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Duale Promotion an der Universität Bremen: Das Referendariat mit der wissenschaftlichen Qualifikation verbinden.

Qualitätsoffensive Lehrerbildung, Aktuelle Meldungen, 26.09.2019

Die Lehrerbildung braucht wissenschaftlichen Nachwuchs in den Fachdidaktiken, und die Schulentwicklung braucht wissenschaftlich qualifizierte Lehrkräfte. Nach dem Referendariat im Schuldienst verlieren die jungen Lehrkräfte jedoch oft den Kontakt zu ihrer Hochschule. Die Universität Bremen hat in Zusammenarbeit mit der senatorischen Behörde für Wissenschaft deshalb ein bundesweit einzigartiges Qualifizierungskonzept entwickelt: die „Duale Promotion“.

Lehramtsstudierende müssen sich am Ende ihres Studiums entweder für einen Karriereweg in der Schule oder an der Universität entscheiden. Ist man erst einmal im Vorbereitungsdienst (Referendariat) oder später auf einer Planstelle in der Schule angekommen, ist es meist unmöglich, sich nebenher wissenschaftlich weiter zu qualifizieren. An diesem Punkt setzt das Graduiertenprogramm „Duale Promotion“ an und möchte den Interessierten beide Karrierewege offenhalten. Es ist am Zentrum für Lehrerinnen-/Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZfLB) der Universität Bremen angesiedelt und ein Kooperationsprojekt von „Schnittstellen gestalten“ der Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Die erste Kohorte läuft im Zeitraum von 2016 – 2020; der Start der zweiten Kohorte ist für den Herbst 2020 vorgesehen.

Kombination von Vorbereitungsdienst und fachdidaktischer Promotion

Die Kernidee ist, die beiden Ausbildungsabschnitte Vorbereitungsdienst und fachdidaktische Promotion so miteinander zu kombinieren, dass Synergieeffekte entstehen. Dabei stellt der enge Kontakt mit der schulischen Praxis sicher, dass derzeit relevante Fragen der Unterrichtsentwicklung erforscht werden und die Ergebnisse wiederum in den schulischen Alltag einfließen. In diesem Sinne stellt das Programm auch einen Beitrag zur Theorie-Praxis-Relationierung dar.

Ablauf des Graduiertenprogramms

Die Duale Promotion dauert regulär vier Jahre. In den ersten zehn Monaten entwickeln die Stipendiatinnen und Stipendiaten das Konzept für ihr Forschungsvorhaben mit Unterstützung durch das Graduiertenprogramm und in enger Zusammenarbeit mit den Schulen. Danach absolvieren sie ihr Referendariat an den Schulen, mit denen sie bereits zusammenarbeiten und erheben gleichzeitig die Daten für ihre Dissertation. In der restlichen Promotionszeit werden die Forschungsergebnisse abschließend bearbeitet. Während der Dualen Promotion (vier Jahre) sind die Promovendinnen und Promovenden in ein Graduiertenprogramm eingebunden, das von der Universität und dem Studienseminar am Landesinstitut für Schule (LIS) gemeinsam gestaltet wird. Bestimmte Kontingente an Ausbildungsanteilen während des Vorbereitungsdienstes stehen der Universität zur forschungsmethodischen Weiterqualifizierung der dual Promovierenden zur Verfügung (dual use).

Vernetzungsraum Duale Promotion

Die Duale Promotion fördert damit einerseits die Zusammenarbeit zwischen Schule und Universität bei der Erforschung und Gestaltung von Unterricht; sie wird mit Kooperationsschulen durchgeführt, für die das Promotionsvorhaben einen Beitrag zur eigenen Schul- und Unterrichtsentwicklung leistet. Andererseits stärkt die Duale Promotion die phasenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Universität und Studienseminar. Durch die inhaltliche Verzahnung von fachdidaktischer Promotion und Vorbereitungsdienst werden Synergieeffekte erzeugt, die unter anderem den Abschluss der Dualen Promotion in der vorgesehenen Dauer von vier Jahren ermöglichen soll.

Zielgruppe und Ausblick

Die erste Gruppe der Stipendiaten ist bunt gemischt. Zu den Promotionsfächern gehören Mathematik, Spanisch, Kunst, Deutsch (Primarstufe), Biologie und Musik.

Die Perspektive ist erfolgsversprechend. Nach Abschluss des ersten Durchgangs Ende 2020 können belastbare Ergebnisse vorgelegt werden.

Schon jetzt gibt es Anfragen von interessierten Kooperationspartnern, wie zum Beispiel von Schulen oder von Universitäten anderer Bundesländer, weil das Projekt bundesweit einzigartig ist. Das Projekt zeigt, wie künftig der universitäre und schulische Teil der Lehrerbildung – aber auch die Aus- und Weiterbildung – immer weiter miteinander verzahnt werden können.

Weitere Informationen

Webseite Duale Promotion

Ansprechpersonen

Prof. Dr. Andreas Grünewald
Wissenschaftliche Leitung der aktuellen Kohorte des Graduiertenprogramms Duale Promotion
Telefon: 0421 218 68400
gruenewaldprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

Prof. Dr. Sabine Doff
Wissenschaftliche Direktorin des ZfLB
Telefon: 0421 218 68170
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Quelle:https://www.qualitaetsoffensive-lehrerbildung.de/de/duale-promotion-an-der-universitaet-bremen-das-referendariat-mit-der-wissenschaftlichen-2201.html, 26.09.2019

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Schaubild: Bestandteile des Graduiertenprogramms „Duale Promotion“ © Universität Bremen - Grünewald / Komoss

„Qualitätsoffensive Lehrerbildung“: neue Förderrunde startet

GWK Bonn Pressemitteilung, 24.05.2019, PM 07/2019

64 Hochschulen werden von einer zusätzlichen Förderrunde in der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern profitieren. Am 20./21. Mai 2019 hat das Auswahlgremium in einem wissenschaftsgeleitet en Verfahren 43 Projekte für eine Förderung von insgesamt bis zu 79 Millionen Euro bis zum Ende des Jahres 2023 empfohlen. 26 der ausgewählten Projekte widmen sich dem Themenschwerpunkt „Digitalisierung in der Lehrerbildung“ und 13 Projekte dem Bereich „Lehrerbildung für die beruflichen Schulen“. 4 Projekte setzen vor allem an der Schnittstelle dieser Bereiche an.

