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Binationales Promotionsverfahren (cotutelle de thèse)

Definition

  • Ein binationales Promotionsverfahren (cotutelle de thèse) ist eine von zwei Betreuern an Universitäten aus zwei Ländern betreute Promotion.
  • Der Doktorand/die Doktorandin ist an beiden Universitäten zur Promotion zugelassen und verbringt möglichst ausgewogen Phasen der Promotion an beiden Orten.
  • Ein Vertrag regelt die Details der Betreuung (Aufenthaltszeiten, Sprache der Prüfung, Sprache der Veröffentlichung).
  • Beide Universitäten verleihen den Titel mit einem Hinweis in der Urkunde auf den jeweils anderen Titel.

Allgemeine Informationen

Die Universität Bremen bietet ihren Doktorandinnen und Doktoranden, den Promotionsbetreuerinnen und Promotionsbetreuern sowie der ausländischen Hochschule einen Mustervertrag zur Cotutelle an, um binationale Promotionsverfahren zu erleichtern. Dieser Vertrag unterstützt die Durchführung einer binationalen Promotion durch einen einfachen und gemeinsamen, für alle Seiten verbindlichen Rahmen. Rechtlich stellt sie einen Vertrag zwischen der Universität Bremen und einer ausländischen Hochschule mit Promotionsrecht dar.

Grundsätzlich bestehen verschiedene Möglichkeiten und Wege für eine Promotion im internationalen Kontext. Sie reichen vom mehrwöchigen Labor- oder Archivaufenthalt bis zum langen Forschungsaufenthalt an einer ausländischen Universität, der die überwiegende Zeit eines Promotionsverfahrens einnimmt. Die Universität Bremen unterstützt unterschiedliche Formen der Internationalität auf der Ebene der Promotion; das erleichterte binationale Promotionsverfahren mit Mustervertrag zur Cotutelle bietet einen attraktiven Rahmen, um den Nachwuchswissenschaftlern der/an der Universität Bremen internationale Forschungserfahrung zu ermöglichen.

Mit der Cotutelle verpflichten sich die Beteiligten zur Einhaltung einiger Kriterien. Dazu gehören eine Aufenthaltsdauer von mindestens einem Jahr an jeder der beiden Universitäten und die Zulässigkeit binationaler Verfahren nach beiden Promotionsordnungen. Hinzu kommt zum Beispiel die Betreuung und Begutachtung durch einen Professor/eine Professorin an jeder Hochschule, eine binational zusammengesetzte Prüfungskommission und die Ausstellung einer eigenen Promotionsurkunde durch jede Einrichtung. Die Vertragsvorlage kann bei Bedarf angepasst werden. Ebenso kann eine Vorlage zur Anwendung kommen, die von der ausländischen Universität stammt.

Mustervertrag

Mustervertrag

Verfahrensweise

Die Universität Bremen hat einen Mustervertrag [DOC] (50 KB) erstellt, der von der Rechtsstelle (Referat 06) geprüft ist. Die Verwendung dieses Vertrags ist nicht verpflichtend, sondern kann entsprechend den Bedürfnissen des jeweiligen Promotionsverfahrens bzw. des ausländischen Partners angepasst werden. Es kann auch ein Vertragstext der ausländischen Partnerhochschule zur Anwendung kommen, der dann jedoch zuerst von der Rechtsstelle auf Übereinstimmung geprüft wird.

Folgende Mindestinhalte setzt die Universität Bremen voraus:

  • eine Aufenthaltsdauer von mindestens 1 Jahr an der ausländischen Partnerhochschule bzw. bei ausländischen Doktorandinnen/Doktoranden an der Universität Bremen
  • eine gleichberechtigte Verteilung der Prüfungsleistungen (Sprache der Prüfung und Sprache der Veröffentlichung, Zusammenfassung in der jeweils anderen Sprache)
  • eine Empfehlung zur Einschreibung, inkl. Erlass des Verwaltungskostenbeitrags
  • eine Bindung an die Annahme zur Promotion

Die Promotionsordnung des jeweiligen Fachbereichs muss die Durchführung einer binationalen Promotion erlauben.
Der Vertrag wird von beiden Betreuern, beiden Hochschulleitungen, der Doktorandin/dem Doktoranden sowie auf Bremer Seite auch von der/dem Promotionsausschussvorsitzenden unterschrieben.

Die Annahme als Doktorand/Doktorandin – an der Universität Bremen durch den zuständigen Promotionsausschuss – sollte als erstes erfolgen.

Die Doktorandin/der Doktorand erarbeitet gemeinsam mit seinen/ihren Betreuern an den beiden Hochschulen die Vertragsinhalte, v. a. zu

  • fachlichem Zweck/Forschungsziel
  • wissenschaftlichen Einrichtungen, an denen, der/die Promovierende tätig sein wird
  • Aufenthaltsdauer
  • Betreuung, akademische Integration.
     

a) Der Text des Mustervertrags wird nicht verändert:

Beide Betreuer, der Doktorand/die Doktorandin, die/der Promotionsausschussvorsitzende und die Hochschulleitung des ausländischen Partners können den Vertrag direkt unterschreiben (vierfache Ausführung) und bei der Rechtsstelle der Universität Bremen zur Unterschrift durch den Rektor einreichen.

b) Der Text des Mustervertrags wird verändert, oder das Vertragsmuster einer Partnerhochschule wird verwendet:

Der Vertrag ist vor Einholen der Unterschriften nach a) zur Prüfung bei der Rechtsstelle einzureichen.

Die Rechtsstelle holt die Unterschrift des Rektors ein und gibt den Vertrag zurück an den Doktoranden und den Fachbereich. Ein weiteres Original verbleibt bei Referat 06, eines geht der Partnerhochschule zu. Je eine Kopie geht an das International Office und an das Promotionszentrum ProUB.

Bei ausländischen Doktoranden/innen wird dringend zur Einschreibung geraten, um Versicherungsfragen zu regeln und Leistungen wie Semesterticket, Studierendenermäßigungen etc. sicher zu stellen.

Prüfung der Verträge: Rechtsstelle, Saskia Ria Schneider, saskia.schneider@uni-bremen.de 

Information und Beratung: BYRD (Bremen Early Career Researcher Development), byrdprotect me ?!vw.uni-bremenprotect me ?!.de

Finanzierungsmöglichkeiten und internationale Partner: International Office, Dr. Annette Lang, lang@uni-bremen.de

Aktualisiert von: K. Lange