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Nachwuchswissenschaftler organisieren „YOUMARES“

Marc H. Einsporn und Johanna Wiedling vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie und der Universität Bremen organisieren YOUMARES (Young Marine Researchers). Das ist eine meereswissenschaftliche Konferenz mit mehr als 200 Teilnehmern aus mehr als 20 Ländern. „Seriös, locker und entspannt“, lautet ihr Wahlspruch für das Projekt, das bereits zum vierten Mal stattfindet. Eingeladen sind Studierende und junge Wissenschaftler, die sich in den deutschen und internationalen Meereswissenschaften vernetzen wollen. In diesem Jahr treffen sie sich vom 11. bis 13. September am Institut für Biologie und Chemie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg. Unterstützt werden Einsporn und Wiedling von einem tatkräftigen Team junger Doktoranden in Oldenburg, einem eigenen Wissenschaftskommittee und jungen Mediengestaltern der Hochschule Bremerhaven – aber die Fäden laufen an der Uni Bremen zusammen.

Marc H. Einsporn ist erst 29 Jahre alt und doch schon Vater des Projektes. Er steckt mitten in seiner Promotion, in der er die Verbreitung von Cholera-Bakterien im Brackwasser der Indischen Mangrovenwälder untersucht. Johanna Wiedling, 26 Jahre alt, beendet gerade ihre Masterarbeit über Seeigellarven und deren Verteilung in Zentralvietnam. Sie ist bei YOUMARES für die gesamte Organisation und Koordinierung zuständig. Allein der Newsletter erreicht inzwischen 2300 Interessierte. Die Vorgeschichte erzählt Einsporn als Vorsitzender des YOUMARES Alumni- und Beratungsgremiums ganz persönlich. Der junge Mann aus der Oberpfalz kam 2005 nach Bremerhaven, um dort Maritime Biotechnologie zu studieren. 2011 wechselte er an die Uni Bremen. „Nur studieren und in der Freizeit Karten spielen“, das sei ihm zu langweilig gewesen, sagt er. Also nahm er Kontakt zur Deutschen Gesellschaft für Meeresforschung (DGM) in Hamburg auf und fand sich kurz darauf auf einem meereswissenschaftlichen Symposium in Warnemünde wieder. Die anregende Konferenz wurde für ihn zur Initialzündung für die Gründung eines Arbeitskreises Studium und Lehre unter dem Dach der DGM, der sich explizit an junge Nachwuchswissenschaftler, Studierende und Schüler richtet. „Die Leute in der Gesellschaft waren für meine damaligen Verhältnisse alle schon ziemlich alt und träge“, sagt Einsporn. Dann ging es Schlag auf Schlag. 2009 organisierte er ein studentisches Tauchevent im Kreidesee Hemmoor, 2010 die erste YOUMARES-Konferenz in Hamburg mit 70 Teilnehmern. 2011 im Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven waren es schon 150 Teilnehmer und 2012 in Lübeck trafen sich 200 junge Leute aus 20 Ländern. Die Konferenz wird basisdemokratisch vorbereitet, oder wie es heute heißt, nach dem „Bottom-up-Prinzip“. Jeder Interessierte kann Themen anmelden, die als klassische Vorträge gehalten oder in moderierten Tischrunden besprochen werden. Junge Wissenschaftler sorgen für Qualitätssicherung. Wie Johanna Wiedling berichtet, stehen im September an zweieinhalb Tagen 15 Themen auf dem Programm. Eingeladen zu Gastvorträgen werden immer auch prominente Meereswissenschaftler, diesmal Professorin Antje Boetius. „Es beflügelt unheimlich“, sagt die Koordinatorin und berichtet von Unterkünften in Turnhallen, Studierenden, die aus Europa, Chile, Australien, Mexiko und Russland anreisen und die ganze Konferenz im Low-Budget-Modus für sich gestalten. In Bezug auf wissenschaftliche Qualität, Rahmenprogramm und Tagungsorte braucht sich YOUMARES hinter professionell organisierten Konferenzen nicht zu verstecken. So entsteht unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Meeresforschung und unterstützt von zahlreichen Partnern und Sponsoren ein junges Netzwerk, das in die Zukunft weist.

Weitere Informationen:
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Johanna Wiedling
E-Mail: infoprotect me ?!youmaresprotect me ?!.net
www.youmares.net

 

Ein Mann und eine Frau lächeln in die Kamera, im Hintergrund ein Gebäude.
Organisieren eine Konferenz mit ständig wachsender Bedeutung: Johanna Wiedling und Marc H. Einsporn von der Universität Bremen.