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Esoterik auf Bali

Bild des Guru Ratu Bagus an einer Hauswand auf Bali
Painting showing the Guru Ratu Bagus and his vocational story

Esoterik auf Bali ist ein bislang wenig erforschtes Feld, und das, obwohl Bali sowohl in Film und Literatur als auch im Rahmen zahlreicher Tourismusangebote als esoterisches Paradies angepriesen wird.

Das Bild von 'Esoteric Bali', das die Insel als 'Hort esoterischen Wissens' versteht und das heutzutage scheinbar selbstverständlich ist, wurde, so scheint es, bereits durch den Einfluss der Theosophie Anfang des 20. Jahrhunderts mitgestaltet und steht in Verbindung zu der 'Erfindung' des balinesischen Hinduismus und der konzeptuellen Indisierung Balis.  In den 1970er Jahren knüpfte dann der spirituelle Tourismus, zu einem großen Teil von der New Age-Welle getragene Hippies, an das esoterische Konzept an. Das komplexe Geflecht an Akteuren, Netzwerken und Ideen, das in der Folgezeit entstand, ist bislang kaum dokumentiert. Übergreifendes Forschungsziel ist deshalb zunächst eine historische, strukturelle und inhaltliche Gesamtdarstellung der Esoterik auf Bali anhand der bislang als esoterisch identifizierten Phänomene. Im Fokus stehen dabei etwa Bewegungen, wie die des Gurus Ratu Bagus, sowie Yogazentren, die eine spezielle balinesische Form des Yoga anbieten. Ein weiteres Ziel der Forschung ist die Darstellung von Lehre und Praxis der einzelnen Bewegungen unter der Berücksichtigung der Transformationsprozesse, um die diskursive Verschmelzung der globalen Esoterik mit dem lokalen Kontext auf Bali nachzuvollziehen. Eine Tendenz zeigt sich hinsichtlich der Verschmelzung traditionell balinesischer Medizin und Konzepten des New Age. Zu guter Letzt soll die Anhängerschaft der esoterischen Szene hinsichtlich ihrer kulturellen, religiösen und sozialen Hintergründe charakterisiert werden. In einem ersten Forschungsaufenthalt sollen deshalb die bislang ausfindig gemachten Vertreter der esoterischen Szene auf Bali untersucht werden.

Projektleitung
Prof. Dr. Yan Suarsana

Mitarbeiterin
Lena Beisel

Laufzeit
2017-2020

Finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Aktualisiert von: L. Rothmann