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AS fordert Einhaltung des Wissenschaftsplans

Der Akademische Senat der Universität Bremen fordert, am Wissenschaftsplan 2025 festzuhalten. Die Landesregierung gefährde mit den angekündigten Einsparungen Bremens Bildung und Innovationskraft. Die Universität bilde die Fach- und Lehrkräfte aus, die dringend in der Region benötigt würden.

Das Parlament der Universität war angesichts der drohenden Kürzungen des Wissenschaftsetats am 15. März zu einer außerplanmäßigen Sondersitzung zusammengekommen. Einstimmig beschloss das Gremium einen Appell an die Bremische Bürgerschaft, den Wissenschaftsplan 2025 umzusetzen. Die Mitglieder des Akademischen Senats betonen darin vor allem die Rolle der Universität für die Wirtschaftsentwicklung und Bildung im Land Bremen. Über 3.500 Fachkräfte stünden dem Arbeitsmarkt jährlich nach ihrem Abschluss an der Universität zur Verfügung. „Wir bilden auf Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse aus“, sagt Professorin Rita Groß-Hardt, die mit ihrem Kollegen Professor Matthis Kepser den Aufruf angeregt hat. „Damit tragen wir entscheidend zur Entwicklung des Technologiestandortes Bremen und seiner wirtschaftlichen Innovationskraft bei.“

Nicht zu vergessen sei auch die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Matthis Kepser ergänzt: „An der Universität Bremen studieren 3.000 junge Menschen im Lehramt. 300 schließen jährlich ihr Studium ab und übernehmen anschließend in den Schulen Verantwortung für die Bildung unserer Kinder.“ „Hinzu kommt“, sagt Rita Groß-Hardt, „dass unsere und folgende Generationen sich großen Herausforderungen stellen müssen. Die Universität trägt mit ihrer Forschung im Bereich Klimawandel, Digitalisierung und Gesundheitsversorgung dazu bei, dass Antworten auf drängende Zukunftsfragen gefunden werden.“

Die Absicht der Landesregierung, den Wissenschaftsetat zu kürzen, gefährde nicht nur die Universität Bremen in ihrer Substanz. Die Auswirkungen würden die Menschen in Bremen direkt spüren. „Inzwischen ist deutlich geworden, wie stark Lehrkräfte aus den Bereichen Behindertenpädagogik und Sport im Land fehlen. Diese Studiengänge sind den Einsparungen des Jahres 2007 zum Opfer gefallen“, berichtet Matthis Kepser. Mit einem Ausstieg aus dem Wissenschaftsplan 2025 drohe, dass sich ein solch unkontrollierter Abbau von Studiengängen wiederhole. „Die Bedeutung der Universität für die Bildung und für die Wirtschafts- und Innovationskraft im Land wird unterschätzt“, so Rita Groß-Hardt. „Wenn sich Bremen etwas gar nicht leisten kann, dann ist es an diesem Ast zu sägen.“

Vor knapp zwei Wochen war bekannt geworden, dass die Landesregierung deutlich weniger Geld für den Wissenschaftsbereich vorsieht als ursprünglich mit dem Wissenschaftsplan 2025 beschlossen. In der Folge wandten sich Hochschulleitung und Personalrat gemeinsam in einem offenen Brief an den Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte. Hochschullehrende sammelten über 8500 Unterschriften gegen den Ausstieg aus dem Wissenschaftsplan 2025. Studierende, Lehrende, Hochschulleitung und Gewerkschaften demonstrierten auf dem Marktplatz zusammen gegen die Pläne des Senats.
 

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Glashalle der Universität Bremen