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go diverse

go d!verse – gender- und diversitätskompetente Personalauswahl in der Wissenschaft

Die Universität Bremen will Benachteiligung in Auswahlverfahren verringern und die Vielfalt im Wissenschaftsbetrieb stärken. Für die Personalauswahl gilt: Führungskräfte und Entscheider*innen benötigen Gender- und Diversitätskompetenzen.

Vor diesem Hintergrund hat das Projekt „go d!verse“ in seiner ersten Förderphase (2017 – 2019) insbesondere auf unbewusste Diskriminierungsprozesse in der wissenschaftlichen Personalauswahl aufmerksam gemacht. Das Team hat Vorträge, Beratungen, Workshops und das „A – Z für eine gute Wahl“ entwickelt, die Entscheidungsträger*innen für unbewusste Beurteilungsfehler und kognitive Verzerrungen sensibilisieren.

Die Förderung aus dem Professorinnenprogramm III ermöglicht eine Fortsetzung von „go d!verse“. Wir informieren Sie baldmöglichst über die neuen Schwerpunkte.

Kooperationsprojekt

go d!verse!“ ist eine Kooperation der Arbeitsstelle Chancengleichheit mit der Referentin für Diversity Management. Ein Beirat unter Leitung der Konrektorin für Internationalität und Diversität reflektiert die grundlegenden Ziele, strategischen Entscheidungen und Ergebnisse und berät das Projektteam bei Fragen der Umsetzung. Zum Beirat gehören:

  • Prof. Dr. Michael Schulz (MARUM)
  • Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu (Fachbereich 12)
  • Prof. Dr. Jutta Günther (Fachbereich 7)
  • Ralf Streibl (Personalrat)
  • Petra Schierholz (Dezernat 1)
  • Sylvia Hils (Zentrale Frauenbeauftragte)

Zum Hintergrund

Stereotype sind langlebig. Das gilt auch für den Wissenschaftsbereich. Die manifeste Vorstellung vom männlichen, weißen und führungsstarken Wissenschaftler wirkt sich auf Personalentscheidungen an Hochschulen auch dann aus, wenn die Mitglieder einer Auswahlkommission sich eigentlich für mehr Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen beabsichtigen.

So neigen homogen besetzte Auswahlkommissionen dazu, Bewerber*innen zu favorisieren, die ihnen selbst ähnlich sind (homosoziale Kooptation). Einer möglichst heterogenen Zusammensetzung von Auswahlkommissionen kommt folglich eine zentrale Rolle zu. Dies allein garantiert jedoch noch keine Chancengerechtigkeit.

Die Bewertung wissenschaftlicher Leistungen ist von vielfachen Zuschreibungen geprägt, insbesondere wenn sie ohne zuvor festgelegte Beurteilungskriterien erfolgt: So werden gemeinsame Erfolge von Wissenschaftler*innen* in den Naturwissenschaften eher den Männern* zugeschrieben. Auch wird gleiches Verhalten bei Frauen* und Männern* entlang von Geschlechterstereotypen (Gender Bias) häufig unterschiedlich bewertet. Das geschieht im Entscheidungsprozess überwiegend unbewusst (unconscious bias).

Eine randomisierte, d.h. zufallsbestimmte, doppelblind angelegte Studie der Universität Yale veranschaulicht, wie sich der Gender Bias in Auswahlverfahren auswirkt:
Professor*innen der Biologie, Chemie und Physik wurden identische Bewerbungsunterlagen für eine Stelle im Labormanagement vorgelegt. Sie unterschieden sich lediglich nach dem Geschlecht der Bewerber*innen, das den Unterlagen nach dem Zufallsprinzip zugewiesen wurde. Im folgenden Auswahlprozess wurden die vermeintlichen Bewerberinnen* in allen Untersuchungskategorien (geschätzte Kompetenz, Eignung zur Einstellung, angebotenes Einstiegsgehalt sowie Unterstützungsangebote in Form von Mentoring) signifikant schlechter eingestuft als die identisch qualifizierten männlichen Mitbewerber – und das unabhängig vom Geschlecht der Auswählenden und ihrer Einstellung zu Geschlechtergerechtigkeit (Moss-Racusin et al.: „Science faculty’s subtle gender biases favor male students“, 2012).


*   Wir setzen uns für einen diskriminierungssensiblen Sprachgebrauch ein. Um möglichst viele Personen anzusprechen, verwenden wir die Schreibweise mit »Gender-Star«*. Dieser will mit seinen vielen Linien sowohl auf unterschiedliche geschlechtliche Identitäten als auch auf weitere Identitätspositionen wie Alter, Klasse, race oder Beeinträchtigung verweisen. Das Sternchen in der Mitte eines Wortes verweist auf alle Geschlechtsidentitäten. Das Sternchen am Ende des Wortes verweist auf die vielfältigen Identitätspositionen innerhalb einer Geschlechterkategorie wie zum Beispiel Frau*.

Kontakt

Anneliese Niehoff

E-Mail:  chancen1protect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de
Tel.:  (0421) 218 - 60181
Gebäude:  GW2
Raum:  A 4167