Die GWK-Vorsitzende und Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien Hansestadt Bremen, Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, hob hervor: „Das Potential der zusätzlichen Förderrunde der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ ist beindruckend. Mit der gewählten Schwerpunktsetzung wenden wir uns noch einmal explizit den drängenden Zukunftsthemen Digitalisierung in der Lehrerbildung und Lehrerbildung an beruflichen Schulen zu. Von den ausgewählten Projekten verspreche ich mir eine deutliche Stärkung der Medienkompetenz zukünftiger Lehrkräfte und die Weiterentwicklung von innovativen Lehr- und Lernkonzepten. Angesichts der Nachwuchssorgen im beruflichen Lehramt muss dessen Attraktivität beispielsweise durch Formate des berufsbegleitenden Studiums deutlich erhöht werden. Auch hier setzen wir ein wichtiges Signal.“

Die stellvertretende GWK-Vorsitzende und Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, erklärte: „Schon ab der ersten Klasse müssen unsere Kinder lernen, sich in einer digitalen Welt zu bilden. Und das hört an Berufsschulen nicht auf. Wir unterstützen die Hochschulen dabei, angehende Lehrerinnen und Lehrer auf diese Aufgabe vorzubereiten. Mit der zusätzlichen Förderrunde in der Qualitätsoffensive Lehrerbildung setzen wir bewusst zwei thematische Schwerpunkte: berufliche Bildung und Digitalisierung. Damit ergänzt die Qualitätsoffensive Lehrerbildung hervorragend unseren DigitalPakt Schule mit den Ländern. Wir stärken die berufliche Bildung und verankern gleichzeitig die Digitalisierung in der Lehrerbildung. Beides ist mir wichtig. Ebenso, dass die Ergebnisse der Projekte zügig in die Breite getragen werden.“

2018 hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) beschlossen, die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ ab 2020 um eine neue Förderrunde in Höhe von 79 Millionen Euro mit den Schwerpunkten „Digitalisierung in der Lehrerbildung“ und/oder „Lehrerbildung für die beruflichen Schulen“ zu ergänzen.
Das 18-köpfige Auswahlgremium setzt sich zusammen aus Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Studierendenschaft und der schulpraktischen Professionalisierung sowie Vertreterinnen und Vertretern des Bundes und der Länder. In die Beratungen gingen zudem externe Gutachten von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In-und Ausland ein. Bund und Länder haben 2013 die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ als gemeinsames Bund-Länder-Programm für zehn Jahre beschlossen. Der Bund stellt ein Gesamtfördervolumen von bis zu 500 Millionen Euro bereit.

Anlage

Liste der für die neue Förderrunde „Digitalisierung in der Lehrerbildung“ und/oder „Lehrerbildung für die beruflichen Schulen“ der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ zur Förderung empfohlenen Projekte

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Bund-Länder-Programm „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ finden Sie hier sowie unter www.qualitaetsoffensive-lehrerbildung.de.

GWK Bonn

Nachgefragt! Vielfalt in der schulischen Begabungsförderung

Das Projekt „Schnittstellen gestalten“ der Qualitätsoffensive Lehrerbildung an der Universität Bremen lädt am Montag, 24. Juni 2019, von 15-17 Uhr zur Veranstaltung „Nachgefragt!“ zum Thema inklusive Begabungsförderung in das Haus der Wissenschaft ein.

Mit der Initiative „Leistung macht Schule – LemaS“ verfolgen Bund und Länder das Ziel, bestmögliche Lern- und Bildungschancen für alle zu realisieren. Unter anderem bedeutet das, besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern. Unter dem Titel „Inklusive Begabungsförderung – potenzial-, aber auch differenzaffin?“ nimmt die Veranstaltung die Umsetzung dieses Ziels in den Blick, mit einem besonderen Fokus auf die Verschiedenheit von Begabungen und Bedürfnissen von Lernenden. Dr. Michaela Sindermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Paderborn, geht in ihrem Impulsvortrag der Frage nach, wie eine begabungsfördernde Schulkultur aussehen kann, die sich an den Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen, aber auch an ihrer Diversität orientiert. Inwiefern eine potenzialaffine und diversitätssensible Begabungsförderung ein Baustein inklusiver Schulen darstellen kann, wird in einem zweiten Schritt diskutiert.

Austausch zum Bremer Begabungsnetzwerk

Mit Bezug auf LemaS wird anschließend das Bremer Modell „Netzwerk durchgängige Begabungsförderung Bremen“ vorgestellt von Michaela Rastede, Vernetzungsstelle Begabungsförderung, Nikola Schroth, Senatorin für Kinder und Bildung und Anja Krüger, Landesinstitut für Schule (LIS). Danach gibt es die Möglichkeit, sich anhand von Posterpräsentationen über aktuelle Beispiele aus der Praxis zu informieren und darüber zu diskutieren. Beteiligt sind Vertreterinnen und Vertreter sowie Schülerinnen und Schüler der Grundschule Arsten, der Oberschule an der Koblenzer Straße, der Altwulsdorfer Schule sowie der Oberschule am Barkhof. Professorin Natascha Korff, Fachgebiet Inklusive Pädagogik an der Universität Bremen, moderiert die Veranstaltung.

Ort ist das Haus der Wissenschaft, Olbers-Saal 1.OG, Sandstraße 4/5, 28195 Bremen. Um Anmeldung bis zum 14. Juni 2019 wird gebeten unter: protzekprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

Veranstaltung als Teil-Format der Qualitätsoffensive Lehrerbildung

Die Veranstaltung setzt die Reihe „Nachgefragt!“ des Bremer Projekts „Schnittstellen gestalten“ fort. In diesem Format werden aktuelle theoretische und praktische Aspekte der Lehrerbildung gemeinsam von Vertreterinnen und Vertretern unter anderem aus Wissenschaft und Schulpraxis diskutiert. Die Veranstaltungsreihe dient damit in besonderer Weise der Ausgestaltung der Schnittstelle von Theorie und Praxis in der Lehrerbildung. Das Bremer Projekt „Schnittstellen gestalten“ wird seit 2016 im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und startet im Juli 2019 in die zweite Förderphase. Bis 2023 wird das Projekt, zu dessen Schwerpunkten unter anderem die stärkere Verankerung von Vielfalt und Inklusion in der Lehrerbildung gehört, mit insgesamt rund vier Millionen Euro am Standort Bremen gefördert.

Autorin: Stefanie Möller, Universität Bremen, 13.06.2019

Eine bunte Zeichnung sich meldender Kinder.

Erneut erfolgreich in der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“

Die Universität Bremen wird ihre erfolgreiche Arbeit im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ fortsetzen. Ihr Projekt „Schnittstellen gestalten“ ist für eine Weiterförderung mit rund 2,7 Millionen Euro bis 2023 empfohlen worden.

Angehende Lehrkräfte besser auszubilden, ist eines der zentralen Handlungsfelder der Universität Bremen im Gesamtprojekt „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“. In ihrem Programm „Schnittstellen gestalten“ werden seit 2015 fachliche, fachdidaktische und erziehungswissenschaftliche Anteile im Lehramtsstudium intensiv aufeinander abgestimmt, sowie Theorie und Praxis durchdacht verknüpft. Ein Schwerpunkt in der zweiten Förderphase liegt auf Lehrerbildung in der digitalen Welt. Die übergeordnete Zielsetzung besteht darin, die professionelle Entwicklung von zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern als sogenannte „reflektierte Praktiker“ zu unterstützen. Rund 50 Lehrende der Universität Bremen sind beteiligt, darunter federführend das Zentrum für Lehrerinnen-/Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZfLB), sämtliche lehrerbildende Fachbereiche wie auch das Zentrum für Multimedia in der Lehre (ZMML).

