bremen, in Zusammenarbeit mit Felix Frank, Redakteur beim Weser-Kurier und Absolvent der Universität Bremen, konzipiert. Die inhaltlichen Aspekte der Diskussion haben die Studierenden im ersten Teil des Wokshops vorbereitet – und die Diskussion wird in einem zweiten Teil im Juli multimedial nachbereitet. So sollen einerseits Kompetenzen des forschenden Lernens in der Verbindung wissenschaftlicher Konzepte und Modelle mit (berufs-)praktischen Anwendungsperspektiven gefördert werden. Darüber hinaus können die Studierenden technische Fertigkeiten im Bereich der journalistischen Textarbeit und des multimedialen Storytellings in einem realistischen, auf Teamwork ausgelegten Anwendungsszenario erproben und umsetzen.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften
Dr. phil. Andreas Rothenhöfer
Lektor für Deutsche Sprachwissenschaft / Interdisziplinäre Linguistik
Tel. 0421/218-68282
E-Mail: rothenhoeferprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de