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Nanodiamanten als Bakterienkiller

Materialwissenschaftler aus Bremen und Stanford identifizieren Nanodiamanten als effektive Bakterienkiller / Beitrag in der Fachzeitschrift „ACS Nano“ veröffentlicht

Nr. 189 / 10. Juni 2014 SC

Nanodiamanten sind mit einem Durchmesser von 5 Nanometern etwa 200-mal kleiner als ein Bakterium und werden durch Explosion von kohlenstoffhaltigen Verbindungen in Hochdruckbehältern hergestellt. Neben Ruß entstehen bei der Explosion auch die winzigen Explosionsdiamanten. Die Bremer Materialwissenschaftler Dr. Michael Maas, Julia Wehling und Professor Kurosch Rezwan identifizierten jetzt in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Stanford Universität (USA) und der Universität Bremen die stark antibakteriellen Eigenschaften dieser Nanodiamanten. Neben Silber und Kupfer könnten die Diamanten als neues effektives Mittel gegen bakteriellen Befall und Infektionen eingesetzt werden.

Nanodiamanten wurden bereits in den 1960er Jahren von russischen Wissenschaftlern entdeckt, doch erst vor wenigen Jahren gelang der Durchbruch in der Aufbereitung der Diamanten, so dass diese im Labor nutzbar geworden sind. Das gräulich braune Diamantpulver kann durch unterschiedliche Hitzebehandlungen so verändert werden, dass verschiedene chemische Gruppen auf der Oberfläche der Diamanten entstehen. Die Biologin Julia Wehling und der Chemiker und Projektleiter Dr. Michael Maas fanden heraus, dass einige dieser Diamanten innerhalb kürzester Zeit Vertreter der beiden wichtigsten Bakterienklassen töten. In einer spannenden Suche kamen die beiden Wissenschaftler des von Professor Kurosch Rezwan geleiteten Fachgebiets Keramische Werkstoffe und Bauteile (Advanced Ceramics) im Fachbereich Produktionstechnik der Universität Bremen Schritt für Schritt dem möglichen Grund für die antibakteriellen Eigenschaften auf die Spur: Bestimmte sauerstoffhaltige Gruppen an den Oberflächen der Nanodiamanten, sogenannte Säureanhydride, scheinen für die antibakterielle Wirkung der Diamanten verantwortlich zu sein.

„Die Erkenntnis, dass Nanodiamanten ähnlich effektiv Bakterien töten wie das seit über 7000 Jahren verwendete Silber eröffnet eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Medizintechnik und Materialwissenschaften. Gleichzeitig ist belegt, dass die in der getesteten Konzentration verwendeten Nanodiamanten nicht toxisch für menschliche Zellen sind. So sind Beschichtungen von Oberflächen denkbar oder der Zusatz von Nanodiamanten zu Desinfektionsmitteln. Im Zeitalter der Antibiotikaresistenzen ist das Auffinden eines neuen antibakteriellen Materials gleichzusetzen mit einem Durchbruch“ betont Julia Wehling die Bedeutung der Entdeckung.

Auf die noch wenig erforschten Nanodiamanten aufmerksam geworden war Projektleiter Dr. Michael Maas bei einem Besuch an der Stanford Universität in Kalifornien im Gespräch mit Professor Richard N. Zare. „Nach meiner Rückkehr haben wir damit begonnen Nanodiamanten in den verschiedenen Nanosystemen, die wir in Bremen untersuchen, einzusetzen. Wir waren selbst überrascht wie effizient Nanodiamanten Bakterien töten und sind überzeugt mit der Entdeckung den Grundstein für viele weitere Forschungen gelegt zu haben. Es liegt auf der Hand, dass dieses Nanomaterial in Zukunft eine wichtige Rolle in unterschiedlichsten Bereichen spielen wird, die von bakteriellem Befall betroffen sind. Unser nächstes Ziel ist es, Implantatmaterialien mit Nanodiamanten zu versetzen und diese somit mit antibakteriellen Eigenschaften auszustatten. Parallel dazu soll eine weitere Charakterisierung der Nanodiamantenoberfläche durchgeführt werden.“

Auch Professor Kurosch Rezwan als Leiter des Fachgebiets Advanced Ceramics an der Uni Bremen ist begeistert von der antibakteriellen Wirkung der Diamanten und betont, wie wichtig die hervorragende Zusammenarbeit mit der von Professor Ralf Dringen geleiteten Arbeitsgruppe Neurobiochemie und Biomolekulare Interaktionen der Universität Bremen und Professor Richard N. Zare vom Department of Chemistry der Stanford Universität an der Publikation für die renommierte Fachzeitschrift „ACS Nano“ gewesen ist.

Vollständiger Titel des Fachartikels:

Julia Wehling, Ralf Dringen, Richard N. Zare, Michael Maas, Kurosch Rezwan: Bactericidal Activity of Partially Oxidized Nanodiamonds, ACS Nano, 2014, http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/nn502230m .