Bildung in der digitalen Welt im Mittelpunkt

Die zweite Förderphase der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ beginnt Mitte 2019 und läuft bis 2023; daraus soll die Universität Bremen rund 2,7 Millionen Euro erhalten. Die Direktorin des ZfLB, Professorin Sabine Doff leitet das Projekt. Sie erklärt: „Mit den Geldern können wir unsere Teilprojekte weiterentwickeln und noch stärker miteinander vernetzen. Das wird vor allem den Praxisbezug angehender Lehrkräfte stärken und unser Ziel greifbar machen, Bildung in der digitalen Welt als zentrale Schnittstelle auszubauen. Außerdem wollen wir uns weiter dahingehend professionalisieren, Vielfalt und Inklusion in der Lehrerbildung zu verankern.“

Vorbereitung auf die Schulwirklichkeit

Der Konrektor für Lehre und Studium, Thomas Hoffmeister, hebt hervor: „Die ‚Qualitätsoffensive Lehrerbildung‘ will eine reflektierte kompetenzorientierte Ausbildung fördern, die die Schulwirklichkeit konsequent mit einbezieht. Mit dem Projekt ‚Schnittstellen gestalten’ der Lehrkräftebildung greift die Universität Bremen diese Herausforderungen auf: Wir werden unsere Lehramts-Studierenden beim Erwerb professioneller Reflektions- und Handlungskompetenzen unterstützen – passend zu ihren individuellen Voraussetzungen. Denn wir wollen zukünftige Lehrerinnen und Lehrer im Sinne lebenslangen Lernens nachhaltig auf einen Schulalltag vorbereiten, der sich stetig wandelt.“

Hintergrund: „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“

Bund und Länder haben 2013 die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ als gemeinsames Programm für zehn Jahre beschlossen. Seit 2015 werden entsprechende Projekte gefördert: Der Bund stellt dazu ein Fördervolumen von bis zu 500 Millionen Euro bereit. Über die Auswahl der Projekte entscheidet ein 18-köpfiges Gremium, dem sowohl Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, schulpraktischer Lehrerausbildung und Studierendenschaft als auch von Bund und Ländern angehören. Professionelle Beratungsangebote und eine engere Verzahnung von Studium, Referendariat und Weiterbildung sind Ziele der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“, um zu einem besseren Praxisbezug zu kommen.

Autorin: Stefanie Möller, Universität Bremen, 09.10.2018

Drei Frauen und ein Mann sitzen zusammen an einem Tisch und unterhalten sich.
Lebenslanges Lernen als Schlüsselqualifikation steht im Zentrum der Lehrkräfteausbildung an der Universität Bremen.

Bildung in der digitalen Welt

Was nun?

Die Qualitätsoffensive Lehrerbildung der Universität Bremen lädt am Donnerstag, 2. November 2017, zur Diskussionsrunde mit Bremer Akteuren, Studierenden und Schülern ins Überseemuseum ein.

Moderator ist der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist Dr. Jan-Martin Wiarda

Im Jahr 2016 wurde die Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ (KMK-Strategie) von der Kultusministerkonferenz für die Schulen verabschiedet. Was bedeutet sie für die Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern? Was erwarten Schülerinnen und Schüler von einer digitalen Schule? Was wünschen sich Studierende an Vorbereitung auf die digitale Schule in ihrer Ausbildung? Welchen Beitrag leistet das Land? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt einer öffentlichen Podiumsdiskussion der Veranstaltungsreihe „Nachgefragt!“.

Die Qualitätsoffensive Lehrerbildung der Universität Bremen organisiert sie am Donnerstag, 2. November 2017, von 15.30 bis 17.30 Uhr im Überseemuseum (Bahnhofsplatz 13, 28195 Bremen, Raum „Forum“). Moderiert wird die Podiumsdiskussion von dem bekannten Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten Dr. Jan-Martin Wiarda.

Wer an der Veranstaltung teilnimmt, erhält an diesem Tag freien Eintritt im Überseemuseum.

Austausch zwischen verantwortlichen Akteuren, Studierenden und Schülern
In der Veranstaltung wird Jan-Martin Wiarda mit verantwortlichen Akteurinnen und Akteuren der Bremer Bildungslandschaft die Chancen und Herausforderungen und konkrete Strategien der Umsetzung diskutieren. Schülerinnen und Schüler der Oberschule an der Lerchenstraße in Bremen sowie Studierende der Universität Bremen fragen nach.

Auf dem Podium sind vertreten:

•    Kirsten Addicks-Fitschen, Schulleiterin der Oberschule an der Lerchenstraße, Bremen

•    Dr. Rainer Ballnus, Leiter des Zentrums für Medien im Landesinstitut für Schule (LIS), Bremen

•    Pierre Hansen, Vorstandssprecher des Zentralelternbeirats (ZEB), Bremen

•    Michael Huesmann, Leitung der Abteilung Bildung, Senatorin für Kinder und Bildung der Freien Hansestadt Bremen

•    André Sebastiani, Mitglied in der GEW, Mitglied im Personalrat Schulen, Bremen

•    Peer Christian Sieveking, 1. Vorsitzender des Bremer Philologenverbands

•    Professor Karsten D. Wolf, Medienpädagoge, stellvertretender Direktor des Zentrums für Lehrerbildung

    und Vorstandssprecher vom Zentrum für Multimedia in der Lehre


Veranstaltung ist Teil des Zukunftskonzeptes der Lehrerbildung
Die Diskussionsveranstaltung setzt die Veranstaltungsreihe „Nachgefragt!“ fort. Sie ist Teil des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten – das Zukunftskonzept  für die Lehrerbildung an der Universität Bremen“. Dieses wird im Rahmen der Förderinitiative „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit knapp 2,7 Millionen Euro finanziert. „Unser Ziel ist es, eine praxisorientierte Ausbildung zu fördern, die die Schulwirklichkeit einbezieht“, sagt die Leiterin des Projekts, Professorin Sabine Doff. Ziel ist es, schulpraktische Elemente in der Lehrerausbildung von Anfang an zu verankern und die drei Ausbildungsphasen – Lehramtsstudium, Referendariat und Lernen im Beruf – sowie die Disziplinen Fachwissenschaften und Fachdidaktik eng miteinander zu verzahnen.

Der Leitgedanke der Veranstaltungsreihe
Die Veranstaltungsreihe „Nachgefragt!“ verbindet in mehreren Einzelveranstaltungen unterschiedliche Lebenswelten, Schule und Ausbildung, Theorie und Praxis, verschiedene Fächer und Ausbildungsphasen. Zentrales Element dabei ist, Studierende und Schülerinnen und Schüler als Akteure in den Prozess der Entwicklung und Gestaltung der Veranstaltungen einzubeziehen. Die Reihe wird in jedem Semester während der Projektlaufzeit mit Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen fortgesetzt.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe „Nachgefragt!“

Kontakt:

Universität Bremen
Qualitätsoffensive Lehrerbildung

Prof. Dr. Sabine Oda Doff, Projektleiterin
Telefon: 0421 – 281 68170
E-Mail: doff@uni-bremen.de

Dr. Marion Wulf, Projektkoordinatorin
Telefon: 0421 – 218 61902
E-Mail: wulf@uni-bremen.de

Autorin: Meike Mossig, Universität Bremen

Duale Promotion

Hochschulperle des Monats Juni

Uni-Projekt „Duale Promotion“ erhält Hochschulperle des Monats Juni

Der Stifterverband hat das bundesweit einzigartige Projekt „Duale Promotion“ der Universität Bremen mit seiner Hochschulperle des Monats Juni ausgezeichnet. Angehende Lehrkräfte können in dem Projekt ihr Referendariat mit einer Promotion verbinden. Ziel ist es, wissenschaftlichen Nachwuchs für die Lehrerausbildung zu gewinnen. Die Universität kooperiert dabei eng mit den Schulen.

