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Eye Tracking als Zugang zu mathematischem Denken? Möglichkeiten und Grenzen

Teaser:
Startdatum: 28.05.2019 - 16:00
Enddatum: 28.05.2019 - 17:30
Adresse: MZH 6210
Organisator/Ansprechpartner: Prof. Jens Rademacher, Prof. Christine Knipping, (0421) 218-63745, (0421) 218-63721
Redner:
  • Prof. Maike Schindler / Universität Köln

Eye Tracking – die Erfassung und Aufzeichnung von Blickbewegungen –
gewinnt zunehmend an Interesse und Popularität als Forschungsmethode in
der Mathematikdidaktik. Eye Tracking hat das Potenzial, etablierte
Forschungsmethoden in der Mathematikdidaktik zu ergänzen und ggf. neue
Einblicke zu ermöglichen. Jedoch ist die Interpretation von Eye Tracking
Daten nicht trivial – selbst bei geeigneten Aufgaben und
Untersuchungsdesigns.
Im Vortrag werden Möglichkeiten und Grenzen von Eye Tracking anhand eines
empirischen Forschungsprojektes, Etadii-M, illustriert. Etadii-M hatte zum
Ziel, das diagnostische Potenzial von Eye-Tracking – unter anderem im
Vergleich zum sogenannten Lauten Denken – zu erforschen. Hierbei wurden
Schüler*innen der Jahrgangsstufe 5 einer inklusiven Gesamtschule mittels Eye
Tracking untersucht – darunter Schüler*innen mit Rechenschwierigkeiten und
mit sonderpädagogischen Förderbedarfen, etwa im Lernen und in
emotionaler und sozialer Entwicklung. Es wurde z.B. den empirischen Fragen
nachgegangen, ob Kinder mit und ohne Rechenschwierigkeiten sich
unterscheiden – (a) in der Anzahlerfassung von unstrukturierten und
strukturierten Punktmengen (z.B. Würfelbildern), (b) in der Anzahlerfassung
am Hunderterfeld und Rechenrahmen und (c) in der Anordnung von Zahlen
am Zahlenstrahl. Auch wurden spezifische Blickbewegungsmuster z.B. bei
Kindern mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung
untersucht. Der Vortrag stellt dar, welche Einblicke das Eye Tracking
ermöglichte, und diskutiert gleichzeitig die Grenzen der Methode.

Einladung von Prof. Vollstedt