Coaching Z HUB

Ein forschungsorientierter, transdisziplinärer Dialograum, eröffnet von Prof. Dr. Georg Müller-Christ für den Masterstudiengang Wirtschaftspsychologie sowie von Ingrid Kadisch und Dr. Michael Schottmayer vom Institut für Wertekultur Bremen im Januar 2021

In einer zunehmend komplexeren Welt haben immer mehr Menschen einen Orientierungsbedarf, den sie durch eine professionelle Begleitung besser befriedigen können als allein. Zugleich interessieren sich immer mehr Menschen mit viel Berufserfahrung für einen Wechsel aus einer abhängigen Tätigkeit in eine berufliche Selbstständigkeit mit dem Ziel, ihre Erfahrung und ihr Wissen weiterzugeben. Diese Menschen gehören vielfach der Generation X oder älter an. Sie begleiten andere Menschen mit der ihnen zur Verfügung stehen Bewusstseinsebene.

Der Generation Z wird hingegen eine andere Zuwendung zur Welt und eine andere Erwartungshaltung nachgesagt, die zwar beobachtbar gleichwohl aber nur ansatzweise zu versprachlichen ist. Das „Andere“ der Generation Z kommt vermutlich auch mit einem anders gearteten Orientierungsbedarf in der Welt einher. Die digitalisierte Welt bietet hier neue Orientierungsmöglichkeiten und Verwirrung zugleich an.

Während vor der Coronazeit die meisten Beteiligten noch davon ausgegangen sind, dass die orientierenden Begleitungsgespräche nur persönlich unter Anwesenheit im Raum stattfinden können, können wir heute davon ausgehen, dass auch der virtuelle Raum das Potenzial hat, Orientierungsprozesse zu begleiten. Die Digitalisierung und die positiven Erfahrungen von vielen eröffnen ganz neue Möglichkeiten auch für ein Coaching von und durch die Generation Z, die auch die Digital Natives genannt werden.

Im forschungsorientierten und transdisziplinären Coaching Z HUB suchen wir die Dialoge zwischen Wissenschaft und Praxis zu den folgenden Themen:

  • Orientierungsbedarf der Generation Z
  • Coaching im Feld der Generation X und älter
  • Die Essenz von Coaching
  • Potentiale der Digitalisierung für Coaching
  • Selbstcoaching als Ansatz komplexer Orientierungsbewegung

Das Anliegen des Coaching Z HUB ist es, den noch leeren Raum von Coaching für und durch die Generation Z mit ersten Exponaten und Ausstattungsgegenständen eines Coachings für die Komplexitätsbewältigung von jungen Menschen zu füllen. Dafür verwenden ein Forschungsdesign, welches wir Research Sharing Community nennen. Wir teilen den Stand unserer Forschung immer wieder mit der Coaching Community, indem wir uns an Research Sharing Points treffen, um uns auszutauschen. Diese Sharing Points sind ergebnisoffene Dialogbühnen, die uns immer tiefer in die Thematik führen.

Ziel des Forschungsprojekts ist es, einen Prozess zu entwickeln, wie eine universitäre Lehre mit einer Praxis-Fortbildung so verbunden werden können, dass die Studierenden die inhaltlichen und praktischen Voraussetzungen schaffen können, um ein Coaching-Zertifikat zu erwerben.

Wir betrachten den Prozess als eine Forschungsreise, auf der wir Themen erkunden und Menschen treffen, innovative Methoden anwenden und die eigene Entwicklung in das Thema hinein beobachten. Auf dieser Forschungsreise gilt es die folgenden Themen tiefergehend zu erkunden:

  1. Was genau zeigt sich in der Generation Z?
  2. Welcher Orientierungsbedarf entsteht in der heutigen Zeit? Wie können wir diesen konzeptionell fassen?
  3. Inwieweit ist die Erfahrung von Coaches hilfreich oder weniger hilfreich für das Verständnis von jungen Menschen und deren Begleitung?
  4. Welche bewährten Tools des Coachings sind für diesen Prozess anwendbar, welche Tools müssten noch entwickelt werden?
  5. Wie reagiert die Coaching-Szene auf die Grundannahme, dass auch junge Menschen andere junge Menschen begleiten können?

Wir werden über die sozialen Medien immer wieder über den Coaching Z HUB berichten und zur Mitwirkung einladen. Ein mögliches Ziel ist es, dass alle Studierende jeweils einen Coach finden, der sie als Vertreter*innen der Generation Z begleitet und ihnen Orientierung gibt. Diese eigene Coaching-Erfahrung dient der Selbstbeobachtung der Studierenden wie auch der Feedback-Möglichkeit an die beteiligten Coaches.

Der Coaching Z HUB ist eingebettet in die Forschungsmodule im Masterstudiengang Wirtschaftspsychologie, in denen die Studierende auch Prüfungsleistungen erbringen müssen. Im Sommersemester entwickeln sie einen Forschungsantrag, im Wintersemester 2021/2022 führen sie das beantragte Forschungsdesign durch.

Aktualisiert von: Redaktion