Einmal im Berufsalltag an der Schule angekommen, finden nur wenige Lehrkräfte den Weg zurück an die Universität und wagen sich noch einmal an eine Promotion. Die Universität Bremen will dem entgegenwirken und ermöglicht angehenden Lehrkräften mit dem Stipendium eine Kombination aus Referendariat und Promotion – denn auch in der Lehrerbildung wird Nachwuchs dringend gesucht. Im Projekt „Duale Promotion“ entwickeln die Stipendiatinnen und Stipendiaten ihr Forschungsvorhaben in enger Zusammenarbeit mit den Schulen. Danach absolvieren sie dort ihr Referendariat und erheben gleichzeitig die Daten für ihre Dissertation. Die „Duale Promotion“ dauert insgesamt vier Jahre.

Jury lobt enge Verbindung von Theorie und Praxis

„Ein schönes Projekt, das Praxis und Theorie der Lehrerausbildung auf vorbildliche Weise miteinander verbindet. Die Stipendiaten sind hinterher für beide Berufswelten qualifiziert und tragen mit ihrer Arbeit zu einem regen Austausch zwischen Hochschule und Schule bei“, begründet die Jury des Stifterverbandes die Entscheidung.

Bundesweit einzigartig

Das Projekt „Duale Promotion“ ist bundesweit einzigartig und ist im Oktober 2016 mit den ersten sechs Stipendiatinnen und Stipendiaten gestartet. Während ihrer Promotion sind sie in ein Graduiertenkolleg eingebunden, das von der Universität und dem Landesinstitut für Schule (LIS) gemeinsam gestaltet wird. Entwickelt wurde das Projekt von der Creative Unit „Fachbezogene Bildungsprozesse in Transformation“ (FaBiT) der Universität Bremen in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lehrerinnen-/Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZfLB).

Was ist eine Hochschulperle?

Hochschulperlen sind innovative, beispielhafte Projekte, die in einer Hochschule realisiert werden. Weil sie klein sind, werden sie jenseits der Hochschulmauern kaum registriert. Weil sie glänzen, können und sollten sie aber auch andere Hochschulen schmücken. Der Stifterverband möchte 2017 die vielfältigen und innovativen Schnittstellen von Hochschulen zu gesellschaftlichen Partnern sichtbar werden lassen. Jeden Monat stellt er eine Hochschulperle vor, die einen Beitrag zur Kultur einer „kooperativen Hochschule“ leistet. Aus den Monatsperlen wird Anfang 2018 per Abstimmung die „Hochschulperle des Jahres“ gekürt.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Zentrum für Lehrerinnen-/Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZfLB)
Prof. Dr. Sabine Doff
Telefon: 0421 218-68170
E-Mail: doff@uni-bremen.de 

Stifterverband:
Nadine Bühring
Telefon: 0201 8401-159
E-Mail: nadine.buehring@stifterverband.de

Autorin: Meike Mossig, Universität Bremen 26.06.2017

(v. l.): Valentina Hahn, Malte Ternieten, Katharina Düerkop, Marlon Schneider, Nathalie Werner und Eric Wolpers.

Wir erfassen Kompetenzen

taz archiv, 8.06.2017, heute in Bremen

„Bildungsforscherin diskutiert über den Leistungsstand an Bremer Schulen”

„Abgehängt?“

Bildungsexpertin diskutiert mit Studierenden, Schülerinnen und Schülern über den Leistungsstand an Bremer Schulen

Professorin Petra Stanat vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) - Talkgast bei Veranstaltung am 8. Juni in der Stadtbibliothek.

Das Leistungsniveau der Bremer Schülerinnen und Schüler ist seit Jahren Gegenstand von Diskussionen. Verschiedene Studien haben die Zustände an den Schulen und den Leistungsstand der Mädchen und Jungen untersucht. Eine davon sind die IQB Bildungstrends, die im vergangenen Oktober veröffentlicht wurden. Diese analysieren die sprachlichen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse in Deutsch und der ersten Fremdsprache im Ländervergleich. „Bremen landet in vielen Kompetenzbereichen mit deutlichem Abstand auf dem letzten Platz. Mit diesen Ergebnissen müssen wir uns wissenschaftsgeleitet auseinandersetzen“, sagt Anne Levin, Professorin für Allgemeine Didaktik und Empirische Unterrichtsforschung an der Universität Bremen. Was genau steht also in den IQB Bildungstrends, und welche Aussagekraft haben diese Ergebnisse? Lassen sich daraus Rückschlüsse auf das generelle Leistungsniveau Bremer Schülerinnen und Schüler ziehen? Oder über den Kontext, in dem diese und vergleichbare Ergebnisse entstehen? Oder muss die Studie mit Skepsis gelesen werden, weil sich zum Beispiel der Stadtstaat Bremen nicht mit einem Flächenland wie Bayern vergleichen lässt?

Welche Aussagekraft besitzen Studien?

Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich eine öffentliche Diskussionsveranstaltung, zu der das Zentrum für Lehrerbildung der Universität Bremen am 8. Juni in den Wallsall der Stadtbibliothek einlädt. Ab 16 Uhr diskutiert die Bildungsexpertin Professorin Petra Stanat unter dem Titel „Abgehängt?“ mit Studierenden des Lehramts Gymnasium / Oberschule sowie Schülerinnen und Schülern des Hermann-Böse-Gymnasiums darüber, was die IQB Bildungstrends 2015 über den Leistungsstand Bremer Schülerinnen und Schüler aussagen. Petra Stanat ist die Direktorin des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) der Humboldt-Universität zu Berlin, das 2016 bereits zum zweiten Mal die IQB Bildungstrends heraus gegeben hat. Die Moderation der Debatte übernehmen Professorin Anne Levin sowie Dr. Regine Komoss, Geschäftsführerin des Zentrums für Lehrerbildung der Universität Bremen. Interessierte sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

Veranstaltung ist Teil des Zukunftskonzeptes der Lehrerbildung

Die Diskussionsveranstaltung setzt die Veranstaltungsreihe „Nachgefragt!“ fort. Sie ist Teil des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ der Lehrerbildung der Universität Bremen. Dieses wird im Rahmen der Förderinitiative „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit knapp 2,7 Millionen Euro finanziert. „Unser Ziel ist es, eine praxisorientierte Ausbildung zu fördern, die die Schulwirklichkeit einbezieht“, sagt Sabine Doff, welche die Umsetzung des Konzeptes leitet. Mit Hilfe des Projekts sollen schulpraktische Elemente in der Lehrerausbildung von Anfang an verankert und die drei Ausbildungsphasen – Lehramtsstudium, Referendariat und Lernen im Beruf – sowie die Disziplinen Fachwissenschaften und Fachdidaktik eng miteinander verzahnt werden.

