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Chemiker der Universität Bremen erhält Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung

Dr. Jonas Warneke erforscht die sanfte Landung von Ionen auf Oberflächen / Stipendium ermöglicht Wechsel an das Pacific Northwest National Laboratory in den USA

Nr. 278 / 27. Oktober 2015 KG

Für seine außergewöhnlichen wissenschaftlichen Leistungen hat der Chemiker Dr. Jonas Warneke jetzt das Feodor Lynen-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung erhalten. Feodor Lynen war ein deutscher Nobelpreisträger in der Biochemie. Mit dem Stipendium werden jährlich 125 Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler mit überdurchschnittlichem wissenschaftlichen Werdegang ausgezeichnet. Jonas Warneke hat 2015 in der Arbeitsgruppe von Professorin PetraSwiderek im Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Bremen seine Promotion abgeschlossen. Mit dem Stipendium wechselt er Anfang 2016 an das renommierte „Pacific Northwest National Laboratory“ (PNNL) in Richland im US-Bundesstaat Washington. Dort wird er, seinen bisherigen Interessen im Bereich der Massenspektrometrie folgend, an der weichen kontrollierten Landung von Ionen (Ion soft landing) auf Oberflächen forschen.

Zur Person:

Jonas Warneke ist 28 Jahre alt und stammt ursprünglich aus Lohne (Niedersachsen). Er erhielt sein Abitur 2006 am Kolleg St. Thomas in Vechta. Nach dem Chemiestudium an der Universität Bremen und seiner Bachelorarbeit in der Massenspektrometrie setzte er seine Ausbildung in dem interdisziplinären Masterstudiengang „Materialwissenschaftliche Mineralogie, Chemie und Physik“ fort. In seiner Masterarbeit befasste er sich mit der Analytik komplexer organischer Moleküle. In seiner Promotion arbeitete er an dem Verständnis von Reaktionen, die an Oberflächen unter der Wirkung von Elektronenstrahlen ablaufen. Solche Reaktionen spielen eine wichtige Rolle bei aktuellen Herstellungsverfahren der Nanotechnologie.

Forschungsthema: „Ion soft landing“

„Soft landing“ ist eine Technik, die in einzigartiger Weise eine Präparierung von Oberflächen ermöglicht. Gas-Moleküle werden in einem Massenspektrometer vorbereitet und intakt auf einer Oberfläche „gelandet". Eine der großen Herausforderungen dabei ist es, den Ladungszustand der gelandeten Moleküle exakt zu kontrollieren. In seinem Antrag an die Alexander von Humboldt-Stiftung hat Jonas Warneke eine neue Methode zur Kontrolle des Ladungszustandes vorgeschlagen, die er am PNNL erproben will. Damit sollen wichtige physikalische und chemische Eigenschaften von Oberflächen gezielt eingestellt werden. Gelingt es zum Beispiel, durch dieses Verfahren die katalytische Aktivität von Molekülen, das heißt deren beschleunigende Wirkung auf chemische Reaktionen, auch bei Anbindung an Oberflächen zu erhalten, eröffnen sich neuartige Anwendungen unter anderem in Medizin, Umwelttechnik und Materialforschung.

Der Postdoc Jonas Warneke baut in seinem Forschungsprojekt auf frühere Forschungsergebnisse aus der Massenspektrometrie und Molekülspektroskopie sowie seine während der Promotion erlangte Erfahrung in der Oberflächenanalyse auf. Diese Bremer Kompetenzen, die für das Projekt eine wichtige Rolle spielen, bringt er in die Kooperation mit den US-amerikanischen Forschern ein. Gastgeber am PNNL sind Julia Laskin, eine führende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet des „Ion soft landing“, und der von der Humboldt-Stiftung mehrfach ausgezeichnete theoretische Chemiker Sotiris Xantheas. Das Feodor-Lynen-Stipendium finanziert einen zweijährigen Aufenthalt im Gastinstitut sowie ein weiteres Jahr nach der Rückkehr zur Vorbereitung der weiteren wissenschaftlichen Laufbahn.

Achtung Redaktionen: In der Pressestelle kann ein Foto von Jonas Warneke angefordert werden. E-Mail: presse@uni-bremen.de, Tel. 0421 218 60150.

Weitere Informationen:
Universität Bremen
Fachbereich Biologie/Chemie
Institut für Angewandte und Physikalische Chemie
Dr. Jonas Warneke / Prof. Dr. PetraSwiderek
Tel.: 0421 218-63200
j.warnekeprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de; swiderekprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de
https://www.humboldt-foundation.de/web/lynen-stipendium.html