Zum Inhalt springen

Exzellenz

Exzellenzinitiative und Exzellenzstrategie

Die Universität Bremen – gegründet 1971 – hat es in nur vier Vierjahrzehnten zur „Exzellenzuniversität“ geschafft: 2012 wurde sie zusammen mit zehn weiteren deutschen Universitäten für ihr Zukunftskonzept zur Spitzenforschung ausgezeichnet. Was manchem als „Wunder von der Weser“ erschien, war das Ergebnis hoher Leistungsbereitschaft, enger Zusammenarbeit und klarer Profilierung über Jahrzehnte hinweg. Diesen Weg exzellenter Forschung setzt die Universität fort. Das gilt auch, nachdem sie keine zwei Exzellenzcluster einwerben konnte und deshalb nicht mehr antragsberechtigt ist in der Förderlinie „Exzellenzuniversität“ für die Zeit nach 2019.


Mit dem Exzellenzcluster „Der Ozeanboden – unerforschte Schnittstelle der Erde“ des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften wird die Universität Bremen in der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern beteiligt sein. Damit wird im Anschluss an das derzeit bereits arbeitende Exzellenzcluster des MARUM erneut ein Exzellenzcluster in den Meereswissenschaften für sieben Jahre (2019 - 2026) gefördert. Bereits in der ersten Phase der Exzellenzinitiative wurde die meereswissenschaftliche Graduiertenschule GLOMAR gefördert und dann in das Exzellenzcluster „Der Ozean im System Erde“ des MARUM integriert und damit verstetigt. Die sozialwissenschaftliche Graduiertenschule BIGSSS, die zwei Phasen in der Exzellenzinitiative gefördert wurde, wird von Universität Bremen und Jacobs University nach dem Auslaufen der Bund-Länder Förderung weiter geführt.

Die Universität hat derzeit mehr Sonderforschungsbereiche der DFG als je zuvor: Erfolge ihrer Wissenschaftsschwerpunkte und der entsprechenden Profilierungsstrategie, die schon vor mehr als zwei Jahrzehnten begonnen wurde und fortgesetzt wird. In der Lehre ist die Universität Bremen systemakkreditiert, sichert also eigenständig die Qualität, sie setzt auf das forschende Lernen und richtet neue innovative Master-Studiengänge ein – auch das sind Merkmale einer exzellenten Universität. Zugleich etabliert sie neue, verlässliche Karrierewege mit Tenure-Perspektive neben der Professur. Ihre Zukunftsperspektive hat sie gemeinsam in der Strategie 2018–2028 entwickelt.

 

Das Zukunftskonzept

Das Zukunftskonzept „Ambitioniert und agil“ war und ist eine Entwicklungsstrategie für die gesamte Universität. Die neun Maßnahmen unseres Zukunftskonzeptes haben die Universität als Ganzes gestärkt. Die Förderung in Höhe von insgesamt 45 Millionen Euro hatte eine Laufzeit von fünf Jahren (November 2012 bis Oktober 2017). Bund und Länder haben die Förderung aber um zwei Jahre bis 2019 verlängert. Der Zukunftsrat berät das Rektorat in allen Fragen rund um die Entwicklung der Spitzenforschung.

Zur Stärkung der Spitzenforschung, hat das Zukunftskonzept drei Grundideen verfolgt:

  • Sich intern und vor allem mit den außeruniversitären Instituten noch stärker zu vernetzen und strategisch abzustimmen (Profilbereiche stärken),
  • Mit passenden Förderangeboten neue Forschungsideen und kreative Gruppen in allen Fächern zu unterstützen (Neue Ideen unterstützen),
  • Attraktive Karrierechancen für den innovativen wissenschaftlichen Nachwuchs und Wissenschaftlerinnen anzubieten (Talente fördern).

 

Die neun Maßnahmen

  •     M1 Neue Governance
  •     M2 Brücken-Professuren
  •     M3 Kooperative Nachwuchsgruppen
  •     M4 Explorationsprojekte
  •     M5 Creative Units
  •     M6 Zukunfts-Fonds
  •     M7 Promotionszentrum Plus
  •     M8 Postdoc-Initiative
  •     M9 Professorinnen-Programm

Ein Liste aller Förderungen finden Sie hier.