Weitere Informationen zum Zukunftskonzept „Schnittstellen gestalten“ finden Sie unter 
www.uni-bremen.de/zfl/projekte/schnittstellen-gestalten

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Zentrum für Lehrerbildung
Dr. Marion Wulf (Koordinatorin des BMBF-Projekts „Schnittstellen gestalten“)
Tel.: 0421 218-61902
E-Mail: wulfprotect me ?!uni-Bremenprotect me ?!.de

Autorin: Kristina Logemann

Prof. Dr. Petra Stanat
Was bedeutet Reichtum für mich? Das erarbeiteten Lehramtsstudierende mit den Schülerinnen und Schülern.
Die Leiterin des Projekts „Schnittstellen gestalten“, Professorin Sabine Doff, mit dem Projektteam der Veranstaltung „Nachgefragt!“, Professor Andreas Klee, Dr. Marion Wulf, Hendrik Schröder und Virginia Andrés Hernandéz (von links).
Das war mal viel Geld: Geschredderte Banknoten in Tüten gab es als Geschenk für die Schülerinnen und Schüler.
Lehrerin Christine Storz war begeistert von der Uni-Veranstaltung mit ihren Schülerinnen und Schülern.

Auftaktveranstaltung Reihe „Nachgefragt!”

Wer sollte mehr verdienen? Die Menschen, die das Weserstadion gebaut haben oder die Fußballer, die darin spielen? Was bedeutet Reichtum? Sind Bitcoins die Zahlungswährung der Zukunft? Diese und andere Fragen rund ums Thema Geld diskutierten Lehramtsstudierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Schülerinnen und Schülern der Oberschule Am Barkhof. Anlass war die neue Veranstaltungsreihe „Nachgefragt!“ der Universität Bremen.
Organisiert wird sie von der Lehrerbildung der Universität im Rahmen des Projekts „Schnittstellen gestalten“. „Unser Ziel ist es, Schule und Ausbildung, Theorie und Praxis und damit verschiedene Lebenswelten enger miteinander zu verbinden“, sagt die Leiterin des Projekts und Wissenschaftliche Direktorin des Uni-Zentrums für Lehrerbildung (ZfL), Professorin Sabine Doff.
 
Geschredderte Banknoten zur Begrüßung

Ein ungewöhnliches Geschenk gab es direkt zu Beginn der Auftaktveranstaltung mit dem Titel „Geld regiert die Welt! Warum eigentlich?“, die nahe der Universität im BITZ – Bremer Innovations- und Technologiezentrum  stattfand. Eine Vertreterin der Deutschen Bundesbank, Julia von Borstel, brachte nicht nur Informationsmaterial für die drei Schulklassen aus dem 8. Jahrgang mit - sondern auch tütenweise geschredderte Banknoten. „In jeder Tüte befinden sich etwa 2.000 Euro“, sagte sie. Wer jedoch die Hoffnung habe, die kleinen, bunten Papierschnipsel wieder zusammenzusetzen, den müsse sie enttäuschen: „Keine Chance, das ist unmöglich.“ „Warum vernichtet die Bundesbank Geldscheine?“, wollten die Schülerinnen und Schüler wissen. Julia von Bostel: „Es gibt immer wieder welche, die kaputt gehen oder defekt sind.“

Podiumsdiskussion mit Experteninnen und Experten

Die Vertreterin der Bundesbank war zusammen mit den beiden Uni-Professoren André Heinemann (Wirtschaftswissenschaft) und Andreas Klee (Politikwissenschaft) Gast bei der Diskussionsrunde, die Projektkoordinatorin Dr. Marion Wulf moderierte. Dabei stellten die Studierenden und die Schülerschaft den Podiumsgästen zum Beispiel die Frage, warum der Reichtum auf der Welt so ungleich verteilt sei, und diskutierten sie intensiv mit ihnen. „Ich finde es gut, dass man durch diese Veranstaltung mehr über das Thema Geld erfährt“, sagte die 13-jährige Lorena, die sich mit viel Interesse an der Diskussion beteiligte. „Es ist toll, dass wir darüber auch mal mit Experten aus Universität und Wirtschaft sprechen können“, ergänzte ihr Mitschüler Ben begeistert.

Workshops mit Studierenden

Vor der Podiumsdiskussion hatten Lehramtsstudierende aus der Fachdidaktik Politik mit den 13- und 14-jährigen Schülerinnen und Schülern in kleinen Workshops gearbeitet.  Themen wie „Was bedeutet für dich Reichtum?“ oder „Was sind die Zahlungswährungen der Zukunft?“ griffen Fragen auf, die junge Menschen bewegen. „Wir haben uns im Wintersemester im Rahmen eines Seminars auf diese Veranstaltung vorbereitet“, erzählt Student Julian Timmermann. Dabei habe er viel darüber gelernt, wie man eine Unterrichtsstunde konzipiert und das Thema Geld didaktisch aufbereiten kann. Toll sei es, das Erarbeitete nun mit den Schülerinnen und Schülern umzusetzen.

Wissenschaftler besuchten Schüler vorab

Um diese auf die Veranstaltung an der Universität vorzubereiten, besuchten Professor Andreas Klee und Lektor Hendrik Schröder vom Zentrum für die Didaktiken der Sozialwissenschaften sie im Vorfeld. „Wir haben mit den jungen Menschen über die Geschichte des Geldes gesprochen und seine große Bedeutung kritisch hinterfragt“, so Schröder.

Lehrer begeistert von Zusammenarbeit

Bei den beteiligten Lehrerinnen und Lehrern kommt das Uni-Projekt  gut an: „Unsere Schülerinnen und Schüler haben sehr interessiert mitgemacht. Es war beeindruckend, wie die Wissenschaftler und Studierenden mit ihnen gearbeitet haben “, sagt die Lehrerin Christine Storz anerkennend.
Die Veranstaltungsreihe „Nachgefragt!“ wird im Sommersemester fortgesetzt. Geplant ist das Thema „Die Bedeutung des Bildungstrends des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) für Bremen“.

Autorin: Meike Mossig, Universität Bremen 

Die Bildsequenz zeigt eine Videoanalyse zu Gesten im Unterrichtsgespräch im Rahmen einer Masterarbeit.
Unterrichtssituationen zum forschenden Lernen in Schulen sind ein wichtiges Forschungsthema des neuen Projekts.

Lehrerbildung: Projekt stärkt Netzwerk zwischen Uni, LIS und Schulen

Duale Promotion für angehende Lehrerinnen und Lehrer

Damit Lehrerinnen und Lehrer im Land Bremen eine gute Aus- und Weiterbildung erhalten, arbeiten Universität, Landesinstitut für Schule (LIS) und bremische Schulen in einem großen Netzwerk zusammen. An der Uni Bremen gibt es jetzt ein neues Projekt, das diese Kooperationen stärkt und weiter ausbaut. Der Fokus liegt zunächst auf dem forschenden Lernen.

Das Projekt mit dem Titel „FIT-Forschungswerkstatt integriert“ ist Teil des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“, für welches das Zentrum für Lehrerbildung der Uni Bremen knapp 2,7 Millionen Euro beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingeworben hat. Bundesweit soll damit die Lehrerbildung an deutschen Hochschulen verbessert werden.

