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Laufende Forschungsprojekte

PRIMUS

Wissenschaftliche Begleitung des Schulversuchs PRIMUS

Im Rahmen des nordrhein-westfälischen Schulkonsens wurde der rechtliche und politische Rahmen geschaffen, um neue pädagogische Arrangements in Schulen zu verwirklichen. Zu diesem Zweck hat die Landesregierung den Modellschulversuch PRIMUS initiiert (PRImarstufe Und Sekundarstufe; hier). In ihm sammeln fünf Schulneugründungen Erfahrungen in den Bereichen

  • Lernen ohne biographische Brüche in einer Schule von Klasse 1-10
  • jahrgangsübergreifendes Lernen
  • individualisierte und inklusive Unterrichtskonzepte
  • alternative Leistungsbewertung (keine Noten bis Kl. 8)
  • multiprofessionelle Teamarbeit

Die Begleitforschung zum Schulforschung ist vom Land Nordrhein-Westfalen an die Universitäten Bremen und Münster vergeben worden. Beteiligte Wissenschaftler*innen sind Prof. Dr. Till-Sebastian Idel (Universität Bremen), Prof. Dr. Christina Huf (Universität Münster) sowie M.Ed. Sven Pauling als wiss. Mitarbeiter. Der Fokus der Begleitforschung lag in der ersten Förderphase (2014-2017) neben der Betrachtung der Standortfaktoren als Bedingunsgefüge insbesondere auf der jeweiligen spezifischen Realisierung der PRIMUS-Konzeptbestandteile an den Einzelschulen. Der Abschlussbericht der ersten Förderphase findet sich online in: https://www.landtag.nrw.de/Dokumentenservice/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMV17-930.pdf

Kern der zweiten Förderphase (2017-2020) ist einerseits die Beforschung des Übergangs der Schüler*innen von der Primar- in die Sekundarstufe. Bedeutsam sind hier etwa Fragen nach den Ursachen für die Entwicklung von Haltekraft in der Langformschule in einem schullandschaftlichen Kontext, der durch Selektivität nach der Primarstufe gekennzeichnet ist. Damit werden Wechsel- und Verbleibsmotive von Schüler*innen interessant. Andererseits richtet sich der Fokus auch auf die einzelschulisch je spezifische Gestaltung schulinterner Übergänge. Diese werden im Rahmen kollegialer Vernetzung, des Zuschnitts der Jahrgangsmischung oder einer stufenübergreifenden Organisation von Lehr-Lern-Arrangements und kollegialer Kooperation wiederum unterschiedlich verwirklicht. Schließlich beschäftigt uns die Frage, wie die am Schulversuch beteiligten Schulen den Prozess der Schulentwicklung auf der Grundlage der pädagogisch durch das Schulministerium vorgegebenen Programmatik und unter lokalen Kontextbedingungen bewältigen.

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Die Entwicklung der Ganztagsschule in Deutschland ist mit einer zunehmenden Kooperation von Schule mit Partnern vor allem aus der außerschulischen Kinder-, Jugend- und Bildungsarbeit verbunden. Neben dem Unterricht sind nicht auf den Unterricht bezogene Angebote, die von ganz unterschiedlichen pädagogisch Professionellen und auch von Laien durchgeführt werden, von großer Bedeutung für die schulische Lernkultur. Empirisches Wissen über diese Angebote liegt bislang allerdings nur zu wenigen Dimensionen vor.

In dem beantragten Projekt werden Settings außerunterrichtlicher Angebote an Ganztagsschulen in situ, nämlich auf der Ebene ihres interaktiven Vollzugs untersucht. Gegenstand ist eine praxistheoretisch fokussierte Ethnographie pädagogischer Ordnungsbildungen in unterrichtsfernen Angeboten (extracurricular activities) an vier ausgewählten Einzelschulen. Erhoben werden Daten über die Breite der einzelschulischen Angebote und vertiefende Fallvignetten von Arbeitsformaten. Den Fokus der Beobachtungen bilden in Anlehnung an eine Theorie der Lernkultur zunächst drei Dimensionen pädagogischer Ordnungsbildung: Raum/Zeitordnungen, Pädagogische (Generations-)Beziehungen und der Umgang mit der Sache. Damit zielt das Projekt darauf, der im Fachdiskurs vorrangigen normativ-präskriptiven Definition von Ganztagsbildung ein empirisch fundiertes Wissen zur Seite zu stellen und die Entwicklung einer Theorie der Ganztagsbildung voranzutreiben.

Das Projekt startet im November 2016 und wird für drei Jahre von der DFG gefördert.

Projektteam in Bremen:

Prof. Dr. Till-Sebastian Idel (Projektleitung)

Dr. Anna Schütz (Projektleitung)

Carolin Bebek (Projektmitarbeiterin)

Projektteam in Hildesheim:

Prof. Dr. Gunther Graßhoff (Projektleitung)

Christin Haude (Projektmitarbeiterin)

Studien-Praxis-Projekte

Studien-Praxis-Projekte (SPP)

Studien-Praxis-Projekte (SPPs) sind ein Teil des Projektes "Schnittstellen gestalten - das Zukunftskonzept für die Lehrerbildung an der Universität Bremen" der Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Hierbei geht es um die Entwicklungsprojekte von Studierenden und Lehrkräften zu aktuell relevanten Fragestellungen aus der Praxis, welche durch Lehrende der Universität Bremen professionell begleitet werden.

Im Arbeitsbereich "Schultheorie und Schulforschung" findet Begleitforschung in Form einer Promotion durch Joana Kahlau statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Weitere Informationen zu den SPPs finden Sie hier.