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Studie zeigt: Studierende leiden unter teuren Mieten

Bezahlbarer Wohnraum für Studierende wird immer knapper. Im Vergleich zu Bremen ist die Wohnungslage in Bremerhaven jedoch entspannter. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie eines Forschungsteams des Instituts für Arbeit und Wirtschaft (iaw) und des Instituts für Geographie der Universität Bremen.

Die Studie mit dem Titel „Studentisches Wohnen in Bremen und Bremerhaven hatte die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz in Auftrag gegeben. Hintergrund ist die zunehmend angespannte Lage des städtischen Wohnungsmarktes. Um gezielt und passgenau studentischen Wohnraum zu planen, ist es für den Senat wichtig, die Präferenzen der Studierenden zu kennen. Wie reagieren die Studierenden im Land Bremen mit ihren Wohnentscheidungen auf den angespannten Markt?

Repräsentative Umfrage

Die Grundlage der Studie bildet eine repräsentative Befragung von insgesamt 1.136 Studierenden an der Universität und den Hochschulen in Bremen sowie 382 Studierenden an der Hochschule Bremerhaven. Sie wurde im Sommersemester 2018 durchgeführt. Im Fokus standen unter anderen Fragen nach bevorzugten Wohnstandorten und Wohnformen sowie zur Höhe der Mietausgaben.

Hauptproblem: Hohe Mietlast

Die Befragung zeigt, dass der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Studierende unabhängig von persönlichen Merkmalen ein außerordentliches Problem darstellt. „Rund 70 Prozent der befragten Studierenden an Bremer Hochschulen bewerten aktuell die Wohnungssuche als „sehr schwierig“ oder „eher schwierig“, sagt Dr. Günter Warsewa vom Institut für Arbeit und Wirtschaft (iaw) der Arbeitnehmerkammer Bremen und der Universität Bremen. „Ein Umstand, der sich mittelfristig auf die Attraktivität Bremens als Studienort auswirken könnte“, so seine Einschätzung. In Bremerhaven hingegen ist die Wohnsituation für Studierende entspannter. Hier wird vorwiegend der bauliche Zustand der Wohnangebote bemängelt.

Wohngemeinschaft in Bremen beliebteste Art zu wohnen

Die häufigste Wohnform der Studierenden an Bremer Hochschulen ist die Wohngemeinschaft (32,7 Prozent). Auffällig ist ein wachsender Anteil von Studierenden, die auf das Wohnen bei Eltern oder Verwandten ausweichen. Insgesamt wünschen sich nur 12,4 Prozent der Studierenden an Bremer Hochschulen das Wohnheim als Wohnform. Gegenüber dem tatsächlichen Bestand an Wohnheimbewohnenden von 11 Prozent aller Studierenden besteht somit nur ein geringer zusätzlicher Bedarf.

Neustadt und Bremerhaven Mitte bevorzugt

In Bezug auf die bevorzugte Lage hebt sich die Neustadt deutlich von den anderen Stadtteilen in Bremen ab. In der Neustadt ist die generelle Zufriedenheit mit der Wohnsituation nach Einschätzung der Studierenden erkennbar höher als in allen anderen Stadtteilen. Bremerhaven Mitte ist der eindeutig bevorzugte Stadtteil für studentisches Wohnen in Bremerhaven.

Steigende Mietkosten führen zu Verdrängung von Studierenden

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass Studierende in Bremen im Durchschnitt monatlich 372,80 Euro für die Miete aufwenden. Im Bundesdurchschnitt lagen die Mietausgaben der Studierenden 2016 bei 323 Euro. Im Vergleich zu einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2009/10 – damals nur Universität Bremen – sind die Ausgaben für die Warmmiete um 26,8 Prozent gestiegen. Im Vergleich zur Gesamtentwicklung der Mietpreise in der Stadt Bremen (+30,1 Prozent) sind die Ausgabensteigerungen für studentisches Wohnen zwar geringer ausgefallen. „Es zeigen sich jedoch Verdrängungseffekte zu Lasten der Studierenden, da deren Einkommen mit den Steigerungen bei den Mieten nicht mithalten kann“, sagt Professor Ivo Mossig vom Institut für Geographie der Universität Bremen.

Anteil der Mietausgaben am Gesamtbudget bis zu knapp 50%

Ein auffälliger Befund sei auch, so Mossig, dass die Studierenden, die nicht bei den Eltern oder Verwandten wohnen, nahezu die Hälfte ihres monatlich verfügbaren Budgets (49,1 Prozent) für die Miete ausgeben. Eine äußerst kritische Mietbelastung, die laut dem Wissenschaftler deutlichen Handlungsbedarf bezüglich der studentischen Wohnsituation in Bremen offenbart. In Bezug auf die Wohnkosten ist die Situation in Bremerhaven etwas weniger angespannt. Hier zahlen Studierende, Elternwohnende ausgenommen, im Durchschnitt 305,45 Euro Miete.

Weitere Informationen:

Die Studienergebnisse sind in der iaw-Schriftenreihe veröffentlicht und abrufbar unter:
www.iaw.uni-bremen.de/ccm/publications/reihen/schriftenreihe-institut-arbeit-und-wirtschaft.de

www.uni-bremen.de


Fragen beantworten:

Prof. Dr. Ivo Mossig
Institut für Geographie
Universität Bremen
E-Mail: mossigprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de
Tel.: +49 421 218-67410

Dr. Günter Warsewa    
Institut für Arbeit und Wirtschaft (iaw)
Universität Bremen
Tel.: +49 421 218 61700    
E-Mail: warsewaprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

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