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Ziele und Aufgaben

Das Malta-Zentrum wird über einen Kooperationsvertrag gemeinschaftlich von der Universität Bremen und der Università ta‘ Malta getragen.

Das als akademische Einrichtung außerhalb Maltas weltweit einmalige Malta-Zentrum stellt das Maltesische in den Mittelpunkt aller seiner Aktivitäten. Die Erforschung, Beschreibung und Vermittlung des Maltesischen unter Verwendung adäquater fachwissenschaftlicher Verfahren und Instrumentarien sowie die organisatorisch-logistische Unterstützung entsprechender Vorhaben bilden den zentralen Aufgabenbereich des Malta-Zentrums. Mit seiner Hilfe etabliert sich das Maltesische als Forschungs- und Lehrgegenstand auf universitärer Ebene auch jenseits der Staatsgrenzen Maltas.

Das Malta-Zentrum ist im weitesten Sinne und ausschließlich eine linguistische Institution und folgerichtig an der Universität Bremen dem Fachbereich 10 Sprach- und Literaturwissenschaften zugeordnet, wo es in den Studiengang Linguistik / Language Sciences (BA/MA) eingebunden ist. Dort fungiert das Malta-Zentrum u.a. als Clearingstelle der Għaqda Internazzjonali tal-Lingwistika Maltija / International Association of Maltese Linguistics (GĦiLM), die den Zusammenschluss aller linguistisch mit dem Maltesischen befassten Forscher:innen bildet.

Zusammen mit und für GĦiLM bereitet das Malta-Zentrum die in zweijährigen Intervallen stattfindenden Tagungen (Lingwistika Maltija) an wechselnden Orten in Europa vor, begleitet ihre Durchführung und Nachbereitung und ist aktiv bei der Dokumentation der Tagungsbeiträge und -resultate in Form von Sammelbandpublikationen bei dem international renommierten Verlagshaus De Gruyter beteiligt.

Das Malta-Zentrum unterstützt Forschungsvorhaben u.a. dadurch, dass nachhaltige Ressourcen bereitgestellt werden. Dies ist zum einen die Maltesische Bibliothek mit ihren weit über 1.000 Druckwerken verschiedenster Genres in maltesischer Sprache, die zu Recherchezwecken vor Ort eingesehen werden können. Zum anderen ist eine laufend erweiterte Bibliographie der maltesischen Linguistik online zugänglich, über die die gesamte linguistisch relevante Fachliteratur zum Maltesischen nachverfolgt werden kann. Das Malta-Zentrum bietet darüber hinaus Gastwissenschaftler:innen die Möglichkeit, in seinen Räumlichkeiten an Projekten aus dem Bereich der maltesischen Linguistik zu arbeiten und sich dort mit anderen Expert:innen auszutauschen.

Über das Malta-Zentrum wird das Maltesische in das Curriculum der beiden linguistischen Studiengänge an der Universität Bremen integriert, indem regelmäßig sowohl auf Bachelor- als auch auf Master-Ebene Lehrveranstaltungen mit Bezug zur maltesischen Sprache angeboten und Abschlussarbeiten zu Themen der maltesischen Linguistik betreut werden. Zusätzlich werden Gastvorträge, Kolloquien, Workshops, Studientage, Exkursionen und Feldforschungsaufenthalte veranstaltet, die Themen aus der maltesischen Linguistik dem studentischen Publikum und anderen Interessierten nahebringen. Neben diesen im strengen Sinne linguistischen Angeboten finden am Malta-Zentrum alljährlich von einer maltesisch-muttersprachlichen Lehrkraft geleitete Sommerkurse zum praktischen Erwerb des Maltesischen statt, an denen Maltesisch-Interessierte immer wieder auch aus anderen Ländern Europas und den USA teilnehmen. 

In direkter Verbindung mit dem Malta-Zentrum werden auch auf das Maltesische ausgerichtete Forschungen aus der Bremer Linguistik durchgeführt, darunter sind aus jüngster Zeit besonders hervorzuheben: (a) die 2020 bis zur erfolgreichen Promotion von Benjamin Saade untersuchte Produktivität der durch Entlehnung ins Maltesische übernommenen italienischen Derivationsmorphologie und (b) das 2018 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte und seit Herbst 2019 federführend und mit dem Ziel der Promotion von Maike Vorholt durchgeführte Projekt Präpositionen und ihre Grammatik im Maltesischen.