Achtung Redaktionen: In der Uni-Pressestelle kann eine Abbildung angefordert werden. Kontakt: Tel. 0421-218-60150, E-Mail: presseprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Produktionstechnik
Keramische Werkstoffe und Bauteile / Advanced Ceramics

M.Sc. Julia Wehling
Tel.: +49 421 218 64966
E-Mail: julia.wehlingprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

Dr. rer. nat. Michael Maas
Tel.: +49 421 218 64939
E-Mail: michael.maasprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

Prof. Dr.-Ing. Kurosch Rezwan
Tel.: +49 421 218 64930
E-Mail: krezwanprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de 
www.ceramics.uni-bremen.de

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Studium

Studierende gehen am Gebäude MZH entlang. Ein junger Mann und eine junge Frau im Vordergrund lächeln in die Kamera

An der Universität Bremen studieren.

Ob der Campus der kurzen Wege, das vielseitige Studienangebot oder die grüne Fahrradstadt – ein Studium an der Universität Bremen hat viel zu bieten.

An der Universität Bremen kann aus einem vielfältigen Studienangebot gewählt werden:

  • mehr als 100 Bachelor- und Masterstudiengänge
  • das juristische Staatsexamen
  • internationale und weiterbildende Studienangebote

Profil

Die Uni Bremen zählt zu den mittelgroßen Hochschulen Deutschlands. In ihrem Leitbild legt sie insbesondere Wert auf:

Studienberatung

Für Informationen rund ums Studium gibt es folgende Anlaufstellen:

Bewerbung

Umfassende und detaillierte Informationen zur Bewerbung und Einschreibung stellen wir für folgende Bereiche zur Verfügung:

Rund um die Forschung

Reagenzgläser mit verschiedenfarbigen Flüssigkeiten.

Drittmittelstark

Eine besondere Stärke der Universität Bremen ist der große Erfolg bei der Einwerbung von Drittmitteln, sowohl in der Einzel- als auch in der Verbundforschung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist dabei der größte Drittmittelgeber: Neben dem Exzellenzcluster MARUM ist die Universität Bremen aktuell an sieben Sonderforschungsbereichen beteiligt, sowie an mehreren Forschergruppen und Schwerpunktprogrammen.

Zwei Personen bei der gemeinsamen Arbeit im Labor.

Talente strategisch fördern

Gezielte Nachwuchsförderung, das Heben von Potentialen und frühe Selbständigkeit sind Leitziele der Universität Bremen. In sechs DFG-Graduiertenkollegs, zahlreichen Nachwuchsgruppen und durch Doktoranden- programme in Kooperation u.a. mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen fördern wir unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Zwei Lehrende arbeiten vor Zuhörern an einem Flipchart.

Praxis und Weiterbildung

Die Universität Bremen ist ein Ort des lebenslangen Lernens. Mit unseren Angeboten der wissenschaftlichen Weiterbildung ermöglichen wir es Ihnen, Wissen auf dem aktuellen Stand der Forschung zu erwerben. Entdecken Sie das breite Spektrum unserer Angebote und profitieren Sie von der Verbindung aus praxisorientiertem Lernen und Innovation.

Facetten der Universität Bremen

Diversität

Die Vielfalt unserer Studierenden und Mitarbeitenden ist zugleich Rahmen als auch Voraussetzung für eine hohe Qualität in Forschung und Lehre. Als Querschnittsthema und zentrales Profilmerkmal berücksichtigen wir Diversität in Lehr- und Lernformen, in der Struktur von Studienprogrammen sowie in den Inhalten von Forschung und Lehre. Auch für die Zusammensetzung von Teams und die Gestaltung von Beratungsangeboten ist uns eine Diversitätsorientierung und die Erhöhung von Chancengleichheit wichtig.

International

Internationalität ist ein strategisches Profilmerkmal der Universität Bremen. Als internationale Universität verstehen wir Internationalisierung als einen sich in alle Bereiche der Universität erstreckenden Prozess – ob in Forschung, Studium oder Verwaltung. Menschen aus mehr als 100 Nationen bereichern das Campusleben. Weltweit sind wir vernetzt und arbeiten gemeinsam mit unseren Partnern an wissenschaftlichen Erfolgen und globalen Herausforderungen.

Nachhaltigkeit

Die Universität Bremen setzt sich seit Jahren für eine nachhaltige Entwicklung ein. In den Bereichen Forschung, Lehre, Betrieb, Governance und Transfer gibt es zahlreiche Strukturen und Projekte, die die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen unterstützten. Hierzu zählen das ausgezeichnete Umweltmanagement (nach EMAS), die Förderung der sozialen Nachhaltigkeit sowie mehrere Forschungseinrichtungen mit Nachhaltigkeitsbezug.

Kennen Sie schon...?

Auf dem Campus gibt es viel zu entdecken. Was verbirgt sich hinter den vielen Türen? Die Redaktion des Onlinemagazins up2date. der Universität Bremen hat für Neugierige angeklopft. Willkommen zur etwas anderen Campusführung.

Ein Mann vor einem Greenscreen blickt in die Kamera.

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Lernplattform, Testcenter, Online-Lehrveranstaltungen, Hörsäle mit Opencast-Technologie, Filmstudio und vieles mehr: Wo auch immer auf dem Bremer Campus digitale Lehre sichtbar wird, steckt in der Regel das ZMML dahinter. 

Mit einer Bürste geht eine behandschuhte Hand durch die Falz des Buches.

Kennen Sie schon… die Restaurierungswerkstatt der SuUB?

Zwischen Pinsel, Keilkissen und Kautschuk – die Restaurierungswerkstatt rettet historische Bücher vor dem Verfall. Willkommen zur etwas anderen Campusführung. 

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