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Neue Technologien in der Pflege: Universität Bremen am Forschungsprojekt „Pflegeinnovationszentrum“ beteiligt

Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt bis 2022 mit vier Millionen Euro

Nr. 112 / 7. Juni 2017 KG

Die Pflegebranche steht in den nächsten Jahren und Jahrzenten vor großen Herausforderungen. Bedingt durch den demographischen Wandel wird die Zahl der Pflegebedürftigen deutlich ansteigen. Gleichzeitig erhöht sich in den Krankenhäusern der Anteil von Menschen, die älter als 80 Jahre sind. Die Pflege dort wird komplexer und durch verkürzte Liegezeiten auch die anschließende Pflege zu Hause anspruchsvoller. Dem steigenden Pflegebedarf steht dabei ein sinkender Anteil erwerbstätiger Menschen gegenüber, die professionelle Pflegearbeit leisten können. Der Fachkräftemangel in der Pflege wird sich weiter verschärfen. Der Beitrag, den digitale Technologien leisten können, um professionelle Pflegefachkräfte, aber auch pflegende Angehörige zu entlasten, wird bisher bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

„Showrooms“ für die Fachöffentlichkeit

Mit dem „Pflegeinnovationszentrum“, startet jetzt unter Beteiligung der Universität Bremen ein auf fünf Jahre angelegtes Projekt, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit vier Millionen Euro gefördert wird. Dort gehört es zum Programm „Zukunft der Pflege: Mensch-Technik-Interaktion für die Praxis“. Das Oldenburger Institut für Informatik (OFFIS) wird das Pflegeinnovationszentrum koordinieren. Von der Universität Bremen sind Professorin Karin Wolf-Ostermann vom Institut für Public Health und Pflegeforschung und Professor Heinz Rothgang vom SOCIUM, Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, maßgeblich involviert.

Ziel ist es, ein Kompetenzzentrum für Innovationen in der Pflege aufzubauen, das bedarfsgerechte technische Neuerungen zur Unterstützung der Pflege entwickelt, Produkte am Markt und aus Forschungsprojekten erprobt, sowie die Ergebnisse in Laboren und „Showrooms“ für die Fachöffentlichkeit, aber auch für die Aus- und Weiterbildung zugänglich macht.

Bremer Forschungsziele

Während auf der einen Seite in den letzten Jahren eine Vielzahl technologischer Lösungen entwickelt wurde, ist eine Integration dieser Entwicklungen in den pflegerischen Alltag bisher nur punktuell gelungen. Bedarfe und die Umsetzung in den Alltag der Pflegenden wurden oft nicht von vornherein mitgedacht. Ziel des Pflegeinnovationszentrums ist es, die konkreten Bedarfe aus Sicht der Pflegenden und Pflegebedürftigen bereits in die Entwicklungsprozesse einzubeziehen. Bestehende Vorbehalte sowie die Ablehnung einer zunehmenden Technisierung und Digitalisierung der Pflege müssen bei der Entwicklung von technischen Innovationen berücksichtigt werden. Wie kann das gelingen? Zentraler Ansatz ist, dass Technik die menschliche Zuwendung in der Pflege nicht ersetzt, sondern diese im Gegenteil unterstützt, indem die Pflegekräfte von anderen Tätigkeiten entlastet werden. Zu den Aufgaben der Bremer Forscher und Forscherinnen gehört zudem die Bewertung der Effektivität und Effizienz der neu entwickelten technischen Innovationen.

Realitätsgetreue Labore einrichten

Im Rahmen des Projekts werden vier realitätsgetreue Labore für verschiedene Pflegesituationen (häusliche Pflege, Pflege in Heimen, Pflege in Kliniken, Pflegedienst-/Kommunikationszentrale) aufgebaut, in denen technologische Entwicklungen einerseits erprobt, andererseits aber auch zur Demonstration und Weiterbildung genutzt werden können. Da sich durch technologische Innovationen auch neue Qualifikationsanforderungen an die Pflegefachkräfte stellen, werden im Rahmen des Projekts auch Qualifikationsmodule für die Pflegeausbildung entwickelt und getestet.

https://www.bmbf.de/de/pflege-von-angehoerigen-und-patienten-erleichtern-4279.html

Weitere Informationen:

Universität Bremen
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssicherung
Prof.Dr. Heinz Rothgang
Tel.: (0421) 218-58557
E-Mail: rothgangprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

Institut für Public Health und Pflegeforschung
Abteilung: Pflegewissenschaftliche Versorgungsforschung
Prof.Dr. Karin Wolf-Ostermann
Tel.: (0421) 218-68960
E-Mail: wolf-ostermannprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de