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Dipl-Soz. Marco Höhn

Wir trauern um Marco Höhn

Für uns alle völlig unerwartet und plötzlich starb im September 2020 Marco Höhn, erst wissenschaftlicher Mitarbeiter und dann langjähriger Universitätslektor am ZeMKI.

Marco Höhn gehörte zum kleinen Kreis derjenigen, die die Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Bremen von der ersten Stunde an mit Nachdruck und großem Engagement aufbauten. Nach einem Studium der Soziologie an der Universität Trier war er vom April 2000 bis September 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Medienökonomie an der Technischen Universität Ilmenau. Im Oktober 2004 wechselte er an die Universität Bremen, wo er zuerst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann als Universitätslektor für Kommunikations- und Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienökonomie und Medienpraxis tätig war. Neben diesen beruflichen Stationen war Marco Höhn immer wieder auch im Kultur- und Eventmanagement tätig, phasenweise mit einer eigenen Eventagentur.

Mit viel Energie, gelassener Beharrlichkeit und stets guter Laune baute Marco Höhn den Bereich Medienpraxis der kommunikations- und medienwissenschaftlichen Studiengänge der Universität Bremen auf, den er bis zum Schluss verantwortete. Dabei war für ihn die Verzahnung der universitären Lehre mit der Medienlandschaft im Lande Bremen und in Deutschland insgesamt ein großes Anliegen. Marco Höhn hatte einen vorausschauenden Blick für zukünftige Entwicklungen, setzte auf die Veränderung der Medienbranche hin zum Digitalen, als viele Ausbildungsinstitutionen in Deutschland dem noch abwartend gegenüber standen. Er pflegte enge Kontakte zu Vertreter*innen aus zahlreichen Feldern der Medienbranche und unterstützte sie mit Rat und Tat. Dabei konnte er Viele als Lehrbeauftragte für das ZeMKI und unsere Studierenden  gewinnen. All dies lief in seinem Engagement im Klub Dialog zusammen, einer Vernetzungsplattform der Kultur- und Kreativwirtschaft in Bremen, bei der er seit September 2018 im Vorstand war.

Die universitäre Lehre und der enge Kontakt zu Studierenden standen für Marco Höhn immer im Zentrum seiner Aktivitäten. Bei den Studierenden war er für seine mitreißenden Lehrveranstaltungen, seine abwechslungsreichen Lehrkonzepte, sein offenes Ohr, seine intensive Beratung und seine große Unterstützung ein in höchstem Maße beliebter Dozent. Viele – manchmal zu viele – schrieben bei ihm ihre Abschlussarbeiten, die er kontinuierlich begleitete. Lehre war für Marco Höhn aber weit mehr als die Seminare, die er gab. Er erfand und organisierte die „Media Practice“-Informationsveranstaltungen, die Studierende über den Arbeitsmarkt informieren, und bei denen sie durch Formate wie dem „job speed dating“ zukünftige Arbeitgeber kennenlernen. Eng ist mit dem Namen Marco Höhn auch krosse.info verbunden, ein medienübergreifendes Studierendenmagazin zu Themen aus Kultur, Medien, Freizeit und Gesellschaft. Viele später in der Medienbranche tätige, ehemalige Studierende der Universität Bremen sammelten bei krosse.info ihre ersten journalistischen Erfahrungen.

Als Kollege war Marco Höhn der Ruhepol im aufgeregten Wissenschaftsbetrieb. Immer gesprächsbereit und mit inspirierend hintergründigem Humor ist er uns in vielen geistigen „Krisen-Momenten“ zur Seite gesprungen. Im mitunter chaotischen ZeMKI-Alltag hatte Marco alles im Blick und war – oft weit über die üblichen Arbeitszeiten hinaus – Gestalter, Ratgeber und Problemlöser zugleich.

Marco Höhn war Teamplayer (und das nicht nur als bekennender HSV Fan) und mit vielen Kolleginnen und Kollegen am ZeMKI freundschaftlich verbunden. Legendär waren seine initiierten Fußball-Tipprunden, seine früheren Aktivitäten als DJ ebenso wie seine immer wieder gerne organisierten Konzert- und Fußballstadion-Reisen.

Wir werden Marco sehr vermissen.

Kondolenz-Blog des ZeMKI für Marco Höhn

Inge Marszolek

Wir trauern um Inge Marszolek

Mit Inge Marszolek verlor das ZeMKI im Jahr 2016 ein langjähriges und engagiertes Mitglied.

Ursprünglich von der Geschichtswissenschaft und Kulturgeschichte kommend, war Prof. Dr. Inge Marszolek in viele gemeinsame Forschungsvorhaben der letzten Jahre involviert. Sie brachte dort zum einen ihre fundierte und kritische mediengeschichtliche Kompetenz ein. Zum anderen war sie eine engagierte Genderforscherin und Machtanalytikerin, die uns immer wieder vor Augen führte, an welchen Stellen wir blind für entsprechende Fragen waren. Gerade die gemeinsame Forschung in der Creative Unit „Kommunikative Figurationen“ hat sehr von ihrer Kompetenz profitiert. Vor allem aber war Inge ein Mensch, der andere Menschen zusammenbringen und begeistern konnte, in gemeinsamen Diskussionen und Visionen. Viele von uns erinnern sich neben der Arbeit an das gemeinsame Kochen, die Treffen und Feste auf ihrer Dachterrasse, die gemeinsamen Kino- und Public Viewing-Besuche. Dabei stand Inge mit ihrer Erfahrung Vielen zur Seite: Jüngeren am Beginn ihrer Karriere, die sie u.a. mit ihrem Kreis von Doktorandinnen und Doktoranden erheblich förderte. Aber auch Älteren, die sie immer wieder auf die Eigendynamiken der Institution Universität hinwies. Ihr plötzlicher Tod riss Inge mitten aus der gemeinsamen Arbeit und Forschung. Sie wird uns als engagierte, bereichernde, energievolle und lebensfrohe Kollegin in Erinnerung bleiben.

Aktualisiert von: ZeMKI