 

Stärken stärken

Mit dem Zukunftskonzept wurden Brücken gebaut: Elf kooperative Nachwuchsgruppen (M1) haben neue Forschungsthemen an der Schnittstelle von Universität und Forschungsinstituten etabliert – und für sich damit ein neues Karrierekonzept genutzt. Darunter war auch Céline Teney, der sowohl der Heinz Maier-Leibnitz-Preis der DFG wie auch eine Heisenberg-Professur zuerkannt wurden. Fünf Brückenprofessuren sichern auch langfristig die Kooperation mit unseren Partnern, die sich daran auch finanziell beteiligen. Den neuen Rahmen dafür schafft die 2016 gegründete U Bremen Research Alliance. Andere wichtige Gründungen hat die Universitätsleitung in den Wissenschaftsschwerpunkten initiiert: MAPEX  in den Materialwissenschaften und die Fusion zum SOCIUM in den Sozialwissenschaften. Beides schafft nun dauerhaft mehr Zusammenarbeit und mehr internationale Sichtbarkeit. Und in der Informatik verbindet jetzt das Graduiertenkolleg Systems Design (SyDe) die Nachwuchsförderung von Universität, DFKI und DLR.

Neue Ideen

Die Universität hat mit dem Zukunftskonzept systematisch ihre Innovationsfähigkeit gestärkt: Nur so können immer wieder neue Themen, neue Strukturen und neue professorale Arbeitsgebiete etabliert werden. Neu etabliert wurden Explorationsprojekte für die Einzelforschung. Sie werden nun – ergänzt um eine interdisziplinäre Komponente – fester Bestandteil der Zentralen Forschungsförderung. Mit den Creative Units hat die Universität sechs interdisziplinären Gruppen die Chance gegeben, über drei Jahre und mit viel Freiheit neue Forschungsperspektiven zu verfolgen. Auch dieses innovative Förderformat kann in Zukunft gezielt weiter eingesetzt werden. Zudem verstetigt die Universität auch wie geplant einige der im Zukunftskonzept befristetet eingerichtet Professuren, mit denen besonders dynamische Fächer gestärkt wurden (Energieforschung, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Osteuropaforschung und postkoloniale Studien).

Talente

Mit dem Zukunftskonzept hat die Universität Bremen besonders auf zwei Gruppen gesetzt: Early Career Researcher und Frauen. Ausdrücklich wurden Professuren für Frauen ausgeschrieben und nur besetzt, wenn sich eine hochrangige Wissenschaftlerin beworben und durchgesetzt habt. Gleich acht solcher Professuren wurden besetzt. Damit hat die Universität ihren schon überdurchschnittlichen Frauenanteil weiter erhöht. Die Nachwuchsförderung haben wir in der Laufzeit des Zukunftskonzeptes auf neue Beine stellen können: Die Angebote für Promovierende im zentralen Servicezentrum wurden ausgeweitet und ständig evaluiert. Mit BYRD – Bremen Early Career Researcher Development – gibt es nun eine Einheit, die als Anlaufstelle auch Postdocs unterstützt. Vernetzung, Selbstständigkeit, aber auch die Vorbereitung auf den nicht-akademischen Arbeitsmarkt sind die zentralen Anliegen, die mit einer langfristigen Strategie verfolgt werden – in Ergänzung zum neuen akademischen Karriereweg neben der Professur, der jetzt in Bremen geschaffen wurde.

Was auch zählt

Zum Zukunftskonzept an der Universität Bremen – im Sinne der Ausschreibung konzentriert auf die international sichtbare Spitzenforschung – gehören auch:

  • Hunderte von zusätzlichen Semesterwochenstunden Lehre durch das Personal, das mit den Exzellenzmitteln eingestellt werden konnte, häufig auch englischsprachig
  • Weitere Schritte hin zur Gleichstellung durch Exzellenz-Professuren gezielt für Frauen
  • Hälftige Vergabe der Postdoc-Stellen an Frauen
  • Mehr Internationalisierung auf allen Ebenen
  • Starke Entwicklungsmöglichkeiten auch für die Geisteswissenschaften
  • Chancen im internen Wettbewerb für alle Fächer und Fachbereiche