Vielzahl an Kooperationen

„Wir haben an unserer Universität seit vielen Jahren eine Vielzahl an Kooperationen in den einzelnen Fachwissenschaften und Fachdidaktiken, die mit dem LIS und den bremischen Schulen gut zusammen arbeiten“, sagt Professor Andreas Klee. Der Politikwissenschaftler leitet das Projekt gemeinsam mit der Professorin für Kunstpädagogik und Ästhetische Bildung Maria Peters.

Forschendes Lernen steht im Fokus

Im Rahmen des dreijährigen Projekts geht es nun darum, die Kooperationen zu sichten, weiter zu entwickeln und zu institutionalisieren. Exemplarisch soll dies am Beispiel der Fächer Biologie, Politik und Englisch geschehen. Für jedes Fach hat sich hierfür ein dreiköpfiges Team aus Universität, LIS und Schule gebildet. „Dabei legen wir zunächst den Fokus auf das forschende Lernen“, so Klee. „Wir schauen, in wieweit dieser Aspekt in den drei Fächern in den unterschiedlichen Ausbildungsphasen der Lehrerbildung vorkommt: im Studium, im anschließenden Referendariat und in der Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Zudem entwickeln die Projektbeteiligten neue Ideen für die Praxis. „An unserer Universität ist das forschende Lernen ein wichtiger Bestandteil im Studium“, so Maria Peters. Ziel sei es nun, in dem Netzwerk von Universität, LIS und Schulen ein gemeinsames Verständnis von forschendem Lernen zu schaffen und für die Schulpraxis weiter zu entwickeln.

Online-Kursangebot entsteht

Begleitend dazu bauen Peters und ihr Team ein praxisbezogenes Online-Kursangebot mit dem Titel „Research in Education“ auf. Als Web-Angebot der Universität Bremen soll es Studierenden, Lehrenden, Referendarinnen und Referendaren sowie Lehrerinnen und Lehrern im Rahmen der Lehreraus- und -weiterbildung zur Verfügung stehen. „Neben einer Einführung in den Vorgang des empirischen Forschens in Schule und Bildung wollen wir Methoden zur multimedialen Datenerhebung und Datenauswertung in Bild, Ton, Text und Video bereitstellen“, erläutert Peters. Ergänzt durch online verfügbare Kommunikations- und Präsentationsräume werde dadurch die Präsenzlehre im Seminar sinnvoll ergänzt. Die Entwicklung, Anwendung und Evaluation der Onlinekurse findet in Kooperation mit dem Zentrum für Multimedia in der Lehre (ZMML) statt.

Über das Zukunftskonzept „Schnittstellen gestalten“

Das Projekt  „FIT-Forschungswerkstatt integriert“ ist eines von mehreren Vorhaben, die zurzeit im Rahmen des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ umgesetzt werden. Ziel des Bremer Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ ist eine engere Verzahnung der Fachdidaktiken, Fachwissenschaften und Erziehungswissenschaften sowie von Theorie und Praxis. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer sollen zu reflektierten Praktikerinnen und Praktikern ausgebildet werden. Insgesamt gibt es vier Teilprojekte.

Autorin: Meike Mossig

Uni bietet Schulen neue Studien-Praxis-Projekte an

Studien-Praxis-Projekte

Es gibt Probleme, die man durch Impulse von außen besser lösen kann. Ein neues Projekt in der Lehrerbildung bietet Schulen an, sich mit Fragen und Problemen zu Unterrichtsmaterialien, Schulentwicklungsprozessen sowie Förder- und Diagnostikmaßnahmen an die Uni Bremen zu wenden. Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende entwickeln in Zusammenarbeit mit ihnen Lösungen.

„Wir haben alle Schulen in Bremen angeschrieben und schon einige Rückmeldungen von Grundschulen und Oberschulen erhalten“, sagt der Leiter der Studien-Praxis-Projekte (SPP), Professor Till-Sebastian Idel erfreut. Die Studien-Praxis-Projekte sind Teil des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“, für welches das Zentrum für Lehrerbildung der Uni Bremen knapp 2,7 Millionen Euro beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingeworben hat.

Wie verlaufen die Studien-Praxis-Projekte?

In dem interdisziplinären Vorhaben arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Grundschul-, Mathematik- und Physikdidaktik, Inklusive Pädagogik sowie den Erziehungswissenschaften eng zusammen. Gemeinsam bieten sie Masterstudierenden zum Wintersemester ein Seminar an, in dem sie sich zunächst mit den Fragen und Problemstellungen der teilnehmenden Schulen theoretisch auseinandersetzen. Danach gehen die Studierenden mehrere Monate zu zweit in jeweils eine Schule. Dort bearbeiten sie das Thema in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Lehrerinnen und Lehrern und entwickeln Lösungen. Die Dozentinnen und Dozenten stehen beratend zur Seite.

Wissenschaftliche Begleitung durch Doktorandinnen und Doktoranden

Die Ergebnisse können die Studierenden für ihre Masterarbeit weiter verwenden. Die Studien-Praxis-Projekte werden über mehrere Semester durch Doktorandinnen und Doktoranden wissenschaftlich begleitet sowie evaluiert. Langfristig sollen sie als festes Studienelement in die Lehrerbildung einfließen.

Entlastungsstunden für Lehrerinnen und Lehrer

Lehrerinnen und Lehrer, die an dem Projekt teilnehmen, erhalten Entlastungsstunden, die die Projektverantwortlichen zuvor mit der Behörde ausgehandelt haben. „Wir bieten dies an, weil uns bewusst ist, dass die Mitarbeit der Schulen zunächst Mehrarbeit für Lehrerinnen und Lehrer bedeutet“, so Idel. Der Wissenschaftler ist jedoch überzeugt, dass die Schulen von der Zusammenarbeit langfristig profitieren werden.

Neue Kultur der Zusammenarbeit

„Wir wollen eine neue Kultur der Zusammenarbeit zwischen Schule und Universität durch das Projekt initiieren“, sagt Idel. Die Universität wolle ihr Wissen als Dienstleitung den Schulen anbieten. Während die Lehrerinnen und Lehrer die Praxisexpertinnen und -experten seien, könne die Universität neue Methoden und Verfahren aufzeigen und habe zudem den Blick von außen.  „Unseren Studierenden wollen wir durch die Zusammenarbeit Wissen und Können für ihre spätere Praxis vermitteln und Reflektionsprozesse anregen“, sagt Till-Sebastian Idel.

Über das Zukunftskonzept „Schnittstellen gestalten“

Das Projekt von Prof. Dr. Till-Sebastian Idel und seinen Kolleginnen und Kollegen ist eines von mehreren Vorhaben, die zurzeit im Rahmen des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ umgesetzt werden. Das Zentrum für Lehrerbildung hat dafür knapp 2,7 Millionen Euro bei der Förderinitiative „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern eingeworben. Bundesweit soll damit die Lehrerbildung an deutschen Hochschulen verbessert werden.

