Zum Inhalt springen

MINT-Vorträge 11:00 bis 12:00 im Gebäude GW2

Mathematik: Die vielen Facetten der Diskreten Mathematik

Prof. Dr. Dmitry Feichtner-Kozlov (ALTA)

Informatik: Computer - Wie funktionieren Smartphone, Tablet & Co.?

Dr. Jannis Stoppe, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Computer umgeben uns heute in fast allen Lebensbereichen. Sie erleichtern uns nicht nur als PC oder Laptop die Arbeit, sondern sind auch eingebettet in zahlreiche Objekte unseres täglichen Lebens – vom Auto bis zur Waschmaschine. Doch wie funktionieren moderne Rechner eigentlich? Und wie werden diese hochkomplexen, aus Milliarden Komponenten bestehenden Geräte entworfen? Der Vortrag stellt das gleichnamige Buch vor, das auf verständliche, informative und unterhaltsame Weise den Aufbau und die Funktionsweise heutiger Computersysteme erklärt.

Naturwissenschaften: Die Zukunft der Golfstromzirkulation

Prof. Dr. Monika Rhein, Institut für Umweltphysik (IUP, MARUM)

Der Golfstrom transportiert warmes und salzreiches Wasser aus den Subtropen bis in die Arktis und trägt so maßgeblich zum moderaten Klima in Nord- und Westeuropa bei. Sollte der Ausstoß von Treibhausgasen so weiter gehen wie bisher, sagen die Klimamodelle eine Abschwächung dieses Stromsystems voraus, der auch den Meeresspiegel vor unseren Küsten betreffen würde. Weitere Auswirkungen wären die verlangsamte Aufnahme von Treibhausgasen und eine weitere Abnahme des Sauerstoffs im tiefen Atlantik. Einer der Erfolge der deutschen Meeresforschung ist die Entdeckung von starken natürlichen Schwankungen der Golfstromzirkulation die von Wochen bis zu Jahrzehnten dauern können. Diese hohe Komplexität der Zirkulation, die unzureichende Datenlage in der Vergangenheit, und die daraus resultierenden Defizite der Klimamodelle  lassen es derzeit nicht zu, belastbare Aussagen darüber zu machen, ob sich der Golfstrom im letzten Jahrundert bereits abgeschwächt hat. Auch die zukünftige Entwicklung ist unsicher, insbesondere die Wechselwirkungen zwischen den schmelzenden Eisschilden von Grönland und der Golfstromzirkulation sind noch ungeklärt. 

Technik: Elektrische Antriebe – die Zukunft der Raumfahrttechnik?

Dr. Ing. Rodion Groll, Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM)

Jahrhundertelange Versuche, Flugkörper zu entwickeln, welche in der Lage sind, die Erdoberfläche dauerhaft zu verlassen, scheiterten zumeist daran, dass die im Verhältnis zum Schub vergleichsweise geringe Effizienz der Triebwerke eine für Langzeitmissionen zu große Menge an Treibstoff erfordert hat. Bei sogenannten "Elektrischen Antrieben" werden kleinste Treibstoffmengen mit hoher Geschwindigkeit aus einem Mikrotriebwerk heraus beschleunigt, sodass das Verhältnis Schub/Treibstoffverbrauch maximiert werden kann. Dies wir dadurch erreicht, dass das als Treibstoff verwendete ionisierte Gas mit Hilfe elektrischer und elektro-magnetischer Felder beschleunigt wird. Auch wenn diese Technologie aufgrund des zu geringen absoluten Schubs nicht für Raketenstarts eingesetzt werden kann, findet sie Anwendung bei sog. Deep-Space-Missionen, mit welchen evtl. sogar irgendwann eine bemannte Erforschung der "Tiefen" des Alls ermöglicht wird.

Prof. Dr. Dmitry Feichtner-Kozlov

Dr. Jannis Stoppe

Jannis Stoppe studierte Digitale Medien sowie Informatik. Er arbeitete bis vor kurzem als Wissenschaftler am DFKI an der Entwicklung neuer Methoden zur Analyse von abstrakten Systementwurfstechniken und war als Lektor an der Universität Bremen verantwortlich für Vorlesungen und Lehrveranstaltungen im Bereich der technischen Informatik. Nach Abschluss der Promotion im letzten Jahr arbeitet er aktuell am Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Prof. Dr. Monika Rhein

Prof. Dr. Monika Rhein ist seit 2000 Leiterin der Arbeitsgruppe für Ozeanographie am Institut für Umweltphysik der Universität Bremen. Professor Rhein studierte Physik an den Universitäten Ulm und Heidelberg, promovierte in Heidelberg und arbeitete als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Meereskunde (IFM) Kiel. Nach der Habilitation an der Universität Kiel erhielt sie 1998 eine Professur am Institut für Ostseeforschung an der Universität Rostock. Sie wirkte im 5. Sachstandberichte des Weltklimarates (IPCC) für die Arbeitsgruppe 1 als koordinierende Leitautorin und als Leitende Autorin für die "Technische Zusammenfassung" und die "Zusammenfassung für Entscheidungsträger".

PD Dr. Ing. Rodion Groll

Herr Dr. Groll leitet seit 2006 den Bereich "Thermofluiddynamik" am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrograviatation (ZARM) der Universität Bremen. Nach seinem Studium an der TU Darmstadt promovierte er dort am Fachbereich Maschinenbau über die numerische Modellierung des Phasenübergangs in Sprayströmungen, wo er bis 2002 am Fachgebiet "Strömungslehre und Aerodynamik" als wissenschaftlicher Assistent tätig war. Nach verschiedenen Tätigkeiten in der Automobilindustrie und der Energietechnik begann er mit seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Universität Bremen, wo er sich 2013 auf Basis seiner Arbeiten zu skalenübegreifenden Diffusions- und Transportprozessen in der Thermofluiddynamik im Fach "Strömungsmechanik" habilitierte.

Aktualisiert von: Isabell Harder