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Pädagogisches Können in der Migrationsgesellschaft

Projektbeschreibung

Migrationsphänomene fordern, verunsichern und stören die Legitimität und Funktionalität des natio-rassisch-kulturell codierten "Wir" in Nationalstaaten wie Deutschland. Infolgedessen werden die Legitimität und Funktionalität institutioneller Routinen wie sprachliche Praktiken oder Praktiken des kollektiven Gedächtnisses in Frage gestellt. Migration als Bewegung von Menschen über Grenzen hinweg sowie ein Diskurs, der neues Wissen über Zugehörigkeit und Staatsbürgerschaft prägt, beunruhigt also kulturell dominante Ansichten und Meinungen über die Legitimität und Funktionalität individueller Privilegien - wie das Privileg, nicht nur zu erwarten, sondern zu behaupten, dass die eigene Sprache auch die Sprache des anderen ist. Vor dem Hintergrund des Verständnisses von Migration als sowohl körperlicher als auch diskursiver Einflussnahme wird deutlich, dass sich die Pädagogik mit den Bedingungen, Formen und Folgen von Migrationsbewegungen von Menschen über Grenzen hinweg auseinandersetzen muss. In unserem Ansatz der "Pädagogischen Professionalität in einer Migrationsgesellschaft" entsteht die Pädagogik als ein wichtiges Feld in den kritischen Diskursen über Migration und Diskursen über legitime und weniger legitime Formen der Zugehörigkeit. Im Rahmen des Gesamtprojekts fragen wir daher, was passiert, wenn Migration zu einem Thema in den Bildungsfeldern wird und inwieweit pädagogische Akteure und Institutionen natio-rassisch-kulturell kodierte Konzepte von "wir" und "sie" schwächen oder stärken. Bildung und Pädagogik fungieren somit sowohl als Spiegel als auch als Spielwiese für jene symbolischen Praktiken, die zwischen einem natio-racial-kulturell kodierten "Wir" und "Sie" unterscheiden.

Diese Perspektiven sind zentral für das  Kooperationsprojekt „Pädagogisches Können in der Schule der Migrationsgesellschaft“ der Universität Bremen und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, welches im Sinne eines langfristigen Entwicklungs- und Transferprozesses der hier skizzierten Perspektive drei Projektphasen umfasst.

Wissenschaftliche Leitung

Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen, Arbeitsbereich Interkulturelle Bildung) 

Prof. Dr. Paul Mecheril (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Pädagogik; Center for Migration, Education and Cultural Studies/CMC, jetzt Universität Bielefeld)

 

Qualitativ-interpretative Untersuchung

Projektphase I (09/2016 bis 10/2017)

Im Mittelpunkt der ersten Projektphase steht die qualitativ-interpretative Untersuchung relevanter Bezugstexte der Lehrer/innen-Bildung (bspw. Curricula, Modulbeschreibungen, KMK-Empfehlungen und rechtliche Vorgaben) im Hinblick auf migrationsgesellschaftliche Thematisierungspraktiken. Lesen Sie hier mehr zu der ersten Projektphase.

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Saphira Shure (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)

Dr.'in Anna Aleksandra Wojciechowicz  (Universität Bremen) 

Finanzierung

Stiftung Mercator

Internationale Tagung: Failing Identities, Schools and Migrations – Teaching in (Trans)National Constellations

Projektphase II (10/2017 bis 12/2018)

vom 26.10. bis 28.2018 an der Universität Bremen

Die Tagungsdokumentation finden Sie hier.

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Saphira Shure (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)

Aysun Doğmuş (Universität Bremen)

Lydia Heidrich (Universität Bremen)

Finanzierung

  • Stiftung Mercator
  • DFG
  • Wolfgang-Ritter-Stiftung
  • Hertie-Stiftung

Sammelband: Regimes of Belonging - Schools - Migrations. Teaching in Trans(National) Constellations

(Projektphase III (11/2018-07/2020)

Im Anschluss an die internationale Konferenz FISM wird eine englischsprachiger Sammelband zu den Konferenzthemen wie Migration, Identität, Zugehörigkeiten, Machtverhältnisse, School, Pädagogik und Lehrer*innenbildung veröffentlicht. Weitere Informationen finden Sie hier.

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Saphira Shure (Universität Bielefeld)

Lydia Heidrich (Universität Bremen)

Finanzierung

Stiftung Mercator

News

Dita Vogel wurde zu "Unterricht in Herkunftssprachen" vom Deutschlandfunk interviewt. In diesen Beiträgen wird auch ihr Vorschlag zum Rechtsanspruch auf Sprachenprüfung für alle Sprachen thematisiert. Die Beiträge lassens ich hier und hier finden.

 

Yasemin Karakaşoğlu wird am 16.12.2020 ab 17 Uhr zusammen mit Eren Önsöz und Akın Emanuel Şipal in einer Online-Veranstaltung über das Thema "Neue Erzählungen" diskutieren. Hierbei diskutieren die Teilnehmer:innen unter anderem darüber, wie sich die deutsch-türkische Beziehungsgeschichte gestaltet. Weitere Informationen finden sie hier.

Die Sprechstunden der Mitglieder des Arbeitsbereichs Interkulturelle Bildung finden aufgrund des Coronavirus bis auf Weiteres nicht an der Universität statt, bitte senden Sie Ihre Anfragen per Mail an die entsprechenden Mitarbeiter*innen.