Insgesamt vier Teilprojekte

Ziel des Bremer Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ ist eine engere Verzahnung der Fachdidaktiken, Fachwissenschaften und Erziehungswissenschaften sowie von Theorie und Praxis. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer sollen zu reflektierten Praktikerinnen und Praktikern ausgebildet werden. Insgesamt gibt es vier Teilprojekte.

Mit e-Portfolio die Lehrerbildung besser vernetzen

Studierende müssen zur Reflexion ihrer Praxisphasen in den Schulen Reflektionsberichte – Portfolios – erstellen. Das neue e-Portfolio soll diese Prozesse optimieren.

Das Lehramtsstudium an Universitäten ist vielfältig: Studierende werden nicht nur in ihren Fächern ausgebildet, sondern auch in den jeweiligen Fachdidaktiken und Erziehungswissenschaften. Hinzu kommen Praxisphasen an Schulen. Doch die Bereiche sind meist zu wenig vernetzt. Studierende können häufig keine inhaltlichen Bezüge herstellen. Ein neues Projekt an der Uni Bremen soll das ändern.

Beispiel Praxisphasen: Im Vergleich zu anderen Universitäten in Deutschland weist das Lehramtsstudium an der Universität Bremen einen hohen Praxisanteil auf. So beginnen die Studierenden im Bachelor mit einem Orientierungspraktikum im Studiengang Erziehungswissenschaften sowie mit praxisorientierten Elementen in ihren gewählten Studienfächern. Im Master folgt ein mehrmonatiges Praxissemester an einer Schule, das von den Erziehungswissenschaften und Fachdidaktiken betreut wird.

Projekt der Erziehungswissenschaften und Fachdidaktiken

„Bisher erstellen die Studierenden zur Reflexion der Praxisphasen für jede einzelne Fachdisziplin ein separates Portfolio“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Anne Levin. Sie bedauert, dass Reflexionen und Rückmeldungen aus den Praktika zu wenig aufeinander aufbauen und kaum interdisziplinär in den gesamten Studienverlauf mit einbezogen werden. Professorin Levin und ihre Kolleginnen und Kollegen aus den Erziehungswissenschaften und Fachdidaktiken haben deshalb das Projekt „e-Portfolio“ gestartet, um dies zu ändern. Ziel ist es, dass Studierende zukünftig an nur einem digitalen Reflexionsportfolio während ihres gesamten Studiums arbeiten.

Technische Umsetzung durch ZMML

Bis zum Jahr 2019 wird das Projekt-Team entsprechende Aufgabenformate entwickeln. Die technische Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Multimedia in der Lehre (ZMML) der Uni Bremen. „Der Vorteil der digitalen Verfügbarkeit des e-Portfolios ist zudem, dass Studierende, Mentorinnen und Mentoren sowie Dozentinnen und Dozenten flexible Möglichkeiten haben, an den Entwicklungsprozessen teilzuhaben und sich darüber auszutauschen“, sagt Levin, die das Projekt leitet. Mit der e-Portfolioarbeit sollen die Studierenden eine Grundhaltung als "reflektierte Praktiker" aufbauen und einüben.

Teil des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“

Das Projekt „e-Portfolio“ ist Teil des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“. Dafür hat das Zentrum für Lehrerbildung der Uni Bremen knapp 2,7 Millionen Euro beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderinitiative „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ eingeworben. Bundesweit soll damit die Lehrerbildung an deutschen Hochschulen verbessert werden.

Die Ziele des Zukunftskonzepts

Ziel des Bremer Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ ist eine engere Verzahnung der Fachdidaktiken, Fachwissenschaften und Erziehungswissenschaften. Gleiches gilt für Theorie und Praxis. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer sollen zu reflektierten Praktikern ausgebildet werden. Insgesamt gibt es vier Teilprojekte.

Autorin: Meike Mossig

Unterrichtssituationen zum Forschenden Lernen in Schulen sind ein wichtiges Forschungsthema des neuen Projekts.
In London wird britisches Englisch gesprochen.
Im indischen Mumbai ist die englische Sprache geprägt von der Kultur und kolonialen Geschichte des Landes.

Die Vielfalt des Englischen in der Schule vermitteln

Englisch ist weltweit die erste Fremdsprache und sehr vielfältig.

So unterscheidet sich das britische vom amerikanischen Englisch. Australier oder Inder sprechen wiederum anders. An der Uni Bremen werden Lehramtsstudierende für den zeitgemäßen Umgang mit dieser Vielfalt im Englischunterricht ausgebildet. Ihre selbst entwickelten Unterrichtskonzepte setzen sie an Schulen gleich um.

„Wir wollen auf die wachsende Vielfalt der englischen Sprache in der Welt eingehen”, sagt Professor Marcus Callies. Der Wissenschaftler am Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften ist zusammen mit Heather Haase und Leonie Wiemeyer verantwortlich für das Projekt mit dem Titel „Varieties of English in Foreign Language Teacher Education”. Es wird im Rahmen des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ für die Lehrerbildung der Universität Bremen gefördert. Im Rahmen des Projekts wird im kommenden Wintersemester erstmals ein Seminar für Englischstudierende im Master of Education angeboten. Dabei arbeiten Fachwissenschaftler und Fachdidaktiker eng zusammen. „In dem Seminar wollen wir die Vielfalt des Englischen sichtbar machen und wissenschaftlich untersuchen“, so Callies. Darauf aufbauend sollen die Studierenden Unterrichtskonzepte für den Englischunterricht entwickeln und in der Praxis testen. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch eine Dissertation.

Weltsprache Englisch

„Der traditionelle Englischunterricht orientiert sich nahezu ausschließlich am britischen und amerikanischen Englisch“, sagt der Wissenschaftler. Andere nationale Ausprägungen fänden noch immer kaum Berücksichtigung. Doch Bildungsstandards und Bildungspläne würden seit Langem die Auseinandersetzung mit dem Thema Englisch als Weltsprache fordern. „In vielen Ländern Afrikas und Asiens ist Englisch zwar nur eine sogenannte Zweitsprache“, so Callies. Dennoch sei es die offizielle Landessprache, die von der Kultur des jeweiligen Landes geprägt sei.

Vielfalt im Klassenzimmer

Fachlehrerinnen und Fachlehrer sollten offen sein für die Vielfalt und kulturellen Hintergründe dieser Sprache und diese im Englischunterricht vermitteln. Schließlich spiegelt sie sich auch in den Klassenzimmern wider: Viele Familien von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund stammen aus englischsprachigen Ländern beziehungsweise ehemaligen britischen Kolonien.

Kooperation mit Bremer Schulen

Damit das Ganze keine graue Theorie bleibt, gibt es Kooperationen mit Bremer Schulen. Eine davon ist die Oberschule Rockwinkel in Oberneuland. Im Laufe des Seminars sollen die Studierenden dort im Englischunterricht ihre Ideen in Zusammenarbeit mit den dortigen Lehrerinnen und Lehrern einbringen und ausprobieren.

Über das „Zukunftskonzept "Schnittstellen gestalten“

Das Projekt von Marcus Callies ist eines von mehreren Vorhaben, die zurzeit im Rahmen des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ umgesetzt werden. Das Zentrum für Lehrerbildung hat dafür knapp 2,7 Millionen Euro bei der Förderinitiative „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern eingeworben. Bundesweit soll damit die Lehrerbildung an deutschen Hochschulen verbessert werden.

