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Welche Rolle spielt „Dis/ability” in der Diversity-Dabatte?

Nr. 118 / 2. Mai 2016 RO


Race – class – gender, dies sind die drei zentralen Linien, denen sich die Diversity Studies verpflichtet fühlen.  Behinderung wird hingegen selten als ein zentrales Diversitätsmerkmal wahrgenommen, was angesichts der aktuellen Diskussion um die Umsetzung von Inklusion in unterschiedlichstes gesellschaftlichen Feldern überraschen mag. Aber auch der wissenschaftliche Diskurs um Behinderung ist an dieser Situation nicht unbeteiligt. Denn auch in den Disability Studies wird Behinderung nur selten in Verbindung mit weiteren Merkmalen, wie Geschlecht, Alter oder Migration diskutiert. Mit diesem Thema beschäftigt sich 4. Mai 2016 die Kölner Soziologieprofessorin Anne Waldschmidt in ihrem Vortrag „Dis/ability = Diversity? Anmerkungen zur Debatte um Diversität und Intersektionalität aus Sicht der Disability Studies“. Der Vortrag findet um 18.15 Uhr im SFG, Raum 1040 statt; der Eintritt ist frei. Die Bremer Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.

Anne Waldschmidt ist Hochschullehrerin für Soziologie und Politik der Rehabilitation an der Universität Köln. Sie ist eine der führenden Wissenschaftlerinnen im internationalen Bereich der Disability Studies. Ihre Forschungsschwerpunkte betreffen Themen der Körper- und Wissenssoziologie und Fragen nach Norm, Normalität, Normalisierung und Behinderung. Darüber hinaus hat sie nachhaltig dazu beigetragen das Forschungsgebiet der Disability History zu prägen und damit eine Brücke zu schlagen zwischen Geschichtswissenschaften und Disability Studies. Die Soziologin war Mitglied des von der Europäischen Kommission bis 2014 geförderten akademischen Netzwerks für europäische Disability-Experten. Gegenwärtig arbeitet Anne Waldschmidt an einem von der Europäischen Union geförderten Projekt, in dem Vorschläge für ein neues inklusives und nachhaltiges Gesellschaftsmodell entwickelt werden.

Der Vortrag von Anne Waldschmidt ist Teil der Ringvorlesung „Diversity – Geisteswissenschaften – Gesellschaften: Verhandlungspraxen in widersprüchlichen Kontexten“. Die Vorträge dieser Vorlesungsreihe gehen davon aus, dass heterogene Gesellschaften immer durch Vielfalt und Widersprüchlichkeit geprägt sind. Sie spüren daher Prozessen von gesellschaftlicher Teilhabe und Zugehörigkeit nach und beleuchten Momente kollektiver und individueller Identitätsbildung. Die Vorträge widmen sich damit hochaktuellen Fragestellungen wie etwa der Umsetzung von Inklusion oder migrationsbedingten gesellschaftlichen Herausforderungen. Mit dieser Vorlesungsreihe möchte die neue geisteswissenschaftliche Verbundforschungsinitiative „Worlds of Contradiction“ ins Gespräch mit der Bremer Öffentlichkeit kommen. Der Vortrag wird barrierefrei gestaltet und von einer Gebärdensprachdolmetscherin begleitet.

Das Gesamtprogramm steht auf der Webseite von „Worlds of Contradiction“ zur Verfügung www.woc.uni-bremen.de.

Weitere Informationen
Universität Bremen
Meike Hethey
Tel.: 0421-218-68499
E-Mail: meike.hetheyprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de
www.woc.uni-bremen.de