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Evaluierung der Förderinitiative „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Seit 1999 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit der Programmfamilie „Unternehmen Region“ in den neuen Bundesländern den Aus- und Aufbau von regionalen Kompetenzregionen. Die Umsetzung von Technologien und Forschungsergebnissen in innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen sowie die Bildung regionaler Wissenschafts- und Wirtschaftscluster stehen dabei im Mittelpunkt. Seit Förderbeginn konnten auf diesem Weg beträchtliche Erfolge in Wissenschaft und Wirtschaft erzielt werden, gleichzeitig wird deutlich, dass die nach wie vor kleinteilige Wirtschaftsstruktur und die unvollständigen Wertschöpfungsketten einer weiteren Potenzialausschöpfung entgegenstehen.

An diesen Begrenzungen setzt das BMBF an und hat im Jahr 2012 mit dem jüngsten Programm „Zwanzig20“ – Partnerschaft für Innovation“ einen neuen Förderansatz mit erheblicher Reichweite und vielfältigsten Entwicklungschancen auf den Weg gebracht. Mit „Zwanzig20“ sollen die in den neuen Ländern aufgebauten umfassenden Kompetenzen und Potenziale durch überregionale und inter- bzw. transdisziplinäre sowie intersektorale strategische Allianzen systematisch ausgebaut werden, richtungsweisende Lösungen für gesellschaftlich relevante Zukunftsprobleme erarbeitet und den beteiligten Akteuren die Möglichkeit eröffnet werden, eine Schlüsselposition auf internationalen Leitmärkten einzunehmen.

Das Programm „Zwanzig20“ ist nicht nur im Hinblick auf seine ungewöhnlich hohen Fördersummen besonders. Letztere sind Ausdruck des hohen Anspruchs, aber auch der inhaltliche Stringenz, die das Programm „Zwanzig20“ prägen. In inhaltlicher Hinsicht werden „große“ gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Herausforderungen der Zukunft („Zukunftsprobleme“) in den Vordergrund gestellt. Zu deren Lösung sollen sich umfassende strategische Allianzen bilden, die sich im Kern aus interdisziplinär besetzten Forschungspartnern und intersektoralen Unternehmensverbünden zusammensetzen und die in ihrer Gesamtheit das Potenzial aufweisen, sich mit neuen Produkten und Dienstleistern zu Leitanbietern auf den Leitmärkten der Zukunft zu entwickeln. Die Überwindung von fachlichen, regionalen sowie branchenbezogenen Grenzen ist bei „Zwanzig20“ ebenso Programm wie die Offenheit für neue Ansätze und Partner.

Wesentliche Innovationen des Förderprogramms „Zwanzig20“ und damit seine Alleinstellungsmerkmale gegenüber anderen FuE-Förderprogrammen sind die zentrale Bedeutung der großen, gesellschaftlich und volkswirtschaftlich relevanten Zukunftsprobleme als Ausgangspunkt der Förderinitiative, die grenzüberschreitende regionale, interdisziplinäre und multisektorale Konsortialstruktur, die diesbezügliche Offenheit gegenüber neuen Ansätzen und Partnern sowie die Ausarbeitung von detaillierten Innovationsstrategien/ -konzepten inkl. detaillierter mehrjähriger Umsetzungsplanung (Roadmaps). Die erste zentrale Aufgabe für die Evaluierung ist daher die umfassende Darstellung und Analyse der Konsortienbildung, Strategiefindung und Konzepterstellung sowie Analyse der geschaffenen Management-, Organisationsstrukturen, Steuerungssysteme und Kooperationsprozesse. D.h. es ist zu prüfen, wie welche Partner zueinanderfanden und welche Kompetenzen/ Ressourcen sie einbringen, wie die Einigung auf ein Zukunftsproblem entstand, wie darauf aufbauend (Innovations-)Strategien und Geschäftsmodelle für Leitmärkte abgeleitet wurden, welche Festlegungen zwischen den Konsortialpartnern getroffen wurden/werden und wie letztere in der komplexen praktischen Zusammenarbeit gelebt werden.

Mit Bekanntmachung vom 8. Januar 2015 hat das BMBF die Evaluierung der „Zwanzig20“- Förderinitiative ausgeschrieben. Der Evaluierungsauftrag umfasst die Bewertung der Zielstellungen und jeweiligen Zielerreichung (sowohl auf Ebene der Konsortien/Foren als auch Regionen), die Analyse der Wirkungsweisen (im Verhältnis zu den Zielen) sowie die Reflexion des Programmerfolgs vor dem Hintergrund des (innovationsbezogenen) Förderkontextes. Zudem sollen aus den Evaluierungsergebnissen ableitbare Anregungen zur Weiterentwicklung von Maßnahmen der Förderinitiative und der regionenorientierten Innovationsförderung generell erarbeitet werden.

Die einzelnen Arbeitsschritte des Projektes umfassen:

• Erstellung des Indikatoren-basierten Ziel- und Wirkungsmodells

• Desk Research: Auswertungen, Analysen, Berichte

• Jährliche halbstandardisierte Online-Erhebungen

• Qualitative Analysen: Interviews, Fallstudien, teilnehmende Beobachtung

• Kurz-Delphis und Reflexionsworkshops

Das CRIE erarbeitet für alle elf Konsortien eine Patent- und Publikationsanalyse. Für die Publikationsanalyse ist das Selektionskriterium Person bzw. Einrichtung und Schlagwort und bei der Patentanalyse ist das Selektionskriterium „Erfinder“ / Anmelder und IPC-Code. Für den Status-Quo-Bericht wird der Zeitraum 2010-2015 ausgewertet; danach erfolgt eine zweijährliche Aktualisierung in 2018 und 2020. Weiter werden analog zu den Auswertungen für die Konsortien für jeweils ein bis zwei Benchmark-Konsortien Publikations- und Patentdatenbanken ausgewertet und der Verlauf über die Zeit nachgehalten. Mittels einer Vernetzungsanalyse wird der Frage, welche längerfristigen Wirkungen sich mit Blick auf die Forschungsexzellenz und Vernetzung ergeben, nachgegangen. Als Indikatoren dienen zum einen die Ausweitung der KoPublikationsaktivitäten und zum anderen die Ausweitung der Ko-Patentierungsaktivitäten.

Laufzeit: 01.06.2015-31.01.2021

Ansprechpartner CRIE: Dirk Fornahl, Nils Grashof

Email: dirk.fornahl@uni-bremen.de, ngrashof@uni-bremen.de

Telefon: (+49) (0) 421 - 218 - 66530, (+49) (0) 421 - 218 - 66536

Aktualisiert von: Redaktion CRIE