Vier Teilprojekte

Ziel des Bremer Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ ist eine engere Verzahnung der Fachdidaktiken, Fachwissenschaften und Erziehungswissenschaften sowie von Theorie und Praxis. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer sollen zu reflektierten Praktikern ausgebildet werden. Insgesamt gibt es vier Teilprojekte. Das von Callies und seinen Kolleginnen und Kollegen ist im Teilprojekt 4 „Spotlights Lehre“ angesiedelt. Ziel ist die Entwicklung innovativer Lehrkonzepte (Spotlights), die verschiedene Elemente in der universitären Lehrerausbildung systematisch miteinander verzahnen. Zu diesem Zweck wurden zwei hochschuldidaktische Entwicklungsprojekte unterschiedlicher Fachbereiche mit Promotionsstellen ausgestattet. Bis 2019 sollen entsprechende Lehrkonzepte entwickelt, evaluiert und abschließend in die Lehrerausbildung an der Uni integriert werden.

Zweites „Spotlights Lehre“-Projekt in der Mathematik

Neben dem Projekt von Professor Marcus Callies wird das hochschuldidaktische Entwicklungsprojekt mit dem Titel „Spotlight-Y“ in der Mathematik gefördert. Die Leitung hat Professorin Angelika Bikner-Ahsbahs. „Spotlight-Y“ soll Lehramtsstudierende auf den Übergang von der Universität in die Schule vorbereiten. Durch Vernetzung von Fachwissenschaft und Fachdidaktik im Master soll die fachliche Kompetenz für die Schule vertieft und die fachliche Identität der zukünftigen Lehrkräfte gestärkt werden.

Autorin: Meike Mossig

Wie die Lehrerbildung an der Universität Bremen nachhaltig verbessert werden soll

Artikel, Webseite der Universität Bremen, 02.02.2016

Neun von zwölf  Fachbereichen der Universität Bremen bilden Lehrerinnen und Lehrer aus. Für sein  Projekt „Schnittstellen gestalten“ wird das Zentrum für Lehrerbildung in den kommenden drei Jahren von Bund und Ländern mit insgesamt 2,7 Millionen Euro gefördert. Die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ ist jetzt gestartet und nimmt in vier Teilprojekten Fahrt auf.

Karla Götz, Redakteurin des Bremer Uni-Schlüssels BUS, sprach darüber mit der wissenschaftlichen Direktorin des Zentrums für Lehrerbildung, Prof. Sabine Doff.

Zur Projektwebseite

Gruppenbild von der Auftaktveranstaltung (v.l.n.r.): Dr. Dörte Ostersehlt, Prof. Maria Peters, Prof. Sabine Doff, Prof. Angelika Bikner-Ahsbahs, Prof. Horst Schecker, Prof. Doris Elster (stehend), Prof. Yasemin Karakaşoǧlu, Prof. Anne Levin (kniend)

Qualitätsoffensive Lehrerbildung - Bremer Lehrerbildung ausgezeichnet

Artikel, Webseite der Universität Bremen, 09.11.2015

Die Schnittstellen in der Lehrerbildung verbessern – mit diesem Konzept hat die Universität Bremen in der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung„ des Bundes und der Länder überzeugt. Von 2016 bis 2019 wird der vom Zentrum für Lehrerbildung koordinierte Antrag im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung„ mit insgesamt 2,7 Millionen Euro gefördert. Entsprechend groß ist die Freude an der Universität.

Das Ziel: Schnittstellen gestalten

Lehrerbildung ist ein komplexes Gebilde: Sie besteht aus Erziehungswissenschaft sowie Fachwissenschaft und Fachdidaktik in mehreren Fächern, Theorie und Praxis, Universitätsstudium und praktischem Vorbereitungsdienst. Nur wenn die verschiedenen Bestandteile eng miteinander zusammen arbeiten, können Studierende ein sogenanntes vernetztes Wissen aufbauen. Und nur mit Hilfe von vernetztem Wissen können Studierende die Reflexionskompetenz erwerben, die sie im Berufsleben benötigen. Hier setzt der Antrag an und bringt Fachdidaktik, Erziehungswissenschaft und Fachwissenschaft einerseits und Theorie und Praxis andererseits zusammen. Darüber hinaus soll auch die Vernetzung zwischen den verschiedenen Ausbildungsphasen weiter verbessert und so das Potenzial von Lehrerbildung in einem Stadtstaat der kurzen Wege voll ausgenutzt werden.

Herausforderungen annehmen

Die Gesellschaft verändert sich. Davon unmittelbar betroffen sind die Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen, die sich immer neuen Herausforderungen stellen. Wie werden digitale Medien didaktisch sinnvoll eingesetzt? Wie können Angebote für eine heterogene Schülerschaft sinnvoll in den Fachunterricht integriert werden? Wie beeinflusst Inklusion die Konzeption und Durchführung von Unterricht? Diese und andere Fragen sollen im Rahmen der Qualitätsoffensive stärker in den Fokus gelangen, um so die Professionalisierung der zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer zu erhöhen.

Verschiedene Perspektiven zusammen bringen

Der Antrag bringt alle Akteurinnen und Akteure der Lehrerbildung zusammen und blickt dabei über den offensichtlichen Tellerrand hinaus. Neben Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker und Erziehungswissenschaftlerinnen und Erziehungswissenschaftler sind auch die Fachwissenschaften der lehrerbildenden Fachbereiche involviert. Auch die verschiedenen Phasen und an der Lehrerbildung beteiligten Institutionen sind durch Universität, Schulen und Senatorische Behörde vertreten.

Zur Qualitätsoffensive

Die Lehrerbildung ist in Bewegung. Neue Medien und besserer Praxisbezug, professionelle Beratungsangebote und eine engere Verzahnung von Studium, Referendariat und Weiterbildung – das sind nur einige Ziele der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern. Insgesamt haben sich 85 Hochschulen an den beiden Ausschreibungen beteiligt, von denen 59 in bisher zwei Ausschreibungsrunden gefördert werden. www.qualitaetsoffensive-lehrerbildung.de

Auftaktveranstaltung

Am 29. Januar 2016 wird das Zukunftskonzept für die Lehrerbildung an der Universität Bremen „Schnittstellen gestalten“ mit einer Auftaktveranstaltung zur „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ eröffnet.

Weitere Informationen

Universität Bremen
Zentrum für Lehrerinnen-/Lehrerbildung und Bildungsforschung
Prof.Dr. Sabine Doff
Tel.: 0421 218 68170
E-Mail: doff@uni-bremen.de

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Zur Pressemitteilung der Universität Bremen
 
Zur Pressemitteilung der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz

Buntes Durcheinander im Klassenzimmer. Universitäten Oldenburg und Bremen bereiten Lehrer auf heterogenie Klassen vor. Artikel in der Nordwest-Zeitung Nr. 245 vom 21. Oktober 2015. Zum Artikel

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Sabine Doff und Regine Komoss (v.l.n.r.)
Aktualisiert von: Marion Wulf